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Ultimate Classics Thread
#1
06.02.2008 - UFC 1 – The Beginning

Hier also mein Review #1 – der Ultimate Classics. Im Laufe der Zeit werde ich Reviews zu den alten UFC Shows verfassen und was liegt da wohl näher als mit UFC-1 – The Beginning anzufangen. Für Anregungen, Kritik oder Vorschläge bin ich natürlich immer offen, ob per PM oder Posting am Board.

UFC 1 wurde am 12.November 1993 via PPV übertragen und später als Home Video vertrieben. Es war der erste Event den die UFC produzierte. Als Arena wurde die McNichols Arena in Denver Colorado auserkoren und ganze 2800 Fans wohnten dem Spektakel bei. Auf dem Programm stand ein 8-Men-Tournament bei dem der Sieger die stolze Summe von 50.000$ einstreichen konnte.
Der Event wurde u.a. von Rorion Gracie organisiert und entpuppte sich erst bei genauerer Betrachtung als Werbeveranstaltung für Gracie Jiu Jitsu. Dem amerikanischen Publikum (das in Zweifel keinerlei Ahnung hatte, wie Real-Fights verlaufen) sollte bewiesen werden, das BJJ aus dem Hause Gracie jeder anderen Kampfsportart überlegen sei. Dazu setzte Rorion seinen Bruder Royce im Teilnehmerfeld ein um vor dem Publikum einen Schockeffekt zu erzielen. Royce war keine imposante Erscheinung. Er war durchschnittlich groß, nicht übermäßig durchtrainiert aber natürlich auf dem Boden dem restlichen Teilnehmerfeld um Welten überlegen. Und darauf bauten die Gracies, die mit diesem Schritt einen riesigen Push erhielten und Royce zur Legende machten.

Teilnehmer des 8-Men-Tournament mit ihren dazugehörigen Fight-Styles:

- Gerard Gordeau (Savate)
- Teila Tuli (Sumo)
- Kevin Rosier (Kickboxing)
- Zane Frazier (Karate)
- Royce Gracie (Gracie Jiu Jitsu)
- Art Jimmerson (Boxing)
- Ken Shamrock (Shootfighting)
- Patrick Smith (Kickboxing)
- Jason De Lucia (Alternate)

Durch das Programm führten Bill „Superfoot“ Wallace, der wahrscheinlich schlechteste Kommentator aller Zeiten, Kathy Long (5 Fache- Kickboxweltmeisterin), und der meistens ebenfalls meist unerträgliche Jim Brown (Fullback der Cleveland Browns in den 60er Jahren). Besonders Letzteren sollte man nochmals hervorheben, denn seine Querverweise zwischen MMA und American Football sind so dermaßen mies, das man manchmal Mike Goldberg um den Hals fallen könnte aufgrund dessen gigantischem MMA-Wissensfundus. ;)

Kommen wir aber nun zu den Fights beginnend mit dem ersten Viertelfinale:

- Quarterfinal Fight:
Gerard Gordeau vs. Teila Tuli
Der erste Live-Fight der UFC-Geschichte ist sehr schnell erzählt und blieb deutlich hinter seinen Erwartungen zurück. Der 210 Kg schwere Tuli verfolgt Gordeau durch das Octagon und verpasst es ihn festzuhalten. Stattdessen landet er auf seinen Knien am Rand des Octagons und glotzt Gordeau nur an. Der Ex-Weltmeister in Savate, Gordeau lies sich nicht zweimal bitten und verpasste Tuli einen Kick mitten ins Gesicht und setzt mit einer Rechten nach. Teila Tulis Zahn flog direkt aus dem Octagon und er beginnt stark zu bluten. Der Referee hat keine andere Wahl als den Kampf abzubrechen.
Gerard Gordeau besiegte Teila Tuli durch TKO (Referee Stoppage) (0:33)

- Quarterfinal Fight:
Kevin Rosier vs. Zane Frazier
Hier haben wir mal einen interessanten Style-Vergleich, denn hier wurde der Vergleich zwischen Kickboxing und Karate gezogen. Der Fight blieb durchweg im Standup. Nach knapp 4 Minuten presst Rosier, Frazier ans Octagon und lässt eine Schlagsalve folgen. Frazier geht zu Boden und Rosier setzt zwei Stomps an den Kopf nach. Fraziers Ringecke entschließt sich das Handtuch zu werfen und schon war der Kampf nach 4:18 Minuten auch schon wieder vorbei.
Kevin Rosier besiegte Zane Frazier durch KO (Towel throw) (4:18 )

Hier sollte man nochmals Bill Wallace ansprechen, der zu diesem Zeitpunkt erklärt, das die Stomps und Schläge von Rosier nicht schmerzhaft aussahen und das Frazier müde wurde und aufgegeben hätte. Wallace war als Kommentator schlichtweg kaum zu ertragen!

