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Legende vs. Legende
#27
Zitat:Original von Nefercheperur
@Zbyszko: Wir koennen gerne abwechselnd Paarungen machen wenn du magst.

Wir machen es einfach so, dass jeder eine neue Kombination vorschlagen darf, wenn eine Weile nichts Neues mehr geschrieben wurde.

Da außer uns beiden keiner daran Interesse zu haben scheint, Flair vs. Austin und Tenryu vs. Choshu zu vergleichen (erstaunlich wie einig wir uns da waren), schlage ich mal die nächste vor:

THE ULTIMATE WARRIOR vs. RICKY STEAMBOAT

Wer ist für euch die größere Wrestlinglegende? Bitte vergleicht die Wrestler einzeln in den fünf Kategorien und trefft am Ende eine Gesamtentscheidung.

Die fünf Bewertungskategorien lauten:

1. Wrestling Skills (Wie gut waren die Wrestler im Ring?)
2. Entertainment Skills (Charisma, Mic-Work, Storylines)
3. Drawing Power (Wer hat die meisten Zuschauer gezogen?)
4. Erfolge (Titel, Turniererfolge, große Siege)
5. Einfluss (Welchen Impact hatten die Wrestler auf das Business?)
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#28
Zitat:Original von zbyszko
THE ULTIMATE WARRIOR vs. RICKY STEAMBOAT
Interessante Paarung. Da muss ich mich schon anstrengen. Mich würde interessieren wie du auf diese Paarung kamst? Smile

1. Wrestling Skills (Wie gut waren die Wrestler im Ring?)
Steamboat war ein Top Wrestler im Ring, der mit unzaehligen Wrestlern auch Top Matches gezeigt hat. Der Ultimate Warrior war mieserabel. Er hat mit Randy Savage und Rick Rude solide Matches gezeigt, allerdings lag das an Savage`s und Rude`s können. Punkt an Steamboat. (Minuspunkte kann man nicht verteilen, oder? )


2. Entertainment Skills (Charisma, Mic-Work, Storylines)
Zuerst zu Steamboat, ich fand sein Micwork mittelmaessig bis schlecht. Charisma hat er imo schon gehabt, er war der geborene Face den die Fans einfach moegen mussten. Kein Promoter brauchte sich je anstrengen ihn “over“ zu bekommen, Steamboat war es einfach bei den Fans. Er hatte das gewisse etwas. Was Gimmicks betrifft so war Steamboat bei der NWA ende der 80er Jahre und der WWF anfang der 90er Jahre, und der WCW bis mitte der 90er Jahre gestraft. Gehoert vielleicht auch hier rein. Was Storylines betrifft, nun da hat Steamboat eine SL mit Flair die ueber ein Jahrzehnt ging. Grossartig!

Was den Warrior betrifft, nun das Micwork fand ich schrecklich. Er schrie immer, wirkte voellig hektisch, und er redete oft wirres Zeug was kein Mensch verstand. Das Wort das mir beim Warrior immer einfaellt ist unglaubwuerdigkeit was sein Micwork und seine In Ring Faehigkeiten betrifft. Ich nahm ihm nie irgendwas ab. Charisma hat er gehabt, auch eine Aura. Der Warrior hatte einen elektrisierenden Entrance (ein guter Theme), und er rannte zum Ring und schuettelte die Seile wie verrueckt. Bis dahin war alles okay, leider fuer den Warrior kommt im Wrestling halt immernoch ein Wrestling Match danach. Pech auch das er durch das Rennen zum Ring meistens schon die haelfte seiner Kondition verbraucht hatte. Was das Gimmick betrifft, es war ein gutes Cartoon Gimmick, ich mag solche Gimmicks nicht, aber das Gimmick haette erfolgreich sein koennen in Relation zum erhofften Erfolg. Was Storylines betrifft, der Warrior hatte waehrend seines WWF Runs (88 bis 91) ein paar solide Storylines, aber auch nichts besonderes.

Fazit, Micskills und “Storylines“ wuerde ich an Steamboat geben, Charisma und Gimmick an den Warrior, also ausgeglichen bei mir.


3. Drawing Power (Wer hat die meisten Zuschauer gezogen?)
Zuerst wieder zu Steamboat, er war nie ein grosser Draw. War in der NWA immer im Schatten von Flair und bekam nur kurz die Gelegenheit den NWA World Title zu halten, allerdings selbst als Champion war er die #2. Dennoch sollte man bedenken das Steamboat gerade in der Mid Atlantic Region regional viele Fans hatte und auch jede Menge zog ueber 15 Jahre lang von den 70er bis 90er Jahre.

Der Ultimate Warrior hatte in seiner gesamten Karriere nur einen wirklich grossen Run von 1988 bis 1991 in der WWF. Er wurde imo gepusht wie kaum ein anderer Wrestler in der WWF Geschichte. Der Warrior sollte der naechste Hogan werden, er bekam bei WM 6 den klaren Sieg ueber Hogan (wobei das auch fragwuerdig ist wie es passiert ist, aber das ist ein anderes Thema) und hatte dann ein dreiviertel Jahr Zeit damit was anzufangen. Der Run floppte (warum dazu unten mehr), und als der Warrior die WWF 1991 verliess hatte das null negative Auswirkung auf das WWF Business.

Nun warum floppte der Warrior als WWF Champion? Ja er bekam riesen Pops von den Fans, und hatte gute Merchandise Zahlen, warum also sanken die Zuschauerzahlen, sowie die TV Ratings und Buyrates bei ihm? Imo gab es einige Gruende. Etwa das der Warrior nach WM 6 die ganze Zeit in 6 Men Tag Team Matches eingesetzt wurde. Es wirkte schwach das der WWF Champion bei Houseshows kaum Singles Matches bestritt. Ich glaube jedem bei der WWF war klar das man den Warrior nicht konstant in Singles Matches stecken kann als Champion ohne das es Squash Matches sind. Ein weiterer Grund war imo das der Warrior keine grossen Heel Gegner mehr hatte. Hogan hatte die Heels ueber Jahre gesquashed, fuer den Warrior blieb ein Rick Rude uebrig den der Warrior zuvor schon besiegt hatte. Grund 3 ist fuer mich das die WWF selbst immer Zweifel hatte, man zog es mit dem Warrior nie wirklich komplett durch und hat dann wieder auf Hogan zurueck gegriffen als es vielleicht mit dem Warrior durchzuziehen.

Fazit: Fuer den Warrior spricht das er ein dreivierteljahr zwar floppte, aber dabei immernoch mehr Geld drawte als Steamboat zu seiner besten Zeit. Allerdings war Steamboat ueber 15 Jahre in der Uppercard und Main Event, die langjaehrigkeit spricht fuer Steamboat. Ich gebe den Punkt an Steamboat da ich glaube das er den Promotions mehr Geld insgesamt eingebracht hat als der Warrior.


