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Abstieg der WWF 1990 – Wie kam es dazu?
#1
Die WWF musste 1990 einen grossen Zuschauerrueckgang verzeichnen, das setzte sich bis Mitte der 90er Jahre jedes Jahr fort bis es 1997 wieder bergauf ging. 1988 und 1989 waren die zwei erfolgreichsten Jahre der WWF Geschichte bis dahin, und vielleicht sogar die zwei erfolgreichsten Jahre ueberhaupt wenn man den Kontext sieht wie die WWF damals operierte. Warum also gab es 1990 so einen Einbruch der Zuschauerzahlen bei Houseshows, TV Tapings, Fernsehshows und PPV`s? Der oft angefuehrte aufkommende Steroidskandal war vielleicht ein Punkt, aber nur einer unter vielen. Hier mal ein paar Gruende die ich fuer Ausschlaggebend halte ohne bestimmte Reihenfolge:

-The Ultimate Warrior als WWF Champion
Er wurde zwar Jahrelang kontinuirlich aufgebaut, allerdings hat man zwei Dinge vergessen. Erstens man baute gleichzeitig keine Gegner fuer ihn auf, den die fehlten ihm als er Champion wurde. Es machte den Eindruck das man so viel Wert auf seinen Push legte das man dann nicht wusste was passiert als er Champion wurde. Zweitens der Warrior musste als Champion auch oefters laengere Matches bestreiten was er nicht konnte, und er konnte nur mit so wenig Gegnern arbeiten. Deshalb gab man ihm oefters 6 Man Tag Team Matches anstatt Singles Matches.

Dazu der schwache Titlegewinn bei Wrestlemania 6, man erinnert sich, Hogan nahm nach der Niederlage mal wieder das Spotlight an sich, ueberreichte dem Warrior den Belt, feierte mit und dann verlies er den Ring und 60,000 Fans schauten zu wie Hogan den Ring und die Halle verlaesst (auch die Kamera`s) waehrend der Warrior im Ring feierte und niemand sich dafuer interessierte. Zudem die Dauerpraesenz von Hulk Hogan als TOP Star weiterhin. Hogan bekam den Nickname “Immortal“, und als Unsterblicher wurde also groesser wie der WWF Champion. Es war fast so das man Hogan zwar den Title abnahm, aber ihn ein goettliches Gimmick gab der ihn ueber alles stellte. Hogan stand weiterhin in den Main Events waehrend der Warrior als Champion nur die Semi Main Events bestritt. Soll heissen, man setzte nicht wirklich auf den Ultimate Warrior sondern weiterhin auf Hulk Hogan.

Aber das soll auch nicht alles sein, der Warrior war einfach mies, im Ring und am Mic, und als Champion grausam. Der Warrior sprach von den Sternen, den Zielen der Planeten und all den Irrsinn, das klang cool…fuer einen 5 jaehrigen, aber sonst verstand niemand was er sagte.


-Schwache Main Event Szene/Verbrauchte Heels
Da spielt der Warrior sicherlich eine Rolle, aber was noch? Dusty Rhodes spielte ein Cartoon Charackter und war lange ueber seinen Zenit hinaus. Randy Savage wurde 1989/1990 total fallen gelassen. Rick Rude stand 1990 in Main Events gegen den Warrior, aber verlor davor schon gegen Hogan und den Warrior. Hennig genauso, regelmaessig Niederlagen. Piper war nur Standby dabei, Andre the Giant war am Ende, Ted DiBiase wurde schon lange nicht mehr gepusht zu dem Zeitpunkt. Weitere Stars? Fehlanzeige. 1990 hatte Hulk Hogan Programme mit Earthquake und Typhoon! Das sagt schon alles aus. Von Roddy Piper und Paul Orndorff Mitte der 80er Jahre bis Earthquake und Typhoon im Main Event 1990. Deutlicher kann man einen Qualitaetsschwund nicht machen in einem Satz.

