19.05.2008, 12:31
Nach wenigen Minuten erreichten die beiden San Bartolome. Nun mussten sie nur noch das Café finden, also nahm Lucas die Karte, die ihm die Frau an der Rezeption gegeben hatte. Im Karten studieren war Lucas recht gut und folglich konnte er das Straßencafé schnell ausmachen. Es lag am anderen Ende des Ortes in Richtung Santa Lucia. Äußerlich versuchte Lucas cool zu bleiben, aber er war total nervös. Er wusste überhaupt nicht was in diesem Café auf ihn zukommen würde. Dort könnten Mafiosos auf ihn warten, aber es könnte genauso gut niemand dort sein. Felipe könnte sich einen Spaß erlaubt haben, aber daran wollten die beiden gar nicht denken. Die Hoffnungen von Lucas und Tobi lagen immer noch darauf einen Vertreter eines ProTour Teams treffen zu können. Um die letzten Minuten auf dem Weg zum Café „Santo Domingo“ noch mal auf andere Gedanken zu kommen erzählte Lucas Tobi von seinem ersten Vertragsabschluss mit Wiesenhof. „Das ist etwas mehr als 2 Jahre her“, fing er an. „Wir mussten mit dem Jugendteam eine Bergchallenge bestreiten. Eigentlich sollte diese im Erzgebirge stattfinden und der Fichtelberg sollte unser Ziel sein. Allerdings konnte das Bergzeitfahren dort nicht ausgetragen werden, da das Wetter nicht mitspielte. Es regnete dort wie verrückt und die Windgeschwindigkeiten hätten einen normalen Wettkampf nicht zugelassen. Die Veranstalter wussten allerdings um die schwierigen Bedingungen zu dieser Jahreszeit und hatten schon vorher eine Ausweichmöglichkeit organisiert – Den Brocken.“ Tobi musste schmunzeln. „Ist das nicht ein wenig dämlich. Der Brocken ist nicht so weit weg vom Fichtelberg. Luftlinie mögen es vielleicht 200 km sein und wenn es in Norddeutschland stürmt dann ist es egal ob Fichtelberg oder Brocken. Meist sind beide Berge von Stürmen betroffen und der Brocken meistens noch schlimmer.“ Lucas pflichtete ihm bei während er sich einen Riegel aus seiner Rückentasche holte. „Das stimmt schon und das war auch mein erster Gedanke. Aber mein 2.Gedanke war, dass der Brocken mein Hausberg ist und ich mich dort noch besser beweisen könnte. Und tatsächlich war es dort nicht so stürmisch. Das Wetter war zwar schlecht und es regnete auch. Aber der Fichtelberg war im Vergleich hierzu der reine Weltuntergang. Das Rennen konnte also stattfinden und ich persönlich sah mich nun in der Favoritenrolle. Diese Ansicht teilte ich wohl mit niemandem, denn nicht viele wussten, dass ich ein Heimrennen hatte. Mich sollte das nicht stören, denn ich wusste um meine Stärke, schließlich kannte ich jede Kehre auswendig, jedes Schlagloch mit Namen um es mal übertrieben darzustellen. Ich wusste ganz genau, wo ich die letzten Reserven rausholen musste und wie die Steilstücke anzugehen waren. Dieses Wissen ließ mich recht entspannt an die letzten Vorbereitungen gehen und so saß ich auch mit einem dicken Grinsen auf der Rolle. Das wollte Kevin Baier, ein Rennkollege von mir gar nicht verstehen. Angesichts des Regens und meines freudigen Gesichtsausdrucks fragte er mich ob ich Masochist sei. Ich verneinte das zwar, aber irgendwie war es an diesem Tag so. Als ich auf der Strecke war, war es einfach nur geil. Der kalte Regen tat zwar mit der Zeit weh, aber das machte mich nur stärker. Auch die Schmerzen, die sonst in den Bergen oft höllische Qualen darstellen taten mir an diesem Tag gut. Sie pushten mich quasi. Im Ziel war ich zwar erschöpft, aber ich hatte immer noch ein Lächeln auf den Lippen, im Stile des großen Indurain. Das Lächeln wurde im Anbetracht meiner Zeit noch größer, denn ich lag deutlich in Führung. Einige Minuten später, ich wärmte mich gerade auf überbrachten mir Andreas dann die frohe Kunde. Ich hatte das Rennen gewonnen, aber viel schöner war noch, dass Späher von Wiesenhof an der Strecke waren und sie wollten mit mir sprechen. Tja, den Rest kannst du dir ja denken. 2 Jahre sind vergangen und nun steht wieder eine Entscheidung bevor.“
Die beiden fuhren die letzten Meter und sahen dann das Café. Aus der Ferne schauten sie kurz, aber sie konnten weder ein Radfahrer erkennen, noch jemanden der den Anschein machte auf sie zu warten. Langsam rollten sie mit ihren Rädern in Richtung Café und es schien sich schon Enttäuschung bei den beiden Breit zu machen, da kam ein Typ mit 2 Tassen Kaffee aus dem Café nach draußen getreten. Tobi schaute Lucas mit großen Augen an. „Das ist doch … na sag schnell, jetzt fällt mir der Name nicht ein …“
Die beiden fuhren die letzten Meter und sahen dann das Café. Aus der Ferne schauten sie kurz, aber sie konnten weder ein Radfahrer erkennen, noch jemanden der den Anschein machte auf sie zu warten. Langsam rollten sie mit ihren Rädern in Richtung Café und es schien sich schon Enttäuschung bei den beiden Breit zu machen, da kam ein Typ mit 2 Tassen Kaffee aus dem Café nach draußen getreten. Tobi schaute Lucas mit großen Augen an. „Das ist doch … na sag schnell, jetzt fällt mir der Name nicht ein …“
