20.03.2010, 14:09
Teil 7
"NUR EISERNES TRAINING FÜHRT ZUM ERFOLG"
"Ich glaube, dass es wohl in keinem anderen Beruf so viele Verletzungen gibt, wie beim Freistilringen. Ich will hier nicht von Knochenbrüchen und anderen schweren Verletzungen schreiben, da ich sonst vielleicht noch in den Verruf kommen würde, ich wolle mit dieser Broschüre etwa Reklame machen. Das ist ja garnicht meine Absicht. Das Renommieren mit schweren Verletzungen wäre ja auch eine unwürdige Art der Werbung. Abgesehen davon zwingt uns ja niemand, uns die Knochen zu brechen, wir könnten schließlich einen anderen Beruf genau so gut ausüben. Leider sind aber die meisten von uns diesem Sport mit Haut und Haaren verfallen und wir werden wohl alle unser Leben lang irgendwie mit dem Ringkampf verbunden bleiben.
Oft wird uns vorgehalten, dass es nicht mit rechten Dingen zugehen könne, wenn ein leichter Ringer einen 100kg schweren Kerl mit einem einzigen Griff durch den Ring schleudert. Dazu ist folgendes zu sagen: Jeder Ringer, auch der kleinste, ist gefährlich genug, um einen überraschenden Griff zu landen. Niemand kann die körperlichen Fähigkeiten seines Gegners so genau einschätzen, dass er sich vornehmen könnte, den Gegner in einer Minute zu werfen. Deshalb wird ein erfahrener Ringer im Vollbesitz seiner Kräfte mit jedem Griff freiwillig mitgehen, weil er dadurch den Angriffsgeist des Gegners ermüdet und sich außerdem für gefährliche Situationen frisch erhalten kann. Ausnahmen bestätigen natütlich auch hier nur die Regel. Viele unbegreifliche Niederlagen sind aber darauf zurückzuführen, dass man den Gegner zu leicht genommen und alle Vorsicht außer acht gelassen hat. Das ist das Geheimnis beim Ringkampf, und es gilt für den Amateur wie für den Professional.
In unserem Beruf stecken so viele Kniffe, Tricks und Vorteile, dass das Ringen, als Beruf ausgeübt, zur Wissenschaft geworden ist. Versuchen Sie z.B. einmal mit einem Gegner zu ringen und dabei Ihre volle Kraft anzuwenden. Bald werden Ihre Kräfte am Ende sein. Ringen heißt denken! Man muss den Griff so anbringen, dass man noch immer Kraftreserven hat. Dazu braucht man natürlich eine ganze Reihe von verschiedenen Griffen, denn es wäre nutzlos, bei jedem Gegner den gleichen Griff anzuwenden. Man ist also körperlich bis zum äußersten angestrengt, muss aber trotzdem den Kopf kühl behalten und jede Chance sofort ausnützen, und zwar mit dem Kopf ausnützen! Denn nur dann stellt sich der Erfolg ein. Ein Laie würde bald zum Denken aufgehört haben und nur mehr instinktiv weiterringen. Der Professional versucht aber jetzt erst, seinen Gegner durch verschiedene Tricks mürbe zu machen. Man kann z.B. den Gegner glauben machen, dass man vollständig groggy sei. Der Pole Miazio hat da einen besonderen Spezialgriff. Wenn man ihn zum ersten Mal sieht, glaubt man, er wäre stehend k.o.. Wehe aber, wenn man sich jetzt nicht vorsieht! Im Nu hat der eben noch taumelnde Pole seinen Gegner auf die Schultern gelegt.
Jeder Ringer wendet irgend einen Spezialgriff an, der zu seinem Können und zu seiner Kraft passt. Ein gertenschlanker, blitzschneller Ringer wird immer versuchen, durch Überraschungsgriffe zu siegen. Ein starker Ringer wird sich dagegen mit einem Kraftgriff behaupten. Ein Spezialist versucht also immer, mit seinem Griff durchzukommen. Ähnlich wie etwa ein Zahnarzt oder ein Tischlermeister, der für seine Arbeit ebenfalls bestimmte Kniffe ausgearbeitet hat."
