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Entwicklung der WWE - Druckversion

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Entwicklung der WWE - TaKeRoCk - 11.04.2012

Das ist so die Frage die ich mir gerade stelle, in welche Richtung sich WWE so entwickelt. Für mich sieht es so aus als sterben die echten Wrestler die technisch etwas drauf haben aus. Die alte Schule des Wrestlings wird immer mehr mit Entertainment übertrumpft. Sicher ist WWE eine Unterhaltungsliga und kein stumpfes Wrestling, das waren sie noch nie, gutes technisches Wrestling sollte aber schon Kern des Produkts sein. Wenn ich mir so die alten Matches aus 2001 anschaue und sie mit heute vergleiche, sehe ich da nicht mehr die Klasse an Wrestling wie sie einmal da war. Mir scheint als entwickelt sich WWE zu einer Liga wo immer weniger technisches gutes Wrestling gezeigt wird. Die Härte der Matches ist seit PG Zeiten schon längst nicht mehr die wie sie einmal war und naja, das Talent nimmt auch ab. Immer mehr Show, weniger Wrestling. Die wenigen wirklichen Talente die man noch hat dürfen gar nicht ihr volles Können zeigen, sonst stehen die vielen Pseudo-Wrestler die es gibt zu schlecht da. In 10 Jahren spielt man Quietscheentchen im Ring, hab ich das Gefühl...


- Double F - 11.04.2012

Vor einem halben Jahr hätte ich dir wohl voll und ganz zugestimmt, aber den 2001er-Vergleich finde ich nicht so wirklich passend...

Wer sind da denn die guten technischen Wrestler deiner Meinung nach gewesen?
Ich bewerte folgend nur die Wrestler, nicht die Matches:

Wrestlemania X-7 aus dem Jahr 2001:

Chris Jericho beat William Regal (technisch sehr gutes Match)

The APA & Tazz beat The Right to Censor (vergleichbar mit der heutigen Division)

Kane beat champ Raven & Big Show (keine wirklichen Techniker)

Eddie Guerrero beat Test (Eddie ja, Test klar nein)

Kurt Angle beat Chris Benoit (braucht man wohl nix zu sagen)

Chyna beat Ivory (schreckliches Match)

Shane McMahon beat Vince McMahon (Techniker der Spitzenklasse ;) )

Edge & Christian beat The Dudley Boyz & The Hardy Boyz (klasse Match, aber bis auf Edge und Christian jetzt keine Top Techniker)

The Iron Sheik by last eliminating Hillbilly Jim (sag ich jetzt mal nix)

The Undertaker beat Triple H (kenn ich irgendwo her, aber trotzdem keine Techniker, wobei Hunter da noch sehr gut ablieferte im Ring!!)

Steve Austin beat the Rock (auch die beiden kann man aus der Technik-Liste weitestgehend streichen!)

Ich zähle mal nochmal auf: Regal, Jericho, Angle, Benoit, Edge, Christian, Eddie und mit abstrichen Hunter.

Wrestlemania 28 im Jahre 2012
Sheamus besiegte Daniel Bryan (Bryan wohl einer der begnadesten Techniker auf Erden)

Kane besiegte Randy Orton (Orton kann mehr, auf dem Stand von Hunter 2001 würd ich sagen...)

Big Show besiegte Cody Rhodes (Rhodes ist auf einem sehr guten Weg und sicherlich technisch gut)

Kelly Kelly & Maria Menousos besiegten Beth Phoenix & Eve Torres (Beth ist stark, Rest kann man vergessen)

The Undertaker besiegte Triple H (siehe oben, aber Hunter kann man jetzt komplett aus dem Technik-Gerede raus lassen!!)

