Zwischen Iron Man und Champions Night – Besuch bei den „Catchern“ in Hannover

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    • Zwischen Iron Man und Champions Night – Besuch bei den „Catchern“ in Hannover

      Zwischen Iron Man und Champions Night – Besuch bei den „Catchern“ in Hannover

      Mein lokaler Anzeiger in Hannover-Kleefeld kündigte für den 14.10.2017 eine Wrestling Show auf dem Schützenplatz an. Der großspurige Titel dieser Veranstaltung lautete sodann „Wrestlemaster Class Champions Night 2017“ der Power of Wrestling (POW) Promotion, der Zweiten in Hannover veranstaltenden Wrestling-Liga. Die Iron Man Night 2017 war am Tag zuvor veranstaltet worden. Nach drei Jahren Abstinenz, wo ich keine POW Show mehr besucht hatte, weckte die „Champions Night 2017“ wieder mein Interesse und ich „stürzte“ mich ins „Getümmel“ der Fans, das diesmal geschätzt zwischen 300 und 400 Leuten lag. Natürlich fernab von dem, was Hannover einst berühmt gemacht hat, und was heute nur noch in Erinnerungen wach gerüttelt wird. Die Flamme oder besser gesagt das stürmische Lagerfeuer des Catchens brannte im Hannover der Nachkriegszeit. Besonders in den 1960er, 70er und 80er Jahren war die Szene auf dem Schützenplatz auf ihrem Höhepunkt mit sehr langen Turnieren und einem Festzelt, indem an jedem Turniertag rund 1500 bis 2000 Leute anwesend waren. Eine riesige Veranstaltung, die die sonstigen Attraktionen auf dem Schützenplatz in den Schatten stellte. Auf Fotografien aus dieser Zeit sieht man interessanterweise die größten Menschentrauben und Schlangen beim „Catcher-Zelt“. Historisch gesehen blickt dieses Areal auf eine Geschichte der Unterhaltung von über 100 Jahren zurück. Vom Rummel, Jahrmarkt bis hin zum Zirkus, Gilde-Festival und den Shows der „Catcher“. Auch am 14.10.2017 hat Ringsprecher Rob the Steamhammer den Begriff „Catcher“ wieder oft erwähnt. Eine Wrestling-Veranstaltung besuche ich in Hannover eher spontan und lasse mich dann von dem überraschen, was da alles auf mich zukommt. Der Abend vom 14.10.2017, der „Champions Night 2017“, war nach meinem Empfinden eher durchschnittlich bis schwach. Rob the Steamhammer hat dafür gesorgt, dass ich diese Veranstaltung noch als mittelmäßig bewerten kann. Ein schwacher Opener und ein – für mein Empfinden – sehr schwacher Mainevent haben mich diesmal nicht sonderlich überzeugt. Aber das Wrestling betrachtet jeder der anwesenden Zuschauer aus einem anderen Blickwinkel und mit einer anderen Meinung, als ich alter Hase der Independent Szene. Der Moment, der Abend ist entscheidend und einige Begegnungen mit Catchern aus vergangenen Shows. Bin ich auf dem Schützenplatz im Festzelt, dann kommt es mir manchmal wie im Zeitraffer vor: damals standen da noch Otto Wanz, Klaus Kauroff, Axel Dieter Sr. und Tony St. Clair. Heute, am 14.10.2017, siehst du zum ersten Mal Headshrinker Alofa, Apolo, Starbuck und zwei Typen im Tag Team, von dem ich noch nie gehört hatte. Eine Independent Show im Wrestling ist eine Art Unikat: man erlebt eigentlich immer was Neues (ob positiv oder negativ)......denkt an die Vergangenheit......aber staunt ebenso über Catcher, die man noch nie gesehen geschweige denn ihre Namen gehört hat.