- Quarterfinal Fight:
Royce Gracie vs. Art Jimmerson
Jetzt wurde es also Zeit den Star zu präsentieren. Royce Gracie betrat das Octagon zum ersten Mal. Hier wurde dann auch den neutralen Beobachtern bewusst, das dieser Event eine reine Werbeveranstaltung für Gracie Jiu Jitsu darstellte.
Royce Gracie traf auf Art Jimmerson, einen reinen Boxer der danach auch nie wieder im MMA antrat und diesen Fight mit einem Boxhandschuh bestritt (!). Der Fight ist schnell erzählt. Gracie eröffnet den Fight mit einigen Low-Kicks, bringt Jimmerson zu Boden, schafft die Mount-Position und bringt ihn via Choke recht unspektakulär zum tappen. Anmerken sollte man vielleicht noch den miserablen Referee, der beim Tapout nicht dazwischen ging, sondern sich von Royce erst erklären lassen musste, was ein Tapout bedeutet bevor er dann endlich einschritt.
Royce Gracie besiegte Art Jimmerson durch submission (Rear Naked Choke) (2:11)

- Quarterfinal Fight:
Ken Shamrock vs. Patrick Smith
Mit Ken Shamrock betrat nun einer der erfahrensten Fighter das Octagon. Er hatte sich vorher bereits durch seine Erfolge bei der japanischen Promotion Pancrase einen Namen gemacht und galt neben Royce Gracie als Favorit auf den Titel. Patrick Smith war ein Kickboxer mit keinerlei Groundwork, was ihm hier auch zum Verhängnis wurde.
Shamrock gleich am Anfang des Fights mit dem Shoot-In und landet in Patrick Smith Guard. Wenn Smith Submissionerfahrung gehabt hätte, hätte er vermutlich den Fight sogar gewinnen können. So konnte Shamrock sich allerdings retten und setzte umgehend einen Heel hook an. Smith musste aufgeben.
Ken Shamrock besiegte Patrick Smith durch submission (Heel hook) (1:51)

Das Halbfinale war also nun komplett und hatte folgende Paarungen zu bieten:
- Gerard Gordeau vs. Kevin Rosier
- Royce Gracie vs. Ken Shamrock

-Semi Final Fight
Gerard Gordeau vs. Kevin Rosier
Auch hier haben wir wieder einen erschreckend kurzen Fight. Gordeau deckt Rosier von Anfang an mit Schlägen und Tritten ein, bis dieser an der Ringecke sitzt. Verteidigen tut sich Rosier nicht und somit hat seine Ringecke keine andere Wahl als nach bereits 1:03 Minuten das Handtuch zu werfen. Erwähnen sollte man vielleicht, das Gordeau diesen Fight mit einer gebrochenen Hand bestritt, die er sich in seinem Fight gegen Tuli zuzog.
Gerard Gordeau besiegte Kevin Rosier via submission (towel throw) (1:03)

-Semi Final Fight
Royce Gracie vs. Ken Shamrock
Bill Wallace meinte vor dem Fight, das uns ein langer und strategisch interessanter Kampf zu erwarten hätte, also könnt ihr euch sicherlich vorstellen, das es wieder ganz anders kommt.
Royce gleich am Anfang mit dem Shoot und beide Kontrahenten rollen sich über den Boden. Gracie nun in Shamrocks Half guard. Shamrock gibt den Rücken frei und Gracie hat keinerlei Probleme den Rear Naked Choke anzusetzen.
-Royce Gracie besiegte Ken Shamrock durch submission (Rear Naked Choke) (0:57)

Bevor wir zum Finale kamen, wurde noch eine Ehrenzeremonie für Helio Gracie abgehalten. Ja, ihr lest richtig. Eine Selbstbeweihräucherung auf einem eigens organisierten Event. Das ist großes Kino !