Team Johnny (The Miz, David Otunga, Dolph Ziggler, Jack Swagger, Mark Henry & Drew McIntyre) besiegte Team Teddy (Kofi Kingston, R-Truth, Santino Marella, The Great Khali, Zack Ryder & Booker T)
(Ziggler und Swagger technisch sehr versiert)

CM Punk besiegte Chris Jericho (beide Top)

The Rock besiegte John Cena (beide Flop)

Auch hier die Zusammenfassung: Bryan, Cody, Dolph, Swagger, Punk, Jericho, mit Abstrichen Orton
Jetzt kommt mit Lesnar ein weiterer sehr guter Techniker hinzu


Oben 7+1 unten 6+1+1
Die Verteilung auf Mid-, Uppercard und Main Event ist ähnlich.

Das Wrestling ist natürlich im Wandel, denn mit den Sachen aus dem Jahr 2001 würde man niemanden mehr hervor locken. Die Matches sollen immer innovativ bleiben und neue Finishes habe usw.
Früher war es "leichter", weil die ganz alten Finishes noch nicht so durchleuchtet und bekannt waren wie heute. Heute sagt man: Gabs schon, hatte man schon, war nix, scheiße. Damals sagte man: Hey geil, Evolution ist ja mal voll innovativ und neu. Was wars? Ne neue Version der 4 Horsemen ;)
Mir ist jetzt kein anderes Beispiel auf die Schnelle um die Uhrzeit eingefallen, aber das zeigt es glaub ich schon ganz gut auf, was ich damit sagen will!

Klar ist das Produkt anders und ich selbst bin wohl einer der größten Kritiker, aber schau dir doch die tollen Matches von damals an?? Regal Matches wurden mit Boring-Chants skandiert, uvm...
Heute ist das dann doch teilweise zum Glück anders und gute Matches werden vom Publikum auch honoriert, genau wie gute technische Wrestler!

Es ist nicht einfach, denn es gehört ein Gesamtpaket dazu, sonst wäre ein John Cena, ein The Rock oder Steve Austin gar nicht erst auf der Bildfläche erschienen und genau das ist es eben.

Ich würde nicht sagen, dass die Wrestler schlechter sind, oder das Wrestling an sich, es ist einfach der Aufbau leider nicht mehr der, der er mal war. Außerdem hält man auch nicht mehr so stark an den Heel und Face Rollen fest. Wenn einer Pops erhält, zack schon ist er wieder Face, obwohl er dann komplett farblos wirkt und total eingeschränkt wird.
Bestes Beispiel aktuell wohl Sheamus. Vor dem Jahreswechsel einer der heißesten Heels im Kader und jetzt ein farbloser World Champion (was natürlich nichts mit seiner Hautfarbe zu tun haben soll ;) Breites Grinsen)!
Warum? Weil er einfach sofort geturnt wurde und dann sein Auftreten auch komplett geändert wurde. Punk bekommt nicht mehr die Reaktionen wie vorher. Wieso hat man ihn nicht einfach weiterhin diese Endgeilen Promos halten lassen??
Orton genau so. Da gibt es Zig-Beispiele. Da war dann der gesamte Aufbau über Jahre komplett hinüber. Wann hatten wir zuletzt einen richtig starken Heel in der WWE? Das war Triple H als World Heavyweight Champion und JBL als WWE Champion... Wann war das? 2004. Von da an gab es keine wirklich dominanten Heel-Champs mehr. Und deshalb ist für uns das Produkt auch nicht mehr so interessant. Es ist eintönig geworden, aber nicht wegen den Wrestlern, oder dem Wrestling im Ring, sondern durch extrem überhastetes und teilweise total unlogischem Booking, was monatelangen Aufbau einfach zu Nichte machte.

Punk, Nexus, Orton, Sheamus, Bryan, Miz, Swagger, die Liste könnte man jetzt ewig weiter führen. Und genau aus dem Grund muss man immer wieder auf die ganzen Altstars zurückgreifen, die dann aber nicht mehr an ihre Leistungen ran kommen, siehe Rock, Hunter, Taker usw...
Die werden natürlich mit damals verglichen und müssen diesen Vergleich auch akzeptieren und da können sie natürlich nicht mehr mithalten!

