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Der Fall "Jon Fitch"
#1
Mich würde interessieren, was ihr von der Situation um Jon Fitch haltet.

Jon Fitch ist ein absoluter Veteran der UFC mit 15 Kämpfen in 6 Jahren unter dem Zuffa Banner und einem Record von 13-1-1. Seine einzige Niederlage erlitt er hierbei nach 5 Runden im Titelkampf gegen den Champion Georges St. Pierre durch Unanimous Decision. Der zweite Fight seiner UFC-Karriere bei dem er das Octagon nicht als Sieger verließ war auch gleichzeitig sein bisher letzter Kampf; er drawte BJ Penn nach drei Runden bei UFC 127.

Fitch benötigte damals Serie von 8 Siegen am Stück (damit stellte er gleichzeitig den zu diesem Zeitpunkt von Royce Gracie gehaltenen UFC-Rekord ein!) um seinen ersten Shot auf den Welterweight-Titel zu bekommen. Nach seiner deutlichen Decision-Niederlage gegen den kanadischen Champion. Seit dem hat Jon Fitch wiederrum einen Record von 5-0-1 aufgebaut - er besiegt Akihiro Gono, Paulo Thiago, Ben Saunders, Mike Pierce und Thiago Alves jeweils per Unanimous Decision. Sein letzter Fight war wie bereits erwähnt das Draw gegen BJ Penn.

Fitch hat seit seiner Niederlage gegen St. Pierre seine Kämpfe ausschlißelich durch Decision gewonnen. Seine Kritiker werfen ihm einen auf Sicherheit ausgerichteten Kampfstil vor, zudem fehlender Killerinstinkt und Wille einen Gegner vorzeitig zu finishen und eine pure Punktesieg-Mentalität. Mit der Zeit stimmten dann auch die Offiziellen der UFC in den Chor mit ein - und ließen dann offensichtlich auch Taten folgen.

Fitch wurde aufgrund seines fehlenden Potentials zur Vermarktung und seines "langweiligen" Kampfstils systematisch von einem zweiten Titleshot ferngehalten. Zu guter Letzt zog man dann sogar die "BJ Penn"-Karte, meiner Ansicht nach mit der klaren Hoffnung das Penn die UFC von ihrem "Problem" befreien könnte. Nachdem das auch nicht den gewünschten Erfolg mit sich brachte kam für mich die Krönung: Man baute einen "klassischen UFC", verkündete hochmütig das direkte Rematch zwischen Penn und Fitch und warf nach einigen Wochen alle Pläne über den Haufen. Man unterschrieb einen Fight zwischen Carlos Condit und BJ Penn und ließ Fitch im Regen stehen - so wurde aus einem Draw eine gefühlte Niederlage gemacht.

Seit diesen Vorfällen hegt Jon Fitch nur noch den Anspruch gegen direkte Conteder oder Ex-Champions anzutreten. Die UFC hingegen schaltet auf Durchzug und lässt Fitch am langen Arm "sprichwörtlich" verhungern.

Ich persönlich finde den Fall "Jon Fitch" eine ziemliche Sauerei. Ich bin ja mittlerweile dafür bekannt, etwas kontroverse Standpunkte zu vertreten und habe die UFC schon öfter dafür kritisiert das sie weniger einen Sport repräsentieren als viel mehr ein besseres, pro-wrestling ähnliches und profitorientiertes Entertainmentprodukt - und gerade das zeigt die Situation um Jon Fitch nunmehr schonungslos auf. Es geht in der UFC vorrangig nicht um sportliche Leistungen und Erfolge, sondern darum wie gut man sich und das Produkt verkaufen kann. Chael Sonnen ist dafür ja das ultimative Paradebeispiel. Selbst ein Geldwäscheskandal mit Schuldbekenntnis und ein positiver Dopingbefund haben nicht ausgereicht um Chael Sonnen aus der UFC zu nötigen. Wenn die Firma doch bloß all ihren Angestellten gegenüber so loyal wäre....

