23.02.2009, 20:02
Zitat:Original von SilkIch habe nie gesagt, das er nicht auszeichnungswürdig in der Rolle gewesen wäre. Es war eine tolle Leistung. Ohne wenn und aber, aber für mich war es nicht die Sternstunde des Sean Penn im Generellen. In zahlreichen Filmen empfand ich ihn als stärker und war im Nachhinein überrascht, das es nicht einmal zu einer Nominierung gereicht hatte. Stichwort 21 Gramm bei dem es für mich schon fast ein Skandal war, das er nicht einmal nominiert wurde. Also erstens: Ich halte Sean Penn für einen großartigen Schauspieler.
@Souljacker evtl Backstagepolitik hin oder her ... aber wieso fandest Penn nicht auszeichnungswürdig in der Rolle? Das was ich bisher gesehen habe, wirkt schon ziemlich überzeugend und hat gesellschaftspolitisch auch einen enorm wichtigen Stoff behandelt, bei dem sich Penn in die Rolle des Harvey Milk imo gut hineingearbeitet hat.
Nur jetzt kommt das große Aber: Da ich dieses Jahr das Glück hatte alle Kandidaten zu sehen (okay, mal abgesehen von Visitor aber 4/5 ist auch ein guter Schnitt), kam hingegen Penn in meinem persönlichen Ranking nur auf den dritten Platz. Ich hatte sowohl Frank Langella und Mickey Rouke vor Penn angesiedelt. Langella war einfach phänomenal (Unbedingt Frost/Nixon ansehen!) und Mickey Rouke war schlichtweg von einer anderen Welt. Es lag nicht unbedingt am Thema des Filmes, da mich Wrestling in der heutigen Zeit nur noch sehr bedingt interessiert, jedoch ging es mir in den letzten Jahren so, das ich mit einem Charakter in einem derartigen Rahmen mitgelitten hatte. Rouke lies in dem Film vergessen, das es ein Film ist (ohne jetzt polemisch klingen zu wollen). Und ich kann mir nicht vorstellen das die Leitung dieses Jahr noch getoppt werden kann. Hinzu kommt, das Rouke es langsam mal verdient gehabt hätte da er schon mehrmals (vor allem Franziskus hintergangen wurde).
Für mich hat es wie du es umschrieben hattest mit Backstagepolitik zu tun. Es erinnerte mich unheimlich stark ans Jahr 1999, als Jim Carrey für den Mondmann nicht einmal nominiert wurde. (Das nehme ich Hollywood heute noch übel, denn bei dem Film erging es mir ähnlich wie dieses Jahr bei "The Wrestler). Aber es war irgendwie nachvollziehbar, das sie ihm den Oscar nicht geben wollten. Er galt damals nach Filmen wie "Ace Ventura" oder "Dumm und Dümmer" als der neue Jerry Lewis. Und welchen Stellenwert Lewis in Hollywood genießt, ist auch hinlänglich bekannt.
Oder Beispiel #2 : Ich kann bis heute nicht nachvollziehen das Russel Crowe 2001 leer ausgegangen ist, und das Denzel Washington (den ich für einen wirklich guten Schauspieler halte) für Training Day den Oscar erhielt. Wobei, da hat die Traumfabrik sich übertroffen, denn eine derartige Schmutzkampagne wie sie zu der Zeit gegen John Forbes Nash Jr. und dessen angeblicher Nazivergangenheit gefahren wurde, war einfach beispiellos.
Das sind die Gründe weshalb ich (wie schon gesagt persönlich) den Academy Awards weitaus weniger Beachtung schenke als den Awards, die vom Volke gewählt wurden. Bei den Oscars habe ich nunmal einfach den Eindruck, das die Einflussreichsten immer irgendie die Finger im Spiel hätten.
