23.06.2013, 23:26
Die WWF musste 1990 einen grossen Zuschauerrueckgang verzeichnen, das setzte sich bis Mitte der 90er Jahre jedes Jahr fort bis es 1997 wieder bergauf ging. 1988 und 1989 waren die zwei erfolgreichsten Jahre der WWF Geschichte bis dahin, und vielleicht sogar die zwei erfolgreichsten Jahre ueberhaupt wenn man den Kontext sieht wie die WWF damals operierte. Warum also gab es 1990 so einen Einbruch der Zuschauerzahlen bei Houseshows, TV Tapings, Fernsehshows und PPV`s? Der oft angefuehrte aufkommende Steroidskandal war vielleicht ein Punkt, aber nur einer unter vielen. Hier mal ein paar Gruende die ich fuer Ausschlaggebend halte ohne bestimmte Reihenfolge:
-The Ultimate Warrior als WWF Champion
Er wurde zwar Jahrelang kontinuirlich aufgebaut, allerdings hat man zwei Dinge vergessen. Erstens man baute gleichzeitig keine Gegner fuer ihn auf, den die fehlten ihm als er Champion wurde. Es machte den Eindruck das man so viel Wert auf seinen Push legte das man dann nicht wusste was passiert als er Champion wurde. Zweitens der Warrior musste als Champion auch oefters laengere Matches bestreiten was er nicht konnte, und er konnte nur mit so wenig Gegnern arbeiten. Deshalb gab man ihm oefters 6 Man Tag Team Matches anstatt Singles Matches.
Dazu der schwache Titlegewinn bei Wrestlemania 6, man erinnert sich, Hogan nahm nach der Niederlage mal wieder das Spotlight an sich, ueberreichte dem Warrior den Belt, feierte mit und dann verlies er den Ring und 60,000 Fans schauten zu wie Hogan den Ring und die Halle verlaesst (auch die Kamera`s) waehrend der Warrior im Ring feierte und niemand sich dafuer interessierte. Zudem die Dauerpraesenz von Hulk Hogan als TOP Star weiterhin. Hogan bekam den Nickname “Immortal“, und als Unsterblicher wurde also groesser wie der WWF Champion. Es war fast so das man Hogan zwar den Title abnahm, aber ihn ein goettliches Gimmick gab der ihn ueber alles stellte. Hogan stand weiterhin in den Main Events waehrend der Warrior als Champion nur die Semi Main Events bestritt. Soll heissen, man setzte nicht wirklich auf den Ultimate Warrior sondern weiterhin auf Hulk Hogan.
Aber das soll auch nicht alles sein, der Warrior war einfach mies, im Ring und am Mic, und als Champion grausam. Der Warrior sprach von den Sternen, den Zielen der Planeten und all den Irrsinn, das klang cool…fuer einen 5 jaehrigen, aber sonst verstand niemand was er sagte.
-Schwache Main Event Szene/Verbrauchte Heels
Da spielt der Warrior sicherlich eine Rolle, aber was noch? Dusty Rhodes spielte ein Cartoon Charackter und war lange ueber seinen Zenit hinaus. Randy Savage wurde 1989/1990 total fallen gelassen. Rick Rude stand 1990 in Main Events gegen den Warrior, aber verlor davor schon gegen Hogan und den Warrior. Hennig genauso, regelmaessig Niederlagen. Piper war nur Standby dabei, Andre the Giant war am Ende, Ted DiBiase wurde schon lange nicht mehr gepusht zu dem Zeitpunkt. Weitere Stars? Fehlanzeige. 1990 hatte Hulk Hogan Programme mit Earthquake und Typhoon! Das sagt schon alles aus. Von Roddy Piper und Paul Orndorff Mitte der 80er Jahre bis Earthquake und Typhoon im Main Event 1990. Deutlicher kann man einen Qualitaetsschwund nicht machen in einem Satz.
Hier spielt ganz entscheidend mit das die WWF es versaeumt hat bereits 1988,1989 neue Leute aufzubauen neben dem Ultimate Warrior. 1990 war jeder Heel schon verbraucht, weil der Warrior oder Hogan sie bereits zuvor besiegten. Dadurch gab es schwache Main Event Programme. Entscheidend dabei, es gab genuegend Leute die man gehabt haette, ist ja nicht so das es sie nicht gegeben haette. Rick Martel, Randy Savage, Ted DiBiase, Tito Santana, Jake Roberts, Rick Rude, doch keiner von ihnen wurde langfristig aufgebaut sondern ganz fallen gelassen oder ignoriert. Stattdessen setzt man auf Typhoon, Earthquake sowie alternde Teilzeit Wrestler wie Dusty Rhodes, Roddy Piper und Sgt. Slaughter.