Die Frage ist, wie geht es nun mit Jon Fitch weiter? Das man nach einem Draw einen Titleshot schlecht verkaufen kann ist klar, dürfte für die UFC aber grundsätzlich kein unlösbares Problem darstellen (siehe z.B. Couture). Den direkten Rückkampf mit Penn bekommt Fitch maximal falls Condit sich verletzen sollte und ansonsten sehe ich im Welterweight kaum einen Fighter (außer Carlos Condit selbst) der einen Fight gegen Fitch zu diesem Zeitpunkt verdient hätte. Die UFC zu verlassen stellt auch keine wirkliche Option dar, da es außerhalb der Welt von Zuffa für einen Fighter mit 13-1-1 UFC-Record kaum etwas zu holen gibt. Es sieht also ganz danach aus als müsste Jon Fitch die bittere Pille schlucken, sich setzen und die Klappe halten.

Ich bin der Meinung man sollte Jon Fitch seinen zweiten Titleshot zugestehen. Egal ob er den Titel holt oder nicht, verdient hat er sich die zweite Chance allemal. Ich glaube nichtmal das Jon Fitch sich großartig weiterentwickelt hat im Vergleich zum St. Pierre-Fight und auch heute rechne ich ihm kaum eine Chance gegen "Rush" aus - aber wer geht schon als Favorit gegen St. Pierre in den Käfig?

Wie steht ihr zur Situation um Jon Fitch, wie würdet ihr ihn in Zukunft einsetzen und was haltet ihr von der Art und Weise der UFC dieses "Problem" anzugehen?

In diesem Sinne...

[Bild: http://www.cdn.sherdog.com/_images/fight...nfitch.JPG]

WAR Fitch!
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#2
Du hast die wichtigsten Punkte ja schon angesprochen.

Aus rein sportlicher Sicht hätte Jon Fitch sicherlich einen Titel-Shot mehr als verdient. Dass die UFC gerade bei ihren Titel-Shots vorsichtig ist und der Faktor "Entertainment" eine wichtige Zutat ist und bleiben wird, dürfte bei einem gewinnorientierten Promoter wie der UFC nicht verwundern. Hätte Jon Fitch statt 13 wins nur 6 - und davon 5 wins durch tko/ko/submissions - keine frage, er hätte seinen 2 shot schon bekommen. Aber was will man mit Jon Fitch anfangen, er gibt ja mehr oder weniger zu dass er "fightet um nicht zu verlieren". Er nutzt das gegenwärtige MMA-Judging voll zu seinen Gunsten aus, das kann man ihm nicht zum Vorwurf machen, das ist sein gutes Recht. Aber er sollte auch mal verstehen, dass das nicht gerne von Fans gesehen wird. Jon Fitch sollte niemals vergessen, dass der Sport nur dann floriert, wenn es genug Fans gibt, die auch dafür zahlen!

Mein Problem, das ich mit Jon Fitch habe, ist dass er sich absolut weigert irgend ein Risiko einzugehen. Niemals versucht er voll alles in eine Waagschale zu werfen um einen Fight zu finishen, es könnte ja passieren, dass er einen Konter abbekommt oder seine eigene Position aufgeben muss. Wenn ein Jon Fitch ein Guard Pass macht, tut er dies nicht um in eine bessere Position zu kommen und dann auch auszunutzen, um zum Beispiel offensiv eine Submission anzusetzen, sondern allein aus dem Grund, zu verhindern, dass der Ref den Kampf wieder in den Stand bringt. Sein Ground and Pound ist schwachbrüstig und dient nur dazu Aktivität zu zeigen, jedoch nicht um ernsthaften Schaden anzurichten! Punkte scoren ist ihm wichtiger als z.B. einen schönen leg-lock-attempt zu machen!

Ich glaub was Jon Fitch nicht versteht ist, dass Sieg und Niederlage eigentlich gar nicht sooo wichtig sind, es kommt auch darauf an, WIE man gewinnt und verliert. Und das ist meiner Meinung nach eine echte Stärke der UFC, das eben nicht so sehr nur nach rein sportlicher Leistung gegangen wird. Ich sehe viel lieber ein stefan struve fight als einen jon fitch fight, einfach weil man immer etwas geboten bekommt, klar wird struve nie ein title-contender sein, aber trotzdem ist er ein guter Gatekeeper, der definitiv seine Daseinsberechtigung hat.

