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Nef`s Voice vom 04.08.07-The Nature of the Beast
#1
Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe von Nef`s Voice. Das erste Halbjahr 2007 war im Mixed Martial Arts vorallem gepraegt durch eine grosse Anzahl von Upsets. Sei es Matt Serra`s Sieg bei UFC 69 ueber Georges St-Pierre, Gabriel Gonzaga`s Sieg ueber Mirko CroCop bei UFC 70, Jason Lambert`s Knockout gegen Renato Sobral, und Randy Couture`s Decision Sieg gegen Tim Sylvia bei UFC 68, sowie natuerlich Rameau Thierry Sokoudjou`s Siege ueber Ricardo Arona und Antonio Rogerio Nogueira bei Pride FC, um nur mal einige von ihnen zu nennen. Diese Upsets zeigten wiedermal auf wie unberechenbar das MMA ist, und wie schnell sich der Sport entwickelt. Fuer langjaehrige MMA Fans machen diese Upsets den Sport nur noch aufregender und interessanter. Doch vorallem die UFC hat in den letzten 2 1/2 Jahren einen Aufstieg erlebt, wie es in der juengeren Sportgeschichte ihn kaum gab, und die Fans die durch diesen Aufstieg hinzukamen, muessen sich mit den Upsets erst abfinden und ausseinandersetzen, doch werden sie das auch tun?

Seit spaetestens letztem Jahr gibt es von vielen die Diskussion ob das MMA die naechste Kampfsportart #1 in Nord Amerika sein wird, und das Boxen abloesen wird. Das Boxen erlebte erst vor wenigen Wochen mit dem Floyd Mayweather Jr vs Oscar De La Hoya Fight, den erfolgreichsten Fight in der Geschichte des Sports. Vertretter aus dem Boxen, bezeichneten den Fight als die “auferstehung“ des Boxens in den USA. Gegner des Boxens nannten den Fight, den letzten grossen Boxfight denn es geben wird fuer eine sehr lange Zeit. Die Vertretter ausdem MMA, sagen oft das das “wirkliche“ fighten nicht nur aus Schlaegen besteht, und jemehr MMA im Fernsehen zusehen sein wird, desto mehr wird man das Boxen verdraengen. Auf der anderen Seite sind die Vertretter des Boxens, die darauf hinweissen das das Boxen ein wichtiger Teil der amerikanischen Kultur in den letzten 100 Jahren war, waehrend das MMA noch vor 5 Jahren im Underground war, und vor nichtmal 10 Jahren als richtiger Sport angesehen wurde.

Jetzt werden einige sich fragen, was hat das mit den Upsets im Mixed Martial Arts zutun? Nun um genau zusein, sehr viel, denn das Boxen und das MMA unterscheiden sich auch bei der jeweiligen Fan Base! Am 18 November 2006 fand nicht nur UFC 65 statt, mit dem von vielen MMA Fans heiss erwarteten Matt Hughes vs Georges St-Pierre II Fight, sondern auch die Boxfans fieberten am gleichen Tag einem der groessten Fights im letzten Jahr zu, naemlich dem Manny Pacquiao vs Erik Morales III Fight. Beide Events haben ueber PPV den Erfolg gebracht denn man vorher erwartete, und es bewiess damit das beide Sportarten eine unterschiedliche Fanbase haben. Das Boxen hat eine aeltere Fan Base, mit aelteren maennlichen Fans. Wenn man in den USA mal den PBF vs DLH Fight weglaesst, waren es die Latinos die das Boxen in den USA in den letzten Jahren trugen. Ansonsten wenn man einen Box Event sieht, und die Zuschauer die Live bei einem Event sind, kommt man sich vor wie in den 70er Jahren. Das MMA oder besser gesagt die UFC, hat eine juengere Fanbase, mit juengeren Fans. Es ist fuer MMA Fans leichter die Top Stars der UFC im Free TV zuschauen, sei es mal Live, oder sei es aufgezeichnete Fights die bei den woechentlichen UFC Shows auf Spike TV laufen.

