31.12.2004, 15:42
Letzte Woche hatte ich Greg LeMond,da ergibt es sich natürlich nun einige Passagen aus Laurent Fignons Karriere hier zu zeigen
Biographie Laurent Fignon
Es war in den Pyrenäen: Der blonde Pferdeschwanz des Radprofis Laurent Fignon wedelte hin und her. Der Tritt des Franzosen wurde immer schwerer. Der einstige Tour-Sieger kämpfte in einer abgeschlagenen Gruppe um den Anschluss. Er keuchte, kniete sich in die Pedale. Er stand auf, um Schwung zu holen. Dann setzte er sich wieder und musste die Konkurrenz doch ziehen lassen.
Es war das Ende einer großen Rennfahrer-Karriere. Wenige Wochen nach der Tour in jenem Jahr 1993 beendete Laurent Fignon, gerade einmal 32 Jahre alt, seine aktive Laufbahn. Der gleichaltrige Olaf Ludwig, der damals ebenfalls im Tour-Peloton fuhr, drückte noch fünf Jahre länger den harten Rennsattel.
Wegbegleiter Ludwig
Der künftige Manager des T-Mobile Team spielte nicht nur am Ende der Laufbahn Fignons eine Rolle. Ludwig mischte auch beim internationalen Einstand des Franzosen mit. Es war bei der Friedensfahrt 1981. Das Rennen machte im polnischen Poznan (Posen) Station. Ludwig fuhr seine ersten Etappensiege ein, Laurent Fignon fuhr als Nobody im Feld, hing auf einem 54. Gesamtrang.
Der junger Rennfahrer mit der Nickelbrille und den blonden Haaren erzählte damals: "Ich studiere in Paris Veterinärmedizin und will vielleicht einmal Tierarzt werden." Über eine Profikarriere konnte er nur müde lächeln. "Profikarriere? Ich fliege mehr aus dem Nationalteam, als ich nominiert werde", meinte Fignon. "Sollte mir der Sprung zu den Profis allerdings tatsächlich gelingen, werde ich es mit einer Karriere versuchen."
Zunächst Hinaults Wasserträger
Noch im gleichen Jahr erhielt er einen Profivertrag. Frankreichs mächtiger Manager Cyrille Giumard hatte ihn als Wasserträger für den großen Bernhard Hinault ins Team geholt. Fignon machte sich jedoch schnell unbeliebt: "Ich bin nicht Rennfahrer geworden, um anderen zum Sieg zu verhelfen."
Fignon, ein Sonderling, störte sich nicht um die Kritik. Er war ohnehin am liebsten allein mit seinen Büchern, die er kistenweise auf Flohmärkten erstand. "Literatur ist Erholung", begründet er seine Lust auf Bücher.
Zwei Tour-Siege
Im Alter von 22 Jahren sorgte der Franzose dann erstmals für Aufregung: Er eroberte das Gelbe Trikot bei der Tour de France. Fignon gewann daraufhin nicht nur die "Große Schleife" 1983. Er ließ zwölf Monate später sogar Triumph Nummer zwei folgen.
Im folgenden Jahr schien den Pariser Arbeiterjungen das Glück jedoch zu verlassen. Er konnte sich bereits über den Sieg der Sizilien-Rundfahrt freuen, als er sich an den Achillessehnen operieren lassen musste. Genau 260 Tage dauerte es, bis er sich wieder in den Rennsattel schwingen konnte. "Vier Jahre lang musste ich schwer schuften, um wieder das alte Niveau von 1984 zu erreichen", sagte Fignon später.
Herzschlagfinale 1989
1989 schwenkten die Franzosen am Rande der Tour wieder die Plakate mit dem Namen Fignon. Der Fan-Optimismus schien nicht unbegründet: Fignon rollte im Gelben Trikot in Paris ein. Die letzte Etappe war als Zeitfahren ausgeschrieben. Uns das entwickelte sich als Herzschlagfinale: Der US-Profi Greg Lemond gewann das "contre la montre", war am Ende winzige acht Sekunden schneller als Fignon und damit Gesamtsieger.
"Ich habe die Tour nicht auf den letzten Metern verloren. Ich habe die acht Sekunden schon vorher unzählige Male auf der Straße liegen gelassen", analysierte er das Rennen anschließend und tröstete sich: "Ich habe in diesem Jahr ja schon den Giro gewonnen."
"Man wird bequem"
Nach dem Jahr 1989 glückte ihm im Frühjahr noch der Sieg beim "Criterium International". Es war der letzter Siegerkranz, den Fignon erhielt. Schon damals meinte er: "Ich gebe mir noch zwei, drei Jahre. Man wird müde und bequemer."
Heute lebt Fingnon mit seiner Frau und zwei Kindern in Paris. Er unterhält eine eigene Marketing-Firma, organisiert Radrennen und ist Kommentator beim französischen Programm von "Eurosport". Das Veterinärstudium hatte er bereits nach dem zweiten Semester an den Nagel gehängt.