5. Einfluss (Welchen Impact hatten die Wrestler auf das Business?)
Welchen Einfluss hatte der Warrior wirklich auf das Wrestling? Er war ein paar Jahre an der Spitze, aber als er wegfiel veraenderte sich absolut nichts. Gut ein paar junge Fans kauften sich anstatt Warrior Merchandise nun Savage, Hogan oder Rockers Merchandise aber sonst? Das ist fuer mich das beste Zeichen das der Warrior keinen grossen positiven Einfluss hatte. Er hatte negativen Einfluss weil bei ihm die Qualitaet und die Zahlen nach unten gingen, aber sonst sehe ich bei ihm keinen grossen Einfluss. Bei Steamboat ist es so das er ein Top Wrestler war dessen Work Ethic phenomenal war. Er pushte Flair zu seinen besten Matches, und holte auch aus anderen Wrestlern immer mehr raus als drin war. Steamboat war einer dieser Wrestler die die Eigenschaft hatten den Gegner noch ein bisschen besser zu machen. Er hatte positiven Einfluss auf die Promotions wo er arbeitete weil er einen Standart setzte und die anderen Wrestler versuchten mit ihm im Ring mitzuhalten. Punkt imo an Steamboat.


Insgesamt:
Bei mir geht es also 3-0-1 zugunsten von Steamboat aus.


Meine Paarung:
Stan Hansen vs Big Van Vader

1. Wrestling Skills (Wie gut waren die Wrestler im Ring?)
2. Entertainment Skills (Charisma, Mic-Work, Storylines)
3. Drawing Power (Wer hat die meisten Zuschauer gezogen?)
4. Erfolge (Titel, Turniererfolge, große Siege)
5. Einfluss (Welchen Impact hatten die Wrestler auf das Business?)
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#29
Steve Austin vs Ric Flair

1. Wrestling Skills (Wie gut waren die Wrestler im Ring?)

Austin war ein solider Wrestler, auch bei den Hollywood blonds eher fürs grobe zuständig. Austin machte vor allem durch seine Intensität ein Match interessant. Ric Fliar ist halt eine ganz andere Generation, er war zu seiner Zeit sicher ein Wrestler mit mehr skills alls die anderen, die meisst nur prügelten. Sein figure four leg log war schon recht beeindruckend.

2. Entertainment Skills (Charisma, Mic-Work, Storylines)

Austin hatte zu seiner Hochzeit in der WWE sicher ne Menge Charisma und auch tolle Storylines, aber Ric Flair war in einigen der Besten Stables aller Zeiten. Four horseman, Evolution! Man braucht nur hinzuhören, wenn Ric Flair am Mic ist, das ganze Publikum geht mit, ständige Whoooo´s usw.


3. Drawing Power (Wer hat die meisten Zuschauer gezogen?)

Für mich schwer einzuschätzen. In der WWE sicher Austin, in den anderen Ligen sicher mehr Ric Flair.

4. Erfolge (Titel, Turniererfolge, große Siege)

Ich glaube da spricht die Anzahl der Titel, die Ric Flair hat einfach mal für sich, ganz klar Ric vorne.

5. Einfluss (Welchen Impact hatten die Wrestler auf das Business?)

Ich denke es sind zwei Generationen. Ric Flair hatte sicher in der NWA und WCW grossen Einfluss. Austin dann in der WWE später prägte die ganze Atidute Aera. Aber wie schon erwähnt, Ric Flair hat das ganze über einen wesentlich längeren Zeitraum gemacht


Für mich ein 4:1 für Ric Flair.


Ultimate Warrior vs. Ricky Steamboat

Da muss ich nicht über die einzlenen Punkte bewerten. Ricky ist ein sehr guter Wrestler gewesen, mit Higflying und Mapwrestling.

Warrior war ein Comiccharakter mit viel Stärke - sonst nix.

5:0 für Steamboat


Leider kann ich Stan Hansen überhaupt nicht beurteilen. Big Van Vader war ein Monster und für sein Gewicht und Körperbau erstaunlich beweglich. Einer der wenigen, vor dem ich wirklich als Jugendlicher Angst gehabt habe.
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#30
Zitat:Original von Nefercheperur
Interessante Paarung. Da muss ich mich schon anstrengen. Mich würde interessieren wie du auf diese Paarung kamst? Smile

Weil Warrior und Steamboat zwei Extremfälle sind. Warrior stand als schlechter Wrestler lange Zeit relativ erfolgreich im Rampenlicht, während Steamboat als Ausnahmewrestler nur ganz kurz an der Spitze stand. Das ist natürlich schwer zu vergleichen, aber letztlich muss man alle Wrestler vergleichen können. Die größere Legende ist für mich hier übrigens der Ultimate Warrior, weil er durch die WWF-Marketing-Maschine einfach viel viel mehr Fans hatte als Steamboat UND zusätzlich jahrelang ganz oben mitspielte.

Wrestling Skills: Keine Frage, hier ist Steamboat klar der bessere Mann, Warriors "Skills" liegen eigentlich fast nur im Entertainment-Bereich. Steamboats Klassiker mit Savage und Flair sind nur ein kleiner Ausschnitt von dem, was der Dragon in seiner aktiven Zeit leistete.

Entertainment Skills: Hier weiche ich von Nefercheperurs Meinung ab und gebe dem Warrior den Punkt. Das Gimmick des Warriors war nicht perfekt und gewiss auch nicht immer logisch, aber die Intensität, die dieser Mann in Interviews und Segmenten den Zuschauern präsentierte, war für mich damals einfach atemberaubend. Steamboat hatte zwar Ausstrahlung und gute Storylines aber das spielte sich für mich auf einem tieferen Level ab als beim Warrior.

Drawing Power: Auch hier gebe ich dem Warrior den Punkt. Er war in meinen Augen eine viel ertragreichere "Marke" für die WWF als Steamboat für JCP/NWA. Natürlich schwomm der Warrior auf der Hogan-Welle mit und ging auch mit diesem später unter, aber er war eine Superergänzung für diese Ära. Die Buyrates sind unter seiner Titelregentschaft gesunken, aber das taten sie noch mehr unter Hogans nächster Regentschaft, das würde ich also nicht nur dem Warrior anlasten, sondern der gesamten WWF-Ausrichtung damals. Steamboat stand damals für Super-Matches, ich bin aber nicht sicher, ob er wirklich so ein Zugpferd war. Warum hat man ihn dann nicht längerfristig an der Spitze eingesetzt?

Erfolge: Hier siegt für mich eindeutig der Warrior. Eine fast einjährige WWF Titelregentschaft nach einem sauberen Sieg über Hogan ist für mich mehr wert als Steamboats NWA-Title Run. Steamboat hielt zusätzlich viele Midcard und Regional Titles, aber auch das wiegt meines Erachtens den vier Jahre dauernden Triumphzug des Warriors in der WWF nicht auf.

