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Der Radsport AAR: Keine Grenzen, keine Limits
#14
„Zimmer 181? … gut, dass du das noch mal erwähnt hast. Ich hab keine Lust noch mal zu dem Tier an der Rezeption zu gehen, das Weib war ja verdammt unfreundlich.“ Tobi lachte: „Bist du ein wenig durch den Wind? Die Zimmernummer steht auch auf dem Schlüssel.“ Lucas schmunzelte und gab ihm zu verstehen, dass er gestresster Radprofi sei und nach so einer Saison wisse man nun mal nicht wo man den Kopf hat. „Und außerdem …“ … Tobi unterbrach ihn. „Der Taxifahrer oder wie? Was wollte der? Auf den kanarischen Inseln muss man aufpassen, wem man sich anvertraut. Schnell hat man einen Schwindler am Hals und der zieht einem das Geld aus den Taschen. Was war das für ein Typ?“ Lucas holte tief Luft. „Ach das ist jetzt egal, das war bloß ein typischer spanischer Radsportfanatiker, nichts besonderes also. Lass uns lieber am Pool entspannen und die Mädels aufreißen.“ Tobi musste grinsen und verfolgt von dem schlurfenden Geräusch ihrer Badelatschen machten die beiden sich auf zum Pool.
Lange konnte man es nicht in der Sonne aushalten. Es war zwar mit ca. 24 Grad nicht brütend heiß, aber da in Deutschland der Sommer längst vergangen war kam einem diese 24 Grad wie doppelt so viel vor. Dieses Gefühl wurde noch bestärkt durch die Sonne, die unerbittlich schien. „Mensch, ist ja richtiges Ulle-Wetter, da würde der sich wohlfühlen. Lucas rollte die Augen. „Hör mir auf mit dem Heini. In dieser Jahreszeit denkt der nicht mal ansatzweise daran auf ein Rad zu steigen. Viel wichtiger ist für den an welcher Tanke er die Schwarzwälder Kirsch billiger bekommt. Der Typ ist doch kein Radfahrer, der ist eine Witzfigur. Hoffentlich wird das mit dem Comeback nichts, auch wenn es reizvoll wäre ihn im Wettkampf zu schlagen. Aber eigentlich ist es auch egal. Ich muss mich ihm gegenüber nicht beweisen. Ich weiß, dass ich professioneller bin und ich weiß, dass ich mit Talent gesegnet bin. Und da ich es im Gegensatz zu ihm verstehe diese beiden Komponenten richtig miteinander zu paaren und einzusetzen werde ich nicht wie er kläglich scheitern am Versuch die Tour mehr als 1 mal zu gewinnen.“ Tobi konnte in Lucas’ Gesicht ein Siegerlächeln sehen und versuchte ihn zu necken. „Genau, du wirst sie nämlich gar nicht gewinnen, da ist es auch nicht möglich sie ein zweites mal zu gewinnen.“ Eher Tobi sich versah hatte Lucas ihn gepackt und schmiss ihn mit voller Wucht in den Pool. Lucas sprang hinterher und die beiden kamen aus dem Feixen und Lachen gar nicht mehr heraus. Tobi erschien sich als perfekter Urlaubsbegleiter zu erweisen, denn schließlich schaffte er es immer wieder Lucas von seinen Zukunftsgedanken abzulenken, aber irgendwann müsste sich Lucas diesen stellen und aufgrund der komischen Begegnung mit Felipe wurde ihm langsam klar, dass er das eher früher als später machen sollte. Aber für den Augenblick ließ Lucas sich den Spaß nicht verderben und verdrängte diese Gedanken so gut wie möglich.
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#15
LOL, den Ulle-Shoot find ich cool! Daumen hoch LMFAO Breites Grinsen

Ansonsten war das mit dem Pool irgendwie ein schwuler Moment... ;)
(wer Kein Bund fürs Leben gesehen hat, weiß, was ich meine... :pfeif: ;) )

Ansonsten konnte man das ganze bis hier wieder sehr gut lesen, bitte so weiter machen! Daumen hoch
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#16
„Aufstehen! Du verpennst noch den ganzen Tag.“ Lucas wollte allerdings noch nicht so recht aufstehen. Das erste mal seit Tagen konnte er beschwerdefrei durchschlafen und das sogar ohne den zuletzt üblich gewordenen Schlaf – u. Nerventee. Gerne hätte er sich noch mal umgedreht, aber seinem Bruder zu Liebe stand er dann doch auf und nach kurzer Zeit begab man sich in Richtung des Frühstücksaals. Auf dem Weg dorthin beschlossen Lucas und Tobi das Fahrrad heute noch in der Ecke zu lassen, das Wetter war einfach zu schön als dass man sich den Strand hätte entgehen lassen können. Und für den Abend hatte Tobi auch schon eine Idee: „ … Clubbing, mal diverse Clubs und Mädels abchecken.“ Lucas grinste, „du denkst immer nur an die Mädels, aber du hast Recht. Mal einfach ein bisschen Spaß haben und die Freiheit genießen passt schon.“ Die Brüder gaben sich „High Five“ und lachten.
Lucas machte die Tür zum Essenssaal auf. „Meine Güte, ist das voll hier. Aber selbst hier sind schon lauter reizende Damen.“ Die beiden suchten sich einen Tisch und setzten sich.
