18.04.2010, 20:34
Da sich das Peoplesboard ja immer mehr zum deutschen Wrestling-History-Board schlechthin entwickelt, stelle ich hier mal diesen Artikel von mir zur Diskussion, den ich bereits woanders gepostet habe. Vielleicht hat ja noch jemand von euch ergänzende oder korrigierende Informationen zum Thema parat 
--------------------------------
Wie ja eigentlich bekannt ist, ist Ric Flair weitaus öfter als 16-mal World Heavyweight Champion gewesen, so wie es World Wrestling Entertainment uns gerne vorgelogen hat. Insgesamt hat der Nature Boy 22 mal einen World Heavyweight Title getragen (Wenn man den WCW International World Heavyweight Title nicht mitrechnet, waren es nur 20 mal). Bei dieser Zahl werden für gewöhnlich 10 Regentschaften als NWA World Heavyweight Champion angenommen. Recherchen eines namhaften Wrestling-Historikers haben nun allerdings ergeben, dass zumindest eine dieser Regentschaften unter Umständen gestrichen werden müsste.
NWA World-Tour 1984: Ric Flair vs. Harley Race
1984 war vielleicht das größte Jahr des Nature Boy als World Champion überhaupt. Kurz zuvor hatte er den Veteranen Harley Race bei der allerersten Starrcade als Champion entthront und galt nun als die unangefochtene Nummer 1 in der Wrestlingwelt. Was lag also näher als Ric Flair rund um die Welt zu schicken, um ihn in den verschiedensten Ländern seinen World Heavyweight Title gegen alle möglichen Gegner verteidigen zu lassen. Am 20. März 1984 traf Ric Flair in Neuseeland auf seinen Vorgänger Harley Race in einem Rückkampf um den NWA World Title. Nach bisheriger Auffassung gewann Harley Race diesen Kampf und verlor den Titel nur wenige Tage später in Singapur an den Nature Boy zurück. Die NWA schwieg diese beiden Titelwechsel in den Vereinigten Staaten allerdings tot, erst in den Neunziger Jahren erkannte sie diese achte und letzte Regentschaft von Harley Race an. Bis heute sind die genauen Umstände, die zu diesen Titelwechseln geführt haben, ungeklärt geblieben.
Neue Enthüllungen um die damalige Storyline
Jetzt scheint der australische Wrestling-Historiker Libnan Ayoub allerdings etwas Licht in dieses Dunkel gebracht zu haben, was weitreichende Konsequenzen hinsichtlich der bisherigen NWA-Titel-Historie und der Anzahl der Regentschaften von Flair und Race haben könnte. Er fand heraus, dass der neuseeländische Promoter Steve Rickard das Finish des ersten Kampfes in Wellington am 20. März mit Flair und Race vereinbart hatte, um den Zuschauern zumindest das Gefühl zu geben, einen Titelwechsel erlebt zu haben, auch wenn dieser nicht von der NWA abgesegnet war. Harley Race gewann das Match nur durch einen Fast-Count, woraufhin Ric Flair den Zuschauern ankündigte, sich bei der NWA beschweren zu wollen. Der ebenfalls anwesende texanische Promoter Paul Boesch wurde in dieser "Storyline" damit beauftragt, die Beschwerde der NWA zu überbringen. Der Angle sah allerdings nicht Race als nun amtierenden Champion vor, sondern dass der Titel ab diesen Zeitpunkt "held up" sei und Race den Gürtel nur bis zur endgültigen Entscheidung der NWA behalten dürfe. Der Begriff "held up" bedeutet, dass bis zu einem bestimmten Zeitpunkt keine Titelkämpfe stattfinden durften, der Titel sozusagen für kurze Zeit ausgesetzt sei. Der Begriff ist nicht gleichzusetzen mit einer Vakanz.
Nun doch kein Titelwechsel?