So, das hätte ich jetzt nicht gedacht, dass es so viel wird, aber es ist ein für mich sehr interessantes Thema, deshalb danke fürs Aufmachen, aber so einfach kann man es sich mMn nicht machen!!


- Zar - 11.04.2012

Ich sehe es auch so, dass es nicht an dem fehlenden Können der Wrestler liegt, sondern viel mehr an den Beschränkungen, die durch die Bosse der WWE iniziiert werden.

Selbst ein Punk darf nicht alles zeigen, und der zeigt schon mehr als die meissten.

Die Ausrichtung der WWE lässt sich wohl am Besten mit der letzen Wrestlemania dokumentieren - das Mainevent sind zwei "Ikonen", das Match selber war recht langweilig, aber das Publikum geht ab wie sonst was. Im Main Event geht es um nichts, kein Titel, keine wirkliche Fehde ausser ein wenig rumgeplänkel. Und Trotzdem ist das wohl die erfolgreichste WM aller Zeiten - das macht mich traurig, weil die WWE damit in ihrem Kurs bestätigt wird.

Und selbst in dem Kurs ist die WWE nicht mehr Konsequent, gute Storyline-Ansätze werden verhunzt, eigentlich grandiose Comebacks vollkommen versaut. Andere Storylines hören einfach so plötzlich auf. Und es werden halt teilweise auch die falschen Leute gepusht, und andere verschwinden in der Versenkung, obwohl grosses Potenzial da ist.

Dazu kommt, das Standing fast aller Titel ist zerstört, wer IC-, US- oder Tag Team Champ ist, interessiert doch kaum noch. Einzig durch Punks etwas längeren Run, und weil er ein Figthing Cmap ist, wertet seinen Titel auf. Dabei hatte man mit dem IC-Belt das richtige gemacht, nur Big Show als Champ ist Blödsinn.

Dann noch die fehlende Tag Team Division, es sind genug Wrestler da, mit denen man eine gute Aufbauen könnte, aber da entsteht ein Team, zack, gibt man denen gleich den Titel....

Dann die total verhunzte Women-Division, nur Magermodels, die null Technik haben, die wenigen guten müssen sich für Nobodys hinlegen oder sind in total bescheurte Pups-Storys integriert....

Mir persönlich macht es immer weniger Spaß die WWE zu schauen, aber es gibt von der Aufmachung halt kaum Alternativen, wenn ich mir mal TNA anschaue, merke ich immer wieder, wie schlecht das teilweise produziert ist, falsche Einspieler, schlechte Kameraführung, etc.

Hinzu kommt bei der WWE, die charismatischen Wrestler sterben langsam aus, weil amn versäumt die Nachwuchs gut aufzubauen, der einzige, der den Sprung geschafft hat ist CM Punk, alle anderen dümpeln so vor sich hin.


- Light - 11.04.2012

Ich finde, dass das Wrestling in der WWE vor allem ein Glaubwüridgkeitsproblem hat! In den Zeiten des Internets kann man eigentlich keinem älteren Zuschauer mehr vor machen, dass das was dort passiert etwas mit Realität zu tun hat.
Die Frage ist jetzt, welche Schlüsse man daraus zieht. Ich denke, das Wrestling in der heutigen Zeit wieder näher an die Realität rücken muss. Die WWE präsentiert im Moment ein regelrechtes Zerrbild, das mit der wahren Welt nicht mehr viel zu tun hat.
Was ist das Problem?