-UFC Tournament Championship Match:
Royce Gracie vs. Gerard Gordeau
Das Finale von UFC1 war bezeichnend für den gesamten Event. Royce shoots, aber hat zu anfangs Probleme Gordeau auf den Boden zu kriegen, da Gerard mit Hilfe des Käfigs die Balance halten kann. Irgendwann gelingt es Royce dann doch um Gordeau anschließend wieder mit dem Choke zum tappen zu bringen.
Royce Gracie besiegte Gerard Gordeau durch Submission (Choke) (1:41) und gewinnt damit das Tournament

Fazit: Gemessen an heutigen Standarts, war UFC 1 natürlich kein guter Event. Gute Fights sucht man hier vergeblich, allerdings erlebt man hier ein Stück Geschichte das man keinem MMA-Fan vorenthalten sollte.
Der Gracie-Clan hat mit diesem Event einen marketingtechnischen Volltreffer gelandet, wenn man bedenkt wie man ihren BJJ-Schulen in Nordamerika anschließend die Türen eingerannt hat. Ein Großteil des Publikums verstand überhaupt nicht was sich im Octagon abgespielt hat und deshalb sollte es nicht verwundern, wenn die Mehrzahl vorher eher den Sumoringer Tuli als Sieger des Tournaments erwartet hätten, als Royce Gracie.
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#2
Zitat:Original von Souljacker


- Quarterfinal Fight:
Royce Gracie vs. Art Jimmerson
Jetzt wurde es also Zeit den Star zu präsentieren. Royce Gracie betrat das Octagon zum ersten Mal. Hier wurde dann auch den neutralen Beobachtern bewusst, das dieser Event eine reine Werbeveranstaltung für Gracie Jiu Jitsu darstellte.
Royce Gracie traf auf Art Jimmerson, einen reinen Boxer der danach auch nie wieder im MMA antrat und diesen Fight mit einem Boxhandschuh bestritt (!). Der Fight ist schnell erzählt. Gracie eröffnet den Fight mit einigen Low-Kicks, bringt Jimmerson zu Boden, schafft die Mount-Position und bringt ihn via Choke recht unspektakulär zum tappen. Anmerken sollte man vielleicht noch den miserablen Referee, der beim Tapout nicht dazwischen ging, sondern sich von Royce erst erklären lassen musste, was ein Tapout bedeutet bevor er dann endlich einschritt.
Royce Gracie besiegte Art Jimmerson durch submission (Rear Naked Choke) (2:11)
Im Fight Magazine wurde Big John McCarthy, der bei Organisation und Training half, zur allerersten UFC befragt und heraus kamen ein paar interessante Fakten:
-Bei der Besprechung vor dem Turnier waren sich die meisten Kämpfer unsicher, ob sie wirklich mitmachen sollten da die UFC keine Haftung für Verletzung oder Tod der Kämpfer übernehmen wollte bis Tuli als erstes den Vertrag unterschrieb, den anderen Fightern einen Blick zuwarf und den Raum verließ.
-Alle Kämpfe wurden ausgelost bis auf den Gracie Kampf der ersten Runde. Rorion Gracie wollte um jeden Preis beweisen, das Gracie-Jiu-Jitsu einem Boxer überlegen ist und wählte daher den Kampf aus.
-Jimmerson traf McCarthy am Vorabend in der Lobby des Hotels. Auf die Frage Jimmersons, wie denn Gracie gewinnen könne, da er ja schwächer und langsamer sei, erklärte ihm McCarthy, das es in einem Boxkampf zwangsläufig zum Clinch komme und Gracie ihn daher schnell zu Boden bringen könne. Jimmerson bat um eine Testvorführung in einem Nebenraum und McCarthy brachte ihn durch Double Underhooks zu Boden, bevor er schnurstracks die Armbar ansetzte. Jimmerson war sehr interessiert an dem Kampfstil bis er die Frage stellte, was denn passieren könne. McCarthy erklärte ihm dann, das er, sollte er in einen Aufgabegriff genommen werden, einfach nur abklopfen müsste und der Kampf wäre vorbei, andernfalls würde Gracie die Griffe so lange anziehen, bis er entweder bewusstlos werde oder ein Knochen gebrochen sei. Im Kampf selbst gab Jimmerson auf, bevor Gracie den Choke ansetzte.
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#3
Wow, vielen Dank für die Infos Grosses_O ! Daumen hoch

... man lernt eben doch nie aus.