Auf die Figur wollte Lucas nur bedingt achten. Übertreiben wollte er mit süßen Sachen nicht, aber ein typisches Radsportlerfrühstück war die nächsten Tage erstmal tabu. Auf die Brötchen konnte also auch ohne Bedenken Marmelade oder Nutella. „Nutella ist doch gar nicht mal so schlimm für dich. Das hat der Bobbele doch auch tonnenweise in sich hineingestopft, das ist wie geschaffen für Sportler.“ Lucas schüttelte den Kopf und musste mal wieder über seinen Bruder schmunzeln. „Sicher das mag lecker sein, aber während der Saison sollte man dann doch Produkte mit viel Kohlehydraten bevorzugen. Ob Nutella da so praktisch ist. Aber jetzt ist mir das erstmal egal, wobei ich natürlich nicht so übertreiben will, wie mein Lieblingsradprofi, wenn du weißt was ich mein.“ Tobi nickte und wollte gerade etwas sagen, aber Lucas unterbrach ihn und bat ihn das Thema lieber gleich zu lassen, „das sei nicht gut für seinen Blutdruck.“ Er grinste Tobi an und nahm darauf einen kräftigen Bissen von seinem Brötchen, musste dabei aber lachen und ihm fiel ein Stück wieder heraus. Eine Steilvorlage für Tobi. „Sau, heb das auf. Wenn hier einer weiß, wer du bist … was soll der von dir denken. Wenn du in ein paar Jahren die Tour gewinnst wird das in etwa so laufen. „Ach, das ist doch der, der wie ein Schwein isst.“ … denn hast du sicherlich schnell einen Spitznamen weg.“ Lucas musste lachen und hob das kleine Stückchen auf und als er wieder hochkam verdunkelte sich urplötzlich seine Miene.
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#17
Da bin ich jetzt mal richtig gespannt...

Außerdem freu ich mich auf die Beschreibung der Mädchen... ;)
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#18
Am Tisch gegenüber saß ein Typ, der schon gestern am Pool immer in der Nähe von den beiden lag. „Was will der denn? Der Vogel versucht doch schon wieder uns total unauffällig zu beobachten, aber irgendwie gelingt ihm das nicht.“ „Nun bausch das mal nicht so auf, das ist bestimmt nur Zufall“, entgegnete ihm Tobi. „Zufall, Zufall. Das ist kein Zufall, so wie der uns nachspioniert. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Presse uns schon bis hierher verfolgt, so bekannt bin ich dann doch noch nicht. Ob das was mit Felipe zu tun hat? So wirklich seriös kam der mir ja auch nicht rüber und es würde passen so einen Idioten auf uns anzusetzen.“ Lucas schaute erneut rüber zu dem Herren und in dem Moment zog dieser schnell seine Zeitung hoch. „Schon wieder, der will mich doch für blöd verkaufen. Aber sehr spanisch sieht der ja nicht aus. Recht blass, hellbraune kurze Haare, Geheimratsecken. Also Spanier hab ich anders in Erinnerung. Aber Felipe konnte ja schließlich auch Deutsch. Ausschließen will ich das nicht. Vielleicht sollte ich Felipe anrufen und fragen ob er mich beobachten lässt. Lustig finde ich das jedenfalls nicht.“ Tobi hingegen dachte da anders. „Hab dich mal nicht so. Ich hätte ja nicht gedacht, dass du schon so populär bist, dass man sich bei dir wie im Krimi fühlt. Aber eher ein Schlechter, denn der Typ ist der reinste Tollpatsch, der kommt überhaupt nicht klar mit seiner Mission.“
„Oh Gott, wer mir solche Idioten hinterherschickt muss schon ziemlich unseriös sein.“ Lucas beschloss den Mann noch eine Weile zu beobachten. Während er darüber nur den Kopf schütteln konnte fand Tobi das ganze doch recht amüsant. Immer wieder versuchte ihr gegenüber zum Tisch der beiden rüberzuspähen, aber musste immer wieder feststellen, dass Lucas und Tobi das Spiel nun umgedreht hatten und ihn beobachteten.
Mit der Zeit schien das den Herren nervös zu machen und nachdem der nächste Observationsversuch auch misslang wollte er schnell seine Zeitung greifen, schaffte das aber nicht und riss seine Kaffeetasse um, worauf sich das Getränk über dem ganzen Tisch verteilte.
Irgendwie hilflos schaute er noch mal zu dem Tisch des Bruderpaares rüber. Die wollten die Situation nicht noch peinlicher für den Herren gestalten und wollten den Saal nun verlassen. Aber als dieser noch mal zu den beiden schaute konnte sich Lucas eines nicht verkneifen: Er machte mit dem guten alten „Scheibenwischer“ in Richtung des zu ihm blickendes Mannes deutlich, wie er dessen Verhalten beurteilte. „Na pass mal auf, dass das morgen nicht in der Bild steht. Wer weiß was das für ein Typ ist. Ich sehe es schon vor mir. Jungprofi rastet im Hotel aus, Karriere im Eimer.“ „Na wollen wir es mal nicht heraufbeschwören“, entgegnete Lucas seinem Bruder, während die beiden sich auf zu ihrem Zimmer machten.