Einfluss: Das ist für mich die schwierigste Kategorie. Dem Warrior würde ich schon Einfluss zusprechen, für viele heutige Superstars war der Warrior während ihrer Fanzeit eine Rieseninspiration (u.a. Edge). Steamboats Matches haben allerdings Maßstäbe gesetzt, die noch heute nach Vergleichen suchen. Da der Warrior AUCH einen schlechten Einfluss auf das Business hatte, während Steamboats eigentlich nur guten Einfluss hatte, gebe ich Steamboat den Punkt.

Unterm Strich halte ich den Warrior jedoch für die bedeutendere Legende ... Steamboat konnte mit der NWA damals gar nicht die Spitzen erklimmen, die der Warrior mit der WWF erreichen konnte. Und anders als Steamboat konnte sich der Warrior über Jahre als Main Eventer etablieren. Nur weil Steamboat (wie viele andere auch) 1000mal besser im Ring war, kann ich ihn insgesamt nicht über den Warrior stellen.

Zu Hansen vs. Vader schreib ich spätestens morgen was, die Paarung hätte ich vielleicht auch als nächstes vorgeschlagen ;)

Zitat:Original von Zar

Für mich ein 4:1 für Ric Flair.

Eine Anmerkung für alle: Dieser Endstand muss für euch nicht zwingend das Endergebnis sein. Wenn ein Wrestler bei euch in nur einer einzigen Kategorie gewinnt, dabei aber derartig überragend ist, dann könnt ihr ihm unterm Strich auch bei einem 1:4 noch gerne den Sieg geben.
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#31
So, jetzt hab ich Zeit für die ultimative Gaijin-Monster-Battle!

STAN HANSEN vs. BIG VAN VADER

Da ich mich hierfür erst nochmal in die Karrieren der beiden einlesen möchte, fange ich mal mit den Erfolgen an:

Erfolge:

Als seinen ersten wirklich großen Erfolg von Stan Hansen würde ich seine 70er Jahre-Matchserie gegen WWF Champion Bruno Sammartino einordnen, in der er diesem (angeblich) mit einer Lariat das Genick brach. Das hat in Wrestlingkreisen wirklich Schlagzeilen gemacht und Hansen als international gefragten Main Eventer etabliert.

Vader hatte einen ähnlichen Moment, der ihn berühmt machte: Als er 1987 erstmals bei New Japan mit dem Vader-Gimmick präsentiert wurde, durfte er gleich den damals als relativ unbesiegbar geltenden Antonio Inoki wegsquashen (der schon durch ein vorangegangenes Match geschwächt war). Die Präsentation dieses Moments hat damals einen Aufstand der Fans in der Sumo Hall verursacht, was New Japan eine mehrjährige Sperre einbrachte.

Stan Hansen gewann 1985 die AWA World Championship von Rick Martel und verteidigte diese sogar gegen einen ganz jungen Vader. In Japan selbst hielt Hansen (teilweise mehrfach) alle drei Titel, die später zur Triple Crown vereinigt wurden, war durch seine Niederlage gegen Tsuruta sogar an der Schaffung der Triple Crown beteiligt und gewann diesen Titel dann insgesamt noch 4 Mal! Tag Team Titel an der Seite von Gordy, DiBiase und Tenryu sollte man hier nicht vergessen ... auch nicht den zweifachen Triumph beim Champions Carnival. Außerdem gilt Hansen als der einzige Gaijin, der Antonio Inoki und Giant Baba besiegen konnte.

Vaders Titelerfolge waren etwas breiter gefächert. Bei New Japan gewann er dreimal die IWGP Heavyweight Championship, in der europäischen CWA war er ebenfalls dreifacher Weltmeister (er besiegte hierfür Otto Wanz!), in Mexiko hielt er lange die UWA-Weltmeisterschaft von LLI. In der WCW wurde er ab 1992 dreimal World Champion, bei der japanischen UWFI hielt er später den höchsten Titel und zu guter letzt gewann er sogar noch zweimal die Triple Crown von All Japan.

Auch wenn beide Wrestler viele lange und kurze Runs als Champions hatten, würde ich sie beide nicht als große Champions ansehen. Sie waren eben das Großwild, das junge Stars wie Sting, Fujinami, Choshu, Misawa auf ihrem Karriereweg zu erlegen hatten um Legenden zu werden. Letztlich würde ich hier Vader den Punkt geben, da seine Titelerfolge viel weiter gestreut waren, als Hansens. Hansen war vielleicht als Turniersieger und Champion bei All Japan punktuell wichtiger als es Vader in anderen Promotions war, aber Hansen hat dies eben nur bei All Japan erreicht (der AWA Run war ja nicht so ruhmreich), während Vader eigentlich nur in der WWF in der Titeljagd gescheitert ist und ansonsten in allen 4 großen Wrestlingregionen große Titel sammeln konnte.

Wrestling Skills

Auch eine schwierige Kategorie ... da man hier ja letztlich beide nach Brawling-Fähigkeiten bewerten muss, tendiere ich hier zu Stan Hansen ... Der Spitzname Unsinkable Battleship passt so gut zu ihm, man hatte immer das Gefühl, dass da eine Kampfmaschine im Ring umherbrawlte, die ständig kurz vor dem Zusammenbruch stand aber dennoch wie ein Duracell-Hase immer weiterkämpfte und weiterkämpfte und wirklich NICHTS an Intensität einbüßte. Hansen hat verdammt gute Kämpfe mit kleineren Wrestlern wie Misawa, Kobashi, Kawada hingelegt, aber auch mit Riesen wie Gordy und Vader interessante Matches produziert.

Natürlich hat Vader aufgrund seines spektakulären Moonsaults den Ruf, ein außerordentlich agiler Big Man zu sein ... aber irgendwie habe ich in seinen Kämpfen nie die Intensität gesehen wie bei Hansen. Seine Kämpfe mit Choshu, Sting, Takada, Flair, Misawa und anderen waren zum Teil wirklich gut, aber es wirkte auf mich nie so "besonders" und aufregend wie bei Hansen.

Entertainment Skills

Dieser Punkt geht für mich ebenfalls an Hansen. Vader hatte für mich nie so viel Charisma wie dieser ... Hansen konnte in Interviews glänzen, während Vader sich auf sein Gegrunze und Gedrohe verlassen musste, um verbal nicht abzustinken. Natürlich war Vader imposant und intensiv und unterhaltsam ... Hansen konnte aber mit weniger mehr erreichen, was ihn für mich zum größeren Entertainer macht.

Drawing Power

Vader war immer ein Wrestler, der sich gut in ein Roster eingliedern konnte und mit fast jedem gute Kämpfe abliefern konnte ... aber einen wirklichen Einfluss auf die Ratings und die Zuschauer würde ich ihm kaum zuschreiben ... In Japan waren eher seine Gegner Choshu oder Misawa die Draws, nicht er. Die Leute wollten sehen, wie die Stars gegen ihn aussahen, er allein aber war nicht die Attraktion. Ich mochte Vader als Champion in der WCW sehr, doch wirklich eingeschaltet habe ich, um zu sehen, wie Sting und Flair sich gegen ihn schlugen. Diese waren die wirklichen Stars.

