Blubb
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Schon in der Frühzeit des Pro Wrestling führten die Fans angeregte Diskussionen darüber, welche der vielen Legenden des Business sich wohl als "größte Legende von allen" bezeichnen dürfe. Bis heute hat sich diese Tradition gehalten und es werden immer wieder fleißig einzelne Wrestler, Promoter oder Tag Teams miteinander verglichen. Ich möchte euch in diesem Thread dazu einladen, diese "Tradition" hier fortzuführen :o)
Ich werde in diesem Thread jeweils zwei Wrestling-Legenden vorstellen, von denen ich denke, dass die Frage nicht ganz so eindeutig zu beantworten ist, wer denn die bedeutendere Legende der beiden ist. Vielleicht gebe ich auch meine eigene Einschätzung ab und liefere ein paar Eckdaten. Anschließend seid dann ihr gefragt!
Zum Begriff "Wrestling-Legende"
Der Ausdruck "größte Wrestling-Legende" ist natürlich schwammig und bedeutet für jeden etwas anderes. Deswegen ist es notwendig, dass ihr eure Meinung begründet! Als Hilfsmittel gebe ich hier mal mehrere Kategorien vor, auf deren Basis ihr euer Endergebnis erläutern könnt, wenn ihr das möchtet:
1. Wrestling Skills - Wer lieferte die beste (sportliche) Leistung im Ring ab?
2. Entertainment Skills - Wer konnte die Fans mit seinen Interviews, der Darstellung seines Gimmicks, in Storylines oder einfach mit seinem Charisma mehr überzeugen?
3. Drawing Power - Wer zog die meisten Fans in die Arenen und vor die Bildschirme?
4. Erfolge - Wer feierte im Ring die größten Siege und Titelerfolge?
5. Einfluss - Wer hat durch seine Präsenz auf das Wrestling-Business den meisten bzw. besten Einfluss gehabt?
Natürlich könnte man noch weitere Kategorien hinzufügen, das könnt ihr handhaben wie ihr wollt. Es kommt nur darauf an, dass ihr am Ende knallhart sagt, wer von den beiden Kandidaten denn nun für euch die größere Legende ist und warum :o)
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Starten möchte ich den Thread gleich mit zwei Konfrontationen, damit sowohl die Fans der modernen Ära als auch die Freunde älterer Legenden auf ihre Kosten kommen ;) Also.. ich bin gespannt: Wer ist für euch die größere Legende und warum?
Legende vs. Legende #1: Bret Hart vs. Shawn Michaels
Hätte man die Frage vor Michaels’ langer Pause ab 1998 gestellt, wäre die Antwort wohl nicht unbedingt immer zu seinen Gunsten ausgefallen. Bret Hart war als Champion dominanter in Erscheinung getreten, Michaels hingegen wurde nachgesagt, dass sein Run als WWF Champion ein Flop war. Nach 2002 legte sich der Heartbreak Kid aber noch dermaßen ins Zeug, dass ihm wohl keiner mehr den Rang eines Mr. WrestleMania absprechen will, obwohl seine dortige Siegesbilanz und seine Titelerfolge nach wie vor zu Wünschen übrig ließen. Ich persönlich würde weiterhin Bret Hart vorne sehen, auch wenn ich das Gefühl habe, dass sein frühes Karriereende und einige seiner späteren Auftritte die heutigen Fans eher in Richtung Michaels schielen lassen.
Legende vs. Legende #2: The Crusher vs. Dick the Bruiser
Crusher Lisowski und Dick Afflis galten in den Sechziger Jahren als absolutes Brawler-Dream-Team und hielten zahlreiche Titel gemeinsam. In einigen Fan-Rankings der größten Wrestler aller Zeiten werden sie sogar auf einen einzelnen Platz gesetzt, als wären sie untrennbar miteinander verbunden. Ihre Karrieren waren jedoch recht unterschiedlich, denn während der Crusher in der AWA viel öfter und länger als Weltmeister in Erscheinung trat, profilierte sich der Bruiser zusätzlich erfolgreich aufs Promoting seiner WWA in Indianapolis. Für mich fällt eine Entscheidung zwischen den beiden sehr schwer, da ich deren Karrieren auch nicht tiefergehend kennengelernt habe.