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#19
Krampfhaft versuchte Lucas die Augen zu öffnen, aber nach der durchzechten letzten Nacht fiel im das nicht leicht. Er setze sich auf, schaute zur Seite und dachte sich: „Hoppla, da war ja noch was.“ Ein Mädel lag bei ihm im Bett, dass er letzte Nacht mit auf das Zimmer genommen hatte. Schmuseeinheiten konnten nun aber nicht mehr verteilt werden, weshalb Lucas sie weckte und bat so schnell wie möglich das Zimmer zu verlassen.
Anna wollte allerdings noch bleiben, aber nach einer kurzen Diskussion konnte Lucas sie schlussendlich aus dem Zimmer schicken. „Oh man“, dachte sich Lucas. „Die letzte Nacht war echt ziemlich doll.“ Das Selbe musste sich wohl Tobi denken, denn der kam noch recht verpennt aus dem Bad. „Oh man, hier stinkst wie in einer Kneipe. Der Kimi Raikonnen der Radsport-Szene solltest du aber nicht werden.“ Lucas gab Tobi dafür einen Klaps auf den Hinterkopf und machte sich seinerseits auf ins Bad.
Nach einer ausgiebigen Dusche fühlte Lucas sich schon deutlich besser und die beiden machten sich auf zum Frühstück. „Um deinem neuen „Kimi Raikonnen-Ruf“ gerecht zu werden solltest du noch mal an der Hotelbar halten“, flachste Tobi. Lucas konnte darüber nicht lachen, eventuell lag das aber auch daran, dass er im Frühstückssaal schon wieder seinen Spezi vom gestrigen Morgen entdeckt hatte. Heute hatte Lucas allerdings keine Lust auf irgendwelche Spielchen und machte sich auf den Weg zum Tisch des Mannes.
„Wie kann man denn nur so penetrant sein?“, fragte sich Lucas. „Ihm selber fällt bestimmt nicht mal auf, wie daneben er sich benimmt.“ Lucas hatte nur noch ein Ziel vor Augen und ihm war relativ egal, ob ihm Leute vor die Füße liefen oder Stühle im Weg standen. Wenn nötig wurden Hindernisse einfach bei Seite geschoben. Dieses Szenario erinnerte ihn in diesem Moment an eine Bergetappe bei der Österreich-Tour. Gezeichnet von der Erschöpfung konnte am Ende der Serpentinen nur noch die Bergwertung als Fixpunkt ausgemacht werden und so fuhr Lucas einen Fan, der vor ihm lief unabsichtlich um und stürzte.
Der Unterschied nun war, dass er die Hindernisse absichtlich aus dem Weg räumte. Er war wütend und jeder im Raum, der ihn sah konnte es ihm ansehen. Auch Tobi behielt einen kleinen Sicherheitsabstand zu seinem Bruder.
Am Tisch des Mannes angekommen entlud sich Lucas seine Wut. Mit der flachen Hand knallte er auf den Tisch und schrie den Mann an, dass er seine dämlichen Spielchen lassen sollte. Dieser ließ vor Schreck sein auf seine Hose fallen. Das passte perfekt zu dem Bild, das Lucas von ihm hatte. Der Mann saß mit offenem Mund da und brachte kein Wort heraus, er stotterte lediglich vor sich hin. Nach einigen Sekunden hatte er sich allerdings gefangen.
„E … E … Es … tu … tut mir Leid, ich wollte Sie nicht belästigen. Es ist nun sicherlich ein schlechter Zeitpunkt Ihnen den Grund zu nennen, warum ich sie die letzten beiden Tage beobachtet habe, aber da bleibt mir wohl keine andere Wahl. Schließlich möchte ich die Situation auch nicht eskalieren lassen. Ich denke, das ist im Sinne aller Beteiligten.“
Lucas stutzte. „Warum im Sinne aller Beteiligten?“
„Nun gut, mein Name ist Falco Poulsen und ich bin im Auftrag …“
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#20
Lucas schluckte. Welches Team hatte mitbekommen, dass er hier seinen Urlaub verbringt und hat ihn bis auf die Insel verfolgt? „ … , also auf Bitten von einem deutschen Rennstall hier.“ „Nun rück schon raus“, dachte Lucas sich. Ein sehr professionelles Team konnte es ja nicht sein nach dieser Aufführung. „Ich denke sie kennen den Rennstall. Was frag ich eigentlich so. Ich denke jeder kennt das Team T-Mobile.“ Lucas fielen fast die Augen aus dem Kopf und Herr Poulsen grinste überlegen. „Ich soll Ihnen die Vorzüge unseres Rennstalles aufzeigen und sie von einem Wechsel zu uns überzeugen.“ Während Poulsen dachte er hätte Lucas total von den Socken gehauen war dieser einfach nur schockiert, was für einen inkompetenten Angestellten T-Mobile auf ihn ansetzt. „Na Super“, dachte er sich. „Denken die etwa, dass die einen Jungprofi wie mich mit so einem Typen abspeisen können. Viel können die da ja nicht von mir halten.“ Lucas blickte auf und gab Poulsen ein gequältes Lächeln zurück. Lucas beschloss sich das Angebot trotzdem mal anzuhören, schließlich wollte er nach seinem übertrieben Auftritt vor einigen Minuten nicht noch unhöflicher rüberkommen. Herr Poulsen und er beschlossen darauf sich am Nachmittag zu einem Kaffee in der Hotellobby zu treffen.
Die beiden schüttelten sich die Hände und danach begab sich Lucas zu Tobi an den Tisch.