      Auf zum Schützenplatz......natürlich wie eh und je an der Haltestelle „Waterloo“ aussteigen und dann ab zum Festzelt, vor dem sich schon einige wartende Fans versammelt hatten. Im Zelt selber waren die Reihen auch schon gut besetzt.....schätze mal 80% der Plätze waren besetzt.....eigentlich ein guter Schnitt, wenn man im Vergleich manche Independent Shows von Gerd Völlink (1990er Jahre) vor nicht mal 50 Zuschauern betrachtet. Ich spürte, dass ich wieder in meinem Metier war....MEIN HOBBY WRESTLING :D......den Platz einnehmen (vorher noch schnell das Programmheft der POW besorgt, indem ein Teil der Catcher abgebildet waren)......ah ja dachte ich so: James Mason, Demolition Davies hatte ich schon 2013/14 bei der POW gesehen. An dem Abend gaben sich auch noch Michael Kovac und Doug Williams die Ehre.....alte bekannte Gesichter aus der European Wrestling Promotion (EWP), der anderen in Hannover veranstaltenden Liga. Die Show begann: es erschienen Jörg Vespermann und Rob the Steamhammer, von dem ich wohl seit der Hochzeit der Newsletter-Szene in den 1990er und frühen 2000er Jahren nichts mehr gehört hatte. Rob the Steamhammer hat noch immer den Elan des traditionellen Catch-Fans: statt „Pin“ hörte ich gestern „Schulterfesselung“. Es heißt auch nicht Announcer sondern natürlich altmodisch „Ringsprecher“ und auf dem Rücken des Referees stand unverkennbar: „Ringrichter“. Rob the Steamhammer hat seinen Job wirklich gut gemacht: Talent, Ausdruckskraft in der Stimme und eine passende Gabe, die Leute in die richtige Stimmung zu versetzen. Hinzu kommt noch ein Teil der alten Traditionen des Catchens, die die EWP und POW bei ihren Shows beibehalten haben: das Runden-System, der Einzug der „Gladiatoren“ bei der EWP am Anfang jeder Show, gelbe und rote Karten für Regelverstöße verbunden mit Geldstrafen. Den Opener der Champions Night 2017 empfand ich als schwach......Pascal Spalter wird in Hannover ausgebuht, aber in Weinheim bei der ACW Mitte September wurde er kräftig angefeuert: „spalten, spalten, spalten“ :D. Ähnliches bei Demolition Davies, „der Nachts alleine durch St. Pauli gehen kann“, wie man so schön sagt. 2013/14 habe ich ihn im Ring gesehen, und er wurde vehement ausgebuht.....gestern nun war er einer der Lieblinge der Catch-Fans. Demolition Davies spielt mit 184kg nun aktuell in der Liga eines Cannonball Grizzly mit, der damals in etwa das Gleiche auf die Waage brachte. Allerdings besteht noch ein sichtbarer Unterschied in der Beweglichkeit und Körperbau. Bei Grizzly hatte ich damals in der EWP das Gefühl, dass er durch den Ring fliegt.......und was für Aktionen, Suplessen der Typ drauf hatte bei rund 180kg Gewicht...:D Fabian Ferrari (so in etwa habe ich den Namen noch in Erinnerung) gewann den Opener gegen Pascal Spalter und eine Reihe weiterer Catcher. Shannah gewann den POW Ladies Title von Wesna. Kein Match, das mir in Erinnerung bleiben wird. Erstaunlicherweise hat mich Rob the Steamhammer mit seinen Ansagen fast schon mehr begeistert, als ein Großteil der Kämpfe. Dann ein Wiedersehen mit James Mason, den ich schon aus früheren Independent Shows kannte. Diesmal verlor er jedoch das Ladder Match gegen Michael Jaritz um irgendeinen POW Title (ich glaube es war der POW Junior Title :D). In der Pause wurde Mike Leon Grosch, ehemaliger DSDS Star, angekündigt.....ich hatte den Namen noch nie gehört. :D Die drei Titel, die er gesungen hat, waren dann aber für meine Ohren eher eine Zumutung als wohlklingend. Achso....ich hatte noch vergessen zu erwähnen, dass es natürlich gestern Abend „Leiter Match“ hieß und nicht Ladder Match. Aber ein Stück Tradition beizubehalten ist doch auch etwas Schönes.