Race behielt also den Gürtel, während das neuseeländische NWA-Territorium auf eine Entscheidung der NWA bezüglich der Titelsituation wartete. Am Folgetag trafen Flair und Race sogar in einem Rematch in Auckland aufeinander, in dem es ausdrücklich nicht um den Titel ging. Harley Race gewann auch diesen Kampf. Erst einen weiteren Tag später verkündete man die Entscheidung des NWA-Kommitees: Der Titelwechsel vom 20. März wurde aufgrund des Fast-Counts nicht anerkannt, Ric Flair sei weiterhin der World Heavyweight Champion der NWA und die achte Regentschaft von Harley Race wurde offiziell für nichtig erklärt. Am 25. März verteidigte Ric Flair dann seinen Titel erfolgreich gegen Harley Race in Singapur, bisher war man davon ausgegangen, dass Ric Flair hier seinen Titel zurückgewinnen konnte.
Konsequenzen für die Titelgeschichte
Ob und wie diese neuen Erkenntnisse in die NWA Title-Histories eingeflochten werden, hängt natürlich von dem Geschichtsverständnis der Webseitenbetreiber ab, die solche Titelgeschichten bereitstellen. Fest scheint zu stehen, dass Harley Race nicht mehr als achtfacher sondern nur als siebenfacher NWA World Heavyweight Champion anzusehen ist. Sein Titelgewinn in Wellington war schlichtweg ein Dusty-Finish ohne Auswirkungen, das nur für die Fans in Neuseeland präsentiert wurde. Schwieriger ist allerdings, wie man mit der "held up"-Situation umgehen soll. Man kann einerseits die Meinung vertreten, dass es in dieser Zeit keinen World Champion gab und für Ric Flair mit der Entscheidung der NWA vom 24. März eine völlig neue Regentschaft begann. Andererseits kann man die Entscheidung der NWA auch so auslegen, dass Ric Flairs vorherige Regentschaft nie geendet habe, die "held up"-Situation also nicht automatisch eine Vakanz-Situation gewesen ist. Würde man der zweiten Argumentation folgen, hätte Ric Flair nun eine Titelregentschaft weniger in seiner Karriere: Da zwei seiner Regentschaften zu einer einzigen vereint wurden, wäre Flair nur noch 9-facher NWA World Heavyweight Champion und somit insgesamt nur 21 mal World Heavyweight Champion gewesen.
Quelle für die Infos: Wrestlingclassics.com & otherarena.com

--------------------------------
Wie ja eigentlich bekannt ist, ist Ric Flair weitaus öfter als 16-mal World Heavyweight Champion gewesen, so wie es World Wrestling Entertainment uns gerne vorgelogen hat. Insgesamt hat der Nature Boy 22 mal einen World Heavyweight Title getragen (Wenn man den WCW International World Heavyweight Title nicht mitrechnet, waren es nur 20 mal). Bei dieser Zahl werden für gewöhnlich 10 Regentschaften als NWA World Heavyweight Champion angenommen. Recherchen eines namhaften Wrestling-Historikers haben nun allerdings ergeben, dass zumindest eine dieser Regentschaften unter Umständen gestrichen werden müsste.
NWA World-Tour 1984: Ric Flair vs. Harley Race
1984 war vielleicht das größte Jahr des Nature Boy als World Champion überhaupt. Kurz zuvor hatte er den Veteranen Harley Race bei der allerersten Starrcade als Champion entthront und galt nun als die unangefochtene Nummer 1 in der Wrestlingwelt. Was lag also näher als Ric Flair rund um die Welt zu schicken, um ihn in den verschiedensten Ländern seinen World Heavyweight Title gegen alle möglichen Gegner verteidigen zu lassen. Am 20. März 1984 traf Ric Flair in Neuseeland auf seinen Vorgänger Harley Race in einem Rückkampf um den NWA World Title. Nach bisheriger Auffassung gewann Harley Race diesen Kampf und verlor den Titel nur wenige Tage später in Singapur an den Nature Boy zurück. Die NWA schwieg diese beiden Titelwechsel in den Vereinigten Staaten allerdings tot, erst in den Neunziger Jahren erkannte sie diese achte und letzte Regentschaft von Harley Race an. Bis heute sind die genauen Umstände, die zu diesen Titelwechseln geführt haben, ungeklärt geblieben.