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Bret Hart vs. Shawn Michaels
Ich bin/war eigentlich immer Bret Hart Fan, aus diesem Grund fällt es mir auch schwer objektiv zu beurteilen. HBK war der bessere Entertainer, doch hasse ich ihn dafür das er sich durch seine Backstage-Politik in den Main Event gepusht hat! Er wäre so oder so dort gelandet, früher oder später doch sein Verhalten kann ich einfach nicht gut heißen. Ob es zu IC Titel Zeiten war, als er sich zum Beispiel nicht für Dean Douglas hinlegen wollte, der zwar dann den Titel so zugesprochen bekam, aber welche Überraschung, Razor Ramon ( ein Buddy von HBK ) gewann am selben Abend den Titel wieder, oder Diesels World Titel run. Backlund hatte sich zusammen mit Owen den Titel erst von Bret geholt in einer der besten Fehden der 90er und dann welch Überraschung, durfte Diesel innerhalb einiger Sekunden sich den Titel in einer Houseshow holen, da wieder einmal ein HBK Vince überzeugen konnte das Diesel der richtige dafür sei. Was aus dem Jahr 95 wurde, wissen wir ja. 97 war es, da war eigentlich ein ReMatch zwischen Bret und HBK bei WM geplant, wo Bret diesmal gewinnen sollte, aber war ja nichts neues, das super Michaels sich wieder einmal nicht hinlegen wollte.... und und und, oder als HBk eine Affäre mit Sunny (obwohl diese mit Candido zusammen war) hatte und Vince ihnen sogar eine seperate Umkleide gab, damit niemand was mitbekam.... Screwjob, wo er auf seine Kinder Schwur (oder seine Frau keine Ahnung) das er nichts davon wusste, nur weil er Angst vor Bret hatte als er ihn daraufhin ansprach. :/: Ich hab bestimmt noch vieles vergessen, was man HBK vorwerfen kann aber egal... Ich bin mir jetzt ohnehin schon sicher, dass HBK gewinnen wird da viele Bret nie zu seiner Aktive Zeit im RIng gesehen haben... Zwar war HBK im Ring ein sehr guter Wrestler, doch menschlich verabscheu ich ihn....
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1. Bret Hart
Meines Erachtens bessere technische skills, wobei Michaels da schon gut aufgeholt hat.
Bret war über die ganze Karriere gesehen sicherlich der bessere Worker, soll heissen, er hat sich mehr hingelegt, als Michaels, der da früher ja krass war.
Auch in der früheren Tagteam-Phase würde ich das Team vom Hitman als bedeutender ansehen.
Zu seiner Zeit hat Bret auch wirklich die Hallen gefüllt. Gut, das hat Shawn dann später mit DX und in den letzten Jahren alleine auch geschafft.
Und für mich vielleicht am wichtigsten, der Hitman war mir früher immer viel sympatischer als Shawn, und ich habe enorm Mitgefühl gehabt, als das mit Own passiert ist. Zudem liebe ich die Anekdoten des Hitman wie es on the road so ist, als Wrestler.
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Als jemand der Michaels schon immer für gnadenlos überwertet gehalten hat,entscheide ich mich natürlich für Bret,der in meinen Augen der deutlich bessere Wrestler ist.An Bret Matches gefällt mir besser,das man dort immer einen gewissen Plan in seinen Aktionen erkenne konnte, während Shawn Michaels ausschließlich die Entertaimentschiene fuhr und es imemr so wirkte,als ob da einfach planlos eine Aktion auf die nächste folgte. Für mein Empfinden hatte Bret auch die größere Dawing Power,wenn ich mir mal angucke wie viele Bret-Plakette und Sonnenbrillen es zu seinen besten Zeiten im Publikum gab.Bei Michaels dagegen sind mir bedeutet mehr HBK- als DX-Plakete aufgefallen,was man wiederum auch auf Triple H zurück führen kann wenn man will.
Kurz und gut: Bret hat mich bedeutent besser unterhalten als Shawn.