„T-Mobile“, sagte Lucas, worauf Tobi erstaunt aufschaute. „Mensch! Da bemühen sich gerade die um dich, die du schon vorher ausschließen wolltest, das solltest du noch mal überdenken.“ Lucas zuckte nur mit den Schultern. Ihm kam es so vor, als würde T-Mobile nicht viel an seiner Verpflichtung liegen, dafür war ihr Abgesandter einfach zu unprofessionell. „Naja, ich werde mir das Angebot mal anhören. Das schadet ja nichts.“
Den weiteren Vormittag verbrachten die beiden dann am Strand, aber Lucas war mit den Gedanken woanders. Der Entspannungsurlaub endete also erneut in Vertragsquerelen.
Aber ihm war es lieber diese schnell abzuhandeln, als würde er sich den ganzen Urlaub damit rumplagen müssen. Folglich überlegte er sich schon am Vormittag, ob er ein T-Mobile Angebot überhaupt annehmen würde, egal wie gut es wäre. Er fasste den Entschluss den Ausführungen von Herrn Poulsen zuzuhören, im Endeffekt aber abzusagen. Auf T-Mobile hatte er einfach keine Lust. Dieser Rennstall hatte besonders bei Kritikern ein zu schlechtes Image im Bezug auf junge Profis und Lucas war nicht gewollt dieses Image bestätigen zu müssen, wobei er sich bei seinen Fähigkeiten sicher war dieses eher aufpolieren zu können. Trotzdem war der Entschluss das Angebot abzulehnen sehr schnell in ihm gereift und so traf er nachmittags auch recht entspannt in der Hotellobby ein.
Herr Poulsen begrüßte ihn gleich freundlich. „Setzen Sie sich. Übrigens, Sie können mich ruhig Falco nennen.“ Lucas nickte. „Danke, ich bin der Lucas.“ „OK, dann bleiben wir doch gleich beim „du“, das hört sich dann doch gleich freundlicher an.“ Im Gedanken daran, dass er Falco sowieso absagen würde war Lucas diese Freundlichkeit nun schon irgendwie unangenehm, aber er wollte sich nichts davon anmerken lassen. In den folgenden Minuten hörte Lucas Falco aufmerksam zu. Man hatte für ihn schon ein kompaktes Angebot zusammengestellt. Er würde ein gutes Grundgehalt bekommen und je nach Rennzielen, die er erreichen sollte, würden vereinzelte Prämien dazu kommen. Auch wurden ihm Einsätze in der ProTour garantiert und im 2.Jahr bei T-Mobile sollte er auch eine der 3 Großen Rundfahrten bestreiten. Das sollte ganz von seiner Entwicklung abhängen.
Lucas war sichtlich überrascht, denn anscheinend hatte sich T-Mobile doch schon längere Zeit mit ihm beschäftigt, das konnte er am Umfang des Angebotes doch schon einigermaßen erkennen. Obwohl er über dieses Angebot sehr erfreut war stand für ihn fest, dass er es ausschlagen würde. Er wollte es einfach nicht, da könnten sie ihm einen noch so brillanten Vertrag vorlegen. Das hatte Lucas jedenfalls bis zu diesem Zeitpunkt gedacht. Doch dann erwähnte Falco seinen letzten und für Lucas eventuell bedeutendsten Punkt des Vertrages. „Wenn du jetzt noch nicht überzeugt bist von unserem Angebot, dann haben wir hier noch eine Klausel für dich, mit der kannst du unseren Vertrag gar nicht ausschlagen. Wir wissen durch sichere Quellen und auch unsere eigenen Beobachtungen, dass dir sehr viel an deinem Bruder liegt und, dass dieser auch ein guter Radfahrer ist im Jugendbereich. Hier das Angebot: Du unterschreibst einen Vertrag bei uns und wir bringen deinen Bruder in einem unserer Jugend – u. Aufbauteams unter, so dass er sich dort entwickeln kann und in einigen Jahren dann vielleicht mit dir zusammen fährt. Was hältst du davon?“
Lucas war einfach nur sprachlos und wusste nicht, was er dazu sagen sollte.
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#21
Ungläubig schaute Lucas Falco an. „Ist das dein Ernst?“ „Voll und ganz.“ Falco’s Verhalten strahlte Souveränität und Siegesgewissheit aus. Noch vor wenigen Stunden führte er sich wie der größte Tollpatsch auf und nun fühlte er sich durch eine kleine Vertragsklausel wohl wie der König der Welt. Eigentlich wollte Lucas nicht zu T-Mobile, aber dieser Anhang brachte seine getroffene Entscheidung komplett ins schwanken. Gerne würde er seinem Bruder das Tor für eine goldene Zukunft öffnen und dieser hegte schließlich auch keine Antipathien gegenüber T-Mobile, aber Lucas selber mochte diesen Rennstall halt von Grund auf nicht.
Das Angebot war so eigentlich schon gut, aber nun war es dermaßen verlockend, dass er sich wirklich Zeit nehmen wollte um darüber nachzudenken, besonders natürlich um mit Tobi darüber zu sprechen. Er wollte seinen kleinen Bruder nicht enttäuschen.
Es würde nichts bringen die Klausel zu verschweigen, denn schließlich könnte Falco ihm davon erzählen und sowieso würde Lucas dann ein schlechtes Gewissen haben, da er seinem Bruder einen Einstieg in den Profi-Radsport verbaut hätte.
