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Die größten Promoter des Wrestlings
#1
RELAUNCH - DIE BIOS WERDEN ZUR ZEIT AKTUALISIERT

Die größten Promoter des Wrestlings

Teil 1 - Pedro Martinez

[Bild: http://www.wwf4ever.de/team/ronald/Ignacio Martinez.jpg]

Der Name Pedro Martinez steht im Wrestling für einen der erfolgreichsten Promoter aller Zeiten. Zwar kam er nicht an die Stärke von Sam Muchnick oder den McMahons heran, dennoch gelang es ihm, sich gegen die größten Konkurrenten durchzusetzen und über viele Jahre am Markt bestehen zu bleiben. Als Wrestler hat er nie einen Titel gewonnen, kaum große Erfolge erzielen können, wie im Gegensatz zu seiner Karriere als Veranstalter. Martinez etablierte das Wrestling in New York State unabhängig von der allseits bekannten WWF, damals noch World Wide Wrestling Federation (WWWF) genannt. Fast 40 Jahre lang boten seine Shows den Zuschauern Entertainment und Sport mit allen Höhepunkten und Niederlagen, die ein Veranstalter damals erleben konnte. Vielleicht sogar während der turbulenten Nachkriegszeit durchmachen musste, um nicht in der Masse unterzugehen. In späteren Jahren bewies Martinez gleichfalls seine Stärke als Independent Promoter der heute fast unbekannten National Wrestling Federation (NWF). Es war eine lange Karriere, die dem Wrestling insgesamt viel Positives brachte.

Die Upstate und Metropolregion von New York war bereits zu Martinez' Anfangszeiten ein hart umkämpfter Markt, wo man als lokaler Promoter alleine keine Chance hatte. Das Business in und um New York dominierte seit 1937 die Dusek-Johnston Gruppe, der Martinez aber nicht angehörte. Nach dem Tod von Jack Curley, dem führenden Promoter im Big Apple, schlossen sich Rudy Dusek und die Johnston Brüder zusammen. Jimmy, William und Charley Johnston bookten fast alle wichtigen Hallen dieser Region. Ihr Hauptsitz lag direkt am Broadway, wo auch Dusek dann sein Office bezog. Diese Gruppierung, und nicht Toots Mondt, kontrollierte das Wrestling in New York - und das sollte sich bis zur Saison 1956-57 auch nicht wesentlich ändern. Für Martinez wurde die Szene hier direkt erst ab 1952 bedeutender, als es zur Zusammenarbeit mit Mondt kam. Aber was mit einer guten Absicht begann, endete in einer jähen Fehde. Martinez verlor ein Haufen Geld durch Fehlinvestitionen und Missmanagement, das er später hauptsächlich Mondt anlastete.

Ignacio Martinez war der Sohn von mexikanischen Einwanderern und wurde am 06. Februar 1915 in Phoenix (Arizona) geboren. "Ignacio" schien kein Name zu sein, der dauerhaft im Wrestling Bestand haben könnte, also nannte man ihn schließlich "Pedro". Dieses Pseudonym blieb für die Ewigkeit. Martinez debütierte als Wrestler Mitte der 1930er Jahre. Die aktive Profikarriere im Ring verlief nicht so erfolgreich, so dass er schließlich den Wechsel zum Promoter vollzog. Sein erster Veranstaltungsort ist auch gleich in dem Bundesstaat gewesen, wo er die nächsten 30 Jahre verblieb - in Rochester (New York). Schon die ersten vier Jahre dort brachten für ihn sehr gute Einnahmen. Er konnte sich jetzt ein beachtliches Kapital aufbauen, ähnlich wie sein Geschäftspartner, Ed Don George, ehemaliger AWA World Champion, der ebenfalls ins Promoter-Business wechselte. Wie sich dann zeigte mit vergleichbaren Erfolgen. Im Juli 1947 eröffnete George den Upstate Athletic Club in Buffalo mit starken Ambitionen das Wrestling hier wieder zu etablieren. 1948 trat Martinez bei, der die Anteilsrechte des lokalen Promoters Jack Herman kaufte, und danach zum Businesspartner von George wurde. Bis 1954 entstand daraus eine effektive Geschäftsbeziehung, die allerdings nicht lange ohne Querelen blieb. Die beiden kooperierten zwar eng miteinander, waren hier und da mal befreundet, doch meistens bestimmten Streitigkeiten das Geschäft. Aber eine vorzeitige Trennung beider hätte für Martinez kaum etwas gebracht, da er noch ein relativ unbedeutender Veranstalter war. Auf zweierlei Weise ist dieser Kontakt für ihn wichtig gewesen: Zum einen kannte George das Business länger und zum anderen stand der ehemalige World Heavyweight Champion in bester Verbindung zur NWA. George trat dem Ligenverband, als festes Mitglied, nach der NWA Convention Ende November 1949 bei. Ihr Geschäft war von beiden Seiten stark abhängig, was heißt, dass George auch auf Martinez nicht einfach verzichten konnte. George expandierte von Buffalo aus in weitere Regionen. Die Gesamtzahl seiner Veranstaltungsorte belief sich auf 15 - dazu zählten: Rochester, Albany, Syracuse und Binghamton. Er und Martinez profitierten durch die Zusammenarbeit mit Boston-Promoter Paul Bowser, der seine Wrestler in ihr Revier schickte. Das Resultat einer langen Verbindung zwischen George und Bowser, die zu diesem Zeitpunkt bereits seit mehreren Jahrzehnten existierte.

Während die Metropolregion um New York eine relative Konstanz aufwies, war die Szene in der größten Stadt der USA noch vielen Schwankungen unterworfen. Das Herz des Wrestlings schlug Ende der 40er Jahre nämlich noch in St. Louis und im Mittleren Westen. Auch Chicago darf da natürlich nicht vergessen werden. Fast immer ließt man davon, dass Joe "Toots" Mondt das Wrestling der Ostküste dominierte. Als die Saison 1952-53 begann, hatte das Martinez-George Duo bereits um Längen mehr Kapital, als jeder andere Promoter dieser Region. Zusammen überboten sie sogar Fred Kohler, der mit seinen TV Shows in Chicago das Wrestling bestimmte. Der Einfluss von Mondt ist durchaus stark gewesen, relativiert sich aber, wegen der instabilen Lage im Big Apple. Charakteristisch dafür war das Verbot des Wrestlings im Madison Square Garden, das zwischen März 1938 und Februar 1949 jegliche Shows aus dieser wichtigen Halle komplett verbannte. Man ist so praktisch gezwungen worden, auf andere Hallen auszuweichen, die kaum Zulauf hatten oder gar nicht erst in den Fokus einer Wrestling-Veranstaltung kamen. Ein entscheidender Wendepunkt, auch was Martinez' Interesse betraf, ist der Neustart des Wrestlings im MSG gewesen. Mondt und William Johnston initiierten die Rückkehr, die erst floppte, dann aber Wirkung zeigte und so auch die Zuschauerzahlen wieder allmählich stiegen.

Ende 1949 veranstaltete Mondt die zweite MSG-Show und die Szene begann sich hier wieder langsam zu etablieren. Martinez wollte sein Kapital nun auch in New York City investieren. Zwei Gruppen standen dafür zur Auswahl: die Johnston Enterprises und die Manhattan Booking Agency. Diese Konstellation existierte seit 1948, in dem Jahr, wo sich Mondt von Promoter Alfred Mayer unabhängig machte. Toots heuerte Henry "Milo" Steinborn als seinen Matchmaker an, und fand noch einen dritten Geschäftspartner, der die Szene in New York bestens kannte, Promoter Rudy Miller. Sie formierten die Manhattan Booking Agency, die erst Primo Carnera und anschließend den Kassenschlager Antonino Rocca unter Vertrag hatte. Mondts Agency kam, im Vergleich zur Johnston Enterprises, jedoch nicht ohne große Unterstützung anderer Promoter aus. So schickten Fred Kohler und Al Haft ihre Wrestler nach New York. Den erhofften Profit warf die Agency nie ab - und trotzdem entschied sich Martinez für diese Gruppierung. Im Januar 1952 kaufte er die gesamte Agency für 100.000 Dollar. Das war eine riesige Summe in einer Zeit, wo das Wrestling nicht die Einnahmen brachte, wie wir sie von heute kennen.

Anfangs schien es so, als ob sich die Geschäftsbeziehung zu Mondt für Martinez auszahlen sollte. Beide schlossen einen Vertrag ab, der offiziell am 30. Januar 1952 in Kraft trat. Martinez setzte Toots als General Manager der Agency ein und überschrieb ihm 25% seiner gesamten Geschäftsanteile (Wert: 25.000 Dollar). Für die Shows in New York City war Mondt weiterhin verantwortlich, während Pedro das Business bei sich in Rochester lenkte. Es vergingen keine sechs Monate bis Martinez im Juni 1952 vor einem Einnahmeproblem stand. Die Verkaufszahlen der Eintrittskarten lagen bei Mondt deutlich unter seinen Erwartungen. Pedro strukturierte die Agency um, bevor sie in Konkurs ging. Den Bankrott konnte er aber nur noch zeitlich hinausschieben. Als Hauptteilhaber liquidierte Pedro 50% seiner verbliebenen 75% und überschrieb sie an Manager Kola Kwariani und dessen Schützling Antonino Rocca. Jetzt gab es also vier Anteilseigner mit 25% Aufteilung. Trotzdem Rocca ein Kassenschlager war, gelang es in dieser Saison nicht den MSG voll zu bekommen. Nach zwei mittelmäßigen Shows im Garden sah Martinez für sich in New York City offenbar keine großen Chancen mehr. Am 10. Januar 1953 kam ein weiterer Vertrag mit Mondt zustande: Martinez transferierte seine 25% an der Agency auf Toots, da er eh schon genug Kapital verloren hatte. Er erhoffte sich eine Auszahlung der Anteile im Wert von 25.000 Dollar innerhalb der nächsten 24 Monate. Die Saison 1953-54 verlief etwas besser, aber Martinez bekam nur 5.250 seiner 25.000 Dollar von Mondt ausgezahlt. Ein klarer Vertragsbruch, den anscheinend nur er wirklich ernsthaft anprangerte, da sich Toots darum herzlich wenig scherte. Bei ihm ging das Geld so schnell aus der Hand, wie er es einnahm. Auch wurden Gerüchte laut, wonach einige Wrestler kein Gehalt bekommen hätten. Massives Missmanagement seitens Mondt trieb die Manhattan Booking Agency immer weiter in die roten Zahlen, bis sie im April 1954 bankrott ging. Die Geschäftsbeziehung beider Seiten war damit endgültig beendet. Bei einer öffentlichen Auktion am 26. August 1954 ersteigerte Pedro die Rechte an der bankrotten Gesellschaft für schlappe 200 Dollar zurück. Angeblich seien damit auch die Vertragsrechte für das Booking von Antonino Rocca verknüpft gewesen. Doch lässt sich das wohl kaum noch feststellen.

1954 endete nicht nur die Zusammenarbeit mit Mondt, sondern ebenfalls die zwischen Martinez und Ed Don George. Jedenfalls was von der noch übrig geblieben ist, nach allen sonstigen Auseinandersetzungen. Das Geldgeschäft provozierte einen Promotionkrieg mit dem Upstate Athletic Club in Buffalo. George nutzte seine Stärke als NWA Promoter, um seinen Konkurrenten in Rochester in den Hintergrund zu drängen. Für eine Weile gelang dies auch. Pedro bookte jetzt oft kanadische Wrestler. Seine Promotion war allerdings kaum von negativen Einnahmen betroffen, weil er das Spektrum der Shows auf Boxveranstaltungen ausweitete. Rund um Rochester hieß es nun Boxen und Wrestling. Die Kapitalstärke beider Seiten war während der Saison 1954-55 noch weiter angestiegen. Martinez und George gehörten zur Spitze der reichsten Promoter, was man daran bemerkte, dass George zum Millionär wurde. Eine Seltenheit unter amerikanischen Promotern, die zu jener Zeit veranstalteten. Martinez' erfolgreichste Zeitspanne begann, als sich das Blatt im Sommer 1955 wendete. Die Austragungsorte von George warfen innerhalb kürzester Zeit immer weniger Profit ab. Bisher war er der stärkste Promoter in New York State. George erkannte rechtzeitig den einsetzenden Zuschauerrückgang und zog Ende August 1955 die Konsequenzen. Für 100.000 Dollar bot er seinem Konkurrenten den Upstate Athletic Club zum Verkauf an. Was viele nicht einfach mal so locker machen konnten, war für Martinez kein großes Problem. Pedro bezahlte die Summe und kassierte gleich noch eine Menge an Vertragsrechten, die ihn zu wesentlich mehr Einfluss verhalfen, als die ganzen Jahre zuvor. Mit dem Rechteverkauf erhielt er Georges Lizenzen, übernahm dessen 15 Veranstaltungsorte und ersetzte ihn auch gleich als NWA Mitglied. Offiziell wurde Martinez ein Mitglied während der NWA Convention Anfang September 1955 in St. Louis. Diese Verbindung hielt er bis in die frühen 1960er Jahre aufrecht.

