12.08.2004, 17:21
William Butler: Madhouse
Dazu möchte ich nru kurz Stellung nehmen. Ein netter Film, der vor allem Freunden von Psychiatrie Filmen gefallen könnte. Dabei setzt Butler auf eine gewisse Anzahl von Schockeffekten und ziemlich verstörter Musik. Der Film versucht zu Beginn den zuschauer sehr schnell auf die Geister- und Horroschiene zu locken, was auch recht gut gelingt. Bald stellt sich berechtigterweise die Frage, ob es sich nicht doch nur um reine Fiction handelt oder der Film doch auf diesem Planeten spielen könnte. Mit diesem Element wird recht lange gespielt und der Zuschauer muss sich entscheiden welchen Hinweisen er folgen wird. Diese sind durchaus vorhanden, jedoch bleiben nach ca. einer Stunde nur noch zwei Möglichkeiten, wie der Film enden kann.
Kurzweilige Unterhaltung, die allerdings ncihts Besonderes beinhaltet und auf die man mit einem ruhigen Gewissen ebenso verzichten kann.
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Brad Anderson: The Machinist
Als Christian Bale als neuer Batman vorgestellt wurde, krausten sich meine Nackenhaare, da er vor allem nach seiner Vorstellung in Equlibrium kaum als überdurchschnittlicher Schauspieler durchgehen konnte. Viel zu oft wirkte er in seinen Filmen deplaziert und ohne richtige Mimik. Nach The Machinist musste ich meine Meinung allerdings aufs erste revidieren. Nicht nur, dass Bale alles für diese Rolle zu tun bereit war, er magerte sich um 30 Kilogramm auf haut und Knochen ab, sondern er gab dem Charakter des Trevor Reznik eine ungeheure Tiefe. Zu Beginn war er durch den Gewichtsverlust kaum zu erkennen, doch zeigte er eine so ausgefeilte Mimik und Gestik, dass man meinen konnte man hätte es mit einem anderen Christian Bale zu tun.
Trevor Reznik leidet seit einem Jahr unter Schlaflosigkeit. Dabei hat er einen grossteil seines Gewichts verloren und seine Knochen sieht man bei jeder seiner Bewegungen. Sein Leben besteht aus seiner Arbeitsroutine, dem Besuch bei einer Prostituierten, einem Kaffee auf dem Flughafen und gelegentlichen Putzanfällen. Diese Routine wird unterbrochen als Trevor den mysteriösen Ivan auf seiner Arbeitsstelle kennenlernt. Ivan lenkt Trevor bei der Arbeit ab, was zu einem Fehler Trevors führt, der seinem Kollegen Miller den Arm kostet. Danach läuft Trevors Leben komplett aus den Fugen, da er das Gefühl hat von Ivan verfolgt zu werden. Vor allem scheint es diesen Ivan überhaupt nicht zu geben, da ihn niemand in der Fabrik zu kennen scheint. Trevor steht vor einem Rätsel und driftet immer mehr in den Wahnsinn ab.
Genau dieses driften in den Wahnsinn stellt Bale sehr gelungen dar. Doch ebenso können seine Mitakteure überzeugen von Jennifer Jason Lee bis zu Michael Ironside.
The Machinist thematisiert aber mehr als nur Trevor Rezniks Wahnsinn. So wird schon früh die Frage aufgeworfen, was überhaupt real ist. Dabei ist wichtig, dass Trevor Reznik der einzige Fokus ist auf den sich Regisseur Brad Anderson konzentriert. Sieht der Zuschauer die Realität oder sieht man die Realität von Trevor, die weit entfernt von der menschlichen Logik angesiedelt zu sein scheint. Dabei wirft Anderson immer neue Motive und Personen in den Raum, die für sich alleine keine Bedeutung haben. Erst zum Ende hin wird langsam klar, was hinter all diesen Hinweisen steckt. Dies kann Anderson sehr schön bis zum Ende hinauszögern, dass die Spannungskurve sehr schön bis zum Ende des Films gehalten wird.
Anderson verzichtet in seinem thematisch recht düsteren Werk auf nahezu jegliche Farbelemente und viele Bilder sind fast in Schwa/Weiß mit einem geringen Blaustich gehalten. Dies gibt dem Film auch eine optische Dunkelheit, die sich Trevor Geisteszustand anzupassen scheint.
Brad Andersons Film über einen psychisch angeschlagen Mann, der langsam den letzten Funken Verstand verliert lebt eindeutig von Christian Bale und seiner grandiosen Verkörperung des Protagonisten Trevor Reznik. So gut der restliche Cast auch spielt und durch Bild und Ton untermalt wird, ist es doch Bale, der dem Film eindeutig seine persönliche Note verleiht und er den Vorschußlorbeeren, die ihn begleitet endlich auch einmal Taten folgen lässt.