Hier spielt ganz entscheidend mit das die WWF es versaeumt hat bereits 1988,1989 neue Leute aufzubauen neben dem Ultimate Warrior. 1990 war jeder Heel schon verbraucht, weil der Warrior oder Hogan sie bereits zuvor besiegten. Dadurch gab es schwache Main Event Programme. Entscheidend dabei, es gab genuegend Leute die man gehabt haette, ist ja nicht so das es sie nicht gegeben haette. Rick Martel, Randy Savage, Ted DiBiase, Tito Santana, Jake Roberts, Rick Rude, doch keiner von ihnen wurde langfristig aufgebaut sondern ganz fallen gelassen oder ignoriert. Stattdessen setzt man auf Typhoon, Earthquake sowie alternde Teilzeit Wrestler wie Dusty Rhodes, Roddy Piper und Sgt. Slaughter.


-Hulk Hogan
Zwar war Hulk Hogan 1989 noch erfolgreich, aber seine Beliebtheit war nach seiner Pause 1988 rasant am Schwinden. Schon 1990 wurde er haeufig ausgebuht, das lag daran das sein Act nach 6 Jahren WWF die Fans langweilte. Hogan machte nichts Neues mehr, es gab keine Entwicklung bei ihm, keine Veraenderung was sein Charackter betrifft. Die Fans hatten es satt. Sicherlich spielt dabei auch eine Rolle das Hulk Hogan`s Programme 1990 wie oben erwaehnt lausig waren, haette er 1990 noch Top Gegner gehabt wie noch bis 1989 mit Randy Savage, der Erfolg waere sicherlich einiges hoeher gewesen. Aber fehlt die Qualitaet werden auch Schwaechen um einiges Sichtbarer.


-Schwacher Gesamtroster
Als die WWF noch auf der Erfolgswelle schwamm wurde auch schon verdeckt das der Gesamtroster nicht so stark ist, aber als dann der Roster auch noch schwaecher wurde bis 1990 und der Erfolg ploetzlich nicht mehr da war wurde offen gelegt das man Jahrelang keinen Wert auf die Undercard gelegt hat und wie schlecht das In-Ring Produkt war. Man kompensierte das in den 80er Jahren dadurch das man von den Territories immer viele Wrestler verpflichtete die sofort in der Uppercard begannen. Als aber 1990 kein starkes Territory mehr uebrig war, konnte man auch keine Stars anderer Territories verpflichten. Da man selbst auch keine Stars aufbaute (ausser den Warrior), gab es ploetzlich 1990 eine Luecke im gesamten Roster. Man hatte in den 80er Jahren nicht genug Wert auf die Undercard und Midcard gelegt. Zu Erfolgszeiten sieht man immer wieder das automatisch die Midcard mitgetragen wird, in den 80er Jahren waren etwa Brutus Beefcake und Honky Tonk Man erfolgreich (in den 90 Jahren uebernahmen The Godfather und Too Cool die Rollen). Doch ihre Acts blieben Jahrelang gleich, bis sie keiner mehr sehen konnte 1990.


-Ende der Cartoon Era
Als 1990 die Cartoon Era zu Ende ging versuchte man 1991 die Ausrichtung zu aendern und wurde erheblich provokanter und weniger Kindgerecht. 1990 versuchte man jedoch die Cartoon Era zu ueberwinden mit NOCH MEHR Cartoon, oder anders gesagt man versuchte die Cartoon Era noch zu uebertrumpfen. Der Ultimate Warrior ist ein gutes Beispiel fuer Hulk Hogan 2.0, Dusty Rhodes wurde in gelben Klamotten mit pinkfarbenen Punkten gesteckt und Vince McMahon selbst wettete mit Dusty Rhodes das er damit nicht Erfolg haben werde. Roddy Piper hatte 1990 NULL von dem was ihn 1985 noch ausmachte, er war Jahrelang weichgespuelt worden. So zog sich das durch den ganzen Roster. Sicherlich wurden in den 90er Jahren dann die Gimmicks immer schlimmer, doch die Ausrichtung wurde gleichzeitig immer haerter das war 1990 noch anders. Man war ganz klar noch auf Kinder und Familien ausgelegt.