Edit:
Zitat:Im Kampf selbst gab Jimmerson auf, bevor Gracie den Choke ansetzte.
Nachdem ich am gestrigen Abend nach einem nervigen Kinofilm noch Lust auf MMA hatte, sah ich mir UFC#1 nochmals an. Das Jimmerson aufgab, bevor Gracie den Choke überhaupt ansetzte, kann ich mir inzwischen auch vorstellen. Der Kamerawinkel war allerdings genau in diesem Moment absolut unbrauchbar, da durchweg nur auf Royce´ Hinterkopf gezoomt wurde.
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#4
Ich hab die Veranstaltungen vor Jahren (so ca. 15) mal aus der Videothek ausgeliehen und fand den ganzen Kram nur schwachsinn.

Heute würde ich mir diese ganzen Events gerne nochmal anschauen.

Mal sehen wie ich Geld und Lust habe werde ich mir das mal zulegen.

Ansonsten weiter so mit dem Reviews - das finde ich ne gute Idee und freue mich schon auf UFC 2.

Lg Taar
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#5
Erstmal Gutes Review... war super zu lesen wie ich finde...

Habe mir den Event schon ein paarmal angesehen... und als ich ihn das erste mal sah, war das natürlich etwas komplett anderes als der Standard den man zurzeit gewohnt ist...
Aber irgendwie hat die Show einen besonderen Reiz... man erlebt die Anfänge der UFC hier schön mit... merkt wie sich das Publikum auch langsam mit den Fightstyles auseinander setzt, wie nachher auch mal die "Handschuhe" eingeführt werden... wie es nacher Runden gibt, wie das Punktesystem eingeführt wird...

Zugebener Massen muss ich sagen, dass ich erst vor ca 2Jahren oder so um den Dreh, näheres über die Showhintergründe erfahren habe... also das dies praktisch eine Werbeshow war, bei dem man genau auf das Teilnehmerfeld achtete... deshalb... wenn man sich jetzt nochmal die Events anschaut, dann sieht man Sie auch mit anderen Augen...

Freue mich schon auf den Review von UFC 3... wenn Royce praktisch auf seinen ersten richtigen Gegner trifft... Kimo...


@Grosses O

Ich will mehr von solchen Hintergrund Infos, also raus damit... Breites Grinsen
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#6
Zitat:Original von Achse

@Grosses O

Ich will mehr von solchen Hintergrund Infos, also raus damit... Breites Grinsen
Tja, kann damit leider nicht dienen. Die Idioten vom Fight Magazine haben mir meine "6 Issues for 29,95$" alle auf einmal geschickt. Da kam echt ein Paket an, indem 6 mal die zweite Ausgabe drin war.

Also wer ein Exemplar davon will:
[Bild: http://mmarulez.files.wordpress.com/2007...over-2.jpg]

4 hab ich noch über. :winke:
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#7
6 mal das gleiche Magazin LOL .
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#8
@Grosses O

schick mir eine... :winke:
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#9
<< meldet auch Interesse an ;)
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#10
Zitat:Original von The Russian Zar
6 mal das gleiche Magazin LOL .
für 30 $. X(
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#11
Würde auch Interesse anmelden.
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#12
Wer wirklich Interesse daran hat, braucht mir nur einen frankierten (keine Ahnung, wie viel das kostet, glaub dafür braucht man diese 1,45 € oder 1,55 € Briefmarken) rückadressierten DIN A4-Umschlag zuzuschicken und schon kommt das Ding. Meine Adresse gibts allerdings nur per PN.
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#13
12.02.2008 - UFC 2 - No Way Out