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Roland Suso Richter: The I Inside
Simon Cable erwacht in einem Krankenhaus und hat die Erinnerungen an seine letzten beiden Jahre verloren. Er muss erfahren, dass er seinen Bruder verloren hat und er ist mit einer Frau verheiratet, die er nicht kennt. Hinzu kommt, dass er scheinbar eine Geliebte hat und seine Ehe alles andere als aus Liebe entstand. Doch als ob dies noch nicht genug ist, hat Simon das Gefühl verfolgt zu werden. Bei einer Untersuchung wird ihm eine Spritze gegeben und er erwacht erneut im selben Krankenhaus, nur zwei Jahre früher. Dieser Wechsel zwischen den Jahren 2000 und 2002 hält an und langsam setzt sich für Simon das Puzzle der verlorenen zwei Jahre zusammen.
Roland Suso Richters Film ist allerdings weit mehr als nur der übliche Film, der sich auf die Suche nach verlorenen Erinnerungen macht. Vielmehr ist dies ein Film über Entscheidungen, die man im Leben trifft und das es eben unmöglich ist diese Entscheidungen zu revidieren. So wird der Zuschauer zwar recht lange im Ungewissen gehalten, in welche Richtung sich der Film entwickeln soll, aber ist die Suche nach den Puzzleteilen immer auf einem sehr hohen Spannungsniveau gehalten. Bald weiß nicht mehr nur Simona Cable, was überhaupt in seinem Leben noch real ist, sondern auch der Zuschauer stellt sich die Frage. Dabei wird das Ende doch relativ früh im Film vorweggenommen, aber auf eine sehr kluge Art und Weise, dass es einem erst in der letzten Szene wie Schuppen von den Augen fällt.
Sehr intelligent ist auch das Spiel mit den Personen gehalten. Richter setzte auf einen kleinen Cast, der zum Ende hin eine immer größere Rolle spielt und sowohl Simon als auch den Zuschauer zusätzlich verwirrt. Schauspielerisch können alle Akteure überzeugen und auch Ryan Phillippe kommt weg von seinem jungen Beau Image, dass er seit Cruel Intentions mit sich schleppt.
Wer es gerne verschachtelt mag, sollte sich The I Inside auf jeden fall ansehen. Es ist aber eine gute Konzentration mitzubringen, da man sonst zu schnell Gefahr läuft den Faden zu verlieren.
Dazu möchte ich nru kurz Stellung nehmen. Ein netter Film, der vor allem Freunden von Psychiatrie Filmen gefallen könnte. Dabei setzt Butler auf eine gewisse Anzahl von Schockeffekten und ziemlich verstörter Musik. Der Film versucht zu Beginn den zuschauer sehr schnell auf die Geister- und Horroschiene zu locken, was auch recht gut gelingt. Bald stellt sich berechtigterweise die Frage, ob es sich nicht doch nur um reine Fiction handelt oder der Film doch auf diesem Planeten spielen könnte. Mit diesem Element wird recht lange gespielt und der Zuschauer muss sich entscheiden welchen Hinweisen er folgen wird. Diese sind durchaus vorhanden, jedoch bleiben nach ca. einer Stunde nur noch zwei Möglichkeiten, wie der Film enden kann.
Kurzweilige Unterhaltung, die allerdings ncihts Besonderes beinhaltet und auf die man mit einem ruhigen Gewissen ebenso verzichten kann.
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Brad Anderson: The Machinist
Als Christian Bale als neuer Batman vorgestellt wurde, krausten sich meine Nackenhaare, da er vor allem nach seiner Vorstellung in Equlibrium kaum als überdurchschnittlicher Schauspieler durchgehen konnte. Viel zu oft wirkte er in seinen Filmen deplaziert und ohne richtige Mimik. Nach The Machinist musste ich meine Meinung allerdings aufs erste revidieren. Nicht nur, dass Bale alles für diese Rolle zu tun bereit war, er magerte sich um 30 Kilogramm auf haut und Knochen ab, sondern er gab dem Charakter des Trevor Reznik eine ungeheure Tiefe. Zu Beginn war er durch den Gewichtsverlust kaum zu erkennen, doch zeigte er eine so ausgefeilte Mimik und Gestik, dass man meinen konnte man hätte es mit einem anderen Christian Bale zu tun.