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Ich würde für mich persönlich auch sagen, dass Bret die größere Legende ist. Wenn ich so drüber nachdenke, was für Klasse Matches aber Shawn bereits im Tag Team mit Marty Jannetty zeigte, wird es wieder etwas schwieriger für mich bei der Bewertung. Das waren echt gute Matches damals! Im Tag Team fand ich Shawn besser, als einzelner Wrestler hat mich wiederum Bret mehr begeistert.
Die Sachen, die damals 1997 passiert sind, werden meiner Meinung nach heute viel zu überbewertet. Klar, was damals in Montreal passiert ist, war keine Sternstunde des Wrestlings, aber man kann Michael's Karriere nicht nur darauf reduzieren. Wenn ich mir von beiden ihre gesamte Karriere vor Augen halte, dann ist 97 lediglich ein Teil davon, denn die schönsten Erinnerungen werden mir dadurch nicht genommen. Shawn im Team mit Marty - eine Erinnerung zu Anfang der 90er Jahre, die ich heute nicht mehr missen möchte.
Wo ich noch Mark war, zur Erinnerung ich kannte das Wort damals nicht, hingen dutzende Poster von Bret bei mir an der Wand. Irgendwie war ich zu dieser Zeit von beiden fasziniert.
Blubb
Gast
Es wundert mich wirklich, dass für Bret Hart hier deutlich mehr gestimmt wird. Scheinbar ist die Stimmung zu Michaels einfach von Board zu Board verschieden.
Ich geh mal die einzelnen Kategorien durch, um zu begründen, warum Bret für mich ganz knapp vorne liegt:
1. Wrestling Skills
Shawns Wrestling-Stil war spektakulärer und spot-lastiger. Was ihm an Mat-Wrestling und Ringpsychologie im Vergleich zu Bret fehlte, machte er auf andere Weise wett. Deswegen sehe ich sie hier ungefähr gleich auf, ich gebe jedoch Bret den Vorzug, da er den besseren "Ruf" als ernsthafter Wrestler hatte.
2. Entertainment Skills
Bret wird häufig nachgesagt, dass er übel am Mikrofon war und ich muss zugeben, dass seine Redekunst der des Heartbreak Kid unterlegen ist. Bret ist aber trotzdem sehr charismatisch gewesen. Unterm Strich geht diese Kategorie aber deutlich an Shawn.
3. Erfolge
Bret hielt öfter und länger World Heavyweight Titel in beiden großen Ligen. Er galt im Gegensatz zu Shawn als klassischer und guter Champion. Andererseits hat Shawn besonders in den letzten Jahren mehr erinnerungswürdige Matches abgeliefert, die er aber leider meistens nicht gewonnen hat. Dementsprechend liegt Bret auch in dieser Kategorie bei mir vorne.
4. Einfluss
Beide beeinflussten das Business positiv und negativ. Bret verlieh dem Business einen ernstzunehmenden und glaubwürdigen Touch, viele hielten seinen Stil für nachahmenswert. Shawn hingegen beeinflusste den Nachwuchs sehr, der mehr Wert auf Spots und Entertainment legte. In negativer Hinsicht machten sie allerdings ebenfalls beide Schlagzeilen ... Monreal .. die Clique ... Greg Oliver ... die Schlammschlachten im Hause Hart ... alles Ereignisse, die einen schlechten Beigeschmack hinterließen. Hier ist die Entscheidung sehr schwer, aber ich würde auch hier Bret den Vorzug geben, da seine "Eskapaden" eher nicht während seiner Bestzeit passierten und er dort noch als sehr ernstzunehmender und respektabler Athlet galt. Shawn hingegen hat mitten während seiner Zeit als World Champion soviel Mist gebaut, dass auch seine später geläuterte Haltung dies nicht mehr ausgleicht.