Die UFC ist sowieso in einer undankbaren Lage. Will man es den Vollpuristen - die gerne Jon Fitch sehen- recht machen, quengeln die anderen, und umgekehrt (so wie es jetzt ist). Ich fand das judging in seinem letzten fight ganz ok, btw, vielleicht kommt die Message jetzt bei Ihm an, dass auch er sich nicht blind auf die MMA-Judges verlassen kann.
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#3
Zitat:Original von UFC-Fan
Ich glaub was Jon Fitch nicht versteht ist, dass Sieg und Niederlage eigentlich gar nicht sooo wichtig sind, es kommt auch darauf an, WIE man gewinnt und verliert. Und das ist meiner Meinung nach eine echte Stärke der UFC, das eben nicht so sehr nur nach rein sportlicher Leistung gegangen wird. Ich sehe viel lieber ein stefan struve fight als einen jon fitch fight, einfach weil man immer etwas geboten bekommt, klar wird struve nie ein title-contender sein, aber trotzdem ist er ein guter Gatekeeper, der definitiv seine Daseinsberechtigung hat.


Hier wollte ich nochmal drauf zurückkommen. Struve ist nicht das optimale Beispiel in der insgesamt recht dünnen HW Division der UFC.

Beispiel Jorge Gurgel: Der Inbegriff von Entertainment, mir fällt nicht ein langweiliger Fight von ihm ein - wurde aber trotzdem für seine horrenden bzw. nicht vorhandenen Gameplans geschlachtet und nur aufgrund seines Verhältnisses zu Rich Franklin so lange im Roster gehalten.

Beispiel Yoshihiro Akiyama: Akiyama steigt mit jeder Niederlage auf und bekommt immer bessere Gegner als hätte er die Fights gegen Leben und Bisping gewonnen. Nächster Fight gegen Vitor Belfort. Warum? Die Pläne für eine Asien-Expansion der UFC.

Ich glaube im Thread zu UFC 138 wurde gefragt wieso ein Edward Faaloloto (2-2-0) dort auf der Card steht. Er ist ein Buddy von Chris Leben und trainiert bei "Chris Leben's UltimateFight School."

Wäre Fitch der beste Kumpel von Chuck Liddell, hätte er seinen Shot sicher schon längst gehabt.

// Edit: Scheiß Edit/Quote-Upfuck. -.-
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#4
Bei Fitch bin ich auch so ein bisschen in der Zwickmühle. Einerseits will man natürlich den Sportaspekt waren und tatsächlich auch den wirklich "besten" in einen Titelkampf schicken, andererseits möchte ich aber auch einen interessanten Kampf sehen und Fitch-Kämpfe sind einfach langweilig. Ich finde durchaus, dass man ihm unterstellen, er versuche nicht seine Kämpfe zu beenden. Womit auch? Knockout-Power hat er nicht und eine Submission versucht er so gut wie nie. (Laut Fightmetric z.B. in den letzten drei Kämpfen nicht ein einziger Versuch)

Und da liegt auch so ein bisschen die Crux. Natürlich nutzt er das Judging aus, aber es geht bei jedem Kampfsport in einer gewissen Weise ja auch um die Simulierung eines Kampfes. Auf einem Gegner rumgrinden und ansonsten nichts machen, ist für mich nicht wirklich das, was ich mir darunter vorstelle und so geht es sicherlich ziemlich vielen anderen auch.

Nichtsdestotrotz hat er sich natürlich den Titelkampf verdient. Ihn direkt nach einem Draw gegen GSP zu stellen, fände ich allerdings eher schlecht. Wenn Fitch gegen Top 10 Fighter kämpfen will, dann soll er noch einen bekommen, danach gegen GSP antreten, wahrscheinlich verlieren und die UFC hat ihr Problem doch gelöst. Wer zweimal gegen denselben Champion verliert, kann so schnell keinen neuen Titelshot fordern.

Den Top 10 Fighter auszuwählen gegen den er dann letztendlich kämpft, ist natürlich etwas schwerer. Fitch hat ja selber schon Diaz gefordert, aber bis nach UFC 137 inklusive mögliche Verletzungen und Suspensions zu warten, wäre einfach zu lang. Diaz, Penn und Condit fallen also schonmal weg. Das Snoozefest gegen Shields auch, weil der auch schon einen Kampf hat. Koscheck geht hoch ins Middleweight, Sanchez und Alves hat er schon geschlagen. Blieben nur Rick Story (eher unschön, weil noch nicht etabliert) und Martin Kampfmann (der aber seine letzten zwei Kämpfe verloren hat).

Ganz ehrlich: Rematch Fitch/Sanchez und Sieger kriegt GSP oder Diaz.