Nun und da waeren wir beim Thema, eines der groessten Huerden die das Mixed Martial Arts noch zu ueberwinden hat, ist der Sport selbst! Die Upsets koennen manchmal ein Segen sein, siehe Randy Couture`s Sieg ueber Tim Sylvia, sie koennen aber auch ein Fluch sein, siehe Gabriel Gonzaga`s Knockout ueber Mirko CroCop. Upsets sind im Mixed Martial Arts haeufiger der Fall als im Boxen, und ich waage mal zusagen sie werden im MMA in den naechsten Jahren nochmehr zunehmen! Wenn man sich die Top Level Fighter in den Division`s anschaut im MMA, dann hat jeder von ihnen einen Aspekt von seinen Faehigkeiten wo er besser ist als sein Gegner, sei es Wrestling, Boxing, Kickboxing, Submissions, Erfahrung, Kondition, Athletik usw. Je groesser der Talent Pool wird, und je dichter die Fighter an der Spitze in den Divisions zusammen ruecken was ihre Faehigkeiten betrifft, und das erleben wir gerade im MMA, je mehr Upsets wird es geben! Das liegt nicht daran das Fighter “schlecht“ sind, sondern das liegt einfach in der Natur dieser Sportart, und das ist der Unterschied zum heutigen Boxen!

Beim Georges St-Pierre vs Matt Serra Fight von UFC 69 sah man wie Serra der 1-9 Underdog war, damit war er der groesste Aussenseiter der jemals in einem UFC Titlefight stand. Aber Matt Serra gewann, und er gewann gegen einen Fighter, denn viele Fans als den “modernen“ und kompletten MMA Fighter bezeichneten. Serra hat jedoch einen Punch gelandet, der GSP zum wackeln brachte, und von da an war es vorbei. In einem Boxing Fight, wenn GSP zu Boden gegangen waere, dann haette es den 9 Count gegeben und er haette sich moeglicherweisse erhollen koennen. Es ist nicht sellten das der Underdog in einem Titlefight im Boxen, den Champion am anfang zu Boden knockt. Doch der Champion mit den besseren Faehigkeiten schafft es oft zurueck zukommen, und den Fight noch zu drehen. Das kann auch im MMA passieren, aber es passiert selltener als im Boxen. Im Serra vs GSP Beispiel sieht man das Serra nachdem Knockdown sofort nachsetzte, und GSP sich nichtmehr erhollen konnte, und somit verlor. Durch diese Upsets hat die UFC mindestens schon zwei bis drei der groessten Money Fights 2007 verloren, Matt Hughes vs Georges St-Pierre III in Montreal, Randy Couture vs Mirko CroCop, und der moegliche Sieger gegen Chuck Liddell, sowie der moegliche Wanderlei Silva vs Chuck Liddell Fight der im Sommer haette stattfinden sollen, wenn Liddell gegen Rampage gewonnen haette, und Silva gegen Henderson. Fuer einen langjaehrigen MMA Fan, macht es das nur noch aufregender, aber fuer einen neueren Fan der auf die grossen Fights wartet, und das ist ein sehr grosser Teil der UFC Fanbase derzeit noch, heisst es nun, laenger warten auf die grossen Fights.

Das MMA war schon immer unberechenbarer wie das Boxen, einfach weil es vielseitiger ist, weil es mehr Wege gibt zugewinnen und zu verlieren. Im Boxen werden durch das Matchmaking oft Fighter mit einem Record von 30-0-0 aufgebaut, bei 29 Knockouts, im MMA geht das nicht, und ist es sogut wie ausgeschlossen das es jemals einen Fighter mit einem Record von 38-0-0 gibt, a la Floyd Mayweather Jr. Erst recht in der UFC wird es so einen Fighter mit einem 38-0-0 Record nichtmal ansatzweisse geben, weil die Main Events fast ausschliesslich zwischen zwei Fightern bestritten werden, die die Faehigkeit haben sich zu besiegen. Bei dieser ausgeglichenheit in der UFC die es immer mehr geben wird in den naechsten Jahren, gehoeren “Upsets“ oder besser gesagt Aussenseiter Siege einfach dazu. Diese Ausgeglichenheit ist aber nicht unbedingt von Vorteil wenn man ueber eine Millionen PPV buys drawen will, siehe das heutige Boxen, siehe PBF vs DLH. Im MMA aber gibt es soviele Wege zu gewinnen, und soviele Wege zu verlieren, und ausgeglichenheit ist im MMA unvermeidbar, und das macht es so spannend fuer die MMA Fans. Doch grosse PPV Zahlen und grossen Erfolg am Box Office kann man jedoch nur erreichen mit Superstars und den sogenannten Dreamfights, was sich nicht unbedingt deckt mit der ausgeglichenheit.