      Ein Wiedersehen gab es gestern Abend auch mit zwei Alten Hasen im Ring: Michael Kovac („Der Obermacker“) und Doug Williams. Weiß Gott wie oft ich Doug Williams in Hannover habe kämpfen sehen.....dutzende Male :D...... Respektabler Körperbau bei beiden; Kovac immer noch in Hochform, gut trainiert und relativ gute Tag Team Aktion. Ich hatte mir von beiden mehr erwartet gegen ihre überaus kräftigen Gegner. Die Namen dieses Tag Teams habe ich vergessen (noch nie gehört und gesehen :D)......700 Pfund Gesamtgewicht beider; in etwa gleiche Statur......technisches und wrestlerisches Können ganz gut für den ersten Eindruck..... Hunters (:D) oder so glaube ich....sie gewannen den POW Tag Team Title. Dazwischen sah ich erstmals den Catcher Starbuck....hat mich nicht sonderlich überzeugt. Überrascht war ich dann im Mainevent, obwohl der nur 7 Minuten dauerte, von der körperlichen Statur des Catchers Apolo (angekündigt aus Puerto Rico). Also mit Abstand der kräftigste Typ der ganzen Show schlechthin. Aber 2016 habe ich ja wieder die Oberarme von Thunder hier in Hannover sehen können.....meine Herren, Thunder's Oberarm ist so dick wie meine beiden Oberschenkel zusammen :D. Apolo ist auch so ein Typ, der hier in Hannover im Steintorviertel nachts alleine rumlaufen kann. Wer den provoziert landet in der MHH...:D 165kg Lebendgewicht wurden nun angekündigt: Headshrinker Alofa gefolgt von Apolo und dem POW Heavyweight Champion Chris „the Bambikiller“ Raaber. Chris war mit 114kg der Leichteste gegenüber Alofa und Apolo, der 134kg auf die Waage bringt. Sein technisches Können konnte Chris gestern leider nicht in die Waagschale werfen. Alofa war körperlich eigentlich schon nach wenigen „Aktionen“ am Ende......ein Legdrop war der Höhepunkt seines „Könnens“ im Ring.....ansonsten wirkt Alofa ziemlich „abgekämpft“, „fertig“, „Ende der Karriere“......wenn ich so dran denke, wie beweglich Yokozuna mit 250kg damals war......Apolo konnte etwas gute Aktion zeigen. Der Einzug aller drei mit den Nationalhymnen dürfte länger gedauert haben, als das Match selber, das von Apolo gewonnen wurde. Er wurde somit neuer POW Heavyweight Champion. Das Ende der Show wurde dann noch vom Eingreifen seitens Demolition Davies bestimmt, der Chris zu Hilfe kam. Es wurde dann ein Match im Stahlkäfig bei eine der nächsten POW Shows angesetzt. Ich bin mal gespannt, ob Alofa überhaupt durch die Tür passt und nicht schon fertig ist, bevor das Match begonnen hat. Das war sie also die POW Champions Night 2017 auf dem Schützenplatz. Nach der ACW, EWP und wXw dieses Jahr war nun wieder die POW an der Reihe. Independent Wrestling im Jahr 2017 in Deutschland bedeutet eine große Auswahl an Ligen. Man hat die Wahl zwischen den teils noch traditionellen Shows in Hannover und den mit Aktion geladenen Shows der wXw in Oberhausen. Facettenreich wie abwechslungsreich dazwischen noch die Shows der WWE – als eingefleischter Wrestling-Fan kommt eigentlich jeder auf seine Kosten.

      Bis bald bei einer der nächsten Wrestling-Shows,

      euer
      Ronald

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