PG
Ich denke, eines der entscheidensten Probleme ist PG. Es ist schon lustig, dass Leute, die sich gegenseitig hassen und zwei Sekunden später aufeinander einprügeln, sprechen (sollen) wie Töchter von der Klosterschule. Sprich: Der fehlende Gebrauch von Schimpfwörtern, die in der Schule sowieso jeder mitbekommt, ob er jetzt Wrestling schaut oder nicht, ist erstmal unglaubwürdig.
Ein weiteres Beispiel ist der fehlende Gebrauch von Blut. Die "Dont try this"-Videos sagen uns zwar, das Verletzungen passieren können, doch wahre Verletzungen werden nie gezeigt. Mit Blut würde man zumindest eine realitätsnahe Abgrenzung zu einer normalen Schulhofschlägerei, die wenn ich das so sagen darf, normalerweise ohne Blut abgeht und einer Fehde, in der sich die Protagonisten oft ins Krankenhaus befördern wollen (Punk: "Im going to hurt you Jericho" oder Sheamus: "Im going to kick you head off").
Davon abgesehen, dass die Einteilng von Wrestling als PG allgemein mehr als schizophren ist und wohl mit dem kranken Missverhältnis der Amis zu Gewalt (wie zu zur Sexualität auch) zu tun hat, möchte ich nicht weiter darauf rumreiten.

Storylines
Kommen wir nun zu der Qualität der Storylines: Ich muss hier dem Zaren eindeutig zustimmen: Sie hat abgenommen. Dies scheint auch eine Randerscheinung des Internets zu sein. Damit verbunden scheint aber eben die irrige Annahme zu sein, dass die S-Marks überrascht werden wollen. Wir könnten ja gleich hier eine Blitzumfrage starten, ob die Smarks wirklich überrascht werden wollen, oder lieber solides Booking wollen.
Im Grunde ist die Frage ungerecht, denn auch wir freuen uns über einen Holy Shit Moment wie Brocks Rückkehr oder der Rückkehr von Rocky vor einem Jahr, doch wenn wir die Wahl zwischen einem überraschenden und anschließend versautem Comeback/Storyline und eben einer soliden, schönen und gut aufgebauten hätten, würde ich immer die zweite Alternative wählen.
Die Marks sollten in dieser Gleichung keine Rolle spielen, da man als Mark ja sowieso nicht rational denkt und immer durch ein Comeback überrascht wird.
Fakt ist leider, das man sich mit Storys nicht mehr so viel Zeit lässt wie früher. Das beste Beispiel in letzter Zeit ist wohl die Zeit im Sommer, als Punk gemäß Story nicht für die WWE arbeitete. Das hätte man gut und gerne noch über Monate ziehen können. Doch dies ist eine gute Überleitung zum nächsten Problem:

Rosterdichte und Talentförderung
Die dichte des Rosters hat zumindest gefühlt abgenommen. Während man vor ein paar Jahren noch immer 3-4 potenzielle Contender hatte, die um die beiden größten Titel fehdeten, hat man jetzt nur noch zwei oder mal drei. (Bring Back Number 1 Contender Matches)! Verletzt sich ein Topstar ist schon wieder Not am Mann. Half-Time Comebacks von alten größen wie Rocky oder auch Lesnar, die nicht bei jeder RAW Ausgabe anwesend sind , können das nicht langfristig auwiegen.
Zu diesem Problem kommt eben die fehlende Talentförderung. Zweifelsfrei in den Mainevent vorgestoßen und immer noch bei der WWE ist mittlerweile lediglich CM Punk, der im letzten Jahr zum absoluten Topstar geworden ist.
Sowohl Christian, Alberto Del Rio und Sheamus sind zwar "irgendwie" schon mehrfache World Champions, ein besonders großes Standing oder Akzeptanz genießen sie allerdings nicht. Leute wie Bryan, Ziggler, Swagger und Rhodes (sowie Punk) stellen sicher die nächste Generation von World Champions. Mit dem Aufbau hätte man allerdings schon gestern beginnen müssen und nicht erst morgen!
Die Inkonsequenz im Pushverhalten und das Abhängigmachen von Ratings tun dazu ihr übriges.