Anders bei Stan Hansen ... Ich glaube, dass er eher eine Attraktion für sich war ... Hansen auf einer Card hatte einen eigenen Mehrwert ... unabhängig vom Gegner. Hansen hatte einen ausgefeilteren Ringcharakter, den man am einen Tag problemlos gegen Heels wie Gordy stellen konnte und der am nächsten Tag gegen Faces wie Misawa genauso perfekt funktionierte. Ich kann es jetzt nicht an Zahlen fest machen, aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass Hansen der viel größere Draw war als Vader. Unter anderem deswegen hat man auch Hansen bei All Japan zum PWF-Vertreter gemacht, einen Vader könnte ich mir in der Position gar nicht vorstellen, da Hansen besonders in Japan einfach der größere Name ist.

Einfluss

Beide haben als "Big Men" Einfluss auf die Darstellung anderer Big Men gehabt ... Vaders Beweglichkeit hat aber jetzt keine Maßstäbe gesetzt, Leute wie Bigelow oder die Head Hunters konnten Moonsaults genauso. Stan Hansens Einfluss ist für mich hier größer, da er als der perfekte Darsteller eines texanischen Rauhbeins gilt, jeder "Cowboy"-Wrestler muss sich an ihm messen lassen und jeder verliert den Vergleich. Außerdem würde ich Stan Hansen in Japan unter den Gaijin-Wrestlern mindestens in die Top 5 setzen, wenn nicht sogar höher ... Vader gehört da einige Plätze drunter.

Stan Hansen gewinnt bei mir also 4 Kategorien, nur bei den Erfolgen hat Vader die Nase vorn. Das deckt sich auch mit meiner Gesamteinschätzung, denn Stan Hansen hat sich in seiner langen Karriere einfach den größeren Namen machen können. Er war vielseitiger, Vader funktionierte eigentlich immer nur gegen richtige Faces, während man Hansen gegen jeden stellen konnte.

Ergebnis: Stan Hansen > Big Van Vader
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#32
Zitat:Original von zbyszko
Drawing Power: Warum hat man ihn dann nicht längerfristig an der Spitze eingesetzt?
Meine Meinung dazu: In der Situation die Steamboat hatte, war er ein guter Contender, aber kein guter World Champion, oder anders ausgedrueckt Steamboat war imo kein Top Main Eventer der eine Promotion tragen konnte.

Man muss sich nur mal die Fehde 1989 mit Flair anschauen als Ricky den Title gewann. Flair war der Pimp der mit 5 heissen Chicks zum Ring kam, der die tollen Klamotten trug und sehr cool war, waehrend Steamboat mit seiner Familie zum Ring kam und einen bescheuerten Dragon Anzug anhatte. Das konnte man 2-3 Monate so machen, aber auf lange Sicht war Steamboat einfach niemand den man an der Spitze halten konnte in der NWA.

Das bedeutet jedoch nicht das Steamboat keine Drawing Power hatte. Es gibt unzaehlige Wrestler die auch in der Uppercard drawen und dann als Contender im Main Event eingesetzt werden koennen um gegen den Topstar ein Programm zu haben das gut drawt. Wie gesagt Steamboat war kein grosser Draw, aber er drawte solide in Japan, in der WWF und der NWA. Steamboat war ueber 20 Jahre in dieser Position das er nie gross drawte aber immer ein Uppercarder war mit einigen Main Event Storylines/Title Runs.

1989 als Steamboat World Champion wurde war die NWA schon erledigt, da drawte auch kein Terry Funk, kein Ric Flair, kein Ricky Steamboat. Die NWA haette Hulk Hogan zum Champion machen koennen und der haette nicht gedrawt. Man hatte damals einfach keine Fanbasis mehr weil man ueber Jahre hinweg eine fatale Entwicklung genommen hat. Das herausragende Jahr 1989 aenderte daran nichts.

Aehnlich wie beim Warrior in der WWF, der ja auch nicht lange an der Spitze eingesetzt wurde, so sehr ich den Warrior ablehne, ich bin ueberzeugt das wenn die WWF zu 100% auf den Warrior gesetzt haette und man ihn auch klar gegen Hogan gewinnen lassen haette bei WM 6 (nicht so ein pseudo clean Finish), ihm gute Programme gegeben haette, das dann auch der Warrior ordentlich gezogen haette.



Stan Hansen vs Big Van Vader

1. Wrestling Skills (Wie gut waren die Wrestler im Ring?)
Beide kann man imo gut vergleichen, tratten zusammen als Team an, auch gegeneinander, zum teil in brutalen Matches. Beide werden oft miteinander verglichen, beiden sagt man nach zu stiff gewrestlet zu haben. Vader war ein guter Big Men Wrestler, konnte mit vielen Leuten Top Matches zeigen, und nicht immer nur brutale Matches. Hansen finde ich jedoch besser. Hansen konnte laengere Matches zeigen, war imo ein besserer Worker, war nicht so sehr auf seine stiffness fixiert wie Vader und davon abhaengig, und glaenzte laengere Zeit mit Top Leistungen, Vader`s Karriere an der Spitze war kuerzer. Auch finde ich das Hansen kaum in einem schlechten Match war, waehrend bei Vader seine Leistungen mehr schwankten. Man muss vielleicht bedenken das Hansen bei AJPW die besseren Gegner hatte wie Vader bei NJPW. Vader haette mit einem Kobashi 1992 oder Misawa und Kawada sicherlich bessere Matches gezeigt als alles was es bei NJPW gab, aber im Endeffekt war es eben nicht so. Punkt fuer mich klar an Hansen.

2. Entertainment Skills (Charisma, Mic-Work, Storylines)
Vader spielte sein Monster Heel Gimmick zur Perfektion, war jedoch auch abhaengig an den Monster Push. Sein Big Van Vader Gimmick war enorm unterhaltsam. Auf der anderen Seite machte mir Hansen mit seinem Badass Gimmick ebenfalls enorm Angst und er war ebenfalls glaubwuerdig darin. Ich dachte immer Hansen waere auch wirklich so, erst Jahre spaeter erfuhr ich das er komplett anders ist wie sein Gimmick. Hansen war besser am Mic, Vader hatte oft ein Sprachrohr. Was Storylines betrifft hatten beide denkwuerdige Fehden. Vader mit Inoki, Takada, oder Flair, Sting. Hansen mit Sammartino, Kobashi, Misawa etc. Ich wuerde den Punkt an Hansen geben, der fuer mich glaubwuerdiger war.

3. Drawing Power (Wer hat die meisten Zuschauer gezogen?)
Klarer Punkt an Hansen. Hansen drawte in den 70er Jahren schon mit Sammartino in der WWWF, war erfolgreich in der AWA und WCW und war ein Riesen Draw in Japan fuer AJPW ueber 20 Jahre. Der Grund warum er ab mitte der 80er Jahre keinen grossen Erfolg in Nord Amerika hatte war das Hansen einfach seine Vorteile in Japan sah. Vader war in Japan auch erfolgreich, aber nicht so sehr wie Hansen. In der WCW war sein Run zu einem schlechten Zeitpunkt als die Zahlen mieserabel waren. Die WWF brauchen wir garnicht erwaehnen.