Lucas holte noch mal tief Luft und setzte zum sprechen an. „Ich hoffe du nimmst mir das nicht übel, aber ich würde das Thema gerne mit meinem Bruder alleine beratschlagen.“ Falco nickte zustimmend. „Zwar kann ich mir nicht vorstellen, dass er bei so einem Angebot nein sagen würde, aber ich gebe euch die Zeit. Das ist schon in Ordnung. Sobald ihr einen Entschluss gefasst habt meldet ihr euch bei der Rezeption, ich werde meine Telefonnummer für euch hinterlegen. So, ich muss dann auch los, es sind noch einige Termine zu erledigen.“ Mit einem Lächeln verabschiedeten sich die beiden, wobei Lucas schon ziemlich abwesend wirkte. Die Entscheidung war sehr diffizil und er wusste sich nicht wirklich weiterzuhelfen. Auf das Angebot von T-Mobile wollte er nicht wirklich zurückgreifen, jedenfalls nicht so vorschnell, doch durch das Angebot hatte er nun bei weiteren Angeboten eine einzige Bedingung, seinen Bruder irgendwo unterbringen. Aber wie könnte er nun die Angebote vergleichen, schließlich hatte er nur ein konkretes und man wollte auch eine baldige Entscheidung, bestenfalls noch im Urlaub. Und am kompliziertesten war, wie er überhaupt mit anderen Teams in Kontakt treten könnte. Das alles musste Lucas jetzt überdenken und begab sich dafür auf eine kleine Strandwanderung fernab vom Trubel des „Strandes der Engländer“. Er wollte dort in Ruhe seine Gedanken sammeln. Um Tobi nicht zu beunruhigen ließ er ihm noch übermitteln, dass er noch weitere geschäftliche Dinge zu klären hätte. Irgendwie stimmte das ja auch, aber Tobi hatte keinen blassen Schimmer, dass es dabei um seine Person ging.
Zwei Stunden war Lucas im Endeffekt unterwegs, aber eine endgültige Entscheidung hatte er nicht getroffen. Er spielte mit dem Gedanken den Urlaub zu beenden um in Deutschland mit Hilfe von Andreas mit T-Mobile weiterzuverhandeln und auch mit anderen Teams in Kontakt zu treten. Das Problem dabei war, dass er Andreas nicht enttäuschen wollte, schließlich hatte der den Urlaub finanziert und wollte, dass Lucas sich entspannt um für die folgenden Entscheidungen einen freien Kopf zu bekommen. Lucas wusste, dass er diesen noch nicht hatte und Andreas würde es ihm wahrscheinlich übel nehmen, wenn er einfach so ein T-Mobile Angebot annehmen würde. Der größte deutsche Rennstall wiederum wollte eine schnelle Entscheidung von ihm. Auch wenn Lucas es nicht so wirklich wahrhaben wollte, steckte er hier in einer Zwickmühle. In Gedanken versunken schlenderte Lucas zurück zum Hotel während die Sonne unterging und es allmählich frisch wurde am Strand. Um seine Hände ein wenig zu wärmen steckte er diese in seine Hosentaschen und da fiel ihm ein kleiner Zettel auf. „Die Lösung!“, dachte er sich. Gerade als die Situation ausweglos erschien fand Lucas den Zettel von Felipe in seiner Tasche. Er wusste zwar nicht, ob Felipe ihm die Wahrheit sagte, aber wenn er es wirklich wissen wollte musste er Felipe anrufen und noch mal nachfragen, was es mit der 2.Nummer auf sich hatte bzw. er müsste die 2.Nummer selber anrufen. „Was hab ich zu verlieren? Wer nichts wagt, der nichts gewinnt.“
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#22
Noch auf dem Weg zurück zum Hotel beschloss Lucas erst Felipe anzurufen um sich noch mal zu erkundigen, wen er bei der 2.Nummer erreichen würde. Durch den Druck, den er von T-Mobile bekam, war er gezwungen schnell zu handeln und deshalb wollte er Felipe gleich nach der Ankunft im Zimmer anrufen. Zu diesem schnellen Entschluss trug auch die Neugier bei. Er war gespannt was Felipe für ihn parat hatte und dabei interessierte ihn nicht mal mehr, dass er fast gar nichts über diesen komischen Taxifahrer wusste. Krumme Machenschaften waren auf den Kanaren an der Tagesordnung und Lucas lief Gefahr in solche Machenschaften verwickelt zu werden. Aber diese Gedanken wichen aus seinem Kopf, da er sich gezwungen sah zu handeln. T-Mobile hatte die Maßstäbe sehr hoch gesetzt: Tobi auf dem Weg in den Profi-Radsport, vielleicht bald an seiner Seite. Erst diese Klausel zwang Lucas zum Handeln, denn er wollte nur das Beste für seinen Bruder. Da waren ihm selbst irgendwelche Risiken egal und deshalb wählte er, im Hotel angekommen, ohne weiter darüber nachzudenken Felipe seine Nummer. „Felipe Juanches?“ „Ja Felipe, Lucas hier. Ein T-Mobile Angestellter ist mir auf die Insel gefolgt und sie haben mir ein Angebot gemacht, das ich eigentlich nicht ablehnen kann.“ „Ah, warum iste so gut oder wie?“ „Ja, das auch. Aber das ist nicht ausschlaggebend dafür, dass ich über das Angebot nachdenke. Sie haben mir nämlich angeboten meinen kleinen Bruder in einem ihrer Jugendteams unterzubringen.“ „Ist doch wunderbar, freu mich für dich und deine Bruder.“ „Ja danke. Das ist schön und gut, aber ich will nicht zu T-Mobile. Das bleibt weiterhin so. Aber durch dieses Angebot ist mir in den Sinn gekommen, wie gerne ich Tobi die Chance ermöglichen will dem professionellen Radsport näher zu kommen.“ Kurz war es still, dann räusperte sich Felipe. „Gut, aber ich verstehe dann nicht deine Problem, das vielleicht einzige Chance für ihn. Nur weil du Team nicht magst, du willst Zukunft von deine Bruder auf Spiel setzen?“ Das Gespräch entpuppte sich so schwierig, wie Lucas es erwartet hatte. „Nein, das nicht, aber T-Mobile ist nicht das Team das ich bevorzuge. Ich wollte dich fragen, was es mit der 2.Nummer auf sich hat. Schließlich hast du gesagt, dass diese mir helfen kann, wenn ich eine Entscheidung suche. Also sag mir bitte, um wen oder was es sich bei dieser Nummer handelt.“