Martinez wechselte seinen Hauptsitz von Rochester nach Buffalo. Eine Umstrukturierung stand nun bevor: der Upstate Athletic Club wurde aufgelöst und die neue Promotion hieß fortan "Buffalo Wrestling Club". Aber das war längst nicht alles, was Pedro unternahm, um das Wrestling hier kräftig anzukurbeln: er kontaktierte den kanadischen Großveranstalter Frank Tunney in Toronto. Nun lagen die beiden Territorien schon geografisch nicht soweit auseinander, was lag also näher, als dass sie jetzt auch stärker miteinander korrespondierten? So sollte es dann auch geschehen. Das Fernsehen nutzte Pedro für seine Shows natürlich ebenfalls bestens aus. Auf den örtlichen Sendern, wie WBEN-TV, startete er eine regelmäßige Übertragung in Form des Studio Wrestlings. Sein größter Erfolg gelang ihm dabei mit der "Parade of Champions". Eine lokale Großveranstaltung, die zehntausende Menschen anzog und stets guten Profit abwarf. 13 Jahre setzte Martinez auf qualitativ gutes Wrestling, was ihm seine Fans dann dankten, indem sie in Massen erschienen. Es waren nicht nur seine 13 besten Jahre, es war auch insgesamt die beste Zeitspanne des Wrestlings zu dieser Zeit im Buffalo-Zirkel.

Bald erschien ein neuer Mann in Martinez' Revier, der sich mit an die lokale Spitze setzte - Johnny Powers. Dieser formierte den Erie Wrestling Club und verhandelte mit Pedro über einen Verkauf der Rechte in Buffalo. Martinez sagte schließlich zu: Für 50.000 Dollar verkaufte er 1968 Anteilsrechte vom Buffalo Wrestling Club an seinen zukünftigen Geschäftspartner. Johnny engagierte einen äußerst fähigen NWA Matchmaker für seine Shows, der direkt aus St. Louis angereist kam, Bobby Bruns. Mit ihm zusammen debütierte Powers als Promoter im April 1968. Im Hintergrund behielt Martinez allerdings noch, als finanzstärkster Teilhaber, wesentliche Befugnisse. Powers und Bruns konnten trotz der NWA Kontakte die früheren Erfolge von Pedro nicht mehr fortführen. Eine Weile bookten sie noch mit der NWA zusammen, bis dann 1970 die Auflösung vom Erie Wrestling Club bevorstand. Das Duo Martinez-Powers organisierte sich neu, was dann mit der Abgrenzung von der NWA offensichtlich wurde. 1971 investierte Martinez sein Kapital in eine neue Promotion mit Johnny Powers als bestes Zugpferd - es war die "National Wrestling Federation (NWF)". Wallace Dunk war der Präsident der Liga. Das NWF Format hatte den North American Heavyweight Title als wichtigste Trophäe. Eine Ausweitung der Shows erfolgte dann nach Ohio (Cleveland, Akron) und auch nach Pennsylvania. Neben Powers wrestleten für Martinez noch: Crusher Verdu, Waldo Von Erich, The Mongols, Bulldog Brower und Dominic DeNucci. Frühere Verkaufszahlen konnte Martinez zwar nicht mehr übertrumpfen, aber die NWF etablierte sich doch, trotz ihrer kurzen Existenz, am Markt und bei den Fans. Pedro arbeitete während dieser Periode stark mit New Japan Pro Wrestling und der in Montreal ansässigen International Wrestling Association (IWA) zusammen. Eine der vielen IWA Versionen.

Nach gut vier Jahren war die NWF bereits wieder Geschichte. 1975 unterstützte Martinez eine neue Version des IWA Formats, die Eddie Einhorn gründete. Einhorn wollte sie national etablieren. Doch wie so oft im Wrestling scheiterte das Vorhaben, noch bevor man richtig anfing. So war es bei dieser IWA auch. Nach wenigen Monaten der Existenz kauften Powers, Pedro und dessen Sohn Ron Martinez alle Anteilsrechte an der Promotion auf. Zwei Jahre später übernahm Powers dann die IWA Rechte komplett, da Pedro Martinez 1977 vom Wrestling zurücktrat und mit der Familie nach Florida zog. Ron Martinez folgte dem Vater als Pro-Wrestler und Announcer, während Tochter Ethel einen Wrestler namens Ilio DiPaolo heiratete. In Zeiten einer schnelleren Wrestlingwelt dreht sich heute fast nur noch alles um die WWE Geschichte. Dass Martinez mal erfolgreicher war, wie viele seiner bekannten Zeitgenossen, scheint man längst vergessen zu haben. Doch in den Geschichtsbüchern wird er nicht untergehen, sondern als Teil einer großen Epoche des Wrestlings weiterleben. Am 04. Februar 1998, zwei Tage vor seinem 83. Geburtstag, starb Pedro Martinez in Fort Lauderdale (Florida). Sein Sohn Ron Martinez starb überraschend am 18. Februar 2010 an den Folgen eines Herzinfarkts.
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#2
Teil 2 - Jim Barnett

[Bild: http://www.wwf4ever.de/team/ronald/Jim Barnett IWA.jpg]

Wenn von einflussreichen und erfolgreichen Promotern die Rede ist, dann darf natürlich eine Persönlichkeit nicht fehlen - Jim Barnett. Dieser hat es über Jahrzehnte geschafft sowohl die Fans mit seinen Shows zu begeistern, als auch im Hintergrund mit seiner Kreativität dem Wrestling entscheidende Impulse zu geben. Ob Booking, Management oder eben sein starker Einsatz im Bereich der TV Shows - Barnett hat sich damals als wahres Multitalent bewiesen. Die Zeitspanne, wo er aktiv war, reicht von Ende der 40er Jahre bis hin zur modernen Ära der WWF und WCW. Auch die Offiziellen der beiden „Großen" des Business suchten nach einem erfahrenen Veranstalter, der quasi alle Tricks und Kniffe kannte. So ist es Barnett gewesen, der in der Anfangsphase von Wrestlemania oder am Verkauf der NWA / WCW Rechte an den Ted Turner Medienkonzern 1988 mitwirkte. Damals, am Beginn des TV Booms wenige Jahre nach Kriegsende, musste er sich jedoch erst als Redakteur eines Wrestling-Magazins in Chicago behaupten. Doch für seine Förderer stand bald fest, dass er genau der richtige Mann war und über die entsprechenden Fähigkeiten verfügte. So kam es, dass Barnett schon Anfang der 50er Jahre mit den größten Topstars quer durch Amerika tourte. Der Beginn einer turbulenten wie schillernden Karriere im Wrestling.

James Edward Barnett stammte ursprünglich aus Oklahoma City, wo er am 09. Juni 1924 geboren wurde. Es war wohl eher Zufall, dass der junge Philosophie-Student der University of Chicago überhaupt ins Wrestling gekommen ist, denn sonderlich fasziniert war er anfangs nicht von dem, was man da in einem lokalen Magazin über diese „Randsportart" berichtet hatte. Etwa ein Jahr nach seinem Abschluss, den Barnett im Dezember 1947 erreichte, kam er in Kontakt zur Chicagoer Wrestling-Szene, die niemand geringeres als Fred Kohler dominierte. Als Jim mal die TV Shows von ihm gesehen hatte beschloss er danach, sich dessen Magazin „Wrestling As You Like It" zu kaufen. Mit der festen Absicht dieses verbessern zu können, schrieb er einen Brief an Kohlers Office in der Grace Street. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Er solle vorbeikommen und sein Können unter Beweis stellen. Bald war es soweit und Barnett erschien in der Tür des damals größten Veranstalters im Professional Wrestling. Unter Richard "Dick" Axman, der das Magazin zum größten Teil leitete, wurde er als Redakteur eingewiesen. Das Team Axman-Barnett korrespondierte perfekt, so dass sich das Magazin eine große Fanbase aufbauen und einer steigenden Popularität erfreuen konnte. Als Kohler schließlich seine Liga enorm ausbaute, musste ein "Road Agent" her, der außerhalb von Chicago die Shows managte und nach neuen Talenten suchte. Er entschied sich für Barnett, für den damit eine schillernde Karriere begann, an die mancher damals nicht mal zu träumen gewagt hätte. Im September 1949 begann dieser große Erfolg mit den populären Fernsehshows aus der Chicagoer Marigold Arena, die durch das DuMont-Network weit überregional, sogar bis Kanada, zu sehen waren. Ab 1950 erschienen in Chicago dermaßen viele Wrestler, dass sich hier eine Hochburg der Szene entwickelte, die zu diesem Zeitpunkt nicht mal New York überbieten konnte. So war es dann jener Road Agent Jim Barnett, der mit Verne Gagne, Hans Schmidt, Sonny Myers, Pat O'Connor und Dick the Bruiser quer durch die Staaten tourte. Mal eben sind das die Namen im damaligen Wrestling schlechthin gewesen. Natürlich durften auch nicht Lou Thesz, Gorgeous George und Johnny Valentine im TV fehlen, die Kohlers Einnahmen kräftig steigerten. Das traf vor allem auf Valentine zu, der in Chicago haushoch gehandelt wurde.

Barnett erhielt im November 1955 seine Lizenz als Manager von der Illinois State Athletic Commission. Als Booking Agent war er es jetzt fast immer, der die Verträge für Kohlers Liga unterschrieb oder diese erst möglich machte. Etwa wie beim späteren Topstar William Afflis, bekannt geworden als „Dick the Bruiser". Er unterzeichnete bei Barnett einen Vertrag und prompt ging seine Karriere steil nach oben. Das Gleiche passierte auch bei Angelo Poffo und Wilbur Snyder, die zu den besten Wrestlern ihrer Zeit gehörten. Damals war ihre Fehde um den United-States Title ein Highlight der Barnett Promotion, die nunmehr gleich in mehreren Bundesstaaten veranstaltete. Begonnen hatte der Boom einst Mitte der 50er Jahre in Indianapolis, als Kohler und Barnett die lokalen Rechte am Booking Office von Billy Thom aufkauften. Beide investierten ihr Kapital in die "Indiana Wrestling, Inc.". Eine von Dick Patton administrativ geleitete Corporation, in die auch Balk Estes einzahlte. Estes war es dann, der mit Barnett noch einige Jahre zusammenarbeitete bis dieser sein Office in Indianapolis schloss, und danach die WWA Liga das Territorium über zwei Jahrzehnte dominieren sollte. Doch letztlich war es die ab 1958 bestehende Geschäftsbeziehung zu dem ehemaligen Los Angeles Promoter Johnny Doyle von der Jim Barnett kräftig profitierte. Das Duo bestimmte die Szene bald stärker, als manchem damaligen Konkurrenten lieb gewesen ist, trotzdem sie in der Phase keine Mitglieder der National Wrestling Alliance waren. Beide kreierten eine neue Version der AWA mit Leuten wie Poffo und Afflis als Topstars. Die Liga „American Wrestling Alliance" entstand, zu der später auch noch Roy Shire in San Francisco gehörte.