Soll ich das Joe Silva mal schicken oder findet ihr das ganz bescheuert? Breites Grinsen
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#5
Zitat:Original von Geeps

Ganz ehrlich: Rematch Fitch/Sanchez und Sieger kriegt GSP oder Diaz.

Soll ich das Joe Silva mal schicken oder findet ihr das ganz bescheuert? Breites Grinsen

Sanchez wird bei UFC 135 auf Matt Hughes treffen, der ist auch weg.

Realistisch gesehen ist Sanchez in seinen letzten vier Fights 1-3-0, die Judges haben beim Fight mit Kampmann nur mehr Crack geraucht als in nen Bocksbeutel passt. Weiter weg von GSP geht es kaum, ohne das man Gefahr läuft gecuttet zu werden. Technisch steht Fitch ohne wirklich logische Gegner da - ich seh ihn vor UFC 139 nur fighten wenn er entweder jeden x-beliebigen Fight annimmt, selbst ins MW wechselt oder Ersatz für einen der anderen spielen muss.
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#6
Breites Grinsen Ok.

Hatte nicht alles recherchiert und hatte nur noch im Kopf, dass Ellenberger, sollte er Shields schlagen, aus Condit und Sanchez (und Ficht) seinen nächsten Gegner auswählen könnte. Deshalb hab ich mein Gedächtnis nicht angestrengt und ihn für ungefähr auf dem Niveau gehalten.

Joa, dann sieht es mies und nach einer längeren Auszeit für Fitch aus. Das hat man wirklich schön verbockt.

Das "Beste" was ihm passieren kann, ist eigentlich, dass sich Condit oder Penn verletzt und er einspringen darf.
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#7
Nun, mit Ellenberger hattest du schon recht.

"The Juggernaut" wäre sicherlich noch eine Option. Aber danach fällt mir praktisch niemand mehr ein der weit genug oben steht um als logischer Gegner für Fitch in Frage zu kommen.
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#8
Der kämpft allerdings auch im September erstmal gegen Shields. Da kann man gleich auf Diaz warten, den Fitch auch in irgendeinem Interview, wo er sich Luft gemacht hat, als möglichen Gegner genannt hat.

Habs gefunden.

Interview
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#9
Vorneweg: ich mag Jon Fitch eigentlich und er hatte sich seinen ersten Titelkampf auch mehr als verdient.
Aber die UFC ist kein Sportverband, sondern ein einzelnes Unternehmen und muss auch darauf schauen, dass man seine Champions vermarkten kann. Da gehts entweder um Charisma oder um Stil im Ring und da fehlts Fitch halt ein wenig im Gegensatz zu Penn und Co.
Was seine Gegner angeht: Fitch hat sich jahrelang geweigert, gegen Koscheck in den Käfig zu steigen. Da braucht er sich nicht beschweren, wenn die UFC ihm jetzt halt keine gescheiten Gegner liefern kann und wäre es wirklich fair, wenn Fitch direkt nach einem Draw einen Titelkampf kriegen würde? Warum dann nicht Penn mit dem Title Shot nach dem Draw? Klar hat Fitch den besseren Record, aber wenn er an jenem Abend nicht besser war als sein Gegner, warum sollte er dann auf der Leiter weiter steigen?
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#10
Da muss ich Alex zustimmen. Dazu kommt allerdings auch, das Fitch nicht nur aufgrund seines Kampfstils einen schweren Stand bei den Zuffa-Offiziellen hat. Als er sich damals geweigert hatte, seine Likeness-Rights aufgrund der Undisputed 2009 Veröffentlichung zu übertragen, wurde er kurzzeitig sogar von Dana White gefeuert. Nur aufgrund des Vetos von L.Fertitta blieb Fitch der UFC erhalten, aber jeder der D.White kennt, weiss wie nachtragend er sein kann.

Zuletzt echauffierte sich Fitch (natürlich öffentlich) darüber, das er keine UFC-Aufnahmen in seiner Dokumentation verwenden durfte, etwas was Zuffa meiner Erkenntnis nach bisher jedem Fighter untersagt hatte. Da kann man schon absehen, das sich das Verhältnis auf lange Sicht auch nicht bessern wird.
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#11
Zitat:Original von Can Shamrock
Was seine Gegner angeht: Fitch hat sich jahrelang geweigert, gegen Koscheck in den Käfig zu steigen.