Lucas machte das Telefonat zu schaffen, Schweißperlen bildeten sich auf seiner Stirn. Er vertraute diesem Mann, über den er fast nichts wusste, seine Geheimnisse an, er hoffte, dass dieser Mann ihm und seinem Bruder helfen konnte. Er war nervös, denn eine Enttäuschung bedeutete entweder zu T-Mobile zu wechseln oder den nächsten Flieger nach Deutschland zu nehmen. „Nun gut. Lucas, du weißt ich habe Kontakte in Radsportgeschäft und diese Nummer ist eine von meine Kontakte. Ich denke, dass diese Person dir weiterhelfen kann, ich werde einlegen gutes Wort für dich. Wenn du Glück hast kannst du dich noch morgen mit die Person treffen und du brauchst nicht mal anrufen. Ich regele das und du musst morgen früh nur zur Rezeption gehen und fragen nach Nachricht von Felipe … ich werde dort was für dich hinterlassen. Wenn alles klappt wirst du morgen eine wunderschöne Nachmittag haben. Wünsch mir Glück dafür, Lucas mein Junge. Adios!“ Lucas behielt den Hörer noch einige Sekunden am Ohr bevor er ihn auflegte. Ihm kam diese ganze Geschichte sehr komisch vor. Viel schlauer als vor dem Telefonat war er nicht. Er wusste lediglich, dass er die Person, der Felipe die 2.Nummer zugeordnet hatte, morgen eventuell treffen könnte.
Aber wer war diese Person? Ein Radfahrer? Der sportliche Leiter eines Rennstalls? Oder war es doch nur ein Handlanger von Felipe. Felipe ein Mafiosi? Warum sollten sie versuchen einen jungen deutschen Radrennfahrer auszubeuten? Lucas konnte sich auf seine eigenen Theorien keinen Reim machen. Nur eines stand jetzt für ihn fest. Er musste mit Tobi über die Vertragssituation mit T-Mobile reden. Dafür musste er ihn erstmal suchen. Nach einer kurzen Weile fand er ihn am Pool. Er war Nachtbaden mit 2 Mädels. Lucas hatte schon überlegt, wie er anfangen sollte, aber er war sich immer noch nicht sicher. Er trat an den Beckenrand. „Tobi, kannst du mal kurz kommen?“ „Komm du doch rein, wir haben eine Menge Spaß!“ Lucas erkannte das und wollte Tobi diesen Spaß nun nicht verderben. „Das sehe ich. Ich wollte eigentlich nur fragen, ob wir nicht eine Route aussuchen wollen, die wir morgen mit dem Rad befahren?“ Tobi freute sich. „Morgen endlich die Radtour? Geil! Also ich bin für etwas Abwechslung, ein wenig an der Küste lang, aber ich will auch ein paar Berge im Landesinneren bezwingen.“ „Das hört sich gut an!“ Lucas lächelte. Er hatte beschlossen Tobi morgen während dem Radausflug von dem Angebot zu erzählen.
„Was ist nun? Kommst du noch mit in den Pool oder was?“ Tobi war aus dem Becken geklettert und klopfte ihm auf die Schultern. „Na, sei mal nicht so schüchtern, du Süßer!“ rief eines der Mädchen aus dem Pool. Eigentlich hatte Lucas keine Lust, doch eher er sich verdrücken konnte schubste Tobi ihn in den Pool. Wenigstens konnte er sich so von den weiterhin bestehenden Problemen ablenken.
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#23
Am darauf folgenden Morgen meldete sich Lucas recht früh an der Rezeption und tatsächlich hatte Felipe ihm eine Nachricht hinterlassen. „Komme zu 13 Uhr zum Café „Santo Domingo“ in San Bartolome de Tirajana. Sei bitte mit dem Rad unterwegs.“ Er ließ sich von der Frau an der Rezeption eine Karte geben und suchte auf dieser den Ort. Nach einigen Sekunden fand er ihn, recht zentral gelegen. Dabei fiel ihm auf, dass in der Nähe auch der 1949 Meter hohe Berg Pico de las Nieves lag. Bei diesem Berg führte eine Straße fast bis auf den Gipfel und so konnte man ihn perfekt zu Trainingszwecken nutzen und auch der Ausblick sollte von dort grandios sein. Recht schnell fasste Lucas den Entschluss den Nieves in sein heutiges Trainingsprogramm einzubeziehen und dort auch mal Tobi seine Fähigkeiten zu begutachten. Nun musste nur noch eine Route festgelegt werden und das tat er am Frühstückstisch mit Tobi. Der wollte ja noch unbedingt die malerische Küstenlandschaft auf dem Rad erkunden und diese Bitte konnte ihm Lucas auch nicht ausschlagen, denn er hatte auf der Taxifahrt selber sehr wenig davon mitbekommen. Die beiden schauten auf die Karte und fanden im Endeffekt eine Route, die bis San Bartolome schon 76 km betragen würde.