Es gelang Barnett von Indianapolis aus, wo er seine ersten TV Shows organisierte, sich auch in Ohio und Michigan zu etablieren. Das Medium Fernsehen spielte dabei wieder eine wesentliche Rolle, denn erst damit kam der große Erfolg zustande. Am 27. Dezember 1958 initiierten Doyle und Barnett die erste TV Wrestling-Show in Cincinnati in den WCPO-TV Studios. Die Fehde Poffo-Snyder hatte gerade ihren Anfang genommen. Snyder verlor an diesem Abend seinen United States Title. Innerhalb der nächsten 12 Monate kamen rund 100.000 Zuschauer zu den Shows im Cincinnati Gardens. Es sollte ein super Geschäftsjahr für Barnett werden, der sich Ende März 1959 auch offiziell mit Doyle zur "Doyle-Barnett Corporation" zusammenschloss, von der heutige Historiker sagen, dass sie die stärkste Corporation im Wrestling bis Anfang der 60er Jahre gewesen ist. Bald zeichnete sich ab, wer mit wem zusammenarbeitete oder fehdete. Ausgerechnet Barnetts langjähriger Geschäftspartner Fred Kohler sollte dabei das Nachsehen haben, da dessen ehemaliger Road Agent sich kurzerhand im Januar 1960 absplittete, und es so zumindest für das NWA Booking Office in Chicago auch keine Möglichkeiten mehr gab, die Wrestler der Doyle-Barnett Gruppe zu booken. Und das sind eine ganze Menge gewesen. Um den Verlust auszugleichen teamte Kohler in dieser Phase stattdessen mit Leuten wie Vincent James McMahon und Toots Mondt, zwei etablierten Veranstaltern von der Ostküste. Intern fehdete Kohler mit Barnett noch über Monate weiter, besonders als es um die Frage der Aufnahme in die NWA ging. Im August 1961 wurde Fred neuer NWA Präsident und im gleichen Monat beantragten Doyle & Barnett ihre Mitgliedschaft in der Alliance. Am 31.08.1961 wurde dieser Aufnahmeantrag offiziell gestellt, den sogar noch Sam Muchnick pushte. Es wäre wohl zu einer Aufnahme gekommen, wenn Muchnick zu diesem Zeitpunkt die NWA geführt hätte. Kohler hatte aber dort die größere "Power", ums mal so zu sagen. Er setzte ein Membership Commitee ein, dass über den Aufnahmeantrag entschied. Die Mehrheit (McMahon, Mondt, Harry Light und Mike London) sprach sich dagegen aus, was auch nicht gerade verwunderlich war, da sie alle zusammen mit Fred kooperierten. So dauerte es bis 1969 ehe Barnett ein Mitglied wurde.

Die NWA Promoter mussten sich alsbald mit der neuen Konkurrenz beschäftigen, denn es dauerte nicht lange bis diese auch in Detroit auftauchte, um die lokale Szene mitzubestimmen. 1961 begann in der Motor-City ein Konkurrenzkampf zwischen der NWA und Barnetts AWAlliance. Harry Light, langjähriger NWA Promoter in dieser Region, startete im Oktober 1961 eine groß angekündigte Show im Olympia-Stadion. Mit dabei waren Bruno Sammartino und Antonino Rocca. Light bookte sie von Barnetts Konkurrenten Kohler, McMahon und Toots Mondt. Trotz dieser starken Promoter, Light war zudem noch NWA Mitglied, Barnett nicht, konnte er die Doyle-Barnett Corporation anfangs nicht überbieten. Das Duo bookte nur eine Woche später die "Cobo Arena" mit Gagne, Afflis, Synder und Fritz Von Erich. Damit wurden die Karten wieder neu gemischt. Es zeichnete sich in den nächsten Monaten ein leichter Vorsprung für Doyle und Barnett ab, deren Pläne sich aber bald ändern sollten. Im Sommer 1962 war der Konkurrenzkampf ohne nennenswerte Ereignisse beendet worden. Light schloss hiernach sein Booking Office in Detroit und Doyle verkaufte seine lokalen Anteilsrechte im Frühjahr 1963, wodurch sich die Szene neu formierte mit Leuten wie Afflis, Snyder und Ed „The Sheik" Farhat. 1964 zog sich auch Barnett aus Detroit und Indianapolis zurück, um woanders etwas neues aufzubauen. Die Nachfolge übernahmen Farhat und Francis Fleser mit der Liga „Big Time Wrestling" in Detroit, sowie Afflis und Snyder mit der „World Wrestling Association (WWA)" in Indianapolis.

Im Spätjahr 1964 hatten sich Doyle und Barnett dafür entschieden in Australien neu zu starten. Berichten zufolge soll es maßgeblich durch Sam Menackers Initiative dazu gekommen sein, dass beide noch im gleichen Jahr tatsächlich nach Down Under gingen. Sie gründeten die „International Wrestling Association (IWA)", womit ein großer Boom in Australien einherging. Die IWA etablierte dort das Wrestling mit Topstars wie Killer Kowalski, Jack Brisco, Dory Funk Jr., Spiros Arion, Mark Lewin, Killer Karl Kox und Buddy Austin. Menacker wurde bis 1970 als Kommentator der Liga eingesetzt, die ihre Sendeformate in Sydney und Melbourne im Fernsehen ausstrahlte. Beim Booking wechselte sich Barnett mit seinem Geschäftspartner alle fünf Monate ab, bis Doyle 1968 krankheitsbedingt zurücktreten musste. Bis dahin hatte Barnett enorm viel von ihm gelernt. Im August 1969 wurde er schließlich auf der NWA Convention als Mitglied anerkannt. Er war da schon beinahe zwei Jahrzehnte im Geschäft, ohne das ihn die NWA auch nur einmal zurückdrängen konnte. Man wusste um Barnetts Einfluss, der durch die Vielzahl seiner Fernsehshows zustande kam. Hier spielte wiederum Doyle eine wesentliche Rolle, an dessen Fernsehformate er perfekt anknüpfen konnte. Barnetts Geschäftspartner war bereits ein paar Jahre vor ihm zum Fernsehen gekommen. Was lag also näher, als das Jim schließlich in den turbulenten Wrestling-Zirkel der Mid-South Region wechselte.

Zwischen Atlanta, Tampa, Memphis und Charlotte boomte das Wrestling in der Phase der 70er Jahre. Von Crockett, Welch, Gulas, Jarrett bis Jones, Graham, Fuller und Fields - all diese Veranstalter kassierten hier Unsummen. Paul Jones verdiente durch das Atlanta ABC Booking soviel, dass er sogar mehrere Sporthallen besaß. Das Fernsehen erlebte hier eine neue Zeitenwende, die vor allem mit dem Namen Ted Turner verknüpft ist. Als dieser 1972 mit seinem Kanal WTCG in Atlanta auf Sendung ging, konnte man die anfänglich 60 Minuten langen Wrestlingshows fast überall in Georgia mit einer Hausantenne empfangen. Anfangs zeigte man die Shows der All-South Wrestling Alliance von Ann Gunkel. Aber den Sendeplatz bei Turner konnte sich dann Jones sichern. Sein TV Format, "Georgia Championship Wrestling", war jedoch noch keine eigentliche Promotion, wie viele irrtümlich annahmen. Dahinter steckte das Atlanta ABC Booking, das selbst auch im Wirrwarr der Anteilseigner und späteren Teilhaber unterging. Turner weitete auf eine Sendezeit von 120 Minuten aus und wandelte den Sender 1976 zur "SuperStation-WTBS" um, sprich das Programm war jetzt über Satellit in weiten Teilen der USA zu empfangen. Innerhalb nur dieser vier Jahre, seit Sendestart, wurde Atlanta schon von weitreichenden Ereignissen beeinflusst. Nach knapp neun Jahren in Australien rechneten wohl viele nicht mehr damit, dass sich Barnett auf der August-Konferenz der NWA 1973 in Las Vegas zurückmeldete. Er wolle die Welch-Brüder auszahlen und das Atlanta Booking Office übernehmen. Was sich so einfach anhörte, war für viele Promoter kaum möglich, außer für Barnett. Im Zeitraum bis 1974 verkaufte er seine Promotion in Australien an Tony Kolonie, um sich jetzt mehr auf das Business in Amerika konzentrieren zu können.

Jones' ABC Booking war seit 1972 wiederum Teil einer anderen Gesellschaft. Nach dem plötzlichen Tod von Ray Gunkel brach in Atlanta ein Promotionkrieg aus. Die "All-South Wrestling Alliance (ASWA)" von Ann Gunkel und Jones' ABC Booking machten sich heftig Konkurrenz. Im November 1972 konterte Jones und formierte mit Roy und Lester Welch die "Mid-South Sports, Inc.". Jetzt besaß der NWA Promoter Roy Welch aus Tennessee auch gewichtige Anteile am ABC Booking. Bill Watts und Jack Brisco kauften ebenfalls Anteile. Da Jones noch vom Tampa-Office Wrestler nach Atlanta bookte, gingen weitere 20% an "Championship Wrestling from Florida". Praktisch dazwischen erschien nun Barnett, der die Welch-Brüder im September 1973 für ganze 268.000 Dollar auszahlte. Damit sicherte er sich auch gleich die 20% vom Tampa Office. Prinzipiell war es jetzt Barnett, der das Booking und Management der Shows in Atlanta bestimmte. "Frontpromoter" blieb weiterhin Paul Jones, der sich aber größtenteils nur noch als stiller Teilhaber betätigte. Es erschienen weitere Leute, die Anteile an GCW kauften: Jerry Oates, Frances Jones, Ole Anderson sowie Jack und Gerald Brisco. Ende der 70er Jahre hielten die Briscos 30% des Unternehmens. Aus Mid-South wurde am 29. März 1974 schließlich "Georgia Championship Wrestling (GCW)". Zusammen mit der Crockett-Promotion in North Carolina war GCW eine der wichtigsten Ligen der NWA. Ende 1974 hatte Barnett letztlich auch den Konkurrenzkampf mit Ann Gunkels ASWA für sich entschieden. Stellenweise eine recht heftige Auseinandersetzung, besonders zwischen Gunkel und einem der zahlreichen Wrestler aus der Welch-Fields Familie, Lester Welch.

Den Höhepunkt erreichte Barnetts Karriere im August 1975, als Sam Muchnick seine NWA Präsidentschaft beendete. Jim Crockett Jr. gewann an Einfluss und Barnett übernahm für die nächsten fünf Jahre das Booking vom NWA World Title. Der NWA Hauptsitz, bisher St. Louis, verlagerte sich in die 310 Chester Street nach Atlanta, wo sich das Office von Barnett befand, der sich nun als wichtigster Mann der ganzen NWA etablierte. Als Crockett dann immer stärker wurde, war Charlotte auch so etwas wie eine NWA Zentrale. Atlanta war in den späten 70er Jahren die Hochburg des Wrestlings schlechthin. Die gemeinsame Kooperation zwischen Barnett und Eddie Graham, dem NWA Promoter in Florida, brachte in dieser Zeit solche Legenden wie Ricky „The Dragon" Steamboat ins Wrestling. In jenen Jahren kamen viele Topstars nach Georgia, die selbst heutige Fans noch kennen, da sie ja zum Teil immer noch aktiv sind. Dusty Rhodes, Ric Flair und Harley Race - um nur einige Namen zu nennen. GCW hatte viele Teilhaber, was sich auf Barnett negativ auswirken sollte. Im Dezember 1982 konnte er seine Absetzung als Chairman, durch die Stimme der weiteren Anteilseigner, nicht mehr verhindern. Einige Monate später gab Barnett auch seine NWA Mitgliedschaft auf, denn das Office in Atlanta hätte er unter diesen Bedingungen ohnehin nicht mehr halten können. Andere Promoter und Booker lenkten jetzt die Geschäfte. Damit war seine Karriere jedoch längst nicht beendet. 1984, in der Expansionsphase der WWF, war er einer der wichtigsten Leute im Hintergrund. Barnett ging zu Titan Sports und wirkte mit als Berater in der Anfangsphase von Wrestlemania, bis ihn Crockett 1987 ins Mid-Atlantic Revier zurückholte. Da war Georgia Championship Wrestling jedoch nicht mehr existent.