Koscheck ist (jetzt) eigentlich kein valides Argument mehr. Auch kann ich mich nicht erinnern, dass es einem Fighter je so übel genommen wurde, dass er nicht gegen Freunde/Trainingspartner antreten will, wie es bei Fitch der Fall ist.

Zitat:Original von Can Shamrock
Warum dann nicht Penn mit dem Title Shot nach dem Draw?

Weil der einzige Fight im Welterweight, welchen Penn je in seiner UFC-Karriere gewonnen hat, Hughes I gewesen ist? Bedenkt man das mit Condit vs Penn der nächste Herausforderer auf den Titel von GSP ausgemacht werden soll, könnte tatsächlich das Szenario eintreten das ein Fighter mit einem Kampfrekord von 2-3-1 im Welterweight seine dritten Titleshot auf den Titel eben dieser Gewichtsklasse bekommt. Ich weiß nicht ob ich dann lachen oder weinen soll.

Zitat:Original von Can Shamrock
Klar hat Fitch den besseren Record, aber wenn er an jenem Abend nicht besser war als sein Gegner, warum sollte er dann auf der Leiter weiter steigen?

Das ist ja das Problem. Fitch ist seit ewigen Zeiten die Nr. 2 im Welterweight. Vor ihm gibt es nur noch St. Pierre.
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#12
Zitat:Original von Souljacker
Da muss ich Alex zustimmen. Dazu kommt allerdings auch, das Fitch nicht nur aufgrund seines Kampfstils einen schweren Stand bei den Zuffa-Offiziellen hat. Als er sich damals geweigert hatte, seine Likeness-Rights aufgrund der Undisputed 2009 Veröffentlichung zu übertragen, wurde er kurzzeitig sogar von Dana White gefeuert. Nur aufgrund des Vetos von L.Fertitta blieb Fitch der UFC erhalten, aber jeder der D.White kennt, weiss wie nachtragend er sein kann.

Gutes Argument. Die Problematik hatte ich in meinem ersten Reply auf UFC-Fan auch angesprochen, bevor ich den Post später via Quote-Edit-Upfuck zerstört habe. Die Probleme von Fitch bzw. größeren Teilen von AKA mit der UFC als es um die Rechte für Undisputed 2009 ging haben vermutlich zum ersten großen Bruch geführt. Ich denke sogar, wenn dieser Vorfall in exakt der heutigen Situation nochmal passieren würde wäre die UFC geneigt an der Entlassung festzuhalten. Fitch war damals der jenige der sich am längsten quergestellt hat.

Zitat aus dem vorangegangenen Post: "Seitdem wird Fitch nur noch geknechtet".

Zitat:Original von Souljacker
Zuletzt echauffierte sich Fitch (natürlich öffentlich) darüber, das er keine UFC-Aufnahmen in seiner Dokumentation verwenden durfte, etwas was Zuffa meiner Erkenntnis nach bisher jedem Fighter untersagt hatte. Da kann man schon absehen, das sich das Verhältnis auf lange Sicht auch nicht bessern wird.

Das dürfte dann natürlich sowas wie das Tüpfelchen auf dem "i" sein. Man kann also festhalten, dass Fitch wohl kaum noch eine wirkliche Aussicht auf eine schöne Zukunft in der UFC hat.
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#13
Erstmal finde ich es toll das es auch solche Topics hier gibt, als Lob an dich Raven für das gute Ausgangsposting. Hoffe das es in Zukunft weitere solche Themen hier zu diskutieren gibt ausserhalb der normalen UFC Card/Results Threads. Ich denke es geht hier um mehrere Themen, ich versuche mich mal dran.

Zum einen die Kritik an Jon Fitch “boring“ zu sein. Es gibt bestimmt genuegend Fans die denken das Jon Fitch langweilig ist, aber es gibt auch Fans die das was Jon Fitch zeigt fuer Unterhaltsam halten. Ich bin grosser Jon Fitch Fan und finde ihn unterhaltsam. Sein “Grinding out“ Style ist etwas besonderes, das haben nicht viele Fighter. Ich halte Jon Fitch fuer einen der besten Fighter in der UFC, und seinen UFC Record fuer einen der beeindruckendsten in der Geschichte. Ich schaetze es sehr wenn ich Jon Fitch zuschauen kann, weil ich denke einen der besten Fighter der UFC Geschichte zuschauen zu koennen. Das ist fuer mich mehr Wert wie wenn ich einen Fighter sehe den andere fuer spektakulaer halten, der aber eine mieserable Technik hat.

