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Feminismus und Emanzipation
#53
Sorry, mir stehen die Haare zu Berge. Was du da von dir gibst ist Essentialismus in Reinkultur. Nach dir ist also biology = destiny? Das ist eine Gleichung mit der ich mich auf überhaut keinen Fall anfreunden und auch nie übereinstimmen werde.

Zudem ist deine Argumentation vollkommen unschlüssig: Du sagst, dass die Natur vorbestimmt, wer was erledigt, weil diese ja alles managt. Wo bleibt denn dann die Entscheidung des Individuums? Da geht fast der eigene Wille mit drauf. Vor allem führt dies zu eingefahrenen Wegen, aus denen es keinen Ausweg mehr gibt.

Es mag natürlich gewisse Spielregeln geben, aber das, was du da vor gibst als Grundgerüst, läßt überhaupt ncihts anderes zu. Das kann es einfach nicht sein. Wo bleibt da der Freiraum für Innovation, für Veränderung? So kann und wird es nie Emanzipation in irgendeiner Weise geben, da sich Frauen von vorne herein in ihr Schicksal ergeben haben.
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#54
Kleine Innovationen gibt es bei meiner Argumentation auch, aber nur in einem bestimmten (von der Natur vorgegebenen) Rahmen. Große Veränderungen kommen von der Natur her.

Dazu ein ganz einfaches Beispiel:
Du kannst Dich innerhalb Deiner Dir gegebenen Fähigkeiten weiterentwickeln und neue hinzulernen, die auf Deinen Fähigkeiten basieren. Du kannst aber z. B. nicht fliegen, weil Du ein Mensch bist und kein Vogel. Wenn die Natur gewollt hätte, dass Du fliegen könntest, hätte sie der Gruppe ''Mensch'' die Fähigkeit gegeben zu fliegen.

Der freie Wille bleibt erhalten. Du bist zwar als Mensch geboren, aber Du kannst selbst bestimmen, was Du aus Deinem Leben machst und wie Du Deine Fähigkeiten letzendlich einsetzt. Das einzigste ''Schicksal'', womit Du Dich ''abfinden'' musst, ist, dass Du als Mensch geboren wurdest.

Deshalb habe ich auch anhand des Beispiels mit dem Unternehmen versucht zu eklären, wie ich das meine: Der Manager stellt jemanden ein. Der Eingestellte kann in einem bestimmten Rahmen entscheiden, wie er seine Aufgabe verrichtet.

Wie schon in meinem letzten Posting erwähnt, hängt auch in der Natur alles von einander ab. Auch wenn sich der Mensch gerne als Krone der Schöpfung sieht, ist er letzendlich nur ein Teil im Kreis des Lebens - wie jedes andere Lebewesen.



btw.: Was bedeutet ''Essentialismus''? :H
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#55
Der Mensch war bisher immer in der Lage sich seiner Umwelt anzupassen, wie auch Tiere. Daher bleibt die Frage ob zuerst das Wort oder der Gedanke war. Deine Argumentation halte ich absolut nicht für schlüssig und beruht auf wenigen zusammengeflickten Beispielen. Das mag deine Meinung und Einstellung zu dieser Sache sein bzw. deine Lebenseinstellung überhaupt und das ist auch dein gutes Recht.

Zum Essentalismus kann man sich mal den Wki Eintrag ansehen. Der erklärt dies halbwegs gescheit.
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#56
Ich habe auch nicht gesagt, dass der Mensch nicht in der Lage wäre, sich seiner Umgebung anzupassen. Nur geht diese Anpassungsfähigkeit wieder auf Dichotomie und Hierachie hinaus, da nur derjenige überlebt, der sich am besten anpassen kann und somit am stärksten ist - also den anderen in seiner Anpassungsfähigkeit überlegen ist und sich durch diese Überlegenheit abgrenzt. Außerdem gibt es auch Lebewesen, die sich seit Tausenden von Jahren nicht oder kaum weiterentwickelt haben, weil sie von vorneherein bestens an ihren Lebensraum angepasst waren. Andere Lebewesen waren es nicht, also haben sie sich im Laufe der Zeit immer weiter an ihren Lebensraum angepasst.