Nach Schließung von GCW und dem Verkauf der Stampede-Wrestling Promotion, blieben noch Crockett und Donald Owen als NWA Mitglieder übrig. Owen stieg erst 1992 aus, während Barnett beim NWA Rechteverkauf zwischen Crockett und "Turner Broadcasting System (TBS)" mitmischte. Der NWA Hauptteilhaber, die Jim Crockett Promotions, verkaufte im November 1988 ihre Rechte an TBS. Nun war Turner praktisch "Besitzer" der NWA, was auch nicht so ganz stimmte, da die Alliance noch aus kleineren Ligen bestand, zu denen Owen gehörte. In den 90er Jahren arbeitete Barnett meistens für die WCW. Er blieb, nach verschiedenen Unterbrechungen, solange beim Turner-TV involviert, bis die WCW am 28. März 2001 als eigenständige Promotion geschlossen wurde. An diesem Tag räumte AOL/Time-Warner alle Büros und der neue Eigentümer, die WWE, zog ein. Manche behaupten, dass Barnett in Wirklichkeit die WCW steuerte. Jim Barnett war zweifelsohne ein außergewöhnlicher Promoter, den man kaum in ein passendes Schema einordnen kann. Kein anderer Veranstalter hatte vor den McMahons so viel Erfolg mit Fernsehformaten. Privat war er kontrovers, führte einen extravaganten Lebensstil, sprach offen über seine Homosexualität und investierte sein Geld in allerlei Projekte, die seiner fulminanten Lebensart durchaus gerecht werden konnten. Bis zuletzt war er noch als Berater für verschiedene WWE Projekte tätig. Jim Barnett starb am 17. September 2004 nach längerem Krebsleiden im Alter von 80 Jahren. Für lange Zeit hat er das Business maßgeblich geprägt, baute viele Superstars auf und machte sich unverzichtbar - Vor allem später auch hinter den Kulissen. Nicht ohne Grund nannten ihn einige Zeitgenossen damals schon - „the most powerful man in wrestling."
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#3
Teil 3 - Frank Tunney

[Bild: http://www.wwf4ever.de/team/ronald/Frank Tunney.jpg]

Tunney - dieser Name war seit November 1949 ein fester Bestandteil der NWA. Führte anfangs noch John Tunney, Vater des späteren WWF-Präsidenten Jack Tunney, die in Toronto beheimatete Promotion, so kam nach dessen Tod 1940 sein jüngerer Bruder Frank Tunney zum Zuge. Für die nächsten 43 Jahre bestimmte er das Wrestling in Toronto und erweiterte seinen Einfluss zunächst auf das St. Louis Revier, bevor er schließlich zum zweitmächtigsten NWA Promoter hinter Sam Muchnick aufstieg.

Ein Hang für das Geschäftliche besaß der am 12. November 1912 geborene Francis Martin Tunney schon frühzeitig, was sich vor allem bei seinem Diplom zeigte, das er Anfang der 30er Jahre auf einer Wirtschaftsfachschule in Ontario erreichte. Danach sollte es nicht mehr lange dauern, bis er eine Anstellung als Sekretär für den “Queensbury Athletic Club” von Box- und Wrestlingpromoter Jack Corcoran angeboten bekam. Frank schlug zu und gehörte zu Corcorans Gruppe, die am 19. November 1931 den “Maple Leaf Gardens” in Toronto erstmals für Wrestlingshows öffnete. Diese Veranstaltungshalle etablierte sich so stark im Wrestling, dass sie, zwar nicht auf gleicher Augenhöhe wie der MSG, Austragungsort vieler NWA Titelkämpfe wurde. Wer hier im Ring auftrat und dazu noch Frank überzeugten konnte, dem stand das Tor zur Welt des Pro-Wrestllings offen. Corcoran holte den älteren John Tunney als Matchmaker in seine Promotion, der den Bereich des Wrestlings für mehrere Jahre übernehmen sollte. 1939 jedoch musste Corcoran krankheitsbedingt zurücktreten, wodurch John das Geschäft, mit Unterstützung seines Bruders und einiger Promoter, für kurze Zeit leitete. Ein heimtückischer Grippe-Virus aber schwächte ihn sehr, so dass er an den Folgen dieser Krankheit im Januar 1940 starb.

Frank‘s Start in Toronto war alles andere als rosig, jetzt, wo er die Zügel alleine in der Hand hatte. Es folgte eine schwierige geschäftliche Phase, die vielleicht das vorzeitige Ende seiner Karriere besiegelt hätte, wenn nicht ein Wrestler namens “Whipper” Billy Watson in Tunney‘s Office erschienen wäre. Watson debütierte im Maple Leaf Gardens mit einem Sieg über Lee Henning. Zu Beginn war ihre Zusammenarbeit weniger durch Sensationen geprägt worden, bis der Whipper das wichtige Turnier am 01. Mai 1941 siegreich beendete. Er bezwang “The Masked Wolf” Roland Kirchmeyer und Cy Williams. Tunney pushte ihn hiernach nach oben, so dass Watson für unglaubliche drei Jahrzehnte der Heimfavorit in Toronto blieb. Als er im April 1942 den British Empire Title von Nanjo Singh gewann, war sein Durchbruch endgültig gekommen. Tom Packs, der neben Paul Bowser größte Promoter dieser Zeit, interessierte sich auch für Watson‘s Erfolge. Es entstanden so erste Verbindungen zu Packs’ äußerst erfolgreicher St. Louis Promotion, die Tunney perfekt ausnutzte. Packs steuerte den World Title der National Wrestling Association, ein Geflecht aus Athletic Commissions unter dem zeitweise Vorsitzenden Harry Landry. Boxpromoter mischten auch noch mit. Das Gegenstück bildete Bowser‘s American Wrestling Association, die erste als AWA bezeichnete Promotion. Am 21. Februar 1947 hatte Watson sein Ziel erreicht: In St. Louis beendete er die vier Jahre dauernde Regentschaft von “Wild” Bill Longson und wurde neuer NWA (Association) World Champion.

War Packs bisher die dominierende Figur in St. Louis, so änderte sich dies im Dezember 1945. Sein ehemaliger Mitarbeiter Sam Muchnick veranstaltete jetzt eigene Shows im populären “Kiel Auditorium”. Das Kopf-an-Kopf Rennen verlagerte sich zunächst in Richtung Packs, bis Muchnick 1948 aufholen konnte. Sam knüpfte Kontakte zu anderen Mid-West Promotern wie Tony Stecher oder Al Haft. Diese hatten ihre Verbindungen zu Packs schon vorher gekappt, was auf dessen Dominanz zurück zu führen ist. Als Buddy Rogers dann die Seiten wechselte und Packs’ Promotion in die roten Zahlen rutschte, entschied Muchnick den St. Louis Konflikt für sich. Für Packs war im Juni 1948 das Ende gekommen, was in der Mid-West Region für große Umwälzungen sorgte. Tunney nutzte die Chance, um seinen Einfluss in St. Louis auszubauen. Dort existierten nach Packs’ Untergang zwei Gruppen, die anfangs gegeneinander kämpften. Einer gehörte Sam Muchnick an, der im Juli 1948 Gründungsmitglied der “National Wrestling Alliance (NWA)” wurde. Sie gründete sich unter dem Dach von Promoter Pinkie George in dessen Iowa-Revier. Muchnick gewann jedoch an Macht und verdrängte George, den ersten NWA Präsidenten. Die “Reste” der alten NWA, also der National Wrestling Association, verwaltete die andere Gruppe, der sich Tunney anschloss. Zusammen mit Eddie Quinn, Bill Longson und Lou Thesz kaufte er Packs’ Promotion. Thesz behauptete 1995 in seiner Autobiographie “Hooker”, dass das Konsortium 360.000 Dollar bezahlte. Als Rechteinhaber fungierte der “Mississippi Valley Sports Club” von Martin Thesz, Lou’s Vater. Mit “Sam Muchnick Sports Attractions” konkurrierten jetzt zwei Ligen in St. Louis ums Wrestling.

Durch seine Investition sicherte sich Tunney Teilrechte am NWA (Association) Title, den Thesz’s Gruppe kontrollierte. Lou war seit seinem Sieg über Bill Longson am 20. Juli 1948 Titelträger. Den Gegenchampion stellte Orville Brown, der, um die Verwirrung perfekt zu machen, von Muchnick‘s Gruppe als NWA World Champion eingesetzt wurde. Hier allerdings in Persona der Alliance. Um das Szenario zweier NWA Champions zu beenden, wurde ein Vereinigungskampf festgesetzt, der aber wegen Browns Autounfall nicht stattfinden konnte. Ende November 1949 war Tunney ein Teilnehmer der großen NWA Konferenz, die das Ende des Konkurrenzkampfes in St. Louis einläutete. In die Alliance traten hier, neben Tunney, noch zahlreiche weitere Promoter ein, darunter Eddie Quinn. Quinn war der mächtige Promoter des Montrealer-Reviers, das mit Frank‘s Promotion sehr gut korrespondierte. Die Konferenz votierte für Lou Thesz als World Champion der National Wrestling Alliance, wodurch man den immer noch bestehenden Association-Title einstellte. Ab dem 27. November 1949 war Thesz offizieller NWA World Champion.

Tunney und Muchnick hatten eine enge Geschäftsbeziehung, die die zu anderen NWA Mitgliedern weit überstieg. Zudem wurde Frank, neben Quinn, ins Championship-Komitee der Alliance berufen, was über den NWA World Title und das Booking entschied. Alle wesentlichen Entscheidungen konnte Frank so während seiner 35jährigen Mitgliedschaft beeinflussen. Er investierte ferner in Indianapolis und Detroit, agierte so als Teilhaber der äußerst erfolgreichen “Doyle-Barnett Corporation”. Frank verfügte über Anteilsrechte in St. Louis bis 1974.

Watson begeisterte in Toronto nach wie vor die Massen, auch deshalb, weil man an ihm kaum vorbei kam. Wer Champion werden wollte, um zur Spitze zu gelangen, der musste erst den Whipper bezwingen. Und das war freilich kein leichtes Unterfangen. Am 15. März 1956 merkte das auch NWA World Champion Lou Thesz. Im Maple Leaf Gardens bezwang ihn Watson vor 15.000 Zuschauern durch Count-Out, als Gastringrichter Jack Dempsey bis 10 zählte und Thesz draußen am Ring lag. Obwohl der Titel laut NWA Regelwerk nur durch Pin oder Aufgabe wechseln konnte, wurde Watson trotzdem Champion. Ob Zufall oder nicht, er verlor ihn auch wieder durch einen Countout im November 1956 an Thesz. Kontrovers wurde diese Entscheidung in Toronto unter anderen NWA Mitgliedern schon diskutiert. Aber Frank‘s Position erlaubte das. Eine weitere Sensation, nach Tunney‘s NWA Beitritt, kam im November 1955 zustande. Er und Quinn waren gerade in Paris bei einer Wrestlingshow, als dort ein Wrestler mit dem komplizierten Namen Edouard Wieczorkwicz auftrat. Begeistert von seinem Können pushten ihn beide, Quinn dann stärker, zur Spitze, wo er schließlich als “Edouard Carpentier” in die Geschichte des Wrestlings eingehen sollte.