Gimmicks & Stables
Es ist nicht so, dass es in letzter Zeit weniger geniale Gimmicks als früher in der WWE gab - okay so ein Erfolg wie Austin und The Rock mit ihren Charakteren hatten, wird es vielleicht nie wieder geben. Trotzdem müssen hier einige tolle (vor allem Heel-) Gimmicks erwähnt werden:
- The Psycho Viper Randy Orton
- Straight Edge Savior & New Nexus CM Punk
- Jerichos Best in the World Gimmick (2008) und im Grunde auch Punks (jetzt Face)
- La Familia (Edge und Co)
- Mark Henrys Hall of Pain

Dies sind nur einige, man kann noch viele weitere Aufzählen, die zumindest den Status solide verkörpern (ein Beispiel, bei dem man es überzogen hat, war Del Rios Destiny Gimmick). Das Problem, wie bei den Storys ist das man aus den Möglichkeiten zu viel macht. Die Heels werden von dem Smarks geliebt und bekommen Pops, also turnen wir sie Face, weil sie Pops bekommen. Auch hier hat die WWE das Problem der Beliebigkeit, ähnlich wie bei den Storylines. Das Geschäft ist etwas kurzlebig.
Leider hat man vor allem die Fähigkeit eingebüßt gute Stables zu schaffen. Wie sehr musste einem das Herz bluten, als man bei der diesjährigen HoF Zeremonie hörte, wie ewig lange die Horsemen zusammen waren und eines der erfolgreichesten Stables aller Zeiten bildeten. Zwei Stables mit riesigem Potenzial (SES, Nexus) hat die WWE innerhalb kürzester Zeit verbraucht und das ist extrem schade. Ich würde La Familia als das letzte richtig starke Stable bis zum heutigen Tage beschreiben.

Mut
Manchmal fragt man sich, wo Vince seine "Balls" versteckt hat. Im Monday Night War war vieles sehr kontrovers, heute bekommen wir gefühlten Einheitsbrei. Ein John Cena hat sein Jahren den selben Charakter - eine gute Gelegenheit für einen Heelturn nach der anderen lässt man verstreichen. Die letzte große Aktion war der Titelgewinn von Punk bei Money in The Bank im letzten Jahr - obwohl man dies vermutlich nicht mal als mutig bezeichnen kann, weil Punk zu diesem Zeitpunkt sicher schon unterschrieben hatte.

Matchqualität
Ich finde in diesem Punkt ist die WWE auf keinem so schlechten Weg, ich würde das Jahr 2011 sogar als das stärkste Jahr seit langem ansehen, was die Matchquali anbelangt. Es gab zumindest mal wieder ein Five Star Match bei der WWE, was es schon sehr lange nicht mehr gab. Es gab tolle Matches von Edge und Ziggler, Christian und Orton, Punk und Cena und eben weitere. Inringtechnisch sehe ich uns also auf keinem so schlechten Weg, sogar mit ansteigender Tendenz. So etwas was man mit Bryan und Sheamus bei WM gemacht hat, geht natürlich gar nicht und wird hoffentlich durch ein tolles 2/3 Falls Match bei ER korrigiert.

Fazit:
Bei der vielen Kritik könnte man vermutlcih denken, dass ich die WWE mittlerweile verabscheue - das ist nicht der Fall, die alte WWE gefiel mir nur besser.
Ich denke, dass die WWE sich trotz der zahlreichen Twitterattacken auf uns noch nicht richtig auf die neue Zeit eingestellt hat und das viele meiner Kritikpunkte sich durch Einsicht lösen ließen.
Möglicherweise wird der Wechsel an der Spitze der Company von Vince zu HHH/Steph irgendwann auch eine weitere Verbesserung herbei führen.
Ich habe also durchaus guter Hoffnung, denn genug Talente hat man um die Zukunft gut zu bestreiten.