5. Drawing Power
Da beide nicht in einer Zeit aktiv waren, als die Wrestler noch mehr Leute in die Hallen gezogen haben, als die Promotion selbst, ist dieser Punkt ebenfalls schwer zu beurteilen. Shawn war sicherlich besonders in den letzten Jahren ein großer Draw für WWE, besonders im Gespann mit Triple H in der DX. Seine Matches bei WrestleMania waren meistens die, die den Fans immer schon im Vorhinein eine gewisse Qualität versprochen haben. Bret hingegen brachte die WWF als Champion durch eine schwere Zeit nach dem Ende der Hulkamania-Ära. Soweit ich mich erinnere wurde Bret jedoch als Champion nie ausgebuht (ohne dass er den Heel spielte), was Shawn Michaels als Vollblut-Babyface gegen Ende seiner ersten Regentschaft massiv passierte. Ich würde sagen, dass Bret hier erneut den Punkt bekommt, besonders in Kanada und Europa hat er sicherlich einiges an zusätzlichem Publikum für die Promotion gezogen.
Unterm Strich führt der Hitman bei mir also in 4 von 5 Kategorien und gilt für mich also als größere Legende als Shawn Michaels, wobei jedoch nochmal unterstrichen werden muss, dass alle Entscheidungen sehr knapp sind und beide sicherlich in einer All-Time-Greatest-Wrestlers-Liste nicht allzu weit voneinander entfernt sein sollten.
Blubb
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Zur zweiten Konfrontation: The Crusher vs. Dick The Bruiser
Hier muss ich wirklich sagen, dass ich die Karrieren der beiden viel zu wenig kenne, trotzdem kann ich ja mal meine subjektiven Eindrücke wiedergeben, in der Hoffnung, dass mir jemand beipflichtet oder mich korrigiert ;)
1. Wrestling Skills
Beide galten in erster Linie als Brawler, waren allerdings auch durchaus in der Lage, damals übliche Wrestling-Aktionen sauber auszuführen. In "Wrestling at the Chase" erzählt Larry Matysik beispielsweise, dass der Bruiser auch Dropkicks zeigen konnte, diese aber selten einsetzte, da die Fans ihn viel lieber prügeln sehen wollten. Soweit ich es überblicke hat von den beiden nur der Crusher Lisowski einen (Army-)Amateur Wrestling-Hintergrund, weswegen ich dem Crusher hier einen hauchdünnen Vorsprung geben möchte.
2. Entertainment Skills
Am Mikrofon waren beide nicht von schlechten Eltern, der Crusher war in meinen Augen jedoch ein wenig ... "flamboyanter" ... wie man so schön sagt ... Zigarren .. ein teurer Anzug ... solche Kostümierungen verbinde ich eher mit ihm als dem Bruiser. Ich habe den Eindruck, dass Lisowski hier mehr Einfallsreichtum bewiesen hat als der Bruiser. Deswegen geht auch hier der Punkt an den Crusher
3. Erfolge
Auch hier geht der Punkt für mich an den Crusher. Seine Regentschaften als AWA-Champion waren länger und zahlreicher, während des Bruisers zahlreiche WWA-Regentschaften immer auch damit in Verbindung gebracht werden müssen, dass er selbst WWA-Promoter war.
4. Einfluss
Hier gewinnt für mich endlich mal der Bruiser. Diesmal kommt ihm seine Promoter-Tätigkeit in der WWA zu Gute.. als Promoter hat er sicherlich die Karrieren vieler Stars mehr beeinflussen können als der Crusher ... und wenn man den Crusher als Prototypen des Austin-Charakters bezeichnen kann, ist ein Vergleich mit dem Bruiser auch immer möglich.
5. Drawing Power
Hier kommt für mich der Punkt, an dem ich nun wirklich gar nichts begründen kann, deswegen will ich mich hier nicht zu weit aus dem Fenster wagen, auch wenn ich hier irgendwie den Bruiser vorne sehe.
Unterm Strich fühle ich mich dazu bewogen, dem Crusher Lisowski den Vorzug zu geben. Als ich mich begann für ältere Wrestlinggeschichte zu interessieren, begegnete mir immer zuerst der Crusher und erst in zweiter Linie der Bruiser, auch wenn ich heute nicht mehr erklären kann wieso. Vielleicht weil das "Gimmick" des Crushers auch optisch ein wenig herausstechender war ... Erst später fiel mir auf, dass sich des Bruisers Karriere nicht wirklich vor dem des Crushers zu verstecken brauchte. Ich kann mir vorstellen, dass dem Crusher sein etwas exzentrischeres Auftreten auch in der allgemeinen Wahrnehmung damals einen kleinen Vorteil brachte und dementsprechend sein Vermächtnis befeuerte.