Im August 1960 endete Muchnick‘s erste Periode als NWA Präsident. Trotz solcher starken Mitglieder, wie Vincent James McMahon, entschied die Konferenz in Acapulco, dass Tunney fortan den Posten inne haben sollte. Er blieb Präsident des Ligenverbandes bis zum 26. August 1961, als ihn Fred Kohler ablöste. Frank investierte viel Kraft in seine Promotion, konnte eine größere Krise in Toronto aber nicht abwenden. 1965 rutschten die Zuschauerzahlen im Maple Leaf Gardens auf unter 2000. Einer ganzen Serie solcher Auf's und Ab's folgten jedoch bald wieder kontinuierliche Zeiten, die noch größere Erfolge brachten. Neben Watson erschienen Bruno Sammartino, Ed “The Sheik” Farhat und “Big Thunder” Gene Kiniski. Kiniski, den Tunney ab 1957 unter Vertrag hatte, war zeitweise der Nr. 1 Heel im Toronto-Montreal Zirkel. Highlights während Tunney‘s langer Karriere als Veranstalter waren ferner: das NWA World Title Match zwischen Lou Thesz und Dick Hutton am 14. November 1957. Vor 10.000 Zuschauern verlor Thesz seinen Titel an Hutton. Dann jener Jahrhundertkampf vom 24. Januar 1963, als sich Thesz mit einem One Fall das Titelgold von Buddy Rogers zurückholte. Zu kontroversen Entwicklungen führte Thesz’s Sieg vor allem mit dem noch NWA Mitglied Vincent James McMahon. Schließlich dann der Titelkampf im Gardens vom 06. Februar 1977. Nach 14 Minuten und 10 Sekunden gab NWA World Champion Terry Funk im Indian deathlock auf. Harley Race wurde zum zweiten Mal Champion. Funk, Race, Farhat, Sammartino, Tiger Tasker, Bulldog Brower, Athol Layton, Dewey Robertson und Ric Flair - wie man sieht, ging das “Who is who?” des Wrestlings in Toronto ein und aus. Alleine daran ist wohl schon ersichtlich, wie gut Tunney das Wrestling hier vermarkten konnte.

Frank Tunney gehörte einerseits zu den erfolgreichsten Promotern in Nordamerika, aufgrund seiner langen NWA Mitgliedschaft und andererseits wegen seiner Toleranz gegenüber der WWWF/WWF bzw. AWA. NWA Champions kämpften gegen AWA Champions. Fast jede Promotion, die irgendwie über Einfluss in Amerika verfügte, schickte ihre Wrestler auch nach Toronto. Er war ein enger Freund von Vincent James McMahon und hielt wesentliche Kontakte zu Jim Crockett Jr.. Auch stand Frank in bester Verbindung zu den einflussreichen Capitol Board Directors William Gilzenberg und Gorilla Monsoon. Es war das Verwaltungsgremium der “Capitol Wrestling Corporation”, unter dessen Dach sich 1963 die WWWF formierte. Auf einer Auslandsreise nach Hong Kong starb Frank Tunney am 10. Mai 1983 im Alter von 70 Jahren. Als sein Tod in Amerika bekannt wurde, löste das eine allgemeine Trauer unter vielen Promotern und Wrestlern aus. Frank war sehr beliebt und sein Neffe Jack Tunney führte das Geschäft erfolgreich weiter.

Jack Tunney stieg 1956 in die “Frank Tunney Sports, Ltd.” ein. Er übernahm sie nach dem Tod des Onkels zusammen mit Franks Sohn Edward. Während Edward als stiller Teilhaber fungierte, hielt Jack die Kontakte seines Onkels aufrecht. Im Juli 1984 schließlich schloss er sich der stark expandierenden WWF von Vincent Kennedy McMahon an.. Jack war involviert beim Kauf der Rechte von anderen Ligen in Kanada durch die WWF, darunter: All-Star-Wrestling in British Columbia, Stampede Wrestling und den Manitoba Teil der AWA. So wurde er quasi zum wichtigen Bindeglied, wodurch ihn McMahon im selben Jahr zum WWF-Präsidenten machte. Diese Position behielt er bis 1995. Danach zog er sich fast vollständig vom Wrestling zurück. Jack Tunney starb am 24. Januar 2004 mit 68 Jahren in seinem Haus in Lindsay, Ontario an Herzversagen. Bis dahin verfügte die Tunney-Familie immer noch über diverse Rechte an Wrestlingshows im Maple Leaf Gardens - und das seit über 60 Jahren.
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#4
Teil 4 - Eddie Quinn

[Bild: http://www.wwf4ever.de/team/ronald/quinn.jpg]

Bevor Stu Hart ins Promotergeschäft einstieg und Larry Tillman 1952 als NWA Booker in Calgary ablöste, war ein anderer Mann schon über 10 Jahre in Kanada aktiv - Eddie Quinn. Quinns phänomenale Montreal-Promotion und Frank Tunneys Shows in Toronto, bildeten das Zentrum des kanadischen Pro-Wrestlings Mitte des 20.Jh.. Obwohl Quinn so seine Probleme mit einigen Promotern hatte, vor allem mit Jack Pfefer, ist er doch für viele unverzichtbar gewesen. Die damals größten Legenden in Kanada wie Yvon Robert, Edouard Carpentier und der 2008 verstorbene Killer Kowalski sind durch ihn maßgeblich gepusht worden. Als er mit Paul Bowser eine Geschäftsbeziehung abschloss, war sein Aufstieg zum mächtigen Promoter nicht mehr aufzuhalten.

Wie bei vielen Amerikanern, so hat auch die Familie Quinn irische Vorfahren. Durch Bürgerkriege, gescheiterte Revolutionen und der großen Hungersnot in Irland wanderten sie im 19.Jh. Richtung Nordamerika aus. In Waltham/Massachusetts wurde Edmund Quinn am 22. Mai 1906 als drittes Kind von John Quinn geboren. Doch alle seine Wrestler, die ihn sehr schätzten, nannten den Zigarre rauchenden Edmund nur “Eddie”. Quinns Karriere beginnt als Amateurboxer, bis er Mitte der 30er Jahre erste Kontakte knüpfte zur Bostoner Wrestlingszene von Promoterriese Paul Bowser. Dieser “herrschte” über Neuengland, bookte seine Wrestler mal eben bis San Francisco oder L.A., führte die erfolgreiche “American Wrestling Association (AWA-Boston)” und war letztlich der große Mann im Hintergrund, auf den keiner in Kanada verzichten konnte. Bowsers Sensationen waren damals Gus Sonnenberg und AWA World Champion Ed Don George, ein später ebenfalls erfolgreicher Promoter. Stets an neuen Talenten, auch weltweit, interessiert, pushte Bowser schließlich den Kanadier Yvon Robert. Was “Whipper” Billy Watson für Promoter Frank Tunney war, war Robert für Quinn. Eddie hatte sich bereits ein kleines Standbein in Waltham geschaffen, das aus vereinzelten House-Shows bestand. Bald schien klar zu sein, dass Bowser jemanden brauchte, der Roberts Auftritte managte. 1935 bot er diesen Posten Eddie Quinn an, der fast schon “ja” sagen musste, weil so eine Chance wohl kein zweites Mal kam. Quinn ergriff sie und startete 1936 mit Bowsers Unterstützung eine wöchentliche Wrestlingshow im Bostoner “Mechanics Building”. Es gab zwischen den beiden keinen Konkurrenzgedanken, wie ihn Bowser etwa zu Tom Packs hatte. Seine AWA und Packs’ NWA bestimmten das Wrestling nach Jack Curleys Tod 1937 schlechthin. Ende der 30er Jahre hatte der Bostoner Wrestlingmagnat aber andere Pläne mit Quinn. Er wollte die Szene in Kanada neu organisieren, da vor allem in Montreal das Interesse deutlich nachließ. Für Eddie Quinn die perfekte Gelegenheit, sich als Promoter zu beweisen.

Als Quinn in Boston anfing, herrschte im Pro-Wrestling ein Titelchaos. Nie zuvor hatte es so viele World Champions gegeben, wie kurzzeitig im Sommer 1936, als gleich neun Wrestler diesen Anspruch verteidigten. Für Massachusetts und Kanada wurde postum Yvon Robert aufgestellt. Dessen Karriere verlief ähnlich turbulent, wie die ganze Saison 1936. Schon Anfang des Jahres gab es zahlreiche Matches mit einem “Double-Cross” Hintergrund. Das Titelwirrwirr verschärfte sich nach dem DQ-Sieg von Dave Levin über Ali Baba am 12. Juni 1936 in Newark/New Yersey. Toots Mondt und Jack Pfefer drehten den Kampf so, dass der Ringrichter Babas dropkick als low-blow wertete. Mondt unterstützte Levins Titelanspruch, den die mächtige New York State Athletic Commission (NYSAC) aber verweigerte. Auch die mit der NYSAC in starker Verbindung stehende New Yersey Commission lehnte Levins Anspruch ab. Pennsylvania zog nach, man arbeitete hier zusammen. Baba konnte die Kommissionen überzeugen, nach dem er Dick Shikat im Madison Square Garden ein zweites Mal besiegte. Lokale Promoter stellten immer mehr Champions auf, die aber nicht überall anerkannt wurden. Zwei starke Gruppen konkurrierten jetzt gegeneinander: Jack Curleys Fraktion (Curley, Mondt, Bowser, Fabiani, White, Packs) und die Billy Sandow Truppe (Sandow, Weissmuller, Haft, Kohler). Daneben trugen Pfefer, die Daro Brüder und das Sigel-Sarpolis Duo nicht unwesentlich zum Titelwirrwarr bei. Mondt teamte seit 1934 mit den Daros (Kalifornien) und ließ Dave Levin gegen Vincent Lopez kämpfen. Lopez, bisheriger Champion in Kalifornien, verlor am 19. August 1936 gegen Levin, worauf dieser nun Champion wurde. Aber Mondt hatte schon andere Pläne, unterstützte nun Dean Detton. Der konnte Levin einen Monat später bezwingen. Sandows Truppe sah nicht tatenlos zu und konterte mit ihren Wrestlern: Shikat, Baba und Everett Marshall. Marshall verdrängte Baba schon bald, als er diesen am 26. Juni 1936 in Columbus/Ohio besiegte. Der dortige Promoter Al Haft ernannte Marshall zum Champion. Ein weiterer Sieg über Baba im November brachte ihm die Anerkennung für Chicago.

Um das Titelchaos perfekt zu machen, setzte die Bowser-Quinn Gruppe in Boston Yvon Robert als neuen AWA World Champion ein. Diesen Titel gab’s nämlich auch noch. Roberts Vorgänger, Danno O’ Mahoney, verlor zwar am 02. März 1936 seinen Titel an Shikat (NBA-NWA/Pennsylvania Version und NYSAC Version), blieb aber trotzdem AWA World Champion. Robert, seit April in Montreal, bezwang Mahoney am 13. Juli 1936. Er gewann seinen ersten World Title (AWA). Bowser und Quinn pushten ihn hiernach enorm, so dass er zum ultimativen Favoriten im Zirkel Montreal-Neuengland aufstieg. Quinns Stunde war gekommen, als Bowser den lokalen Promoter Jack Ganson von dessen Position verdrängte. Ende der 30er Jahre sanken die Zuschauerzahlen im Montreal Forum drastisch, was auch mit einer Serie von Fehlentscheidungen seitens Gansons zusammenhing. Ganson, vormals Wrestler, veranstaltete bis 1935 auch in San Francisco. Quinn teamte mit dem Manager des Forums, Tommy Gorman, und bekam im Juli 1939 von der Montreal Athletic Commission eine Lizenz erteilt. Natürlich mit Hilfe des mächtigen Geschäftspartners, gegen den Ganson nicht ankommen konnte. Am 08. August 1939 startete Quinn seine erste Wrestlingshow in Montreal. Alleine zwischen 1936 und 56 gewann Robert den International Heavyweight Title 16 Mal. Mit Frank Tunneys Sensation Billy Watson bildete er die Spitzenklasse des kanadischen Pro-Wrestlings.