Neue Enthüllungen um die damalige Storyline
Jetzt scheint der australische Wrestling-Historiker Libnan Ayoub allerdings etwas Licht in dieses Dunkel gebracht zu haben, was weitreichende Konsequenzen hinsichtlich der bisherigen NWA-Titel-Historie und der Anzahl der Regentschaften von Flair und Race haben könnte. Er fand heraus, dass der neuseeländische Promoter Steve Rickard das Finish des ersten Kampfes in Wellington am 20. März mit Flair und Race vereinbart hatte, um den Zuschauern zumindest das Gefühl zu geben, einen Titelwechsel erlebt zu haben, auch wenn dieser nicht von der NWA abgesegnet war. Harley Race gewann das Match nur durch einen Fast-Count, woraufhin Ric Flair den Zuschauern ankündigte, sich bei der NWA beschweren zu wollen. Der ebenfalls anwesende texanische Promoter Paul Boesch wurde in dieser "Storyline" damit beauftragt, die Beschwerde der NWA zu überbringen. Der Angle sah allerdings nicht Race als nun amtierenden Champion vor, sondern dass der Titel ab diesen Zeitpunkt "held up" sei und Race den Gürtel nur bis zur endgültigen Entscheidung der NWA behalten dürfe. Der Begriff "held up" bedeutet, dass bis zu einem bestimmten Zeitpunkt keine Titelkämpfe stattfinden durften, der Titel sozusagen für kurze Zeit ausgesetzt sei. Der Begriff ist nicht gleichzusetzen mit einer Vakanz.
Nun doch kein Titelwechsel?
Race behielt also den Gürtel, während das neuseeländische NWA-Territorium auf eine Entscheidung der NWA bezüglich der Titelsituation wartete. Am Folgetag trafen Flair und Race sogar in einem Rematch in Auckland aufeinander, in dem es ausdrücklich nicht um den Titel ging. Harley Race gewann auch diesen Kampf. Erst einen weiteren Tag später verkündete man die Entscheidung des NWA-Kommitees: Der Titelwechsel vom 20. März wurde aufgrund des Fast-Counts nicht anerkannt, Ric Flair sei weiterhin der World Heavyweight Champion der NWA und die achte Regentschaft von Harley Race wurde offiziell für nichtig erklärt. Am 25. März verteidigte Ric Flair dann seinen Titel erfolgreich gegen Harley Race in Singapur, bisher war man davon ausgegangen, dass Ric Flair hier seinen Titel zurückgewinnen konnte.
Konsequenzen für die Titelgeschichte
Ob und wie diese neuen Erkenntnisse in die NWA Title-Histories eingeflochten werden, hängt natürlich von dem Geschichtsverständnis der Webseitenbetreiber ab, die solche Titelgeschichten bereitstellen. Fest scheint zu stehen, dass Harley Race nicht mehr als achtfacher sondern nur als siebenfacher NWA World Heavyweight Champion anzusehen ist. Sein Titelgewinn in Wellington war schlichtweg ein Dusty-Finish ohne Auswirkungen, das nur für die Fans in Neuseeland präsentiert wurde. Schwieriger ist allerdings, wie man mit der "held up"-Situation umgehen soll. Man kann einerseits die Meinung vertreten, dass es in dieser Zeit keinen World Champion gab und für Ric Flair mit der Entscheidung der NWA vom 24. März eine völlig neue Regentschaft begann. Andererseits kann man die Entscheidung der NWA auch so auslegen, dass Ric Flairs vorherige Regentschaft nie geendet habe, die "held up"-Situation also nicht automatisch eine Vakanz-Situation gewesen ist. Würde man der zweiten Argumentation folgen, hätte Ric Flair nun eine Titelregentschaft weniger in seiner Karriere: Da zwei seiner Regentschaften zu einer einzigen vereint wurden, wäre Flair nur noch 9-facher NWA World Heavyweight Champion und somit insgesamt nur 21 mal World Heavyweight Champion gewesen.
Quelle für die Infos: Wrestlingclassics.com & otherarena.com

Die Frage ist nur, ob NWA Historiker Tim Hornbaker das genau so sieht. Letztlich ist er für mich der NWA Experte Nr. 1. Also ich werde mich hüten, mich über Ayoub zu stellen.