- Geeps - 11.04.2012

Wow, lange und gute Beiträge. Ich seh das alles genauso wie Light. Im Grund ist das einzige, das nicht schlechter geworden ist, die Matchqualität. Ich kann aber verstehen wie man darauf kommen könnte. Wenn man zurückdenkt, erinnert man sich logischerweise an die Highlights. Wenn ich nach einem Hell-in-a-Cell-Match aus der Attitude Era frage, denkt jeder an Shawn Michaels gegen The Undertaker, Mankind gegen The Undertaker, Triple H gegen Cactus Jack, niemand denkt an The Undertaker gegen The Big Boss Man. Klassisches Beispiel für Überbewertung vergangener Ereignisse, so wie man es halt von seinen Großeltern kennt.


- Zar - 11.04.2012

Light, das hast du wirklich super geschrieben, toll gegliedert und übersichtlich gestaltet mit guten Beispielen, hervorragend! Daumen hoch


- Hämatom - 11.04.2012

Der Zar und ich haben diese Thema schon des öftern in unserer Diskussions runde! Kann den Zaren auch weitläufig nur zustimmen!

Nur das Thema Storylines sehe ich etwas zwiespaltig! sind wir in dem punkt vielleicht nicht auch etwas selber schuld??? Spoilern wir uns zu oft durch das Inet? wären die Storylines ohne Inet hintergrund wissen vielleicht besser????

Ich weiß es nicht. vielleicht könnt ihr mir ne Antwort geben!


- BurnOutHorscht - 11.04.2012

Zitat:Original von Hämatom
Nur das Thema Storylines sehe ich etwas zwiespaltig! sind wir in dem punkt vielleicht nicht auch etwas selber schuld??? Spoilern wir uns zu oft durch das Inet? wären die Storylines ohne Inet hintergrund wissen vielleicht besser????

Ich weiß es nicht. vielleicht könnt ihr mir ne Antwort geben!

Ich denke schon dass sie ohne I-Net für uns vielleicht besser wären, aber ich denke auch dass man von einem globalem Entertainment-Unternhemen wie der WWE erwarten kann das Internet und die neuen sozialen Netzwerke so zu nutzen dass die Storylines trotz allem interresant bleiben! Was aber wirklich verschwunden ist sind die "Grapefruits"!

Ansonsten kann ich den hier genannten Punkten nur zustimmen!

Und ich muss leider auch darin übereinstimmen dass wir die Vergangenheit vielleicht etwas verklären aber dass ist auch nur rein menschlich!


- Y2R-KO - 11.04.2012

Kann mich nicht wirklich zur Entwicklung in den letzten 10 oder sogar 20 Jahren äußern, da ich Wrestling erst seit Ende 2008 regelmäßig gucke. Aber... es gibt schon ein paar Dinge zu denen ich mich äußern kann.

Im Bezug auf Storylines ist meine einzige Kritik, dass man immer wieder tolle Ideen hat, aber diese dann nach kurzer Zeit sofort wieder in den Sand setzt. Siehe Nexus, Summer of Punk usw. Andere Storylines hat man erst zum Ende hin verkackt wie bei Orton & The Legacy vs. Triple H & The McMahons '09 oder den finalen Schritt zu spät gewagt z.B.: Sheamus' World Heavyweight Championship Gewinn.
Als Muster Fehde nehme ich eigentlich immer Chris Jericho vs. Shawn Michaels '08, doch auch da hat man verpasst Jericho mit einem längeren Run als World Heavyweight Champion richtig stark aufzubauen.

Und wo wir auch schon bei Jericho vs. Michaels sind... kommen wir zu PG. Ich will ja keine Deathmatches sehen, aber einbisschen Härte, ein paar Mal Bleeding, würde das Ganze dramatischer und besser dastehen lassen. Nicht in jeder Weekly Ausgabe, doch vielleicht durschnittlich einmal im Monat bei wichtigen Ereignissen wie bei einem Heel Turn oder wichtigen Matches wie Triple H vs. Undertaker bei WrestleMania 28.