Im letzten Fight habe ich Jon Fitch auch kritisiert, nicht weil er langweilig war, sondern weil ich denke das in diesem Fight leichte Fehler gemacht hat die ihm den Sieg gekostet haben. Das ist aber ein anderes Thema. Insgesamt kann ich auch nicht die Kritik verstehen die ein GSP bekommt aus den selben Gruenden, oder ein Dominic Cruz, Ben Askren, oder andere Fighter. Ich sehe immer mehr die Tendenz das einige Fans es nicht moegen wenn Fighter ihren Stil Risikoaermer machen. Ich sehe das nicht als Fehler, sondern als Fortschritt. Ich sehe das mittlerweile auch nicht so schlimm, denn es gibt hier einen Interessenkonflikt, Fans wollen was anderes wie Fighter. Fans wollen moeglichst unterhaltsame Fights, die Fighter eine lange Karriere. Wenn etwa ein GSP heute noch so kaempfen wuerde wie vor 5 Jahren dann waere seine Karriere sehr viel kuerzer. Genau das gleiche wie mit dem Thema das es Super Fights geben muss, und Fighter “einfach“ eine Gewichtsklasse hoeher gehen sollen ohne dabei die Konsequenzen des Fighters zu bedenken. Ich denke das haengt alles damit zusammen, Interessenunterschied von Fans und Fightern.

Ansonsten zum Thema UFC und Sport/Unterhaltung, die UFC wird immer beides sein. Die UFC ist ein Unternehmen und als solches wollen sie natuerlich soviel Gewinn wie moeglich machen. Mit einer Ausrichtung wie die UFC sie hat machen sie bestimmt mehr Gewinn wie sie mit einer rein sportlichen Ausrichtung machen wuerden. Ich wuerde diese bevorzugen, aber ich bin als solch ein Fan absolut in der Unterzahl. Es gibt mehr Fans die sich Fights wie Forrest Griffin vs Stephan Bonnar I anschauen wollen, wie Mauricio Rua vs Antonio Rogerio Nogueira. Es gibt mehr Fans die sich Brock Lesnar oder Kimbo Slice anschauen wollen, anstatt ein Fabricio Werdum. Da ist auch nichts falsches dran. Daher werden auch Titleshots und Main Events nicht (nur) nach sportlichen Kriterien vergeben sondern nach der Popularitaet eines Fighters, und der vermarktbarkeit eines Fights. Das war schon immer so im Kampfsport und wird immer so sein, genauso in der UFC. Bei einer der naechsten UFC Shows wird Chris Lytle im Main Event auf Dan Hardy treffen, waehrend auf der selben Card Jim Miller und Ben Henderson aufeinander treffen. Genau das gleiche, Vermarktbarkeit ueber Sportliche Gruende. Man was habe ich mich Jahrelang aufgeregt was fuer Chancen Randy Couture bekam obwohl er sie meiner Meinung nach absolut nicht verdiente, oder Pride FC war ja um laengen noch schlimmer wenn man bedenkt auf was fuer Lower Level Fighter am Stueck Wanderlei Silva traf, und zum Teil auch Fedor.

Um auf Jon Fitch-UFC zurueck zukommen. Ich kann beide Parteien verstehen. Die UFC ist in einem Dilemma, Jon Fitch ist die klare #2 in der WW Division. Er wird denke ich nie GSP besiegen, aber er wird auch gegen kaum einen anderen Fighter verlieren in der Gewichtsklasse (natuerlich nur solange er diese Form hat und nicht abbaut). Ich sehe ausser GSP momentan wirklich keinen einzigen der gegen Fitch bestehen koennte in den naechsten 2-3 Jahren, Condit kann imo keinen Takedown verhindern wenn sein Leben davon abhaengen wuerde, Fitch wuerde ihn denke ich ueber drei Runden wrestle******. Imo einfach ein schlechtes Stylematchup fuer Condit. Penn geben die wenigsten in einem Refight eine gute Chance nochmal eine Runde gegen Fitch zu gewinnen. Ellenberger waere durchaus interessant durch sein gutes Wrestling, Shields auch, ansonsten gibt es viele junge Fighter die aber noch ungetestet sind.