Hier noch ein Foto von 1989
[Bild: http://www.t-mobile-team.com/cms/tmoteam...=43130.jpg]
Biographie Laurent Fignon
Es war in den Pyrenäen: Der blonde Pferdeschwanz des Radprofis Laurent Fignon wedelte hin und her. Der Tritt des Franzosen wurde immer schwerer. Der einstige Tour-Sieger kämpfte in einer abgeschlagenen Gruppe um den Anschluss. Er keuchte, kniete sich in die Pedale. Er stand auf, um Schwung zu holen. Dann setzte er sich wieder und musste die Konkurrenz doch ziehen lassen.
Es war das Ende einer großen Rennfahrer-Karriere. Wenige Wochen nach der Tour in jenem Jahr 1993 beendete Laurent Fignon, gerade einmal 32 Jahre alt, seine aktive Laufbahn. Der gleichaltrige Olaf Ludwig, der damals ebenfalls im Tour-Peloton fuhr, drückte noch fünf Jahre länger den harten Rennsattel.
Wegbegleiter Ludwig
Der künftige Manager des T-Mobile Team spielte nicht nur am Ende der Laufbahn Fignons eine Rolle. Ludwig mischte auch beim internationalen Einstand des Franzosen mit. Es war bei der Friedensfahrt 1981. Das Rennen machte im polnischen Poznan (Posen) Station. Ludwig fuhr seine ersten Etappensiege ein, Laurent Fignon fuhr als Nobody im Feld, hing auf einem 54. Gesamtrang.
Der junger Rennfahrer mit der Nickelbrille und den blonden Haaren erzählte damals: "Ich studiere in Paris Veterinärmedizin und will vielleicht einmal Tierarzt werden." Über eine Profikarriere konnte er nur müde lächeln. "Profikarriere? Ich fliege mehr aus dem Nationalteam, als ich nominiert werde", meinte Fignon. "Sollte mir der Sprung zu den Profis allerdings tatsächlich gelingen, werde ich es mit einer Karriere versuchen."
Zunächst Hinaults Wasserträger
Noch im gleichen Jahr erhielt er einen Profivertrag. Frankreichs mächtiger Manager Cyrille Giumard hatte ihn als Wasserträger für den großen Bernhard Hinault ins Team geholt. Fignon machte sich jedoch schnell unbeliebt: "Ich bin nicht Rennfahrer geworden, um anderen zum Sieg zu verhelfen."
Fignon, ein Sonderling, störte sich nicht um die Kritik. Er war ohnehin am liebsten allein mit seinen Büchern, die er kistenweise auf Flohmärkten erstand. "Literatur ist Erholung", begründet er seine Lust auf Bücher.
Zwei Tour-Siege
Im Alter von 22 Jahren sorgte der Franzose dann erstmals für Aufregung: Er eroberte das Gelbe Trikot bei der Tour de France. Fignon gewann daraufhin nicht nur die "Große Schleife" 1983. Er ließ zwölf Monate später sogar Triumph Nummer zwei folgen.
Im folgenden Jahr schien den Pariser Arbeiterjungen das Glück jedoch zu verlassen. Er konnte sich bereits über den Sieg der Sizilien-Rundfahrt freuen, als er sich an den Achillessehnen operieren lassen musste. Genau 260 Tage dauerte es, bis er sich wieder in den Rennsattel schwingen konnte. "Vier Jahre lang musste ich schwer schuften, um wieder das alte Niveau von 1984 zu erreichen", sagte Fignon später.
Herzschlagfinale 1989
1989 schwenkten die Franzosen am Rande der Tour wieder die Plakate mit dem Namen Fignon. Der Fan-Optimismus schien nicht unbegründet: Fignon rollte im Gelben Trikot in Paris ein. Die letzte Etappe war als Zeitfahren ausgeschrieben. Uns das entwickelte sich als Herzschlagfinale: Der US-Profi Greg Lemond gewann das "contre la montre", war am Ende winzige acht Sekunden schneller als Fignon und damit Gesamtsieger.
"Ich habe die Tour nicht auf den letzten Metern verloren. Ich habe die acht Sekunden schon vorher unzählige Male auf der Straße liegen gelassen", analysierte er das Rennen anschließend und tröstete sich: "Ich habe in diesem Jahr ja schon den Giro gewonnen."
"Man wird bequem"
Nach dem Jahr 1989 glückte ihm im Frühjahr noch der Sieg beim "Criterium International". Es war der letzter Siegerkranz, den Fignon erhielt. Schon damals meinte er: "Ich gebe mir noch zwei, drei Jahre. Man wird müde und bequemer."
Heute lebt Fingnon mit seiner Frau und zwei Kindern in Paris. Er unterhält eine eigene Marketing-Firma, organisiert Radrennen und ist Kommentator beim französischen Programm von "Eurosport". Das Veterinärstudium hatte er bereits nach dem zweiten Semester an den Nagel gehängt.
Hier noch ein Foto von 1989
[Bild: http://www.t-mobile-team.com/cms/tmoteam...=43130.jpg]
