Beiträge: 52.431
Themen: 11.667
Likes bekommen:
0 in 0 posts
Likes gegeben: 0
Registriert seit: Apr 2002
Bewertung:
0
Ueber Vince McMahon koennte man auch Seiten fuellen. Ich fang mal bei der ersten Rolle ein wo ich ihn gesehen habe, als Interviewer war er wie ich finde sehr gut. Er konnte mit den Wrestlern hervorragend umgehen, und hatte eine Serioesitaet die es braucht in der Rolle. Er gefiel mir in dieser Rolle mit am besten. Als Announcer war Vince McMahon in den 70ern und 80er Jahren oft ebenfalls sehr gut. Es gefaellt mir aus jener Zeit wie er die Matches kommentiert, die Storylines praesentiert und die Wrestler gut rueber bringt. Er schrie nicht und sein Timing war gut.
Leider hat Vince als Announcer stark nachgelassen in den 90er Jahren. Mitte der 90er Jahre fand ich ihn dann schrecklich, er war nur noch beschaeftigt die WWF an sich over zu bekommen, und die Matches wurden nebenher mit “Oh whatta move“,“ “Whatta Maneuver“, “OH MY GOODNESS“ und “1....2.....oh NO he kicked out“. Sein Timing war am ende schlecht, er schrie oefters mal, und es wirkte alles so hektisch. Auch versuchte er ALLES over zu bekommen, alles zu hypen, und stellte alles besser da als es war. Nun es ist die Rolle eines Announcers das Produkt gut darzustellen, aber wenn man gerade sieht wie Mabel Adam Bomb crusht, und Vince davon redet wie genial Mabel ist, wie toll das Match ist, und wie toll doch die Unterhaltung ist, dann geht das an der Realitaet vorbei. Man sollte als Announcer naemlich auch immer Glaubwuerdig bleiben, denn das Produkt sollte man ja an den Zuschauer “verkaufen“, wenn der Zuschauer aber einem nichtmehr glaubt, dann hat man ein Problem weil man es nichtmehr an ihn verkaufen kann. Mit Jerry Lawler machte er dann noch die “Heel-Face Announcer“ , wobei ich es nicht leiden kann wenn ein Announcer nur die Heels bevorzugt, und der andere nur die Faces, aber gut dieser Punkt ist ein persoenlicher Geschmack.
Zu seinem “Mr McMahon” Charackter. Ich finde der Charackter war eine Zeitlang sehr erfolgreich und unterhaltsam, McMahon spielte ihn auch gut, extrem uebertrieben natuerlich, aber gut. Die Storyline wurde ueber 1-2 Jahre lang sehr abwechslungsreich gehalten und war in diesem Zeitraum auch erfolgreich. Ich war kein Fan der Storyline, aber ich kann sehen das sie fuer sehr viele sehr unterhaltend war. Man hat es auch gut verstanden Vince McMahon in den Big Matches gut einzusetzen. Bei No Way Out 1999 war er im Main Event gegen Steve Austin, das war richtig gutes Booking. Kein Top Match, das kann man nicht erwarten, aber mit den limitierten Moeglichkeiten hat man es sehr gut verkaufen koennen.
Ansonsten als Promoter war Vince mit der WWF sehr erfolgreich. Er hat gerade in der Anfangsphase sehr gute Entscheidungen getroffen die richtungsweisend waren fuer den weiteren Verlauf. Vince ist viel Risiko eingegangen, das war vielleicht eine seiner staerken die mit der Zeit nachlassen (kann man bei den meisten aelteren Menschen erkennen in einer Fuehrungsposition, egal wo). Viele heben natuerlich auch zurecht Wrestlemania und die PPV`s hervor als eines der richtigen Entscheidungen, auch die zuerst Nationale Expansion und dann die Internationale Expansion waren wichtig.
Ich denke weitere gute Entscheidungen waren etwa die Superstars und Wrestling Challenge TV Programme in den 80er Jahren. Die Produktion dieser Shows war um meilenweit besser als das NWA Produkt. Es war oft so das man bei der NWA das bessere Wrestling sah, aber es sehr viel schlechter verkauft wurde. Die Entscheidung die WWF zu MTV zu bringen scheint heute natuerlich einfach gewessen zusein, damals war es ein Risiko aber es war eine enorm wichtige/richtige Entscheidung. Ich denke der MTV Deal fuehrte dazu das die WWF mitte der 80er Jahre enorm erfolgreich wurde, auch das Wrestlemania so ein Erfolg wurde. Ein absolut positive Entscheidung von McMahon war auch die Musik im Pro Wrestling einzubinden. Es gab schon vorher Entrance Theme`s, aber McMahon machte sie bedeutender, ich denke da gerade an die Themes von Hulk Hogan die einen grossen Anteil daran haben das Hogan so populaer wurde (andere Wrestler spaeter natuerlich genauso). Auch einige Gimmick Entscheidungen wie die des Undertakers oder Mankind, Goldust etc waren hervorragend.
Was man McMahon auch zu gute halten sollte ist das er immer ein Ziel verfolgt mit der WWF. Das stimmt in 100% der Faelle nicht mit meinen Vorstellungen von Professional Wrestling ueberein, aber es ist enorm wichtig ein Ziel zu haben. Man kann sich eine WWE Show anschauen, und egal ob sie einem gefaellt oder nicht, man kann erkennen fuer wenn diese Show gemacht ist. Das Programm ist durchgaengig auf eine Zielgruppe orientiert. Das gleiche fehlt etwa vielen anderen Promotions, der ECW fehlte es, der WCW erst recht.
Es gibt wahrscheinlich noch jede Menge positiver Entscheidungen die man aufzaehlen koennte. Es gibt aber natuerlich auch jede Menge Fehlentscheidungen und Misserfolge. Die ganzen Gimmicks und Storylines die floppten auf zu zaehlen wuerde den Rahmen sprengen. Auch seine Misserfolge ausserhalb des Pro Wrestling (WBF, XFL, Titan Boxing, Smackdown Records, WWF New York, WWF New York, WWF Casino etc etc) seien nur kurz erwaehnt.
Ansonsten gibt es viele Entscheidungen, Moralvorstellungen, Ansichten und persoenliches warum ich Vince McMahon nicht leiden kann. Die meisten kann man hier irgendwo nachlesen, daher brauche ich das nicht nochmal machen.