Nachruf auf Gene Kiniski
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Am 14. April 2010 starb im Alter von 81 Jahren die große kanadische Wrestlinglegende
Gene Kiniski an Krebs. Kiniski war einer der letzten noch lebenden kanadischen Wrestler der Nachkriegszeit. Nach dem Tod von Yvon Robert, Billy Watson und Killer Kowalski ist mit ihm ein weiteres Stück Geschichte von uns gegangen. Gene Kiniski wurde am 23. November 1928 unter seinem richtigen Namen Eugene Nicholas Kiniski in der Nähe von Edmonton, Kanada geboren. Er war eines von sechs Kindern von Nicholas und Julia Kiniski. Mit 17 Jahren war Gene zunächst Amateurwrestler und Footballspieler an der St. Joseph High School, bis ihn Leo Magrill vom Edmonton YMCA verstärkt im Amateurringkampf ausbildete. Von da an war sein Interesse für das Wrestling eigentlich nicht mehr zu stoppen.
Im Frühjahr 1952 debütierte Gene als Pro-Wrestler bei Promoter Rod Fenton in Arizona. Fenton gehörte zur Gruppe von Sam Menacker und Mike London (Albuquerque-Denver-El Paso). Im Sommer 1953 trat Gene ein letztes Mal für die Edmonton Eskimos auf. Den ersten großen Push bekam er 1954 in Süd Kalifornien unter dem California Wrestling Office (Cal Eaton, Hugh Nichols, Mike Hirsch). Eaton organisierte den Kampf Lou Thesz-Gene Kiniski am 03. November 1954 im Los Angeles Olympic Auditorium. Thesz besiegte ihn und verteidigte seinen NWA World Title. Kiniski erschien erstmals durch Eaton’s Olympic-Shows im Fernsehen. Zu dieser Zeit war Kalifornien ein riesiger Wrestling-Markt, der Millionen an Dollars umsetzte. Am 07. Januar 1966 sahen über 11.000 Zuschauer im Kiel Auditorium in St. Louis, wie Gene seinen größten Sieg errang. Er besiegte Thesz und wurde neuer NWA World Champion. Er verteidigte die höchste Trophäe des damaligen Wrestlings bis zum 11. Februar 1969. An diesem Tag besiegte ihn Dory Funk Jr. beim “Gasparilla Spectacular” von Promoter Cowboy Luttrall in Tampa, Florida.
Ab 1957 pushten ihn die beiden großen Promoter Frank Tunney und Eddie Quinn. Er gewann den British Empire Title in Toronto am 02. Mai 1957 von Pat O’Connor und den Montreal World Title von Edouard Carpentier am 12. Juni 1957. Quinn’s Zugpferd war der eisenharte Killer Kowalski, der ihm im Juli 1957 den Montreal World Title vor über 21.000 Zuschauern wieder abnahm. Highlights aus seiner Karriere waren ferner:
- Gewinn des AWA World Title von Verne Gagne am 11. Juli 1961 in Minneapolis
- Ernennung zum Amarillo World Champion durch Karl Sarpolis im März 1962
- Gewinn des International Title 1970 in Japan
Geschichte geschrieben hat auch seine Fehde mit dem WWWF Champion Bruno Sammartino 1964. Er galt zwar als heißer Herausforderer auf den Titel, konnte ihn allerdings doch nie gewinnen. Kiniski war in Kanada ein Kassenschlager. Auch wegen seiner schlagfertigen und witzigen Interviews ist er bei alten Fans noch immer in Erinnerung. Seine größten Gegner neben Kowalski, Carpentier und Thesz waren: Dick “the Bruiser” Afflis, Johnny Valentine und Dory Funk Jr.. Durchweg war Kiniski auch ein Top-Star für Promoter Sam Muchnick in den 70er Jahren. Am 16. November 1987 war er Teilnehmer der WWF Legends Battle Royal. Vincent Kennedy McMahon sponserte eine Show, wo noch mal einige Legenden des Wrestlings auftraten. Am 25. Februar 1992 bestritt Gene den letzten Kampf. Gene wrestlete oft im Vancouver-Zirkel und kaufte später auch Anteile für verschiedene Promotionrechte zusammen mit Sandor Kovacs, einem der zahlreichen lokalen Veranstalter in dieser Region. Er hinterlässt seine beiden Söhne Nick und Kelly, die ebenfalls als Wrestler aktiv waren. Mit seinem Tod endet ein großes Kapitel amerikanischer Wrestlinggeschichte.