5. Einfluss (Welchen Impact hatten die Wrestler auf das Business?)
Nun beide haben enormen Einfluss auf die Promotions gehabt wo sie wrestleten, sie waren schliesslich so dominant ueber viele Jahre. Was super HW Wrestling betrifft setzten beide Standarts mit Brody. Bei Vader wuerde ich sagen das er durch seinen UWFI Run mit Takada einen Vorteil hat, weil die UWFI (Shoot Style) eben die ganze Japanische Wrestling Szene beeinflusste. Deswegen knapp an Vader dieser Punkt.


Insgesamt: Bei mir gewinnt Hansen mit 3-1.
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#33
Ich schlag schonmal zwei weitere Konstellationen für die Legend vs. Legend Battle vor. Es kann aber natürlich jeder noch zu bereits besprochenen Konstellationen seinen Senf dazugeben.

1. EDDIE GUERRERO vs. CHRIS BENOIT

Hier bin ich wirklich mal gespannt, welche Rolle Benoits "Abgang" bei eurer Bewertung spielt. Falls ihr Guerrero den Sieg gebt, schreibt bitte unbedingt dazu, ob Benoit ohne den Skandal hier gewonnen hätte.

Außerdem möchte ich hier noch einen Vergleich zweier historischer Weltmeister mit euch durchführen:

2. FRANK GOTCH vs. JIM LONDOS

Welcher dieser beiden Ausnahme-Champions ist die größere Legende? Auch wenn ihr die beiden kaum bis gar nicht habt wrestlen sehen können, könnt ihr euch in den einzelnen Kategorien gerne auf die Meinung von Zeitzeugen und "Historikern" berufen.

Die fünf Bewertungskategorien lauten:

1. Wrestling Skills (Wie gut waren die Wrestler im Ring?)
2. Entertainment Skills (Charisma, Mic-Work, Storylines)
3. Drawing Power (Wer hat die meisten Zuschauer gezogen?)
4. Erfolge (Titel, Turniererfolge, große Siege)
5. Einfluss (Welchen positiven Impact hatten die Wrestler auf das Business?)
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#34
Guerrero vs Benoit wollte ich evtl auch bringen, aber habe noch geschwankt ob ich lieber Malenko vs Benoit oder Guerrero vs Malenko machen soll. Breites Grinsen


Zitat:Original von zbyszko
1. EDDIE GUERRERO vs. CHRIS BENOIT

Hier bin ich wirklich mal gespannt, welche Rolle Benoits "Abgang" bei eurer Bewertung spielt. Falls ihr Guerrero den Sieg gebt, schreibt bitte unbedingt dazu, ob Benoit ohne den Skandal hier gewonnen hätte.
So wie ich das sehe sind die 5 Kategorien eigentlich klar definiert, sodass ich nicht sehe wie Chris Benoit als Moerder da eine Rolle spielen koennte. Naja bei mir jedenfalls nicht.

1. Wrestling Skills (Wie gut waren die Wrestler im Ring?)
Chris Benoit fand ich bis mitte der 90er Jahre hervorragend, so um anfang 1997 herum. Dann legte er enorm an Muskelmasse zu und bereits 1999 war er so vollgepackt mit Muskeln das er sehr viel unbeweglicher wurde. Er baute auch im Ring imo dadurch stark ab. Was ich bei Benoit auch immer kritisiert habe ist das er immer zuviel machte. Da wo es ein Suplex getan haette, da machte er gleich fuenf. Er musste immer noch uebertreiben bis zum geht nicht mehr, was kein Wunder ist schliesslich war sein Vorbild The Dynamite Kid dem er immer sehr aehnelte/kopierte. Was Eddie anbelangt, so nahm er einen aehnlichen Weg. Hervorragender Wrestler bis ende der 90er Jahre. Baute dann ebenfalls enorm viele Muskeln auf und wurde unbeweglicher. Nicht ganz so wie bei Benoit, aber auch extrem. Dennoch wuerde ich sagen das Guerrero mit der Zeit nicht so stark abgebaut hat wie Benoit. Guerrero wuerde ich als den besseren Wrestler bezeichnen weil er als Face wie als Heel variabler war in seinem koennen, er war auch variabler in seinen Matches und seinen Moves, waehrend Benoit doch eher ein Routine Wrestler war. Ausserdem passte sich Guerrero viel besser dem WWF Stil an als es bei Benoit der Fall war.
Punkt an Guerrero.

2. Entertainment Skills (Charisma, Mic-Work, Storylines)
Ebenfalls Punkt an Guerrero. Charisma duerfte klar sein, genauso Micwork. Benoit hatte da enorme defizite die Guerrero nicht hatte.

3. Drawing Power (Wer hat die meisten Zuschauer gezogen?)
Diese Kategorie ist bei mir knapp. Beide waren nie die grossen Draws und waren in der WWF zu einer sehr schwachen zeit an der Spitze. Benoit war als er zur WWF kam im Jahr 2000 enorm over, und da haette er einen Run bekommen koennen der gedrawt haette. Er hatte damals mit Triple H eine gute Fehde die gut gezogen hat, das spricht fuer ihn. 2004 war aber die Zeit von Chris Benoit vorbei, und so wird Benoit immer als eine der Lowest Drawing WWF Champions in die Geschichte eingehen. Eddie Guerrero`s Run war jedoch nicht besser. Ich glaube die Zahlen damals waren eher zugunsten von Benoit, auch wenn dieser im Raw Brand natuerlich bessere Moeglichkeiten hatte als Guerrero bei Smackdown. Fuer Eddie spricht jedoch der Latino Markt. Es gab ein Zeitpunkt das war das Merchandise von Rey Mysterio Jr und Eddie Guerrero das meist verkaufteste das es in der WWF gab. Wenn man sich die nackten zahlen anschaut dann sehe ich Benoit vorne, aber mein Gefuehl tendiert zu Guerrero hier. Dennoch gebe ich mal den Punkt an Benoit.

5. Einfluss (Welchen positiven Impact hatten die Wrestler auf das Business?)
Benoit`s Einfluss als Wrestler ist imo sehr beschraenkt. Er kopierte The Dynamite Kid in Perfektion und oft wenn ich Benoit wrestlen sah dachte ich das ich gerade The Dynamite Kid sehe. Vondem her hat er wrestlerisch keinen wirklichen Einfluss gehabt auf die nachfolgende Generation. Eddie Guerrero dagegen hat gerade in der ECW mit Rey Mysterio Jr den Lucha Libre Style gepraegt in dieser Promotion, genau das selbe in der WCW, er war der Door Opener fuer die ganzen Cruiserweight Wrestler aus Mexico die zur WCW kamen. Was fuer Benoit spricht ist jedoch sein Weggang von der WCW zur WWF. Nun im grossen Schema hat das keine Auswirkung gehabt weil die WCW ohnehin untergegangen waere, aber sein Wechsel zur WCW mit Saturn, Guerrero und Malenko brachte in der WWF im Jahr 2000 enormen Schwung! Imo war eines der besten Jahre in der WWF Geschichte das Jahr 2000 (Finanziell ohnehin, aber auch Qualitativ), und da spielten die Radicalz eine grosse Rolle, und damit auch Benoit als Anfuehrer und Main Eventer mehr wie Guerrero in der Midcard. Wieder eine sehr knappe Kategorie, mein Kopf sagt Benoit, mein Bauch eher Guerrero. Ich sehe es als Draw daher.