Trevor Reznik leidet seit einem Jahr unter Schlaflosigkeit. Dabei hat er einen grossteil seines Gewichts verloren und seine Knochen sieht man bei jeder seiner Bewegungen. Sein Leben besteht aus seiner Arbeitsroutine, dem Besuch bei einer Prostituierten, einem Kaffee auf dem Flughafen und gelegentlichen Putzanfällen. Diese Routine wird unterbrochen als Trevor den mysteriösen Ivan auf seiner Arbeitsstelle kennenlernt. Ivan lenkt Trevor bei der Arbeit ab, was zu einem Fehler Trevors führt, der seinem Kollegen Miller den Arm kostet. Danach läuft Trevors Leben komplett aus den Fugen, da er das Gefühl hat von Ivan verfolgt zu werden. Vor allem scheint es diesen Ivan überhaupt nicht zu geben, da ihn niemand in der Fabrik zu kennen scheint. Trevor steht vor einem Rätsel und driftet immer mehr in den Wahnsinn ab.
Genau dieses driften in den Wahnsinn stellt Bale sehr gelungen dar. Doch ebenso können seine Mitakteure überzeugen von Jennifer Jason Lee bis zu Michael Ironside.
The Machinist thematisiert aber mehr als nur Trevor Rezniks Wahnsinn. So wird schon früh die Frage aufgeworfen, was überhaupt real ist. Dabei ist wichtig, dass Trevor Reznik der einzige Fokus ist auf den sich Regisseur Brad Anderson konzentriert. Sieht der Zuschauer die Realität oder sieht man die Realität von Trevor, die weit entfernt von der menschlichen Logik angesiedelt zu sein scheint. Dabei wirft Anderson immer neue Motive und Personen in den Raum, die für sich alleine keine Bedeutung haben. Erst zum Ende hin wird langsam klar, was hinter all diesen Hinweisen steckt. Dies kann Anderson sehr schön bis zum Ende hinauszögern, dass die Spannungskurve sehr schön bis zum Ende des Films gehalten wird.
Anderson verzichtet in seinem thematisch recht düsteren Werk auf nahezu jegliche Farbelemente und viele Bilder sind fast in Schwa/Weiß mit einem geringen Blaustich gehalten. Dies gibt dem Film auch eine optische Dunkelheit, die sich Trevor Geisteszustand anzupassen scheint.
Brad Andersons Film über einen psychisch angeschlagen Mann, der langsam den letzten Funken Verstand verliert lebt eindeutig von Christian Bale und seiner grandiosen Verkörperung des Protagonisten Trevor Reznik. So gut der restliche Cast auch spielt und durch Bild und Ton untermalt wird, ist es doch Bale, der dem Film eindeutig seine persönliche Note verleiht und er den Vorschußlorbeeren, die ihn begleitet endlich auch einmal Taten folgen lässt.
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Roland Suso Richter: The I Inside
Simon Cable erwacht in einem Krankenhaus und hat die Erinnerungen an seine letzten beiden Jahre verloren. Er muss erfahren, dass er seinen Bruder verloren hat und er ist mit einer Frau verheiratet, die er nicht kennt. Hinzu kommt, dass er scheinbar eine Geliebte hat und seine Ehe alles andere als aus Liebe entstand. Doch als ob dies noch nicht genug ist, hat Simon das Gefühl verfolgt zu werden. Bei einer Untersuchung wird ihm eine Spritze gegeben und er erwacht erneut im selben Krankenhaus, nur zwei Jahre früher. Dieser Wechsel zwischen den Jahren 2000 und 2002 hält an und langsam setzt sich für Simon das Puzzle der verlorenen zwei Jahre zusammen.
Roland Suso Richters Film ist allerdings weit mehr als nur der übliche Film, der sich auf die Suche nach verlorenen Erinnerungen macht. Vielmehr ist dies ein Film über Entscheidungen, die man im Leben trifft und das es eben unmöglich ist diese Entscheidungen zu revidieren. So wird der Zuschauer zwar recht lange im Ungewissen gehalten, in welche Richtung sich der Film entwickeln soll, aber ist die Suche nach den Puzzleteilen immer auf einem sehr hohen Spannungsniveau gehalten. Bald weiß nicht mehr nur Simona Cable, was überhaupt in seinem Leben noch real ist, sondern auch der Zuschauer stellt sich die Frage. Dabei wird das Ende doch relativ früh im Film vorweggenommen, aber auf eine sehr kluge Art und Weise, dass es einem erst in der letzten Szene wie Schuppen von den Augen fällt.
Sehr intelligent ist auch das Spiel mit den Personen gehalten. Richter setzte auf einen kleinen Cast, der zum Ende hin eine immer größere Rolle spielt und sowohl Simon als auch den Zuschauer zusätzlich verwirrt. Schauspielerisch können alle Akteure überzeugen und auch Ryan Phillippe kommt weg von seinem jungen Beau Image, dass er seit Cruel Intentions mit sich schleppt.
Wer es gerne verschachtelt mag, sollte sich The I Inside auf jeden fall ansehen. Es ist aber eine gute Konzentration mitzubringen, da man sonst zu schnell Gefahr läuft den Faden zu verlieren.