1948 investierte Quinn sein Kapital in St. Louis und kaufte mit einem Konsortium, dem auch Frank Tunney angehörte, die Promotion von Tom Packs auf. Insofern gibt es hier viele Parallelen, wie schon in Tunneys Biografie erläutert. Quinn hielt außerdem Anteilsrechte am NWA (Association) World Title, der nach der NWA Konferenz Ende November 1949 eingestellt wurde. Bei dieser Konferenz trat Quinn der NWA bei. Er und Tunney verschafften sich großen Einfluss auf Amerikas Profi-Szene. Ihre nächste gemeinsame Entdeckung war ein unglaublich talentierter Wrestler aus Essex County, Ontario, der später als Trainer in die Geschichte eingehen sollte, es war Wladek “Killer” Kowalski. Über Kowalski existieren viele “Geschichten”, was seine frühe Karriere betrifft. Hier nun der wahre Anfang: Er wurde entdeckt von Promoter Bert Ruby im Detroiter “Hamtramck YMCA”. Ruby war der Geschäftspartner von Harry Light, lokaler Promoter in Detroit. Er trainierte ihn noch vor Lou Thesz, als Kowalski dann 1948 debütierte. Ein Match gegen den Star der Central States, Orville Brown, imponierte die Veranstalter so stark, dass er danach als “Tarzan” Kowalski zwischen Des Moines und Wichita kämpfte. Das Pseudonym “Killer” bekam er nicht in Kanada verpasst, sondern im Sommer 1950 in Houston/Texas. Er benutzte zu diesem Zeitpunkt beide Namen: Killer und Tarzan. Während der Saison 1949-50 sahen ihn auch die beiden Promoterriesen aus Kanada. Quinn ließ sich so eine Sensation nicht entgehen: Pushte den Killer zum Nr. 1 Heel und am 02. April 1952 besiegte sein Schützling den Montreal World Champion Bobby Managoff. Kowalski verdrängte nun Robert von dessen Position. Aber der frühere Champion war danach keineswegs unbeliebt.

Im November 1955 schließlich trat in Paris ein Wrestler mit dem Namen Edouard Wieczorkwicz auf. Quinn und Tunney saßen im Publikum, was für ihn den Aufstieg bedeuten sollte. Als “Edouard Carpentier” debütierte er im April 1956 bei Quinn, um nur wenig später die gesamte NWA aufzuwühlen. Der erste Titelkampf gegen Kowalski am 13. Juni 1956 endete im Unentschieden. Aber am 08. Mai 1957 bezwang er den eisenharten Killer und wurde neuer Montreal World Champion. Quinn sah seine Chance gekommen, die neue Sensation bis zum NWA World Title zu pushen. Der amtierende NWA World Champion Lou Thesz und Promoter Sam Muchnick aber sollten das verhindern. Eine Kontroverse entstand um den Einsatzort des Titels. Viele Mitglieder wollten Thesz zum gleichen Zeitpunkt antreten lassen. Das war bei dieser Streuung der NWA Territorien schlicht nicht realisierbar. Quinn konnte einen Titelkampf gegen Thesz durchsetzen, der als “das Desaster von Chicago” in die Geschichte einging. Am 14. Juni 1957 verlor Thesz in Chicago durch DQ gegen Carpentier. Die NWA Zentrale war von dem DQ-Sieg nicht beeindruckt und verweigerte Carpentier den Titel, da dieser eigentlich nur durch Pin oder Aufgabe wechseln konnte. Insider befürchteten einen Bruch, da auch das Rückmatch in Montreal am 24. Juli 1957 ebenfalls mit einer Disqualifikation endete. Allerdings traf es diesmal Quinns Schützling, der den Ringrichter Yvon Robert attackierte. Carpentier war nach Auffassung des NWA Boards in St. Louis nie als Champion anerkannt worden. Daher kam der DQ-Sieg von Thesz für Muchnick gerade recht, die Opposition aus Montreal zu verdrängen. Quinn war durchaus mächtig, aber Muchnick war noch mächtiger. Als absehbar schien, dass es keine Einigung geben würde, kündigte Quinn im August 1957 seine NWA Mitgliedschaft. Er arbeitete jetzt wieder verstärkt mit jenem Promoter zusammen, dem er seinen Aufstieg zu verdanken hatte, Paul Bowser.

Bowser formierte die erste wesentliche Splittergruppe, die Carpentiers DQ-Sieg in Chicago zum Anlass nahm, sich von der NWA abzuspalten. Thesz kämpfte als International Champion in Japan, konnte die NWA aber trotzdem nicht einen. Neben Quinn kam noch der erfolgreiche Promoter Johnny Doyle als Verstärkung nach Boston. Wer Doyle im Team hatte, konnte damit rechnen, dass seine Shows auch im Fernsehen erschienen. Bowser überließ Doyle diesen Part und prompt erschienen die Veranstaltungen aus Boston 1958 auf dem New Yorker Sender WOR-9. Am 03. Mai 1958 bezwang Killer Kowalski den scheinbaren NWA World Champion Edouard Carpentier im alterwürdigen Boston Garden. Somit hatte Neuengland einen neuen World Title. Quinns turbulente Karriere ging danach in Chicago weiter. Jetzt entbrannte nämlich ein Machtkampf mit Fred Kohler. Dieser konnte 1954/55 schon mal eine Opposition verdrängen, war jetzt aber nicht mehr so mächtig, wie damals.

Kohler dominierte Chicago, bis Quinn am 01. August 1959 erstmals eine Show im Stadium startete. Das Samstagsprogramm erschien auch noch auf Kanal 2 WBBM-TV und damit im CBS-Network. Als Booking Agent setzte Quinn Bobby Managoff ein. Nun begann ein Konkurrenzkampf um Wrestler und Zuschauerzahlen. Zunächst verlagerte sich der Schwerpunkt zu Quinn, der Kohlers beste Zugpferde abwerben konnte. Sein Kader umfasste Carpentier, Thesz, Managoff, Gene Kiniski, Buddy Rogers und Pepper Gomez. Kohler knüpfte Kontakte zur Mondt-McMahon Fraktion nach New York. Er nutzte das TV Format “Heavyweight Wrestling from Bridgeport”, welches Vincent James McMahon im Februar 1959 startete. Ein Sponsorenvertrag zwischen Kohler und McMahon brachte die Sendungen ab September 1959 nach Chicago - und - was noch wichtiger war - auch McMahons Zugpferde, wie Antonino Rocca und Miguel Perez, kämpften jetzt für Kohler. Anfang 1960 überholte er Quinn mit den Wrestlern Pat O’ Connor, Billy Watson, Johnny Valentine und Bearcat Wright. Quinn erreichte nur noch ein Mal, am 07. Mai 1960, im Stadium eine leicht höhere Zuschauerzahl. Dann fiel die Entscheidung, als Kohler wieder den alterwürdigen “Comiskey Park” mit grandiosen Superstars füllte. Er veranstaltete in fast allen renommierten Hallen der Umgebung, was letztlich zum Sieg führte. Quinn strich im August 1960 alle weiteren Veranstaltungen für Chicago.

Es ist vielleicht eine Art Neustart gewesen, als Eddie 1959 zur NWA zurückkehrte. Er realisierte doch, wie wichtig die Beziehungen zu dem Ligenverband waren. Aber was vor über 20 Jahren so erfolgreich in Boston und Montreal begann, geriet langsam ins Wanken. Eddie bekam enorme Probleme mit der Montreal Athletic Commission. Es waren verschiedene Auseinandersetzungen, hauptsächlich ging es um Boxkämpfe, wegen denen er und die Kommission seit Ende 1958 im Konflikt lagen. Im Dezember 1961 dann sagte Quinn, der auch Boxpromoter war, den Boxkampf Robert Cleroux vs. Archie Moore 13 Stunden vor Beginn ab. Zum schleppenden Kartenvorverkauf kam jetzt noch ein Minus von rund 60.000 Dollar. Die Kommission, auch Teilhaber an verschiedenen Vertragsrechten, entzog Quinn beide Lizenzen (Boxen und Wrestling). Für einen kurzen Zeitraum ging in Montreal nichts mehr, bis Quinn noch mal im Februar 1962 erschien. Man erteilte ihm eine Lizenz für Wrestlingshows. Vielleicht als herzhaften Versuch anzusehen, konnte Eddie noch mal für ausverkaufte Zuschauerränge sorgen. Am 21. November 1962 besiegte Killer Kowalski in Montreal den NWA World Champion Buddy Rogers, war trotzdem aber kein offizieller Champion.

Eddie Quinn baute seine Promotion so stark auf, das sie einen wesentlichen Teil des amerikanischen Wrestlings der 50er Jahre mitbestimmte. Seine Champions sollten das Wrestling noch lange beeinflussen. Edouard Carpentier etwa förderte Andre Roussimoff und Killer Kowalski trainierte schließlich einen Triple H. Quinns geschicktes System aus Management und Booking brachte den Erfolg. Er stellte ein äußerst fähiges Team zusammen: Abraham Ford und George Linnehan waren seine Kontaktpersonen zu Bowser, der bis zu seinem Tod 1960 Anteilseigner in Montreal blieb. Ferner erhielten Yvon Robert und Bobby Managoff Anteile, während Frank Orlando als Matchmaker fungierte. Als Box-Matchmaker setzte Quinn u.a. Nat Rogers ein. Quinn hatte sehr gute Kontakte zur lokalen Presse, war Teilhaber verschiedener Nachtclubs in Montreal und ist auch als streitbarer Promoter in die Geschichte eingegangen. Mit Promoter Jack Pfefer konnte er sich nie anfreunden, bezeichnete ihn 1957 als “Krebsgeschwür des Wrestlings”. Eddie beendete nach fast 25 Jahren in Montreal seine Karriere als Veranstalter, schloss die Promotion, verkaufte sein Haus und zog sich Ende 1963 nach Northampton/New Hampshire zurück. Wahrscheinlich litt er da schon an gesundheitlichen Problemen. Am 14. Dezember 1964 starb Eddie Quinn in einem Pflegeheim in Northampton im Alter von 58 Jahren. Im gleichen Jahr öffnete Johnny Rougeau in Montreal seine “International Wrestling Association (IWA)”.
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#5
Vielen Dank für die Artikel, Ronald.

Werde heute wieder eine Welle starten um alle deine neuen Artikel auf die Mainpage zu stellen.

In den letzten Tagen hatte ich leider Schulstress, konnte alle leider noch nicht lesen wodurch die Fragen ausblieben! Werde es aber heute/morgen nachholen Smile
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#6
Teil 5 - Stu Hart

[Bild: http://www.wwf4ever.de/team/nefercheperur/StuHart1.JPG]

“Triumph und Tragödie” - besser lässt sich das Leben von Stu Hart kaum zusammenfassen. Auf der einen Seite sehr erfolgreich als Promoter, auf der anderen Seite jener 23. Mai 1999 in Kansas City, als sein Sohn Owen Hart von der Hallendecke der Kemper Arena in den Tod stürzte. Stu Hart baute seine Stampede-Wrestling Promotion in Calgary so stark auf, dass er zeitweise das flächenmäßig größte NWA Territorium im Bereich USA-Kanada kontrollierte. Im “Dungeon” trainierte er zahlreiche Legenden des Wrestlings, die diese Künste wahrscheinlich noch ihren Kindern und Enkeln vermitteln werden. Stu ließ es sich selbst im hohen Alter nicht nehmen, die starken Jungs, die alle Jahrzehnte jünger waren als er, eigenhändig in den Schwitzkasten zu nehmen. Viele stellten dabei mit Respekt fest, was für eine Kraft und Energie dieser Mann immer noch hatte. Der Patriarch aller Harts schenkte der Welt 12 Kinder, die, wie auch immer, irgendwie mit dem Wrestling in Verbindung standen/stehen. Es war schließlich Wrestling-Veteran Toots Mondt, der Stu Hart ins Profigeschäft brachte.