Insgesamt also 2-1-1 fuer Guerrero bei mir, bin gespannt wie andere das sehen und hoffe auf rege Beteiligung.


Zu Frank Gotch vs Jim Londos schreibe ich noch die naechsten Tage was dazu wenn ich mehr Zeit habe. Ist natuerlich ein Traum jedes Historikers. ;)
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#35
Zitat:So wie ich das sehe sind die 5 Kategorien eigentlich klar definiert, sodass ich nicht sehe wie Chris Benoit als Moerder da eine Rolle spielen koennte. Naja bei mir jedenfalls nicht.


Ich finde, dass die Kategorie "Einfluss" hier sehr relevant ist. Man könnte theoretisch der beste Wrestler, Entertainer und Draw sein ... und sich später als Hitler-sized Massenmörder entpuppen. Das würde ich sehr wohl als negativen Einfluss auf das Business werten, da man es mit diesen Taten in Verbindung bringen würde.

Hier mein Vegleich zu Chris Benoit vs. Eddie Guerrero:

Wrestling Skills: Ich kann Nefercheperurs Einschätzung zugunsten Eddies anhand seiner Argumente durchaus nachvollziehen. Trotzdem möchte ich Chris Benoit diesen Punkt geben. Natürlich haben beide in späten Jahren aufgrund ihrer Muskelmasse sehr nachgelassen, Benoit etwas stärker. Und natürlich ist Benoits Stil massiv vom Dynamite Kid beeinflusst. Trotzdem hat mir Chris Benoit zu seinen Bestzeiten viel besser gefallen als Eddie Guerrero. Ich bin mir unsicher, aber ich glaube ich fand Benoits Fights einfach intensiver, bedeutsamer und mit seinem Stil traf er so den Zahn der Zeit, dass eben er und nicht Eddie zum heißesten Nachwuchs-Star wurde, der nach Meinung der Allgemeinheit später gefälligst World Champion werden soll. Eddies Arbeit war filigraner und vielleicht auch vielseitiger, aber letztlich hat ihn das trotz viel größerem Charisma nicht von Beginn an wie einen zukünftigen Champion aussehen lassen.

Entertainment Skills: Dieser Punkt geht zweifelsohne an Eddie Guerrero. In Mexiko spielte er im Team mit Love Machine mit den Massen, bei ECW, Japan und WCW brillierte er mit seinem Charisma und bei WWE perfektionierte er sein Latino Heat/Lie, Cheat & Steal-Gimmick dermaßen. Benoit will ich nicht jegliche Ausstrahlung absprechen, die hatte er sicherlich, aber am Mikrofon und in Storylines war Eddie ihm weit überlegen.

Drawing Power: Hier gebe ich Chris Benoit den Punkt. Eddie wurde in meinen Augen erst durch seinen Tod zu einem gewaltigen Publikumsmagneten, zu Lebzeiten war er doch nie viel mehr als ein Upper Midcarder. Sein WWE-Titelgewinn spielte in einer Zeit als dieser Titel der B-Titel gegen den World Heavyweigh Titel war, den einen Monat später eben Chris Benoit gewann. Benoit bewies dort, dass man um ihn herum ein tolles Main Event-Programm für WrestleMania aufbauen kann. Ich gebe hier Benoit allerdings nur einen knappen Vorsprung, sie waren beide Publikumslieblinge, aber keine Mega-Draws.

Erfolge: Auch hier siegt Chris Benoit für mich: Mehrfacher TV/Tag/US-Champion in der WCW, Junior Champ in Japan, World Champion in der WCW und auch in der WWF sammelte er vom IC-Titel bis zum World Title alles mögliche ein ... auch ein Rumble-Sieg war dabei. Auch Eddie hat in WCW und WWF zahlreiche Titel gewonnen, doch für mein Gefühl haben Benoits mehr gezählt. Chris Benoits World Title Gewinn war ein Moment für die Ewigkeit, während Eddies Sieg über Lesnar ein Fluke Win war und der "wahre" höchste Champion damals Triple H bzw. Benoit gewesen ist.

Einfluss: Und hier schlägt der Mord an seiner Frau und seinem Kind für mich ins Gewicht. Ich kann und will Benoit hier nicht den Punkt geben, auch wenn ich ihn hier ansonsten vor Eddie sehen würde. Das war einer der schlimmsten Skandale, die das Wrestling je erlebt hat und er wird besonders WWE noch viele Jahre lang verfolgen: "Wrestler = tickende Zeitbomben!" Damit hat er den ganzen positiven Einfluss, den er hatte, ausradiert und ins Negative verkehrt. Ich halte ihn zwar für eine größere Inspiration für spätere Junior Heavyweights als Eddie, aber auch nicht mit so großem Abstand. Der Skandal bringt Eddie hier den Sieg.

Endstand: 3:2

Jetzt gibt es die Frage, ob ich die Kategorie "Einfluss" und den Double Murder Suicide so stark gewichte, dass ich trotzdem Eddie Guerrero den Gesamtsieg gebe. Die Antwort hierauf lautet Nein. Chris Benoit war nur drei verdammte Tage seines Lebens ein Doppelmörder, bevor er sich selbst richtete. Vorher wurde er als einer der sympathischsten Wrestler überhaupt beschrieben, nicht als Monster. Außerdem ist stark davon auszugehen, dass Hirnschäden zu seinem Ausrasten geführt haben, das muss man ihm zugestehen. Er hatte keinen schlechten Charakter, auch wenn die Tat fürchterlich war. Ich will Benoits großartige Karriere nicht von diesen drei Tagen vereinnahmt sehen und weigere mich ihm hier den wohlverdienten Sieg über Eddie Guerrero abzuerkennen.

Für mich ist also Chris Benoit die größere Wrestling-Legende als Eddie Guerrero.

Auf deine Einschätzung zu Londos vs. Gotch bin ich sehr gespannt, Nefercheperur ;) Beide sind in meinen Augen immerhin Kandidaten für die Krone der größten Legende aller Zeiten!
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#36
2. FRANK GOTCH vs. JIM LONDOS
Okay jetzt versuche ich mich mal. Smile Dazu sei gesagt das ich bis vielleicht von Lou Thesz von keinem anderen Wrestler so fasziniert bin wie Frank Gotch. Dennoch versuche ich natuerlich so objektiv wie moeglich zusein in meiner subjektiven Meinung.