Herzlich Willkommen zum Zweiten meiner regelmäßigen Rückblicke auf die Classics aus dem Octagon. Da ich versuche chronologisch vorzugehen, richtet sich mein heutiger Blick auf UFC 2 – No Way Out. Dieser Event war, wie der Name bereits sagt, der zweite UFC-Event in der Geschichte. Die UFC entschloss sich im beschaulichen Denver zu verweilen und bookte den Mammoth Garden am 11.März 1994. 2000 Zuschauer wollten das Spektakel vor Ort miterleben, 300.000 Zuschauer wählten den bequemen PPV-Weg. Wie es bei den früheren UFC-Events beliebt war, stand auch dieses Mal wieder ein Tournament im Vordergrund. Statt den 8 Fightern, traten dieses Mal jedoch 16 an. Mehr Fights bekam der gemeine MMA-Fan jedoch nicht geboten, da die UFC sich entschloss, nur die letzen 8 Fights überhaupt zu übertragen. Auch das Preisgeld wurde um 10.000$ hochgeschraubt und somit warteten 60.000$ auf den glücklichen Gewinner, der eigentlich wie bei UFC 1 bereits schon vorher feststand.

Allein die Tatsache, dass man das Kommentatorenteam neu strukturiert hat, sollte man separat hervorheben. Bill „Superfoot“ Wallace musste nun nicht mehr vom Zuschauer ertragen werden, dafür wurde Brian Kilmeade zum Head-Kommentator ernannt. Kilmeade ist uns noch bekannt, da er bei UFC-1 für die Post-Fight Interviews verantwortlich war. Wieder dabei ist Jim Brown der gleich zu anfangs etwas sehr weises von sich gibt: „If you don't know how to fight on the floor, don't come out here“ … Kaum zu glauben. Dreizehn Jahre später ist so eine Aussage natürlich noch immer aktuell. *Viele Grüsse an dieser Stelle an Brock Lesnar * … auch wenn das wieder einige Beschwerde PM´s nach sich ziehen wird. ;)

Folgende Fighter traten bei diesem Tournament an, inkl. Ihrer Fight Styles:

- Patrick Smith (Kickboxing)
- Ray Wizard (Karate)
- Scott Morris (Ninjutsu)
- Sean Daugherty (Karate)
- Johnny Rhodes (Karate)
- David Levicki (Kung Fu)
- Thaddeus Luster (Freestyle)
- Frank Hamaker (Sambo)
- Remco Pardoel (Jiu Jitsu)
- Alberta Cerra Leon (Freestyle)
- Orlando Weit (Kickboxing)
- Robert Lucarelli (Kickboxing)
- Jason Delucia (Kung Fu)
- Scott Baker (Kung Fu)
- Royce Gracie (Gracie Jiu Jitsu)
- Minoki Ichihara (Karate)

Round 1:
[Prelim]: Scott Morris besiegte Sean Daugherty durch Submission (Guillotine Choke) (0:20)
[Prelim]: Patrick Smith besiegte Ray Wizard durch Submission (Guillotine Choke) (0:58 )
[Prelim]: Johnny Rhodes besiegte David Levicki durch Submission (Strikes) (12:13)
[Prelim]: Frank Hamaker besiegte Thaddeus Luster durch Submission (Towel Throw) (5:00)
[Prelim]: Remco Pardoel besiegte Alberta Cerra Leon durch Submission (Armlock) (9:51)
[Prelim]: Jason DeLucia besiegte Scott Baker durch Submission (Strikes) (6:41)
[Prelim]: Orlando Weit besiegte Robert Lucarelli durch Submission (towel throw) (2:50)
Dieser Fight war der einzige Prelim-Fight der als Zusammenfassung gezeigt wurde. Wenn man ihn sah, wusste man auch warum, denn der Fight zählt für mich zu den brutalsten Fights in der UFC Geschichte: Gegen Ende trifft Weit, Lucarelli mit dem Knie ins Gesicht, als dieser auf dem Boden sitzt (nach heutigen Regeln natürlich ein illegaler Move). Weit glaubt der Kampf ist vorbei und wendet sich von seinem Gegner ab. Allerdings wird der Kampf noch nicht abgebrochen und somit setzt Weit nochmals mit 4 Ellbogenschlägen an Lucarellis Hinterkopf nach (ebenfalls heute illegal), bis die Ringecke endlich das Handtuch wirft.