Edit: Zum Thema Drawing Power habe ich mir die Year-by-Year-Liste der größten Draws auf Basis der Erhebungen von Matt Farmer nochmal angeschaut, die einst vom Wrestling Observer veröffentlicht wurde. Nach Farmers Kriterien gewinnt der Bruiser in 11 Jahren und der Crusher in 4 Jahren von 1956 bis 1975, in den übrigen werden sie nicht in den Top 10 geführt. Die Siege des Bruisers sind sogar teilweise dominanter, 1959 landete er sogar auf Platz 2 hinter dem Team von Rocca & Perez. Ich bleibe also dabei und halte den Bruiser für den größeren Draw. Da hier die Überlegenheit so eindeutig ist, würde ich sogar sagen, dass ich dem Bruiser sogar den Gesamtsieg als größere Legende zuspreche. Die übrigen Kategorien sind mir zu knapp, als dass ich dem Crusher nur wegen ein paar AWA World Titles den Sieg geben möchte, während der Bruiser erfolgreicher Promoter und ein Riesendraw war.
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Wie findest du "Wrestling at the Chase"?? Hast dir das Buch gekauft?
Blubb
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Matysik ging mir mit seiner Selbst- und Muchnick-Beweihräucherung ein wenig auf die Nerven. Aber bei dem Ruf, den das St. Louis-Office genoss, kann das wohl auch gerechtfertigt gewesen sein, ich weiß es nicht. Insgesamt fand ich es aber nicht übel. So ein Buch sollte es über jedes Territorium geben ;)
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Wegen Bruiser und Crusher: Mich interessiert dieses AWA History Book dessen Titel ich im Moment nicht mehr weiß. Autor ist George Schire, der davor auch schon mindestens ein Buch geschrieben hat. Bei amazon bin ich damals nur per Zufall drauf gestoßen.
Blubb
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Dazu hab ich letztens eine Meinung gelesen. Es ist wohl das beste Buch, was es zu dem Thema gibt (gibt ja nicht viele), aber der Stil ist scheinbar gewöhnungsbedürftig. Angeblich ist das Buch in einer sehr blumigen Sprache im Kayfabe-Stil geschrieben, ich gehe daher nicht davon aus, dass viel über die Hintergründe zu den "Storylines" und Matches enthalten ist. Im Augenblick ist es mir das Geld jedenfalls nicht wert ;)
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Zitat:Original von zbyszko
So ein Buch sollte es über jedes Territorium geben ;)
Hier gibts ein Buch über das Territorium New York State - Buffalo:
http://www.buffalobooks.com/slams.html
Nach Vance Nevada ein gutes Buch! Würde mich auch interessieren, weil speziell über die Promotion von Ed Don George und Pedro Martinez müsste da ja einiges drinne stehen. Die Geschichte vom Upstate Athletic Club und Buffalo Wrestling Club ist bestimmt interessant, oder auch die Hanly Promotion in Newark, New Jersey.
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Hier mal meine spezielle Meinung dazu. Anmerken moechte ich das ich Shawn Michaels Karriere in den letzten 3-4 Jahren nicht verfolgt habe.
Legende vs. Legende #1: Bret Hart vs. Shawn Michaels
1. Wrestling Skills - Wer lieferte die beste (sportliche) Leistung im Ring ab?
Den Punkt würde ich ganz klar an Bret Hart geben. Ich gebe gerne zu das mir Bret Hart`s Stil besser gefallen hat, aber selbst wenn ich es so objektiv wie moeglich betrachte war Bret Hart einfach der bessere Pro Wrestler. Wenn man sich so manche Gegner anschaut die beide etwa zur gleichen Zeit gekaempft haben (Curt Hennig, Undertaker, Kevin Nash, Vader, Steve Austin, Davey Boy Smith, Owen Hart, Scott Hall, Ken Shamrock), dann muss man sagen hat Bret Hart immer die besseren Matches aus ihnen herausgeholt. Gerade mit schlechteren Wrestlern konnte Bret Hart oft dennoch gute Matches zeigen, Shawn gelang das kaum. Auch faellt auf das Shawn oft auch mal schlechtere Matches hatte selbst als Main Eventer, waehrend Bret Hart kontinuierlich gute Leistungen zeigte.