-Fehlende Langfristige Planung
Alle Gruende haengen sicherlich hiermit zusammen. 1990 war kein roter Faden erkennbar, keine Ueberzeugung. Man mag von Vince McMahon halten was man will, aber sein Aufstieg in den 80er Jahren war brilliant und er war deswegen brilliant weil Vince McMahon ein Ziel hatte (Nationale Expansion) und dieses Ziel klar verfolgte mit einem Plan (Hulk Hogan als Champion, Rock`N Wrestling Ausrichtung, Roddy Piper als Lead Heel, Hogan vs Andre als langfristiger Aufbau, Wrestlemania Extravaganza etc). Es war eine klare Linie erkennbar in den 80er Jahren. Die fehlte aber 1990, und selbst 1989 schon. Ach der Warrior funktioniert nicht? Versuchen wir es wieder mit Hogan. Iraq Krieg gerade? Hey turnen wie Slaughter zum Saddam Hussein Sympathisanten. Es war kein klares Ziel erkennbar und es wurde zu viel nur halbherzig probiert weil man wahrscheinlich selbst nicht ueberzeugt war oder man kein kalkulierbares Risiko eingehen wollte, beides was McMahon in den 80er Jahren noch auszeichnete.
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#2
Mal wieder eine sehr interessante Argumentation.
Ich sehe da einige Paralellen zur WWE jetzt.
Was damals Hogan war ist heute doch Cena. Versteht mich nicht falsch, im Gegensatz zu Hogan ist Cena ein loyaler, treuer Worker.
Es ist ja nicht seine Schuld, dass er so dargestellt wird. Er macht aber leider nun mal auch seit mehreren Jahren das gleiche und viele Fans aind gelangweilt. Ich sehe bei ihm auch keine Entwicklung.
Fehlende langfristige Planung und als Folge dessen fehlende Main Eventer ist auch heute wieder ein Problem. Man sieht immer die gleichen headlinen.
Es wurde verpasst durch Chancen wie MITB Leute langfristig im Me zu etablieren. Beispielsweise wurde Miz vom WM Main Event wieder zum Midcarder.
Ich denke das man da bald Probleme bekommt, vielleicht gibts ja wieder einen Zuschauer Rückgang und eine Neuausrichtung. Oft wiederholt sich die Geschichte ja.
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#3
Zitat:Original von AwesomePunk
Mal wieder eine sehr interessante Argumentation.
Ich sehe da einige Paralellen zur WWE jetzt. [...]
Fehlende langfristige Planung und als Folge dessen fehlende Main Eventer ist auch heute wieder ein Problem. Man sieht immer die gleichen headlinen.
Es wurde verpasst durch Chancen wie MITB Leute langfristig im Me zu etablieren. Beispielsweise wurde Miz vom WM Main Event wieder zum Midcarder.
Ich denke das man da bald Probleme bekommt, vielleicht gibts ja wieder einen Zuschauer Rückgang und eine Neuausrichtung. Oft wiederholt sich die Geschichte ja.

Ich sehe das Ganze nicht so pessimistisch. Die WWE bemüht sich ja immerhin in den letzten Monaten immer wieder neue Talente ins WWE Programm einzubauen.

The Shield, Big E Langston, Fandango und Curtis Axel haben alle erst in den letzten Monaten debütiert und spielen eine mehr oder weniger große Rolle im Programm der WWE.

Dazu kommen noch Antonio Cesaro und Damien Sandow die auch vor ungefähr einem Jahr eingebaut wurden... sind also ziemliche viele Heels die man da aus dem Nachwuchsbereich gefördert hat.

Die Wyatt Family steht auch vor dem Sprung ins Main Program... also ich finde das kann sich im Moment sehen lassen.

Auch der Push von Dolph Ziggler oder Daniel Bryan ist meiner Meinung nach ein gutes Zeichen Smile
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#4
Die WWE ist jetzt auch absolut gezwungen diese neuen Leute zu pushen. Cena kann immer noch das Zugpferd sein, aber wenn man sich einfach mal anschaut, wer vor 5 Jahren noch regelmäßig im Mainevent stand, wird schon klar, dass zwangsläufig neue Leute gepusht werden müssen/mussten.