Fortsetzung folgt...
"NUR EISERNES TRAINING FÜHRT ZUM ERFOLG"
"Ich glaube, dass es wohl in keinem anderen Beruf so viele Verletzungen gibt, wie beim Freistilringen. Ich will hier nicht von Knochenbrüchen und anderen schweren Verletzungen schreiben, da ich sonst vielleicht noch in den Verruf kommen würde, ich wolle mit dieser Broschüre etwa Reklame machen. Das ist ja garnicht meine Absicht. Das Renommieren mit schweren Verletzungen wäre ja auch eine unwürdige Art der Werbung. Abgesehen davon zwingt uns ja niemand, uns die Knochen zu brechen, wir könnten schließlich einen anderen Beruf genau so gut ausüben. Leider sind aber die meisten von uns diesem Sport mit Haut und Haaren verfallen und wir werden wohl alle unser Leben lang irgendwie mit dem Ringkampf verbunden bleiben.
Oft wird uns vorgehalten, dass es nicht mit rechten Dingen zugehen könne, wenn ein leichter Ringer einen 100kg schweren Kerl mit einem einzigen Griff durch den Ring schleudert. Dazu ist folgendes zu sagen: Jeder Ringer, auch der kleinste, ist gefährlich genug, um einen überraschenden Griff zu landen. Niemand kann die körperlichen Fähigkeiten seines Gegners so genau einschätzen, dass er sich vornehmen könnte, den Gegner in einer Minute zu werfen. Deshalb wird ein erfahrener Ringer im Vollbesitz seiner Kräfte mit jedem Griff freiwillig mitgehen, weil er dadurch den Angriffsgeist des Gegners ermüdet und sich außerdem für gefährliche Situationen frisch erhalten kann. Ausnahmen bestätigen natütlich auch hier nur die Regel. Viele unbegreifliche Niederlagen sind aber darauf zurückzuführen, dass man den Gegner zu leicht genommen und alle Vorsicht außer acht gelassen hat. Das ist das Geheimnis beim Ringkampf, und es gilt für den Amateur wie für den Professional.
In unserem Beruf stecken so viele Kniffe, Tricks und Vorteile, dass das Ringen, als Beruf ausgeübt, zur Wissenschaft geworden ist. Versuchen Sie z.B. einmal mit einem Gegner zu ringen und dabei Ihre volle Kraft anzuwenden. Bald werden Ihre Kräfte am Ende sein. Ringen heißt denken! Man muss den Griff so anbringen, dass man noch immer Kraftreserven hat. Dazu braucht man natürlich eine ganze Reihe von verschiedenen Griffen, denn es wäre nutzlos, bei jedem Gegner den gleichen Griff anzuwenden. Man ist also körperlich bis zum äußersten angestrengt, muss aber trotzdem den Kopf kühl behalten und jede Chance sofort ausnützen, und zwar mit dem Kopf ausnützen! Denn nur dann stellt sich der Erfolg ein. Ein Laie würde bald zum Denken aufgehört haben und nur mehr instinktiv weiterringen. Der Professional versucht aber jetzt erst, seinen Gegner durch verschiedene Tricks mürbe zu machen. Man kann z.B. den Gegner glauben machen, dass man vollständig groggy sei. Der Pole Miazio hat da einen besonderen Spezialgriff. Wenn man ihn zum ersten Mal sieht, glaubt man, er wäre stehend k.o.. Wehe aber, wenn man sich jetzt nicht vorsieht! Im Nu hat der eben noch taumelnde Pole seinen Gegner auf die Schultern gelegt.
Jeder Ringer wendet irgend einen Spezialgriff an, der zu seinem Können und zu seiner Kraft passt. Ein gertenschlanker, blitzschneller Ringer wird immer versuchen, durch Überraschungsgriffe zu siegen. Ein starker Ringer wird sich dagegen mit einem Kraftgriff behaupten. Ein Spezialist versucht also immer, mit seinem Griff durchzukommen. Ähnlich wie etwa ein Zahnarzt oder ein Tischlermeister, der für seine Arbeit ebenfalls bestimmte Kniffe ausgearbeitet hat."
Fortsetzung folgt...