Shawn hatte zudem bis mitte der 90er Jahre die Angewohnheit oft nachlaessig im Ring zusein, was sich vorallem an seinem Selling zeigte das er oft vergass oder unregelmaessig zeigte. Bret Hart konnte selbst Lower-Mid Carder wie Superstars aussehen lassen in den Matches (man bedenke seine Fehden 1995 gegen JPL, Hakushi, Jerry Lawler, Bob Backlund), waehrend Shawn meistens sich gut aussehen lassen hat. Bret Hart war auch der bessere Storyteller, er konnte ein ganzes Match lang ein Ziel verfolgen. Man sollte auch bedenken das Bret Hart nicht nur grosse Matches in der WWF zeigte sondern auch ausserhalb, Shawn zeigte es nur in der WWF. Ist fuer mich ein ganz entscheidener Punkt bei dieser Beurteilung. Usw usw, man koennte endlos aufzaehlen.
2. Entertainment Skills - Wer konnte die Fans mit seinen Interviews, der Darstellung seines Gimmicks, in Storylines oder einfach mit seinem Charisma mehr überzeugen?
Geht an Shawn Michaels. Was die Interviews anbelangt so hat Shawn Michaels ein natuerlicheres Talent gehabt zu reden, Bret fiel das immer schwer. Shawn konnte viel besser unterhalten bei den Interviews. Bei Bret Hart war jedoch der Inhalt der Interviews meist besser, und das mochte ich an Bret`s Interviews. Bret gilt fuer mich zu Unrecht schlecht am Mic, habe mir sehr gerne seine Interviews angehoert weil man wirklich was vermittelt bekam.
Was die Gimmicks betrifft so waren beide gut, wobei ich Bret Hart als glaubwuerdiger ansehen wuerde. Das ist allerdings nur mein persoenlicher Eindruck wahrscheinlich weil ich Shawn nach seinem Heel Run bis 1995 nicht den Face Turn abgekauft habe. Bret Hart war in seiner Face Rolle herausragend, er war aber auch als Heel hervorragend. Shawn war als Heel herausragend, und als Face gut (mir persoenlich war er als Face zu flach). Charisma wuerde ich an Shawn Michaels geben, und das ist natuerlich ein wichtiges Kriterium. Oft koennen selbst die groessten Nichtskoenner im Ring durch ihr Charisma besser interagieren mit den Fans als die besten Wrestler. Shawn konnte im Ring gute Leistungen zeigen, hatte eine gute Koerpersprache und Charisma, weswegen er oft als bessere Performer/Showmen/Entertainer als Bret angesehen wird.
3. Drawing Power - Wer zog die meisten Fans in die Arenen und vor die Bildschirme?
Dieser Punkt sollte ebenfalls an Bret Hart gehen. Beide waren als WWF Champions keine grossen Draws, allerdings hatte Bret zu einer wie ich finde schwierigeren Zeit dann doch denke ich gute Zahlen. Bret wurde Champion nachdem Savage und Flair als WWF Champions 1992 nicht gut drawten (die konnten ebenfalls nichts fuer das Booking). Bret brachte die Zahlen etwas nach oben, vorallem drawte Bret auch im Ausland gut. Shawn Michaels Titlerun 1996 war eine Katastrophe (auch hierfuer konnte Shawn relativ wenig). Shawn`s Titlerun ende 1997/anfang 1998 war besser, allerdings kann man das auf den Montreal Screwjob wohl zurueckfuehren.