[Prelim]: Royce Gracie vs. Minoki Ichihara
Hierbei handelt es sich um einen weiteren Prelim-Fight, der trotzdem aufgrund von Royce´ Beteiligung übertragen wurde. Vor diesem Matchup wurde dieser Fight als Dream-Fight dem Publikum verkauft, den man eigentlich lieber im Finale gesehen hätte. Ichihara ist ein Schwarzgurt in Karate der nach diesem Fight nicht mehr im MMA antrat und nach eigenem Bekunden unbedingt gegen Royce Gracie antreten wollte.
Der Fight selbst ähnelt den sonstigen Performances Gracies sehr genau. Royce eröffnet mit einem schnellen Takedown und setzt Ichihara von Beginn an unter Druck. Nach 5:08 Sekunden gelingt Gracie ein Collar-Choke, der sowohl von den Kommentatoren als auch vom Referee fälschlicherweise als Armbar bezeichnet wurde.
Royce Gracie besiegte Minoki Ichihara durch Submission (Collar-Choke) (5:08 )

-Quarterfinal Fight:
Patrick Smith vs. Scott Morris
Zu Beginn des Fights stürmt Morris auf Smith zu und beide gehen in den Clinch. Morris versucht einen Takedown, doch Smith verlagert clever sein Gewicht, bringt Scott zu Boden und landet direkt in der Mount-Position. Von da an regnet es Schläge und Ellbogen auf das Gesicht von Morris der nun keinerlei Gegenwehr mehr leistet.
Sehr starke Performance von Patrick Smith, der sich zum Shamrock-Fight sehr gesteigert hat was sein Grappling betrifft.
Patrick Smith besiegte Scott Morris durch KO (0:30)

-Quarterfinal Fight:
Johnny Rhodes vs. Fred Ettish
Rhodes ist sage und schreibe 39 Jahre alt und hat bereits einen 12-Minuten Fight in den Knochen. Fred Ettish war ein „Alternate“, da Frank Hamaker verletzungsbedingt nicht mehr am Tournament teilnehmen konnte.
Der Beginn des Fights ist noch recht verhaltend. Beide versuchen sich im Standup auszucontern. Ettish hält seine linke Hand zu weit unten und Rhodes schickt ihn mit zwei Schwingern zu Boden. Auf dem Rücken liegend, versucht Ettish es mit einigen Legkicks. Rhodes setzt nach und trifft den am Boden liegenden Fred mit einem Schlag am Kopf. Ettish rollt sich auf den Bauch und gibt den Rücken frei. Rhodes schlägt allerdings kein Kapital heraus sondern versucht es weiterhin mit wilden Schwingern. Rhodes steht anschließend wieder und Ettish bleibt weiterhin auf dem Boden sitzen. Beide belauern sich weiterhin und man kann schon deutlich eine starke Augenverletzung an Ettish´s linkem Auge ausmachen. Rhodes fällt wieder über dem am Boden liegenden Ettish her und das Szenario wiederholt sich aufs Neue. Fred gibt den Rücken frei und endlich kann Rhodes den Choke ansetzen und bringt Ettish zum tappen.
Eine kleine Randnotiz zu dem Fight:: *Achtung Ironie* Solltet ihr auch so beeindruckt über Fred Ettish´s Performance gewesen sein, kann ich euch nur folgende Online-Petition ans Herz legen, mit der man Zuffa dazu bringen will, Ettish einen weiteren UFC-Run zu geben: http://www.petitiononline.com/ettish/petition.html
Johnny Rhodes besiegte Fred Ettish durch Submission (Rear Naked Choke) (3:07)

-Quarterfinal Fight:
Remco Pardoel vs. Orlando Weit
Auch hier haben wir wieder einen sehr brutalen Fight. Pardoel ist neben Royce der einzige Jiu-Jitsu-Fighter im Teilnehmerfeld und ist Orlando Weir körperlich in allen Belangen überlegen. Remco ist fast 90lbs schwerer und wurde on UFC-1-Finalist Gerard Gordeau trainiert. Die Frage vor dem Kampf war natürlich, ob Weit mit seiner Schnelligkeit die körperlichen Defizite ausgleichen könnte. Wenn man das Kommentatorenteam bei diesem Fight hört, kann man deutlich vernehmen das sie Orlando Weit zum Star machen wollen. Blöderweise haben sie diese Rechnung nicht mit dem Niederländer Pardoel gemacht, der Weit schnell zu Boden bringt und eine Crucufix-Position anbringt. Weit verteidigt sich zu anfangs noch gut. Der erste Elbow von Pardoel trifft, und Weit wird gerocked. Der zweite elbow trifft und Weit ist bewusstlos. Die weiteren 4 Ellbows die auf Weits Kopf einregnen bringen ihn fast um. Orlando bleibt leblos auf dem Octagonboden liegen.
Remco Pardoel besiegte Orlando Weit durch KO (Elbow on the ground) (1:29)