Was ist denn Deiner Meinung nach an meiner Meinung nicht schlüssig? Und warum ist diese Einstellung für Dich so abwegig?


Zum Eintrag in Wikipedia: Essentialismus umschreibt also die Suche nach der Perfektion. Habe ich das richtig verstanden? :winke:
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#57
Wenn du sagst, dass der mensch sich anpassen kann oder eben nicht, teilst du in stark und schwach. Aber nicht jeder ist gleich stark oder gleich schwach. Wo bleiben da die Nuancen dazwischen. Diese werden übersehen und weggewischt. Das kann es imo nicht sein.

Unter Essentialismus verstehe ich, dass Menschen Essenzen haben und anhand dieser Essenzen Menschen in Gruppen eingeteilt werden. Nur wer eine dieser Essenzen aufweisen kann, gehört auch zu einer bestimmten Gruppe. Diese Essenzen sind von Natur aus vorgegeben und nicht zu ändern, sie sind a-historisch. In einem solchen Denkbild sehe ich keine Möglichkeit nach Perfektion zu streben, denn entweder man hat eine bestimmte Essenz oder nicht.
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#58
Ich meinte den Mensch als Tierart ''Mensch'' im Vergleich zu anderen Lebewesen, aber nicht einzelne Individuen innerhalb der Gruppe ''Mensch''. Außerdem meinte ich mit dem Wort ''stark'' nicht ''physisch stark'', sondern ''am besten angepasst''. Diese Anpassungsfähigkeit kann in verschiedenen Formen auftreten, z. B. durch Intelligenz, durch Größe, durch Kraft etc. Jeder hat seine Stärken und seine Schwächen.

Auch wenn Du alle Menschen als Individuum ansiehst und sie nicht bewusst einteilst, teilst Du sie unbewusst ein. Z. B. bist Du in Deinem Freundeskreis nur von denen umgeben, die mit Dir am besten harmonieren. Wenn Du neue Menschen triffst, guckst Du unbewusst danach, ob sie zu Dir passen. Auch innerhalb Deines Freundeskreis machst Du Unterschiede, ohne aber, dass Du den einen mehr magst als den anderen. Du unterscheidest sie nämlich von ihrem Charakter her. Wenn Du z. B. ein Problem hast und mit jemanden darüber reden möchtest, dann nimmst Du die Person aus Deinem Freundeskreis, die am besten zuhören kann. Du selektierst innerhalb Deines Freundeskreises, weil Du unbewusst, gemerkt hast, dass die anderen Personen nicht so gut zuhören können, wie die eine Person. Dafür nimmst Du die anderen Personen für etwas anderes, weil sie einen anderen Charakter haben.

So ist es auch mit den Essenzen. Man kann nicht sagen, welche Essenz gut oder schlecht ist. Zwar werden dadurch Gruppen gebildet, aber diese Gruppen stechen durch diese unterschiedlichen Essenzen wieder hervor. Natürlich gehören nur diejenigen, die eine bestimmte Essenz aufweisen, in eine bestimmte Gruppe, aber was ist daran so schlimm? :H Jeder Mensch gehört zu einer bestimmten Gruppe, ohne, dass diese Gruppe gut oder schlecht ist.
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#59
Was du in deinem zweiten Absatz schilderst, kann ich auch auf einzelne Individuen anwenden. Dazu brauche ich keine Gruppenbildung.

Was an Essentialismus schlimm ist, sit recht einfach, denn Essentialismus bietet den Grundstock zu Rassendenken, Unterdrückung von Frauen, Minderheiten, etc.
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#60
8) 8) 8) 8)
um was geht es hier bitte Breites Grinsen LOL
ne mal im ernst Engel finde Gleichberechtigung Daumen hoch , aber wenn es um extreme Emanzipation geht finde ich es heftig :spassbremse: !
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#61
Zitat:Original von RDLA
Was an Essentialismus schlimm ist, sit recht einfach, denn Essentialismus bietet den Grundstock zu Rassendenken, Unterdrückung von Frauen, Minderheiten, etc.