Eine kleine Liste:
- HBK (retired)
- Ric Flair (retired)
- Edge (retired)
- Undertaker (quasi retired, nur noch mit WM und ganz sporadischer Anwesenheit)
- HHH (quasi retired)
- Batista (gerade nicht in der Company)
- Cena (Zugpferd der Company)
- Orton (immer noch wichtiger Teil des Rosters)
- Jericho (Part Timer)

Man sieht daran das von 9 Leuten, die vor 5 Jahren ein riesiges Standing hatten, 4 komplett weg sind, 3 nur noch ganz vereinzelt auftreten und 2 immer noch eine große Bedeutung in der Company haben.
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#5
Wieder extrem interessanter Bericht, Nef.
Zur Diskussion - ich finde die WWE hat aktuell sehr viele Wrestler, die in Zukunft den Sprung zu Stars schaffen können oder es geschafft haben wie Punk. WWE kehrt ab von der 1-Man-Show, und das seit es mit Rocky und Austin zwei unantastbare Stars gab und nicht nur den einen Mainact. Dieser ist aber aktuell unbestreitbar Cena. Hoffen wir, dass die WWE an den vielen Neulingen hält!
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#6
Mag sein, dass sich in den letzten Monaten ein etwas positiverer Trend abzeichnet.
Aber ich habe auch schon oft gesehen, dass ein Wrestler aufgebaut wurde nur um dann komplett wieder fallen gelassen zu werden. Stichwort Miz. Oder Nexus/Wade Barrett.
So ein Schicksal könnte Shield oder Axel auch noch blühen.
Ich hab einfach das Gefühl, dass man sich nicht traut einen Push so richtig durchzuziehen. Vor allem bei Heels, die zu PG Zeiten nicht gefährlich dargestellt und die dann zum Schluss doch vom Face dementiert werden und die man deshalb nicht mehr ernst nehmen kann.
Cena kann die Company nicht noch Jahre lang tragen, es müssen Top Draws her. So lange das Produkt aber sich noch verkauft, wird man wahrscheinlich nichts ändern.
Deshalb meine Schwarzseherei.
Es tut mir übrigens leid, wenn wir wegen mir off topic werden aber das hat mich einfach beschäftigt Smile.
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#7
Schwer zu sagen - wann ist der Punkt den da - wann muss ein Cena überholt werden?
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#8
Zitat:Original von AwesomePunk
Mag sein, dass sich in den letzten Monaten ein etwas positiverer Trend abzeichnet.
Aber ich habe auch schon oft gesehen, dass ein Wrestler aufgebaut wurde nur um dann komplett wieder fallen gelassen zu werden. Stichwort Miz. Oder Nexus/Wade Barrett.
So ein Schicksal könnte Shield oder Axel auch noch blühen.
Ich hab einfach das Gefühl, dass man sich nicht traut einen Push so richtig durchzuziehen. Vor allem bei Heels, die zu PG Zeiten nicht gefährlich dargestellt und die dann zum Schluss doch vom Face dementiert werden und die man deshalb nicht mehr ernst nehmen kann.
Cena kann die Company nicht noch Jahre lang tragen, es müssen Top Draws her. So lange das Produkt aber sich noch verkauft, wird man wahrscheinlich nichts ändern.
Deshalb meine Schwarzseherei.
Es tut mir übrigens leid, wenn wir wegen mir off topic werden aber das hat mich einfach beschäftigt Smile.

Bei Miz ists halt auch ein Spezialfall: Miz ist stark am Mic, aber im Ring nur mittelmaß. Damit spannende Maineventmatches aufzubauen ist eben schwierig.
Da haben es Leute wie Punk oder Ambrose leichter. Bryan zeigt in letzter Zeit ungalublich viel personality. Rollins kommt immer besser genauso wie Ziggler und sie alle haben Miz voraus das sie super im Ring sind.
Auch wenn es für kurzfristigen Erfolg egal ist, wie man im Ring ist. Für langfristigen Erfolg ist es entscheidend. Wenn Cena z.B. so ätzend schlimm wäre, wie er von Teilen der Fans gemacht wird, wäre er vermutlich nie so erfolgreich geworden.
Einige werden jetzt zwar sagen: Hulk Hogan und haben damit auch recht, aber die Zeiten haben sich geändert. Nur noch rumhulken langt meiner Meinung nach nicht mehr.