Das allergrößte Problem der WWE sehe ich in der Ideologie des Bookings: Kurzfristiger Erfolg. Abgesehen von Cena vs. Rock, deren WM 27 Match man ein Jahr vorher angekündigt hat - was ich auch schon zu früh fand - denkt man immer nur von PPV zu PPV. Perfektes Beispiel beim Summer of Punk mit dessen zu frühen Rückkehr oder jetzt bei Cena vs. Lesnar... ich mein... Lesnar attackiert ihn und sofort verbrennt man das Match beim C-PPV Extreme Rules ... DAFAQ? Doof
Perfekter SummerSlam Main Event wird einfach für Extreme Rules verbookt. Das bringt diesem C-PPV vielleicht 75'000 - 100'000 Buys mehr... aber beim SummerSlam, mit dem richtigen Aufbau, für den man eigentlich schlaue Köpfe Backstage hat, würden bestimmt mind. 100'000 Buys hinzukommen... vielleicht kratzt der SummerSlam dann wieder mal an der halben Millionen.

Gute Wrestler und Nachwuchstalente hat man in CM Punk, Daniel Bryan, Cody Rhodes, Dolph Ziggler, Alberto Del Rio, Jack Swagger, Justin Gabriel genug. Jetzt geht es nur darum diese Wrestler zu stärken und ihnen mal anständig Profil zu verleihen damit wieder richtige Ikonen entstehen können - und auch das hat wiederrum mit langfristigen Erfolg zu tun. Diesen sollte man anstreben!


- TaKeRoCk - 11.04.2012

Das WWE langfristig Erfolg hat steht für mich außer Frage, da fehlt einfach die Konkurrenz, worum es mir geht ist die Qualität des Produktes.

Zitat:Original von Double F
Ich würde nicht sagen, dass die Wrestler schlechter sind, oder das Wrestling an sich, es ist einfach der Aufbau leider nicht mehr der, der er mal war. Außerdem hält man auch nicht mehr so stark an den Heel und Face Rollen fest. Wenn einer Pops erhält, zack schon ist er wieder Face, obwohl er dann komplett farblos wirkt und total eingeschränkt wird.
Bestes Beispiel aktuell wohl Sheamus. Vor dem Jahreswechsel einer der heißesten Heels im Kader und jetzt ein farbloser World Champion (was natürlich nichts mit seiner Hautfarbe zu tun haben soll ;) Breites Grinsen)!
Warum? Weil er einfach sofort geturnt wurde und dann sein Auftreten auch komplett geändert wurde. Punk bekommt nicht mehr die Reaktionen wie vorher. Wieso hat man ihn nicht einfach weiterhin diese Endgeilen Promos halten lassen??
Orton genau so. Da gibt es Zig-Beispiele. Da war dann der gesamte Aufbau über Jahre komplett hinüber. Wann hatten wir zuletzt einen richtig starken Heel in der WWE? Das war Triple H als World Heavyweight Champion und JBL als WWE Champion... Wann war das? 2004. Von da an gab es keine wirklich dominanten Heel-Champs mehr. Und deshalb ist für uns das Produkt auch nicht mehr so interessant. Es ist eintönig geworden, aber nicht wegen den Wrestlern, oder dem Wrestling im Ring, sondern durch extrem überhastetes und teilweise total unlogischem Booking, was monatelangen Aufbau einfach zu Nichte machte.