-Quarterfinal Fight:
Royce Gracie vs. Jason Delucia
Delucia verkürzt die Distanz zu Beginn des Fights und bringt Royce gleich zu Boden. Gracie dreht sich heraus und landet in Delucias Full Mount. Schneller Positionswechsel von Royce, der umgehend einen Armbar ansetzen kann. Delucia ist gezwungen zu tappen. Big John McCarthy geht allerdings viel zu spät dazwischen, da Jasons Tapout erst nach cirka 10 Sekunden als solches erkannt wird. Die Kommentatoren sind sich einig, das Delucias Arm gebrochen ist.
Royce Gracie besiegte Jason Delucia durch Submission (Armlock) (1:07)

- Semi-Final Fight:
Patrick Smith vs. Johnny Rhodes
Es war Zeit für das erste Halbfinale. Beide belauern sich im Standup und Rhodes trifft mit einer harten Gerade. Smith schüttelt nur seinen Kopf, was meistens ein Indikator dafür ist, dass er gut getroffen wurde. Beide tauschen Legkicks aus, und landen im Clinch. Nach einem Head butt, bringt Patrick Smith einen guillotine Choke an und Rhodes ist gezwungen zu tappen. Ein schneller und dominanter Sieg von Pat Smith, der sich im Interview anschließend als den besten Shootfighter der Welt bezeichnet.
Patrick Smith besiegte Johnny Rhodes durch Submission (Guillotine Choke) (1:07)

- Semi-Final Fight:
Royce Gracie vs. Remco Pardoel
Royce versucht es früh mit dem Shoot-In und er bringt den viel größeren Niederländer zu Boden. Pardoel kämpft zwar stark gegen an, doch Gracie schnappt sich gleich den Rücken. Beide verteidigen sich auf dem Boden sehr gut, und bisher ist der Fight ein reiner Jiu-Jitsu-Fight, bis Royce mit Hilfe des Gui´s einen Choke ansetzen kann.
Dieser Fight öffnete den Zuschauern ein wenig die Augen, da sie mitbekamen, das Gracie auch starke Jiu-Jitsu Fighter die nicht auf den Namen Gracie hören dominieren kann.
Royce Gracie besiegte Remco Pardoel durch Submission (lapel choke) (1:31)

- UFC 2 - Tournament Final
Royce Gracie vs. Patrick Smith
Royce tänzelt durch das Octagon bis Smith es mit dem Shoot-In versucht. Beide landen im Clinch und Royce bringt Smith zu Boden. Royce ist auf dem Boden sehr stark und es ist nur eine Frage der Zeit bis er die Fullmount-Position innehat. Dann feuert er einige Schlagsalven ab und Smith muss überraschend schnell austappen.
Royce Gracie besiegte Patrick Smith durch Submission (strikes) (1:17) und wird somit UFC2 – Tournament Champion.

Fazit: Produktionstechnisch war UFC2 mit Sicherheit ein riesiger Fortschritt. Man hatte schon deutlich das Gefühl, das die antretenden Fighter sich richtig auf den Einsatz im Octagon vorbereitet hatten, was natürlich weitaus bessere Fights zu Folge hatte, als es bei UFC 1 der Fall war. Die Tatsache, dass Big John McCarthy der Referee war, wertet den Event auch nochmals auf, auch wenn es natürlich nicht seine stärkste Performance war. Mindestens drei Fights wurden zu spät abgebrochen und wären natürlich unter den heutigen Regeln nicht mehr umsetzbar gewesen. Aber im Großen und Ganzen war UFC 2 ein wirklich respektabler Event, den man allen MMA-Fans die etwas über die Geschichte des Sports lernen wollen durchaus zeigen sollte.
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