Cena hat immer noch tolle Matches in sich drin und irgendwann wird man ihn turnen, spätestens wenn er nicht mehr so wichtig für die Company ist. Und wenn man ihn turnt ist Cena sofort interessant, einfach weil man sich gar nicht mehr vorstellen kann, was Cena als Heel so alles tun würde.
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#9
Zitat:Original von Y2R-KO
The Shield, Big E Langston, Fandango und Curtis Axel haben alle erst in den letzten Monaten debütiert und spielen eine mehr oder weniger große Rolle im Programm der WWE.
Das ist imo eines der vielen Probleme, jemand debutiert heute und ist gleich in der Uppercard oder gewinnt bald einen Title. Keine Zeit in der heutigen Zeit. WWE wirft die Wrestler in die Arena und schaut wer ankommt und wer nicht, und wer nicht ankommt verschwindet nach nur 1-2 Jahren wieder, aber in den 1-2 Jahren haben die meisten schon unzaehlige Tag Team Title, US Title, IC Title oder sonst was gewonnen. Das entwertet die Title, verheizt die Wrestler und laesst ihnen keine Zeit zum entwickeln.

Welcher Wrestler entwickelt sich noch langfristig von unten nach oben? Nehmen wir CM Punk, toller Wrestler, total unglaubwuerdig in seiner Rolle fuer mich, verliert Jahrelang fast jedes PPV Match, bekommt dann als Totaler “Verlierer“ einen WWE Titleshot (warum ueberhaupt?), gewinnt den Title und haelt den Title ueber ein Jahr. Fuer viele ist das okay, ich finde sowas grausam. Und das geht mit den meisten Wrestlern so, die meisten werden schlecht eingesetzt, dann bekommen sie aus dem nichts ein riesen Push, und wenn der vorbei ist verlieren sie wieder. Das ist unkonstant, und ein grosses Problem wie ich finde.

Das fast schon komische ist, gerade zu den Hoehepunkten Ende der 80er Jahre und Ende der 90er Jahre, gab es kein langfristiges Booking, und das Resultat war, das es schnell wieder bergab ging. Gerade auf der Erfolgswelle kann man doch mit langfristigem Aufbau eine Nachhaltigkeit erreichen die einen laengeren Erfolg verspricht. Aber das ist bei vielen Firmen weltweit so, solange man Erfolgreich ist, wird nichts veraendert und so weiter gemacht. Erst wenn es schon einige Zeit bergab gegangen ist, dann wird was veraendert, doch dann ist es sehr viel schwerer auf die Krise zu reagieren wenn sie schon da ist. Jetzt habe ich weit ausgeholt, aber ich glaube das ist ein grosses Problem das es sehr haeufig gibt, bei der WWF/WWE eben auch, oder der WCW Mitte der 90er Jahre.


Mal back to topic. ;-) In letzter Zeit habe ich damit begonnen meine WWF Tape Sammlung durch zu schauen 1990. Ein paar Sachen die mir aufgefallen sind:

Hulk Hogan gewinnt als WWF Champion den Royal Rumble 1990. Das wurde so gemacht weil man nach Studd und Duggan einen Topstar den Rumble gewinnen lassen wollte um den Rumble zu pushen, ausserdem war damaliges Booking noch das man die Fans gluecklich nach Hause schickt (was unter anderem auch dazu fuehrte das man keinen Top Heel hatte zu jener Zeit). Das kann ich verstehen, allerdings war es wie schon erwaehnt so das es zu dem Zeitpunkt keinen wirklichen Top Heel in der Main Card gab. Savage und DiBiase waren spaetestens 1989 voellig zurueck gepushed worden, der Boss Man turnte Face. Hogan fehdete nach dem Rumble mit Mr. Perfect. Hennig brachte es fertig solide Matches mit Hogan zu haben und lies den Super aussehen, aber als Glaubwuerdiger Gegner war er nicht zu gebrauchen, da niemand glaubte das er Hogan schlagen wird. Wie gesagt, das Rumble Match zu pushen mit einem Hogan Sieg macht Sinn und kann ich nach vollziehen, aber es haette auch Sinn gemacht einen Heel zu pushen wie Mr. Perfect (oder einen anderen Top Heel) mit dem Rumble Sieg.