Das liegt aber an der Intoleranz bzw. an den Vorurteilen des Menschen und nicht an der Gruppenbildung. Viele Menschen haben gegen das, was sie nicht kennen oder was anders ist als das, was sie kennen, Vourteile, weil sie sich nicht mit dem für sie Neuen auseinander setzen und informieren, sondern gleich alles über einen Kamm scheren und es als schlecht ansehen. Z. B. werden Gothic-Anhänger gleich als Satanisten angesehen und Satanisten sagt man gleich nach, dass sie sich nachts auf Friedhöfen herumtreiben und irgendwelche Rituale durchführen.

Wie gesagt, ist keine Gruppe gut oder schlecht. Sie zeichnen sich durch ihr unterschiedliches Wesen, ihre unterschiedliche Religion etc. aus.

Wenn man Schichten abbaut, stehen zwar alle Menschen auf einer Stufe (das meine ich mit ein und dasselbe), nur stelle ich mir dann vor, dass die Menschen zu Eigenbrödlern werden, d. h., dass jeder nur noch sein Ding durchzieht, ohne Rücksicht auf seine Mitmenschen. Dadurch hat man genau das Gleiche wie mit den Schichten, nur das nun jeder ein Individuum ist, ohne jegliche Gruppenzugehörigkeit, aber sich genauso intolerant gegenüber anderen verhält, weil er sich für etwas besseres hält.
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#62
Da hast du Essentialismus aber nicht richtig verstanden, denn Essentialisten schließen kategorisch Menschen aus, die bestimmte Merkmale nicht aufweisen. Das hat nichts mit Vorurteilen zu tun, denn Essenzen sind von Natur aus gegeben, eine Essenz, die nicht zu ändern ist. Und nur Leute mit dieser Essenz können in einer Gruppe vertreten sein. Alle, die diese Essenz nicht aufweisen können, werden ausgeschlossen.

Du selber hast gesagt, dass die Natur die Vorgabe liefert. Wie soll man sich denn dann ändern können bzw. Menschen in eine Gruppe aufnehmen ohne die nötige Essenz?

Zudem handelt es sich beim Essentialismus um eine Philosophie, die eben zu den von mir genannten Dingen wie Unterdrückung führt. Das ist in erster Linie ein Ansatz, Dinge in der Welt zu erklären. Das hat auch mit Vorurteilen und Intoleranz zu Begin recht wenig zu tun. Wenn man sich natürlich einer solchen Philosophie anschließt, aknn dies sehr schnell zu Scheuklappendenken führen. Dazu bedaf es aber keiner hochtrabenden Philosophie.
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#63
Die Menschen brauchen ja nicht in eine bestimmte Gruppe aufgenommen werden, weil sie schon in einer anderen Gruppe sind. Jeder hat seine Gruppe zu der er gehört. Wie gesagt, die jeweilige Gruppe ist weder gut noch schlecht.

Um das jetzt mal an einem ganz blöden Beispiel zu erklären: Ist ein Tisch besser als ein Stuhl? Nein, ist er nicht, weil man die beiden Dinge nicht miteinander vergleichen kann.

So ist es auch bei der Gruppeneinteilung des Menschen und auch bei der Hierarchie. Eine Hierarchie bedeutet zwar, dass eine Gruppe am oberen Ende steht und eine Gruppe am unteren Ende steht, aber man kann nicht sagen, dass die Gruppe, die an der Spitze steht, gleich besser ist als die Gruppe, die am unteren Ende steht. Die oberen sind abhängig von den unteren und umgekehrt.
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#64
Aber aus diesem Denken entstammen aber Hierarchien und das kannst du nicht verleugnen. Sobald eine Gruppe fähiger ist als die andere, steht eine Gruppe über der anderen. Das mag dir nicht gefallen, ist aber in der Realität so.
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#65
Eine Gruppe, die an der Spitze steht, ist nicht gleich stärker als eine Gruppe, die tiefer steht. Z. B. steht der Mensch am oberen Ende der Nahrungskette, ist aber von Kleinstlebewesen (Bakterien und Viren) abhängig. Diese können sogar den Menschen komplett auslöschen.
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