Ich kann aber auch Jon Fitch verstehen wenn er sagt, er will nur noch gegen Top Guys antretten. Fitch hat oft genug gezeigt das er gegen Fighter auch antritt wo er nichts gewinnen kann, etwa Chris Wilson vor seinem Titleshot, oder kurzfristig gegen Ben Saunders. Fitch kann nur in Fights gewinnen wo er gegen Top Contender antritt und sie besiegt weil er dann auch nicht soviel Kritik bekommen wuerde wenn er sie nicht finished. Auf der anderen Seite wuerde ich es als Jon Fitch Fan auch gerne sehen wenn er seinen Record noch beeindruckender macht und 3-4 mal im Jahr gegen die Top 10-20 Fighter antritt wie Hathaway, Diaz, Shields, Sanchez, Kampmann, Hendricks, Hughes, Johnson, Kim, MacDonald, Patrick, Pyle, Pierce, Story etc. Fitch`s Record koennte sich damit zu einem der beeindruckendsten der MMA Geschichte entwickeln, davon bin ich ueberzeugt. Gleichzeitig wuerde er damit auch viele moegliche Contender die Leiter runterschubsen, was dazu fuehrt das an GSP nur wenige/keine dran kommen die zuvor nicht auf Fitch trafen.

Fitch haette laengst einen zweiten Titleshot verdient gehabt, gemessen an anderen Gewichtsklassen/Situation/Fightern haette Fitch auch schon 4-5 Titleshots bekommen koennen. Ich finde es ehrlich gesagt nicht so schlecht das er bisher keinen zweiten Titleshot bekommen hat (auch wenn es schlecht ist fuer Fitch), den was wuerde passieren wenn er seinen zweiten Titleshot bekommt und verliert (was wahrscheinlich ist)? Er wuerde nie wieder eine Chance auf den Title haben solange GSP in der Division ist, das gleiche ist mit Koscheck passiert der sich deswegen nun in der MW Division versucht. Koscheck`s Karriere wird sich denke ich negativ entwickeln in den kommenden Jahren aufgrund dessen. Franklin musste auch die MW Division verlassen nach seinem zweiten total verfruehten Titleshot weil er nie eine dritte Chance gegen Silva bekommen wuerde. Das hat Rich Franklin`s Karriere komplett veraendert, und meiner Meinung nach erheblich verschlechtert. Deswegen finde ich auch das Draw mit Penn ziemlich gut nach genauer Ueberlegung, es fuehrt dazu das Fitch mindestens noch einen Fight bestreiten muss fuer einen Titleshot ohne verloren zu haben. Realistischerweisse wird Jon Fitch weiter die Top 10-20 WW Fighter besiegen, 2012 einen Titleshot bekommen den er verliert und danach in die MW Division gehen oder weiter die WW Division nach GSP domminieren (letzteres wuerde ich mir wuenschen).

Zur Leg Lock Diskussion noch was. Die Entwicklung die ich sehe, das man gerade Leglocks aber auch andere Submissions immer weniger sieht haengt damit zusammen das zum einen die Submission Defense immer besser wird, und zum anderen das das Judging so sehr auf Top Position ausgerichtet ist. Zum einen sind Leglocks die am leichtesten zu verteidigenden Submissions im MMA, wer heute noch im MMA von einem Leglock zur Aufgabe gebracht wird (ausser vorher fast KO geschlagen worden zu sein) hat mieserable Submission Defense. Ansonsten muss man bedenken, wenn man einen Leglock ansetzt, und der Gegner wehrt diesen ab, kann er leicht in die Top Position kommen oder den Fight wieder in den Standup stellen. BJJ Fighter koennten etwa in einem Beispiel nach einer Minute auf dem Boden einen Leglock ansetzen, der Gegner kommt raus und in die Top Position, und kann diese evtl die restlichen 4 Minuten in der Runde halten ohne etwas grossartiges zu machen. Der Fighter der vier Minuten die Top Position haette wuerde die Runde gewinnen ohne dabei selbst aktiv wirklich etwas gemacht zu haben, waehrend der Fighter unten durch seinen Submissionversuch “bestraft“ wuerde. Dadurch gehen Submissionfighter heute denke ich weniger Risiko am Boden weil sie ganz genau wissen bei bestimmten Submission Holds verliert man leicht die Position und damit evtl die Runde und den Fight. Da waeren wir wieder beim Thema, die Guard sollte/muss eine neutrale Position im MMA werden!
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