Zu diesem Punkt wuerde ich auch erwaehnen wollen das Bret Hart ein Star war auf den sich die WWF verlassen konnte. Shawn war ueberhaupt nicht verlaesslich und hat etliche male Title lieber vakantieren lassen als sie zu verlieren “aufgrund einer Verletzung“. Ist denke ich auch ein wichtiger Punkt wenn man in Betracht zieht auf wenn eine Promotion lieber setzt, und welche Auswirkungen es auf die WWF hatte das etwa WM 13 6 Wochen vorher total umgebaut werden musste und auch deshalb nicht erfolgreich war.
4. Erfolge - Wer feierte im Ring die größten Siege und Titelerfolge?
Der Punkt interessiert mich ehrlich gesagt nicht. Halte es nicht fuer wichtig wieviele Title oder Turniere, Battle Royals etc man gewinnt. Wuesste jetzt auch nicht wie ich das bewerten sollte.
5. Einfluss - Wer hat durch seine Präsenz auf das Wrestling-Business den meisten bzw. besten Einfluss gehabt?
Hier wurden schon einige interessante Punkte genannt. Ich wuerde diesen Punkt auch an Bret geben. Warum? Ich gebe etwa zu bedenken das Bret Hart der Mentor von Rocky Maivia war 1996/1997. The Rock selbst hat schon oft gesagt wie sehr ihm das geholfen hat, und das er das erreichte aufgrund von Bret Hart. Zur gleichen Zeit hatte Bret Hart eine Fehde mit Steve Austin die letzteren zum Star machte. Man muss bedenken Bret Hart war nach seiner Auszeit 1996 DER Star der WWF, und er hat einem Programm mit dem Midcarder Steve Austin zugestimmt. Das ist etwas was ich etwa Shawn Michaels damals nicht zugetraut haette. Bret Hart hatte also einen riesen Einfluss gehabt auf die beiden Top Stars der Attitude Era, und damit auch einen grossen Einfluss auf die Attitude Era gehabt.
Ansonsten sehe ich etwa den “Montreal Screwjob“ garnicht negativ. Fuer alle beteiligte war es damals das beste was je passieren konnte auch wenn es garnicht beabsichtigt war. Lege das also auch positiv aus. Ansonsten haben beide so scheint es genau die umgekehrte Entwicklung genommen. Bret wirkte zu seiner aktiven Zeit vernuenftig und ist in den letzten 10 Jahren eher negativ aufgefallen, Shawn hatte in den 90er Jahren den Ruf eines ****** und hat sich anscheinend zum positiven gewandelt. Beides wuerde ich aber nicht zu hoch einschaetzen.
Was den Einfluss betrifft der In-Ring Skills, so koennte man sagen das Shawn da mehr Einfluss gehabt haette auf die spaetere Generation. Allerdings ist das ein allgemeiner Trend gewessen, und kaum einer wrestlet mehr heute so wie Bret Hart (oder jeder andere gute Wrestler) weil sie es einfach nicht koennen, weil es ihnen nicht abverlangt wird, weil sie es nicht trainieren (was alles sich gegenseitig beeinflusst). Sehe da bei beiden keinen grossen Einfluss auf die spaetere Generation, dazu waren beide nicht inovativ genug finde ich.
Bret “gewinnt“ also bei mir mit 3-1 relativ deutlich, haette das auch vorher so eingeschaetzt. Interessant waere vielleicht eine weitere Kategorie gewessen “Legacy-Wie bleibt der Wrestler nachfolgenden Generationen in Erinnerung?“. Das macht vielleicht auch viel aus bei der Einschaetzung des Status. Denke etwa das Bret Hart als Wrestler in einigen Jahrzehnten besser/positiver in Erinnerung sein wird als Shawn Michaels, obwohl letzterer 10 Jahre laenger wrestlete. Begruenden wuerde ich das damit das Bret Hart eben die besseren Matches in einer groesseren Anzahl gezeigt hat. Das ist ein Kriterium wo man etwa bei Wrestlern heute sieht die etwa vor 20, 30, 40 Jahren ihren Hoehepunkt hatten wie Ric Flair, Jumbo Tsuruta, Bob Backlund, Jack Brisco, etc. Man spricht ueber sie oft wenn man ihre Top Matches/Fehden nennt oder sich deswegen an sie erinnert. Ich glaube da wuerde Bret viel besser abschneiden als Shawn Michaels.
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