Ich meine jetzt nicht nur die reinen technischen Wrestler, deren Stil die Technik ist, allgemein wie so ein Match abläuft und die Moves durchgeführt werden, hat man das damals besser gemacht. Die Stiffness das man glaubt oh das tat weh ist weg...und das hat jetzt nichts damit zutun das man damals noch Mark war und jetzt als Smark einfach abgehärtet ist, es ist wirklich so. Die Kunst ist es doch dem Zuschauer die Action im Ring so lebendig und echt wie möglich zu verkaufen...und da ist für mich der Ansatz wo ich sage es ist nicht mehr das was es einmal war und geht in eine Richtung wo ich nicht glaube, es wird jemals daran angeknüpft werden können. Seit 2004 sehe ich da eine Entwicklung wo weniger Wert drauf gelegt wird wie man das Wrestling am besten verkauft. Da fängt schon damit an wie die Matches beendet werden...die meisten Talente die jetzt bei WWE sind, haben das Wort Talent gar nicht verdient, die bekommen nicht mal ein glaubwürdiges Finish hin oder kommen glaubhaft aus dem Cover raus, ohne das man sieht das war so geplant. Von den unorganisierten Abläufen der Storys und dem allgemeinen Aufbau der Matches will ich gar nicht sprechen...never ending story

Um noch einen etwas kürzeren Diskussionspunkt zu nennen, die Klasse eines Kurt Angle, Steve Austin und The Rock, um nur mal 3 zu nennen, wie sie die Zuschauer beim Match in einen regelrechten Bann reißen können, wer hat die heute noch?? Keiner...

Das solches Talent in keinem der aktuellen Wrestler steckt, sowas zu sagen ist falsch. Nur das Talent wird nicht richtig erkannt, gefördert und umgesetzt.

Dazu passt auch die Meinung von Doomtrain, die ich hier mal zitiere:

Zitat:Original von Doomtrain
Bei aller Euphorie über Comebacks, Rock-Auftritte etc.pp, sollte WWE sich trotzdem daran dienlich tun, neue Main Eventer glaubhaft und langfristig over zu bringen. Da muss das Rad nicht neu erfunden werden, es mangelt einfach schlicht und ergreifend seit JAHREN an der konsequenten Durchführung.

Denn irgendwann kann man niemanden mehr zurückbringen, um den Main Event einer WM zu bestreiten, nur weil man es versäumt, Wrestler mit einem Star-Potential zu versehen.

Nehmen wir doch einmal als Beispiel den Punk-Angle aus dem Sommer.

War man dort konsequent? Nein. Er war nach MitB beim Publikum sehr over. Vergleich das mit den letzten Monaten. Es ist nahezu abgeflaut. Sogar Sheamus bekam pre-Wrestlemania größere Pops als er.

Was passierte damals. Er verlor mehrere PPV-Matches hintereinander, welches sein Standing vollkommen ruinierte. Die Niederlage gegen Triple H, das unnötigste überhaupt, brachte Hunter nichts und raubte Punk dato sehr viel. Als Rebell begonnen, dann macht er Werbung für Cena und Ryder. Der Push wurde dekonsequent in der Mitte abgebrochen und so macht man es einfach nicht.

Noch ein Satz zu den aktuellen "Oldies" (z.B. Triple H, Undertaker und nun etwaig The Rock und auch Brock Lesnar): Die WWE täte gut daran, wenn sie nicht nur sogenannte "Dream-Matches" unter den Legenden aufziehen würden, sondern auch endlich damit beginnen würden, den Nachwuchs durch Fehden mit eben jenen aufzubauen. Würde ich gerne Cena gegen Lesnar sehen, oder The Rock in weiteren Matches? Klar, aber dann bitte gegen Kontrahenten, die auch etwas davon in Zukunft haben könnten. Es gibt genug Nachwuchs mit Potential, wenn es nur endlich konsequent durchgeführt werden würde.

Wann hatten wir das letzte Mal einen Heel, vor dem sich die Superstars wirklich "gefürchtet" haben, weil er nicht bei jeder Gelegenheit Fersengeld gegeben hat? Mal abgesehen von Mark Henry (der ist so ein Zwischending) war das doch Triple H. Ansonsten wurde alles aufstrebende von der Affront Cena, Orton etc. abgefertigt und in den Boden gestampft, bevor sich etwas positives entwickeln konnte.

Die WWE ist selbst schuld, wenn sie sich die künftigen 10 Jahre versaut. Denn so sieht das auf dem momentanen Stand der Dinge aus.



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