Die Geschichte der Hart Familie beginnt mit den Großeltern von Stu Hart, die im 19. Jh. in Ontario und North Dakota lebten. John Hart und Fannie Sargeant wohnten damals in Bruce County, Ontario, dem heutigen Peterborough. Fannie entschied sich für den Nachnamen ihres Mannes, womit die Hart-Dynastie ihren Anfang nahm. Sie hatten insgesamt acht Kinder. 1881 wurde Edward Hart, Stu’s Vater, geboren und John zog mit seiner Familie nach Brandon, Manitoba. Dort kauften sie eine Farm. Als John an einer Lungenentzündung starb, war es Edward, der mit harter Arbeit zum finanziellen Unterhalt der Familie beitrug. Um 1905 lernte er eine Frau aus North Dakota kennen, Elizabeth Stewart. Ihre Eltern, Donald Stewart und Elizabeth Curtis, waren Einwanderer aus Großbritannien. Donald kam aus Schottland, während Elizabeth in England geboren wurde. 1878 erblickte Tochter Elizabeth Stewart das Licht der Welt. Die Stewart-Familie lebte in Bismarck, North Dakota. Donald war hier Politiker, geriet jedoch in diverse Auseinandersetzungen, was seinen Umzug nach Saskatchewan/Kanada veranlasste. Edward heiratete Elizabeth 1907 und beide kauften sich eine Farm außerhalb von Saskatoon, wo Stewart Edward Hart am 03. Mai 1915 geboren wurde. Er hatte noch zwei ältere Schwestern: Sylvester und Edrie. In Saskatoon ging Stu auf die Mayfair und Westmont Schule. Seine Familie zog dann nach Forgan, anschließend nach Tofield, östlich von Edmonton. Sie lebten dort wie Pioniere: Der Vater kaufte ein paar Zelte, gekocht wurde über der offenen Flamme. Edward geriet in Streit mit einem James Jobb, der die Besitzrechte ihres Grundstücks für sich beanspruchen wollte. Ende 1928 ging es sogar vor Gericht und Edward wurde für sechs Monate inhaftiert. Die Hart-Familie durfte ihr Land hiernach nicht mehr betreten.

Nach schwierigen Zeiten bauten sie sich in Edmonton/Alberta eine neue Existenz auf. Sie zogen in den Bonnie Doon Distrikt, südöstlich des Stadtzentrums. Stu ging zur Rutherford School und trat 1929 dem Edmonton YMCA bei. Ob Schwimmen, Gewichtheben oder eben Ringen - diese christlichen Vereine waren gute Trainingscamps und brachten viele Legenden des Wrestlings hervor. “Amateur Wrestling is the best background for the pro-sport”, titelte schon eine Überschrift aus dem Jahre 1949. Pioniere wie Farmer Burns oder Frank Gotch haben es ja vorgemacht. Die Ringer im YMCA suchten einen Trainingspartner, als sie den unerfahrenen Stu ansprachen. Er sagte zu und musste zunächst für verschiedene Ringeraktionen “herhalten”. Aus dieser Begegnung heraus erwachte sein Interesse am Ringkampf. 1930, mit 15 Jahren, startete er als Amateur-Wrestler. Zwei Amateur Champions, Joe Scarpello und Luther Lindsay, trainierten ihn. Ab 1932 kämpfte er zusammen mit Emil van Velzer, kanadischer Amateur Champion von 1926. Es gab daneben noch mehr Amateure und Profis, die mit ihm im YMCA trainierten oder gegen ihn wrestleten – darunter: Jack Taylor, Pat Meehan, Gil Knutson und Johnny Demchuck. Im Jahr 1934 siegte Stu beim Alberta-Championship-Turnier, gewann 1937 die Silbermedaille bei den Dominion Games als Mittelgewichtler und 1939 schließlich die Canadian National Wrestling Championships. Hier wurde er Landesmeister im Halbschwergewicht. NWA Official Wrestling veröffentlichte im März 1952 einen biographischen Artikel, wonach Stu das Light Heavyweight Championship Tournament in Vancouver im Mai 1940 gewann. Er qualifizierte sich damit für die Olympischen Spiele 1940 in Helsinki als Mitglied des Canadian Olympic Wrestling Teams. Doch an den Spielen sollte er nicht mehr teilnehmen können. Ab Mitte der 30er Jahre gab er auch Trainingsstunden an der University of Alberta in Edmonton. Nach eigenen Angaben verlor Stu nie einen Kampf als Amateur Wrestler. Bis Ende der 40er Jahre hatte er bereits Kontakte zu wichtigen Personen des Professional Wrestlings geschlossen.

Football und Eishockey - das waren seine Standbeine neben der Ringerkarriere, bis er zum Militärdienst eingezogen wurde. Stu diente bei der US-Navy, rang dort mit Sandor Kovacs, der ihn später noch auf seinen Tourneen begleitete. Es ist wohl Zufall gewesen, dass er den großen Toots Mondt in einem New Yorker Lokal kennenlernte. Stu reiste mit einem Freund an die Ostküste. Eines Tages betrat er ein Lokal und erblickte in einer Ecke jemanden, dem offenbar seine kräftige Erscheinung auffiel. Man kam ins Gespräch: Stu stellte sich als kanadischer Amateur Wrestling Champion vor. Sein Gesprächspartner war 21 Jahre älter, einflussreicher Promoter, Matchmaker und eben mal seit 1910 im Wrestling aktiv. Trainiert hat ihn der große Farmer Burns und er war später Mitglied des “Gold Dust Trios”, es war Joe “Toots” Mondt, eigentlich James Ervin Mondt. Wer in New York groß rauskommen wollte, brauchte Kontakte. Mondt hatte sie und nutzte diese perfekt aus. Er war zu diesem Zeitpunkt noch Matchmaker des New Yorker Promoters Alfred Mayer. So tauschten also beide die Adressen. Als Stu die US-Navy verließ, holte ihn Mondt in den Big Apple. Damit begann die Ära der Harts im Pro-Wrestling.

Vermutlich debütierte Stu am 13. Mai 1946 in Ashbury Park/New Jersey, als er Ardell Kindred besiegte. Hart erinnerte sich in einem Interview daran, dass wohl Herb Freeman einer seiner ersten Gegner gewesen sein müsste. Man wrestlete demnach unter Mondt's Leitung in der renommierten New Yorker “St. Nicholas Arena”. In den nächsten Monaten kämpfte er noch in New York, an der Seite seines Tag Team Partners Lord James Blears. Mondt brachte dem jungen Kanadier so ziemlich alles bei, was man im Professional Wrestling benötigte. In der zweiten Hälfte des Jahres 1946 unternahm Stu mehrere Tourneen quer durch Nord Amerika. Im Sommer 1946 lernte er die Tochter des Olympioniken Harry J. Smith kennen. Sie hieß Helen Smith, war griechischer Abstammung und wurde in New York geboren. Ihr Vater stand im Endlauf der Olympischen Spiele von 1912. Am 31. Dezember 1947 gaben sich beide in New York das Ja-Wort, welches bis Helens Tod 53 Jahre lang hielt. Die Hochzeit mit dem starken Kanadier fand während eines Blizzards statt, der gerade über Amerikas größter Stadt hinwegfegte. Eigentlich wollten sie schon am 26. Dezember heiraten, aber sie kamen wegen des Schneesturms nicht mal bis zur Kirche. Zur Wende 1948 fiel die Entscheidung New York zu verlassen. Stu verlagerte seinen Wohnsitz nach Great Falls/Montana in eine dortige Wohnwagensiedlung. Sein Beginn als Wrestlingpromoter war alles andere als leicht. Kaum finanzielle Mittel, sowie zwei Konkurrenten, die ihn aus dem Business verdrängen wollten. Fiktion ist, dass Stu nach 1948 dauerhaft in Edmonton blieb. Fast alle wesentlichen Entscheidungen traf er bis 1951 von Great Falls aus.

West Kanada und Teile der nördlichen Pazifikküste standen damals unter der Kontrolle von Donald Owen, Virgil Hamlin, Bob Murray, Jerry Meeker und Larry Tillman. Vor allem im Revier Vancouver-Oregon-Washington State gab es daneben noch etliche andere Promoter. Meeker bookte in Montana, da wo Stu wohnte. Sein Geschäftspartner Larry Tillman übernahm im April 1948 das Booking für Calgary. Die Geschichte des Pro-Wrestlings begann hier in den 30er Jahren, als Promoter Josef Zabaw seine Shows startete. Meeker und Tillman kontrollierten bislang auch Albertas Hauptstadt Edmonton. Sie heuerten Stu Hart an, der zunächst als Booker und Wrestler für die beiden arbeitete. Ende der 40er Jahre hatten sie Edmonton zum größten Teil aufgegeben, was ein Fehler war, da sich Stu dort ein kleines Standbein aufbauen konnte. Er formierte 1948 “Klondike Wrestling”, seine erste Promotion. Stu schätzte die anfängliche Situation bei den Einnahmen schwierig ein, da sich das Wrestling in Edmonton erst wieder etablieren musste. Von dem Zeitpunkt an, wo er auf eigenen Beinen stehen wollte, betrachteten ihn Meeker und Tillman als lästigen Konkurrenten. Im November 1949 trat Meeker der NWA bei. Er wollte sich so noch größeren Einfluss auf die Wrestling-Szene verschaffen. Aber bald gab es Differenzen mit dem NWA Board in St. Louis, so dass Meeker schon im Mai 1950 ausschied. Es war dann Tillman, mit dem Stu Hart konkurrieren musste. Klondike Wrestling überstand die ersten Hürden, was jedoch für Stu noch längst nicht den Durchbruch bedeuten sollte. Ein alter Freund unterstützte ihn als Co-Promoter, es war Al Oeming. Stu kannte ihn noch aus seiner Amateur Zeit in Edmonton. Oeming übernahm wichtige Teile des Bookings, weil Stu seine Geschäfte weiterhin von Great Falls aus machte. Der Name Klondike war in Alberta bald sehr bekannt, da wichtige Wrestlinggrößen wie Orville Brown, Chief Thunderbird oder Earl McCready hierher kamen. Stu’s erste Zugpferde waren ferner: Ray und Bud Osborne, Dave Ruhl, “Logger” Jack MacDonald, Rube und Jim Wright sowie “Mr. Murder” Al Mills und dessen Bruder Tiny.

Tillman unternahm mehrere Versuche, die Konkurrenz in Edmonton zu verdrängen. Er wollte Klondike Wrestling für eine lächerliche Summe kaufen, was Stu schon fast als Beleidigung empfand. Es geschah das Gegenteil: 1951 kaufte Stu Hart ein Haus in der Stadt, die ihn im Wrestling weltweit bekannt machen sollte - in Calgary. Als Organisation fungierte hier der “Foothills Athletic Club”. Ein Teil davon war die u.a. von Tillman gegründete “Stampede Wrestling” Promotion. Wahrscheinlich wurde sie im Jahr 1948 formiert. Allerdings ohne den Einfluss von Stu Hart. Hart war weder Gründer noch Namensgeber von Stampede. Bei der NWA Konferenz vom 07. bis 09. September 1951 in Tulsa, Oklahoma akzeptierte man Tillman als neues Mitglied. Damit war Stampede ein Teil der sich ausbreitenden Alliance. Im Juli 1952 schließlich kaufte Stu für 50.000 Dollar alle Rechte von Tillman. Sein Durchbruch gelang ihm dann mit der Aufnahme in die NWA im November 1953, womit er auch Tillman als NWA Booker in Calgary ablösen konnte. Das Calgary Booking Office baute Stu danach zu seiner Zentrale schlechthin aus. 30 Jahre gehörte es unter ihm zur NWA und war auch eines der erfolgreichsten Booking Offices. Fast immer ist zu lesen, dass Stu schon früh zur Klasse der großen Promoter zählte. Dem ist jedoch nicht so. Frank Tunney, Eddie Quinn, Johnny Doyle, Sam Muchnick, Toots Mondt und vor allem Fred Kohler waren deutlich stärker. Kohler war bis 1955 der mächtigste Promoter im gesamten nordamerikanischen Wrestling. Seine Macht spiegelte sich in den ganzen Fernsehshows wieder, die er aus Chicago sendete. Es gab keinen einzigen bekannten Wrestler, der nicht wenigstens durch Kohlers Sendungen auf dem Bildschirm erschien.