1. Wrestling Skills (Wie gut waren die Wrestler im Ring?)
Gotch habe ich natuerlich nie wrestlen sehen. Er wurde von Martin Burns trainiert was schonmal eine grosse Auszeichnung in sich selbst ist, aber keinen schluss zulaesst auf seine Faehigkeiten. Man ist also auf Buecher und auf Zeitungsberichte angewiessen, den Augenzeugen gibt es ja auch nicht. Wenn man sich Zeitungsberichte durch liesst dann wurde Gotch immer als ein technisch starker Wrestler bezeichnet der oft physische nachteile gut machte durch sein koennen. Auch wenn die Matches geworked waren, so spielte das offenbar eine grosse Rolle den es wurde unzaehlige male erwaehnt in verschiedenen Zeitungsartikeln. Hinzu kommt das man bestimmte Bilder sich anschauen kann von Frank Gotch wie er bestimmte Holds ausfuehrt. Es sind nicht viele Bilder, aber von dem was ich gesehen habe laesst sich fuer mich schliessen das er technisch sauber gearbeitet hat.

Bei Jim Londos dagegen sieht man etliche Matches auf Tape heute, ueber Internet sowieso. Was ich gesehen habe war Londos aus den 30er Jahren. In den Matches (manche von ihnen zeigten nur die besten Sequenzen im Match) sieht man oft das Londos sehr gut war, aber er auch zum teil schlecht aussah bei einzelnen Dingen. Er wirkte technisch manchmal fahrlaessig, ich weiss nicht ob er in den 30er Jahren schon stark abbaute oder er diese Neigung immer hatte. Interessant finde ich das man aus der Zeit von Londos Vergleiche auf Tape hat mit Top Wrestlern wie Earl Caddock, Joe Stecher, Lou Thesz, Ed Lewis etc, und das ist schon ein hoeheres Niveau als das was ich von Londos gesehen habe. Londos wuerde ich als guten Wrestler bezeichnen der auch durchaus inovativ war, der tough war, allerdings nicht zu den besten gehoerte (natuerlich muss man sagen das er mit den oben genannten Wrestlern ja wirklich TOP Wrestler vor sich hatte). Auch gebe ich zu bedenken das Londos in den 30er Jahren sicherlich schon abgebaut hatte, er wrestlete ja schon in den 10er Jahren. Aus Zeitungsberichten der 10er und 20er Jahren liest man das Londos einer der besten Wrestler seiner Zeit gewessen sein soll.

Ein Vergleich Gotch vs Londos ist in dieser Kategorie schwer weil man bei Gotch angewiesen ist auf Berichte etc, allerdings wuerde ich vom Gefuehl her sagen das Gotch ein besserer Wrestler war als Londos, allerdings vielleicht nicht soviel. Punkt daher an Gotch.

2. Entertainment Skills (Charisma, Mic-Work, Storylines)
Gleiches Problem wie zuvor. Bei Gotch ist man auf Berichte angewiesen bei Londos kann man einiges sehen auf Tape. Hinzu kommt das beide in einer unterschiedlichen Era gewrestlet haben, von den Berichten von Gotch waren seine Matches komplett anders wie das was man von Londos sah. Kein Wunder schliesslich war das Wrestling der 30er Jahre in den USA soviel anders wie zu Zeiten von Gotch. Man sagt Jim Londos sehr viel Charisma nach, ausserdem trat er auch als Heel an. Bei Londos weiss man auch das er schon als Heel gewrestlet hat. Vondem was ich von Bildern gesehen habe wuerde ich auch Gotch zusprechen einiges an Charisma gehabt zu haben, aber dennoch sagt mir mein Gefuehl das Londos der besserer Performer war. Punkt an ihn.

3. Drawing Power (Wer hat die meisten Zuschauer gezogen?)
Endlich mal was Handfestes. ;) Von Londos sind die meisten Zahlen bekannt, von dem was ich weiss war Jim Londos der groesste Draw den das Professional Wrestling jemals hatte. Ich glaube rein von den Zuschauerzahlen liegt Londos nicht weit hinter Hulk Hogan, und Hogan hatte PPV und Nationales Fernsehen, daher wuerde ich Londos als den groessten Draw im Pro Wrestling bezeichnen.

Gotch dagegen war der groesste Star den es bis dahin in den USA im Pro Wrestling gab. Super Draw, allerdings zwei Dinge muss man natuerlich bedenken. Man sagt Gotch nach das er nicht oft gegen die besten antrat, das das Interesse waehrend er World und American Champion war nachlies in den USA um 1908, und erst recht als er dann aufhoerte. Und das die super Zahlen die Gotch aufstellte spaeter von vielen gebrochen wurde, auch gerade von Londos. Diese Kategorie ist oft auch schwer zu vergleichen wenn man zwei Wrestler hat aus zwei Unterschiedlichen Dekaden, aber ich wuerde dennoch den Punkt klar an Londos geben.

5. Einfluss (Welchen positiven Impact hatten die Wrestler auf das Business?)
Bei Gotch wuerde ich sagen das er grossen Einfluss darauf hatte wie sich das Wrestling entwickelte zu der Form die es dann in den 20er Jahren gab, weg vom Wettsport. Sein Einfluss sah man auch darin das die Zahlen nachdem er aufhoerte sanken, allerdings sanken sie auch schon waehrend er noch an der Spitze war wie oben erwaehnt. Londos hatte natuerlich einen irrsinnigen Einfluss. Ueber 20 Jahre war er DER Top Star in den USA, er drawte wie verrueckt und jeder Promoter leckte sich die Finger nach ihm um ein Match mit ihm aufzubauen. Langjaehrigkeit spricht fuer Londos, genauso wie er wrestlete (Jiu-Jitsu Einfluss) und wie er das Wrestling praegte (und dafuer hassten ihn viele). Punkt wuerde ich an Londos geben


Fazit: Bei mir gewinnt also Londos mit 3-1. Ich wuerde ihn auch als den groesseren Star bezeichnen weil Londos fuer mich der groesste Star der Wrestling Geschichte ist.
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#37
Vielen Dank, das war wirklich lesenswert Smile

In den Punkten Wrestling Skills, Entertainment Skills und Drawing Power stimme ich dir auch absolut zu, weswegen ich dazu nichts eigenes mehr schreiben möchte.

Was den Einfluss betrifft:

Ich glaube, dass es für das Pro Wrestling an sich viel bedeutender war, dass Gotch den Weltmeistertitel in die USA geholt hat, als irgendetwas was Londos später geleistet hat. Gotch war genau der richtige Mann um mit Hackenschmidt diesen (ersten) großen Kampf auf die Beine zu stellen und damit die USA endgültig zur dominierenden Wrestling-Großmacht zu machen.
Jim Londos war natürlich so einflussreich, dass er Jahrzehnte lang den Promotern seine Bedingungen diktieren konnte ... ich finde aber Gotchs Einfluss bezüglich der Etablierung der World Heavyweight Championship insgesamt bedeutender. Gotch wurde so ein Über-Champion, dass er zwar Nachfolgern wie Gus Schoenlein oder Joe Stecher damit sehr schadete, insgesamt wurde er dadurch aber mit Hackenschmidt zu den beiden legendären Gründerhelden dieser Lineage, was bis heute den verschiedenen Wrestlingweltmeisterschaften eine gewisse Aura, eine Rechtfertigung verleiht. Ich finde man spürt Gotches Einfluss bis heute viel mehr als den von Londos, daher gebe ich den Punkt an Gotch.