Von Playa del Ingles sollte es über Arguineguin nach Puerto de Mogan an der Küste langgehen, eher man dort Richtung Mogan ins Landesinnere fahren würde. Kurz darauf würde man von einer der Hauptstraßen auf eine kleinere Straße abbiegen um nach Ayacata zu gelangen. Wenn man dort die C811 einfach nur überqueren würde, würde man schon zum Nieves fahren können, aber man musste ja vorerst rechts nach San Bartolome abbiegen. Auf dem Rückweg sollte es nach dem Nieves von San Bartolome aus einfach über Fataga Richtung Süden gehen und nach etwas über 150 km würde man wieder den Heimatort erreichen. ( um das ganze zu erleichtern nun die Karte und einen Link für eine größere Karte, die Kilometerzahlen sind mit den Angaben auf der größeren Karte berechnet:
http://online.cicar.com/outset/EN/Downlo...anaria.jpg ) Für einen Ausflug während des Urlaubs hatten die beiden sich ganz schön was vorgenommen und für Lucas war die Radtour nicht die einzige Schwierigkeit des Tages. Schließlich musste er Tobi noch von dem T-Mobile Angebot erzählen und dann war da noch das Treffen mit dieser ominösen Person, von der er überhaupt nichts wusste. Er beschloss allerdings Tobi von dem Treffen zu erzählen und ihn dorthin mitzunehmen, wobei Tobi nicht den genauen Grund wusste. Folglich war Tobi auch recht neugierig und wollte wissen um was für ein Treffen es sich handelte. Lucas erwähnte allerdings nur, dass es sehr wichtig sei und es auch für ihn eine Rolle spielen könnte. Insgeheim hoffte er, dass er sich mit einem Vertreter eines interessierten Teams treffen würde und es wäre praktisch Tobi gleich in die Gespräche einzubinden, wenn man T-Mobile ausstechen wollte. Von dem T-Mobile Angebot selber wollte Lucas seinem Bruder auf dem Weg nach San Bartolome erzählen, denn Tobi nichts ahnend in eine eventuelle Vertragsverhandlung einzubinden würde zu riskant sein.
Nach dem Frühstück zogen sich die beiden um, checkten noch mal ihre Räder und rollten los in Richtung San Bartolome – Final Destination!?
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#24
Jetzt, während der Arbeitszeit waren die Straßen recht leer und das kam Tobi und Lucas bei ihrer Ausfahrt natürlich entgegen. Oftmals konnten sie an der Küste die Straßenbreite voll ausnutzen, was auch von Nöten war bei der kurvigen Straße. Das war eigentlich auch die einzige Schwierigkeit. Größere Höhenunterschiede mussten nicht gemeistert werden, aber das änderte sich, als man bei Puerto de Mogán ins Landesinnere abbog. Als Vulkaninsel bekannt steigt Gran Canaria in Richtung Innenland der Insel immer weiter an, das hatte Lucas auch schon vorher anhand eines Satellitenbildes aus dem Internet erkannt. Auf diese Kletterpartien freute er sich besonders und er sollte nicht enttäuscht werden. Nach Mogán schlängelte sich die Straße noch durch ein Tal, wie man auch gut auf einem Foto sehen konnte, dass Lucas in einem Reiseführer gefunden hatte.