Der Name Stampede Wrestling verschwand in den Anfangsjahren hinter “Big Time Wrestling”. Stu benutzte diese Bezeichnung für Werbezwecke. Als Organisation erschien bei geschäftlichen Belangen der Foothills Athletic Club. Stu hatte ihn nicht aufgelöst, sondern setzte weiterhin auf seine Existenz. Auch wenn das eher im Hintergrund passierte. Später tauchte noch der Name “Wildcat Wrestling” auf. Eine weitere Bezeichnung für die vielen Veranstaltungen. Aber schlussendlich war es doch Stampede Wrestling, wodurch er international bekannt wurde. Zum Schein wird Stu bis heute als Gründer dieser Promotion genannt. Hart veranstaltete teils 10 Shows pro Woche, trainierte daneben zahlreiche Wrestler und trat bis Anfang der 60er Jahre noch selbst häufig in den Ring. Sein Revier umfasste nunmehr Alberta, Saskatchewan, Manitoba und British Columbia. Es folgte dann auch eine Ausweitung des Geschäfts nach Montana und North Dakota. Zwei Bundesstaaten mit keiner sonderlich großen Bedeutung im Wrestling. Wichtigster Austragungsort für alle Stampede Shows blieb bis zum Schluss Calgary. Die Stadt entwickelte sich zum mächtigen Industriestandort mit einer stetig steigenden Anzahl an Einwohnern. Bald hatte sie Edmonton überholt. Aber Stu war nicht am Reichtum interessiert, wie vielleicht andere NWA Mitglieder. Er sah sich nie als Übermensch im Wrestling, wollte so auch nicht dargestellt werden. Sein Anliegen bestand ferner darin, die Schulung des Nachwuchses voranzutreiben. Das ist ihm, wahrscheinlich als einzigem, bis heute am besten gelungen. Stu konnte nur von der NWA Mitgliedschaft profitieren. Nichtmitglieder, zumeist Indy-Promoter, hatten es deutlich schwerer, auf dem hart umkämpften Markt des amerikanischen Wrestlings zu überleben.

Wie ist nun sein Einfluss in der NWA zu begründen? Stu konnte nie die Stärke eines Sam Muchnick erreichen, der das NWA Geflecht mehrere Jahrzehnte lang, wie man es auch interpretieren will, zusammenhielt. Auf der Höhe ihres Erfolgs hatte sie rund 500 Offizielle. Angefangen vom kleinen Booker bis zum großen Promoter wie etwa Frank Tunney. Stu Hart’s Stampede Promotion erreichte den Status der mächtigsten kanadischen Pro-Wrestling Liga. Spätestens nachdem sich Eddie Quinn Ende 1963 aus Montreal zurückzog, ist dies offensichtlich geworden. Frank Tunney konzentrierte sich stets auf Toronto, war deshalb auch kein Konkurrent von Stu. Man respektierte sich, wie die meisten es taten, die Frank kannten. Es ist vielmehr Stu’s Training zahlreicher Wrestlinglegenden gewesen, durch die er den Status eines mächtigen Promoters erlangte. Fast jeder große Veranstalter griff irgendwann auf einen seiner Schüler zurück. Stu förderte so einen Austausch von Wrestlern zwischen Kanada und den USA. War damit zum gefragten Ansprechpartner geworden, wenn es um neue Talente ging. Und das auf der ganzen Welt.

Ein schlichter Trainingsraum im Untergeschoss des riesigen Hart Hauses ist zu dem geworden, was man bis heute als “Dungeon” kennt. “Folterkammer” - dieses Wort hat sich bei allen Schülern ins Gedächtnis eingebrannt. Für Späße und Witze hatte Stu immer ein offenes Ohr. Betrat man aber den Dungeon, war damit Schluss. Es bedurfte keiner großen Ausstattung. Auch einen Ring suchte man hier vergeblich. Eine einfache Matte, wie sie die ersten Pioniere damals benutzten, reichte aus, um dem Wrestling etliche neue Talente zu bescheren. Stu’s Schüler lernten die Wirklichkeit des harten Trainings kennen. Wer hier durchhielt, der schaffte es auch zur Spitze. Technik statt Show - das ist das Erfolgskonzept von Stu Hart gewesen. Submission Wrestling bis ins kleinste Detail. Stu kannte einfach alle Griffe. Er zeigte seinen Schützlingen viele Haltegriffe, die schon bei der kleinsten Bewegung größte Schmerzen verursachten. Kritikern gab er gerne einige Lehrstunden, wie einst sogar einem Karatemeister. Als dieser das Wrestling nur als einfache Show abwertete, gingen beide in den Dungeon. Stu zeigte ihm was hartes Wrestling ist und so entstand das berühmte “famous tape”. Owen Hart zeichnete die Begegnung auf, bei der der Karatemeister am Ende vor Schmerzen aufgab. Die komplette Liste von Stu’s Schülern ist für diese Biografie zu lang. Es seien daher genannt: Sandor Kovacs, Chris Benoit, Chris Jericho, Greg “The Hammer” Valentine, Larry “The Ax” Henning, Jake “The Snake” Roberts, Mad Dog Vachon, Nick Bockwinkel, Rick Martel, Jesse Ventura, Bad News Brown, Gene Kiniski, Fritz Von Erich, Brain Pillman, Jim Neidhart, Bulldog Brower sowie das Team der British Bulldogs (Davey Boy Smith und “Dynamite Kid” Tom Billington). Natürlich auch seine Söhne Bret, Owen, Bruce, Wayne, Keith, Ross und Smith. Am bekanntesten sind der 1957 geborene Bret und der 1965 geborene Owen Hart.

Stu Hart trat noch vereinzelt in den Ring und bestritt einige Kämpfe. Nennenswerte Gegner waren etwa: 1969 Archie Goulder, 1971 Abdullah the Butcher und 1976 Mr. Hito. Stampede Wrestling blieb auch wegen der etlichen Fans so lange erfolgreich. Es ist eine Art Begeisterung für dieses Wrestling gewesen, wie man es sich heute nur noch schwer vorstellen kann. Stu hatte außerdem gute Kontakte zu Antonio Inoki’s NJPW. Im August 1975 trat Sam Muchnick als NWA Präsident zurück. Danach ging es mit der NWA stetig bergab, da es niemand mehr schaffte, sie so stark zusammenzuhalten. Ende der 70er Jahre mussten viele Promotions ihre Tore schließen. Im Zeitraum 1983/84 expandierte Vincent Kennedy McMahon mit seiner WWF. Fast alle NWA Promoter, außer Donald Owen und Jim Crockett Jr., mussten schon bald vor ihr kapitulieren. Im September 1983 gab Stu Hart seine NWA Mitgliedschaft nach 30 Jahren auf. Er ist eines der letzten Mitglieder gewesen, die so kontinuierlich und vor allem so lange durchhalten konnten. Stu übergab die Rechte an Bruce Hart, bis McMahon das Territorium 1984 größtenteils aufkaufte. Aber damit war die Promotion noch längst nicht Geschichte, da seine Söhne eine Wiederbelebung organisierten. Ein bis 1989 ausgehandelter Vertrag mit McMahon brachte viele Wrestler von Stampede zur WWF. Auch Stu und Helen selbst wurden in Storylines eingebaut. Nach wie vor trainierten etliche Wrestler im Hart-Camp. 1995 organisierte seine Familie im Westward Inn Hotel in Calgary eine große Feier für Stu’s 80. Geburtstag. Auch Scott Hall, Brain Pillman und Sean Waltman waren zu Gast.

In dieser Biografie ist kein Platz für “Geschichten”, Gerüchte oder sonstige Legenden im Hause der Harts. Stu hat es schwer genug gehabt, um darüber noch lange zu debattieren. Am 23. Mai 1999 wollte sein Sohn Owen einen Stunt beim WWF Event “Over The Edge” von der Hallendecke der Kemper Arena in Kansas City absolvieren. Der Stunt missglückte und Owen stürzte auf den Ringpfosten. Vor den Augen seiner Fans starb Owen Hart im Ring. Ein schwerer Schicksalsschlag für seinen Vater, der sogar öffentlich weinte. Das hatte man vorher noch nie gesehen. Am 29. September 2001 erlitt Helen einen Zusammenbruch. Sie musste ins Calgary Foothills Hospital eingeliefert werden, wo sie am 04. November 2001 im Alter von 76 Jahren an den Folgen ihrer langen Diabetes starb. Es ist das traurige Ende einer langen Karriere gewesen, das Stu Hart am Ende seines Lebens einholte. 2001 erhielt er für sein Lebenswerk die höchste Auszeichnung Kanadas, den Order of Canada. Am 03. Oktober 2003 verschlechterte sich Stu’s Gesundheitszustand und er wurde ins Calgary Rockyview General Hospital eingeliefert. Kurz bevor er starb, verabschiedeten sich viele Familienmitglieder von diesem großen Patriarchen des Wrestlings. Am 16. Oktober 2003 starb er im Alter von 88 Jahren an einer Diabetes und schweren Lungenentzündung. Bei seiner Beerdigung am 23. Oktober 2003 auf dem Eden Brook Memorial Gardens erschienen rund 1000 Trauergäste. Man sah Chris Jericho, Chris Benoit, Lance Storm und Vincent Kennedy McMahon. Stu Hart blieb auch nach seinem NWA Austritt dem Wrestling verbunden. Der Kreis schließt sich, da er Vieles von Toots Mondt lernte.

Im Oktober 1985, die Harts hatten Teilrechte der WWF zurückgekauft, öffnete Bruce Hart die Stampede Promotion wieder, bis sie im Dezember 1989 geschlossen wurde. 1999 versuchten Bruce und Ross Hart eine Wiederbelebung mit mäßigem Erfolg. 2005 kam dann der letzte Versuch, als Bill Bell und Devon Nicholson Stampede erneut aufleben lassen wollten. Im Jahr 2008 war jedoch das endgültige Ende gekommen.
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#7
widerlegbare Aussagen zu Stu Hart:
Auf mehreren Internetseiten wird behauptet das Stu Hart 1981 oder 1982 die NWA verlassen hätte. Das ist jedoch eindeutig widerlegbar. Seine Mitgliedschaft dauerte bis zum September 1983. Das kann man in dem Thread "NWA Historie 1948-1992" recherchieren.

Nicht widerlegen konnte ich den Fakt, dass Stu angeblich in den 40er Jahren in New York bei George Bothner trainierte. Bothner hatte einen Gym an der 42. Straße. Gut möglich, dass Bothner ihn ausbildete. Er war ja damals eine Ikone im Wrestling.
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#8
Ach ja, Stu Hart. Der "Vater" des Erfolges einer ganzen Familie! Aber natürlich waren auch einige Tragödien dabei. Dazu gehört natürlich der Tod von Owen oder auch der Gesundheitszustand von Bret oder Stu selbst.
Stu ist schon in vielen Hall of Fames aufgenommen, aber zu Lebzeiten ist ihm solch eine Ehre meines Wissens nicht zu Teil geworden. Auf jedenfall einer der größten im Wrestling!! Daumen hoch Daumen hoch
Danke für diese Zusammenfassung, da war einiges dabei, was ich so noch nicht wusste!

Stu ist jetzt auch auf W4E verewigt ;)
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#9
Schwierig war die genaue Einordnung von Stu Hart, was die Gründung von Stampede betrifft. Ich teile in diesem Punkt die Meinung von Nef, der Stampede schon als existent ansah, bevor Stu 1951 nach Calgary kam. Als Vorgänger nennt die englische wikipedia "Klondike Wrestling". Klondike allerdings veranstaltete nicht in Calgary, sondern in Edmonton. Zugang zu den Rechten in Calgary bekam er erst, als Tillman 1952 die Rechte an ihn verkaufte. Und das waren die Rechte von Stampede. Klondike und Stampede kann man also nicht in einer Linie nennen.
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#10
Ja, davon hat Nef ja auch schon berichtet.

Immer schwierig, wenn man hier nix genaues findet. Man muss sich an verschiedene Quellen halten und da sagt jede wieder was anderes. Aber du musst hier auf jedenfall so zufrieden sein, denn bis auf so ein relativ "kleines" Detail, wo schon jeder seine Schwierigkeiten gehabt hatte, wie ich es auch schon gelesen hab, auch bei einigen Ami-Bios über Stu, hast du mir trotzdem gezeigt, dass es wieder was neues zu erfahren gibt, was ich eben noch nicht kannte! Daumen hoch

Und das mit Klondike uns Stempade ist ja fast in Kanada selbst ein riesiges Problem, weil keiner genau weiß, wie das jetzt abgelaufen ist!
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