Bis hierhin ist es für mich also ein 2:2, aber ich bewerte ja auch gerne die Kategorie Erfolge ;)

Im Prinzip überschneidet sich diese Kategorie hier mit der Kategorie Einfluss. Gotch hatte seine Erfolge über Jenkins, dann die zwei großen Siege über Hackenschmidt, dann die ewigen Titelverteidigungen gegen St. Zbyszko, Beell, Americus und andere ... seine Regentschaft als World Champion ist ein gewaltiger Mythos geworden.
Jim Londos hatte natürlich auch seine großen Erfolge ... World Champion von NWA, NYSAC und später die lange Regentschaft mit den Resten der originalen World Title Lineage. Größter Sieg insgesamt war wohl das Rekordmatch gegen Ed Lewis in Chicago. Gegen Londos spricht meiner Meinung nach, dass er NIE alleiniger World Champion war ... es gab immer noch den AWA Champion aus Boston, während Gotch unangefochtener Weltmeister war ... das schmälert für mich die Erfolge von Londos etwas. Und statt ihn zum alleinigen Champion zu machen, wählte man lieber O'Mahoney. Diesen Punkte vergebe ich lieber an Frank Gotch.

Damit lautet bei mir der Endstand: 3:2 für Frank Gotch

Und das deckt sich auch ein wenig mit meinem Gefühl. Leute wie Steve Yohe haben Jim Londos (zu Recht) in den letzten Jahren in das Bewusstsein der Fans gepusht und ja, er ist der größte Draw aller Zeiten. Er war ein Halbgott im Ring ... doch Gotch steht für mich noch ein Stückchen höher ... nicht viel, denn Gotchs Jahre an der Spittze waren im Verhältnis zu Londos recht kurz ... aber unterm Strich liegt bei mir knapp Frank Gotch vorne.

Edit: Bin mal gespannt, welche Kombination als nächstes vorgeschlagen wird ;)
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#38
Okay zwei neue Kandidaten. Nach langem ueberlegen habe ich mich erstmal fuer folgende entschieden:

1. Bruno Sammartino vs Hulk Hogan
WWWF Star der 60er und 70er Jahre gegen den WWF Star der 80er und 90er Jahre.

2. Harley Race vs Bob Backlund
NWA Champion der 70er und 80er Jahre gegen WWF Champion der 70er und 80er Jahre

1. Wrestling Skills (Wie gut waren die Wrestler im Ring?)
2. Entertainment Skills (Charisma, Mic-Work, Storylines)
3. Drawing Power (Wer hat die meisten Zuschauer gezogen?)
4. Erfolge (Titel, Turniererfolge, große Siege)
5. Einfluss (Welchen Impact hatten die Wrestler auf das Business?)
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#39
Uff, das sind starke Kombinationen ...Ich versuch mich erstmal an "Bruno vs. Hulkster" ;)

Wrestling Skills

Ich finde, dass Hulk Hogan in seiner Frühzeit ein ziemlich guter Power-Wrestler war, der seine Moves mit der nötigen Intensität verkaufen konnte. In Japan hat er auch später noch etwas mehr von seinem eigentlichen Können gezeigt, was er in den USA nicht mehr musste. Ein intensiver Power Wrestler war allerdings Bruno Sammartino auch ... und er hatte auch einen kleinen Amateur-Ringer-Hintergrund, was ihm mehr Verständnis für den sportlichen Aspekt des Pro Wrestling verlieh. Beide waren jetzt nicht die großartigen Wrestler vor dem Herren, aber unterm Strich hat Bruno Sammartino hier besser ausgesehen -> 1:0

Entertainment Skills

Ganz eindeutig Hulk Hogan. Bruno hatte Charisma, er konnte einigermaßen Interviews geben, aber an den Hulkster kommt er hier nicht heran. Hogan ist ja letztlich das Sinnbild für den Entertainment Boom der Achtziger Jahre und das zu Recht. Nur wenige Wrestler würde ich hierbei mit Hogan auf eine Stufe stellen. Noch heute beweist er Woche für Woche in Promos bei IMPACT Wrestling, was für ein guter Entertainer er ist. -> 1:1

Drawing Power

Sowohl Bruno Sammartino als auch Hulk Hogan waren in ihrer Zeit als außerordentlich gute Draws bekannt. In Matt Farmers Liste der größten Draws belegten beide jeweils 7 mal den ersten Platz. Ich würde aber Hogan hier deutlich vor Sammartino sehen ... Sammartino war doch eher auf die Ostküste beschränkt, während Hogan auf internationaler Ebene die Massen in die Arenen und vor allem vor die Fernseher zog. Hogan war ein so großer Draw, dass man mit ihm das komplette Pro Wrestling umkrempeln konnte, während man mit Bruno Sammartino gerade mal den Status Quo aufrecht erhielt. -> 1:2

Erfolge

Hogan war insgesamt nicht so lange World Champion wie Bruno Sammartino, aber dafür bewies er nach bedeutenden Titelverlusten über lange Jahre, dass er sich immer wieder an die Spitze vorkämpfen konnte. Bruno hat das nur einmal beweisen können. Und es ist ja nicht so, als wären Hogans Regentschaften kurz gewesen. Hogan war außerdem jahrelang die eindeutige Nummer 1 der Welt, während Bruno Sammartino doch die meiste Zeit starke Konkurrenz von AWA- und NWA-Champions hatte. Bruno war ein Mega-Champion, Hogan war aber eine Spur bedeutender. -> 1:3

Einfluss

Diese Kategorie ergibt sich hier aus den Erläuterungen für Drawing Power und Erfolge. Hogan hat das Wrestling (mit McMahon) von Grund auf umgekrempelt. Man hat eine neue Ära eingeleitet, während Sammartino zwar die WWWF auf Erfolgskurs brachte, aber doch nicht das Wrestling selbst revolutionierte. Mit der nWo hat Hogan das Wrestling sogar NOCHMAL revolutioniert! Noch heute hat Hogan soviel (auch positiven) Einfluss auf das Business, während Sammartino nach seinem letzten Run als Champion nicht mehr viel gerissen hat. Auch diese Kategorie geht also an den Hulkster. -> 1:4

Damit gewinnt Hulk Hogan bei mir also mit 4 zu 1. Das deckt sich auch mit meinem Bauchgefühl ... Sammartino gehört für mich zwar in eine Top 20 der größten Legenden aller Zeiten ... Hogan rangiert dort allerdings eher in Richtung Top 10 oder sogar Top 5.
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