Dann entscheidet man sich Hogan gegen den Warrior verlieren zu lassen im Main Programm von Wrestlemania 6, okay Pass the Torch, bla bla bla. Alles okay, aber was passiert bei Wrestlemania 6 sonst? Savage wird demontiert mit einem mieserablen Mixed Match gegen Rhodes und Sapphire, Hennig wird mit einer Niederlage gegen Brutus Fucking Beefcake entgueltig demontiert (koennte wetten das Beefcake gewann als trade off fuer Hogan`s Niederlage im Main Event) und der Warrior steht nach dem Titlegewinn ohne Top Heel Gegner da, also greift man auf Rick Rude zurueck.

Der Witz an der Geschichte ist das der Warrior bei Houseshows fast ausschliesslich mit Kerry Von Erich und der LOD oder Demolition teamte. Vor dem Titlegewinn wurde der Warrior als Super Hero gepusht, nach dem Titlegewinn nicht mehr, ein Superhero teamt nicht die ganze Zeit mit anderen.

Die zweite grosse Show des Jahres 1990 war der Summerslam 1990, The Ultimate Warrior vs Rick Rude im Main Event, Hulk Hogan vs Earthquake im Semi Main Event. Wenn wir jetzt mal etwas genauer hinschauen erkennen wir folgendes:

-The Ultimate Warrior vs Rick Rude fand bereits bei Wrestlemania 5 und dem Summerslam 1989 statt, 2 PPV Matches war zu damaligen Zeit aussergewoehnlich. Zudem hatten sie kurz vor dem Summerslam 1990 ein weiteres Match im Free TV (dazu spaeter mehr). Ihr Match bei dieser Show war ihr drittes PPV Match und viertes TV Match, und ich denke das ihre Fehde schon ausgereizt war.

-Der wirkliche Main Event des Summerslam 1990 war Hulk Hogan vs Earthquake. Earthquake “verletzte” Hogan, dieser pausierte lang, spielte mit dem Gedanken zurueck zu treten und kam dann dramatisch zurueck. Das Warrior vs Rude Match wurde aufgebaut das Rude der einzige Wrestler war der den Warrior in der WWF pinnen konnte, ich meine who care`s? Rude hatte in der Zwischenzeit ja auch zweimal verloren gegen den Warrior bei TV Matches. Und dann die zweite Story war, der Warrior trat noch nie in einem Steel Cage Matc an. Noch mal who care`s? Ich glaube nicht das irgendjemand Rick Rude als ernst zunehmenden Gegner ansah. Der Hype um das Warrior vs Rude Match ging gleich Null, die beiden bekamen viel weniger Zeit als Hogan vs Earthquake.

-Vor dem Summerslam 1990 fand ein Ultimate Warrior vs Rick Rude Match bei Saturday Night`s Main Event statt das der Warrior gewann. Das war 6 Wochen vor dem PPV! Ausserdem hatten die beiden Houseshow Matches gegeneinander. Als dann der Summerslam 1990 stattfand, hatte mindestens jeder mit seiner Oma in den USA schon unzaehlige Male gesehen wie Rick Rude den Ultimate Warrior herausfordert und jedes Mal scheitert. Ihr Summerslam Match hat ohnehin kaum jemand interessiert, und mit diesen Voraussetzungen war das Momentum gleich Null.

Das Problem der WWF war von Wrestlemania 6 bis zum Summerslam 1990 das es kaum eine Alternative gab. Randy Savage war in einer Fehde mit Dusty Rhodes noch verstrikt, Ted DiBiase zu dem Zeitpunkt schon wieder in der Midcard und fing dann beim Summerslam seine Fehde mit Rhodes an. Hennig wie oben beschrieben als ernst zunehmender Heel Gegner fuer Hogan oder den Warrior nicht zu gebrauchen. Ein Warrior vs Earthquake Programm waere imo das beste gewesen, Earthquake verletzt Hogan, fordert dann den Warrior heraus. Das haette ziehen koennen, ein frischer Heel fuer den Warrior mit einer soliden Storylinebasis. Ich sage nicht das es gut gewesen waere, Warrior vs Earthquake im Ring, buuuaahhhh, aber es waere fuer den Warrior erfolgreicher gewesen wie sein Programm mit Rude. Das Problem ist, das haette natuerlich Hogan geschwaecht, und damit war das nicht realistisch.
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