Wenn man auf die groessten UFC Stars schaut, dann ist die Loesung der UFC die, das man es in den naechsten Jahren schafft neue Stars zu kreiiren die Populaer sind, im Gegensatz zu denen die zuletzt an der Spitze waren. Denn wenn man die UFC Stars von 2006 nimmt, dann sieht man zum Beispiel einen Randy Couture der 44 Jahre alt ist. Seine Popularitaet gruendet sich darauf das er von Niederlagen zurueck kommt, aber er ist nichtmehr wirklich ein Faktor fuer die UFC was die Zukunft betrifft im Octagon. Chuck Liddell ist 37 Jahre alt, seine Drawing Power begruendete sich darauf das er seine Gegner reihenweisse ausknockte, wie wird er angenommen da er nun verloren hat? Natuerlich verlor Liddell zuvor auch schon, und die Fans haben das auch gewusst, aber sie haben es nicht gesehen, was ein grosser Unterschied ist. Abgesehen davon das der Iceman auch nichtmehr lange weiter kaempfen will, nach eigenen Aussagen. Ken Shamrock und Royce Gracie, die letztes Jahr noch mit ihren Fights zu den erfolgreichsten UFC Fightern im Octagon gehoerten durch ihre hohen Buyrates und Ratings, wird man wahrscheinlich und hoffentlich nie wieder aktiv in der UFC sehen. Tito Ortiz, Georges St-Pierre, Forrest Griffin, Matt Hughes, Andrei Arlovski, Rich Franklin, Diego Sanchez und BJ Penn waren letztes Jahr auch Top Stars, aber verloren alle ihre grossen Fights zuletzt. Mirko CroCop, in Japan ein Star, hatte den Style und den Ruf um in den USA der naechste Superstar zuwerden. Aber die UFC Fans kennen ihn nun deshalb weil er zuletzt auf dem Highlight Video eines anderen Fighters gelandet ist. Einige der genannten Fighter werden vielleicht keine Rolle mehr spielen in 2-3 Jahren, anderen Fightern wird es bestimmt gelingen von ihren Niederlagen zurueck zukommen, und dann gibt es ja noch derzeitige UFC Champions und Stars a la Quinton Jackson, Dan Henderson, Anderson Silva oder Antonio Rodrigo Nogueira, sowie junge Fighter a la Michael Bisping, Brandon Vera, Rashad Evans, Josh Koscheck, Gabriel Gonzaga oder Jon Fitch.

Im MMA sind Niederlagen der Top Fighter und grosse Ueberraschungen haeufiger der Fall als das zum Beispiel Boxfans gewohnt sind. Das MMA ist sehr schnell lebig, wenn man sich anschaut wer vor fuenf Jahren noch alles an der Spitze stand, und wer jetzt schon keine Rolle mehr spielt, sieht man es deutlich. Wenn man sich einige Fighter anschaut die heute an der Spitze stehen, wird man sicherlich etliche Fighter sehen, die auch in fuenf Jahren schon keine Rolle mehr spielen werden. Und da waeren wir bei der Frage vom anfang, werden die Mainstream Zuschauer der UFC die Niederlagen der Top Stars aktzeptieren, und sie immernoch als Top Stars ansehen? Und wird man neue Top Fighter annehmen als Superstars? Das ist der grosse Test denn die UFC noch bestehen muss! Die UFC hat zwar einen enormen Erfolg, denn sie sich in einem beispiellosen Aufstieg innerhalb von zwei Jahren sicherte, aber wie Stabil dieser Erfolg ist, das ist immernoch die grosse Frage. Der langfristige Erfolg der UFC haengt davon ab, ob die Zuschauer neue Stars die die UFC aufbaut aktzeptieren, und ob der Zuschauer es aktzeptiert das die grossen Stars verlieren, ohne sie gleich abzuschreiben. Wenn der UFC das gelingt, dann kann die UFC, sich langfristig im US Mainstream etablieren.
Nefercheperur
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