[Bild: http://www.urlaub.com/accommodation/pict...62web.jpeg]
Aber nachdem man hinter dem Ort von der Hauptstraße C810 abbog wurde begann die Berg – u. Talfahrt. Tobi und Lucas kamen ganz schön ins schwitzen, aber trotz allem machte es beiden eine Menge Spaß. Lucas wollte diesen Spaß gar nicht so recht unterbinden und er fand einfach keinen guten Zeitpunkt Tobi von dem Angebot zu erzählen. „Bergsprint!“ rief Tobi. Vor ihnen lag eine kleine steile Kuppe und Sekundenbruchteile nachdem Tobi den Sprint angekündigt hatte zog er auch von vorne weg. Lucas hatte kurz nicht aufgepasst und musste sich erst ans Hinterrad herankämpfen, aber als er dieses hatte konnte er recht leicht an Tobi vorbeiziehen und den Sprint für sich entscheiden. „Zwischen der Jugend und den Profis gibt es halt noch ein paar Unterschiede“, rief Lucas seinem Bruder zu, „Aber keine Sorge, bald wirst du auch auf so einem hohen Niveau Rad fahren, ich verspreche es dir.“ Während Tobi verdutzt schaute sah Lucas nun den perfekten Zeitpunkt gekommen um ihn von den Gesprächen mit Falco zu unterrichten. Während die beiden weiterfuhren fing Lucas an seine letzten Sätze zu erklären. „Auch wenn du jetzt ein wenig überrascht guckst, das ist mein voller Ernst. Du weißt ja von dem T-Mobile Angebot. Eigentlich wollte ich es ausschlagen, aber ich hab es nicht getan.“ Erstaunt blickte Tobi Lucas an. „Warum nicht? Du hast T-Mobile doch immer kategorisch ausgeschlossen.“ „Da hast du Recht, aber es gibt da einen Grund und der bist DU.“ „Ich! Warum?“, war das einzige was Tobi erwiderte. Lucas konnte seinem Bruder die Neugier ansehen und er wusste, dass es jetzt an der Zeit war ihm die ganze Story zu erzählen. „T-Mobile hat mir ein Angebot gemacht und schon die normalen Vertragskonditionen waren sehr gut. Aus der Ruhe hat mich das allerdings nicht gebracht. Ich hab mir gedacht, dass ich lieber für ein bisschen weniger Geld arbeite, als dass ich für die arbeite. Folglich hatte ich mit dem Angebot auch schon abgeschlossen, als Falco eine kleine Zusatzklausel erwähnte“ … Lucas holte tief Luft. „Du sollst mitkommen. Du sollst in ein Jugendteam von T-Mobile gebracht werden, in dem man dich auf den Profi-Radsport vorbereitet.“ Deutlich konnte Lucas das Glänzen in Tobis Augen erkennen. „Und, hast du unterschrieben?“ Mit großen Augen guckte Tobi Lucas an und Lucas fuhr ein kalter Schauer über den Rücken. Ihm tat es in diesem Moment in der Seele weh, dass er seinem Bruder für die kommende Saison noch nichts versprechen konnte. Tobi würde denken, dass er seine eigenen Abneigungen über die Liebe für seinen Bruder stellen würde und deshalb war es schwer für Lucas nun die richtigen Worte zu finden. Während Tobi Lucas immer noch erwartungsvoll anschwieg schaute der zum Boden und schwieg einige Sekunden bevor er Tobi in die Augen blickte und mit leicht zittriger Stimme „Nein“ sagte. Lucas brach das in diesem Moment das Herz, obwohl er wusste, dass es noch Chancen für die beiden gäbe. Von der einen auf die andere Sekunde war Tobi seine Euphorie verflogen und er schaute Lucas nur ungläubig an. „Das ist auch der Grund, warum wir heute diese Route gewählt haben. Ich habe dir ja von Felipe erzählt und er hat mir ein Treffen in San Bartolome arrangiert. Mir wurde gesagt ich solle mit dem Rad kommen, also hoffe ich, dass die Person, die dort auf uns wartet ein Vertreter eines Teams ist. Und dich nehme ich mit um ihn davon zu überzeugen, dass du ein großartiges Talent bist. Dann werden sie dich auch verpflichten.“ Tobi schüttelte den Kopf. „Du weißt nicht mal, wer dieser Felipe ist, aber denkst, dass er dir ein Deal in der ProTour besorgen kann? Das ist gefährlich, da kaufst du doch die Katze im Sack. Das Angebot von T-Mobile ist seriös, nimm es doch einfach. Das wäre grandios für uns beide. Wir bleiben in der Heimat und fahren bald in einem Team.“ Lucas verstand seinen Bruder durchaus, denn es war für ihn die Möglichkeit zu einem vorentscheidenden Durchbruch, aber das war bei ihm nicht anders und die letzten Jahre hatten verdeutlicht, dass ein Durchbruch bei T-Mobile fast unmöglich war. „Ich verstehe dich doch Tobi, aber ich will wenigstens die Chance nutzen mir ein weiteres Angebot anzuhören. Diese Chance habe ich hier eventuell und das bestehende Risiko gehe ich gerne ein, für uns beide. Schließlich könnte ich das T-Mobile Angebot auch einfach ablehnen und nicht weiter an dich denken, denn vorrangig geht es hier um meine Karriere. Du musst sehen, dass man nicht alles geschenkt haben kann, ich musste mir den jetzigen Status auch hart erarbeiten. Ich hoffe du kannst das verstehen.“ Auch wenn Tobi nach Außen hin nicht wirklich zugeben wollte, dass sein Bruder Recht hatte wusste er es im Inneren. Das so einfach zu verstehen ging nicht, nachdem er sich schon fast bei T-Mobile sah. Schlussendlich lenkte Tobi dann aber doch ein. „Okay, Kurzer. Denn lass uns jetzt nach San Bartolome fahren und diesen Deal für uns klar machen.“ Bevor die beiden dies taten genossen sie kurz vor Ayacata noch mal die Aussicht und Tobi drückte seinen Bruder zum Dank für seine Hingabe.
[Bild: http://www.blackandwhitegallery.de/konve...lmonds.jpg]
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#25
Wieder einmal sehr gut geschrieben. Jetzt gehts ja richtig los mit der Tourvorbereitung und ich bin gespannt, ob es letztendlich wirklich T-Mobile wird, wo er landet. ?-( Daumen hoch

Ansonsten entwickelt sich das hier ja fast zu einem Thread nur für uns zwei... :winke: Breites Grinsen
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#26
Mal schauen!

Wie gesagt hab ich ja angekündigt, dass zwischen März und September 2007 im AAR-Jahr eine Pause ist, weil das Ding mir da der Rechner samt der Daten abgeschmiert ist. Bin derzeit schon dabei Texte für die Zeit nach September 2007 zu schreiben, hoffe da kann ich an alte Fähigkeiten anknüpfen ^^
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