-Hulk Hogan
Zwar war Hulk Hogan 1989 noch erfolgreich, aber seine Beliebtheit war nach seiner Pause 1988 rasant am Schwinden. Schon 1990 wurde er haeufig ausgebuht, das lag daran das sein Act nach 6 Jahren WWF die Fans langweilte. Hogan machte nichts Neues mehr, es gab keine Entwicklung bei ihm, keine Veraenderung was sein Charackter betrifft. Die Fans hatten es satt. Sicherlich spielt dabei auch eine Rolle das Hulk Hogan`s Programme 1990 wie oben erwaehnt lausig waren, haette er 1990 noch Top Gegner gehabt wie noch bis 1989 mit Randy Savage, der Erfolg waere sicherlich einiges hoeher gewesen. Aber fehlt die Qualitaet werden auch Schwaechen um einiges Sichtbarer.
-Schwacher Gesamtroster
Als die WWF noch auf der Erfolgswelle schwamm wurde auch schon verdeckt das der Gesamtroster nicht so stark ist, aber als dann der Roster auch noch schwaecher wurde bis 1990 und der Erfolg ploetzlich nicht mehr da war wurde offen gelegt das man Jahrelang keinen Wert auf die Undercard gelegt hat und wie schlecht das In-Ring Produkt war. Man kompensierte das in den 80er Jahren dadurch das man von den Territories immer viele Wrestler verpflichtete die sofort in der Uppercard begannen. Als aber 1990 kein starkes Territory mehr uebrig war, konnte man auch keine Stars anderer Territories verpflichten. Da man selbst auch keine Stars aufbaute (ausser den Warrior), gab es ploetzlich 1990 eine Luecke im gesamten Roster. Man hatte in den 80er Jahren nicht genug Wert auf die Undercard und Midcard gelegt. Zu Erfolgszeiten sieht man immer wieder das automatisch die Midcard mitgetragen wird, in den 80er Jahren waren etwa Brutus Beefcake und Honky Tonk Man erfolgreich (in den 90 Jahren uebernahmen The Godfather und Too Cool die Rollen). Doch ihre Acts blieben Jahrelang gleich, bis sie keiner mehr sehen konnte 1990.
-Ende der Cartoon Era
Als 1990 die Cartoon Era zu Ende ging versuchte man 1991 die Ausrichtung zu aendern und wurde erheblich provokanter und weniger Kindgerecht. 1990 versuchte man jedoch die Cartoon Era zu ueberwinden mit NOCH MEHR Cartoon, oder anders gesagt man versuchte die Cartoon Era noch zu uebertrumpfen. Der Ultimate Warrior ist ein gutes Beispiel fuer Hulk Hogan 2.0, Dusty Rhodes wurde in gelben Klamotten mit pinkfarbenen Punkten gesteckt und Vince McMahon selbst wettete mit Dusty Rhodes das er damit nicht Erfolg haben werde. Roddy Piper hatte 1990 NULL von dem was ihn 1985 noch ausmachte, er war Jahrelang weichgespuelt worden. So zog sich das durch den ganzen Roster. Sicherlich wurden in den 90er Jahren dann die Gimmicks immer schlimmer, doch die Ausrichtung wurde gleichzeitig immer haerter das war 1990 noch anders. Man war ganz klar noch auf Kinder und Familien ausgelegt.
-Fehlende Langfristige Planung
Alle Gruende haengen sicherlich hiermit zusammen. 1990 war kein roter Faden erkennbar, keine Ueberzeugung. Man mag von Vince McMahon halten was man will, aber sein Aufstieg in den 80er Jahren war brilliant und er war deswegen brilliant weil Vince McMahon ein Ziel hatte (Nationale Expansion) und dieses Ziel klar verfolgte mit einem Plan (Hulk Hogan als Champion, Rock`N Wrestling Ausrichtung, Roddy Piper als Lead Heel, Hogan vs Andre als langfristiger Aufbau, Wrestlemania Extravaganza etc). Es war eine klare Linie erkennbar in den 80er Jahren. Die fehlte aber 1990, und selbst 1989 schon. Ach der Warrior funktioniert nicht? Versuchen wir es wieder mit Hogan. Iraq Krieg gerade? Hey turnen wie Slaughter zum Saddam Hussein Sympathisanten. Es war kein klares Ziel erkennbar und es wurde zu viel nur halbherzig probiert weil man wahrscheinlich selbst nicht ueberzeugt war oder man kein kalkulierbares Risiko eingehen wollte, beides was McMahon in den 80er Jahren noch auszeichnete.
-The Ultimate Warrior als WWF Champion
Er wurde zwar Jahrelang kontinuirlich aufgebaut, allerdings hat man zwei Dinge vergessen. Erstens man baute gleichzeitig keine Gegner fuer ihn auf, den die fehlten ihm als er Champion wurde. Es machte den Eindruck das man so viel Wert auf seinen Push legte das man dann nicht wusste was passiert als er Champion wurde. Zweitens der Warrior musste als Champion auch oefters laengere Matches bestreiten was er nicht konnte, und er konnte nur mit so wenig Gegnern arbeiten. Deshalb gab man ihm oefters 6 Man Tag Team Matches anstatt Singles Matches.
Dazu der schwache Titlegewinn bei Wrestlemania 6, man erinnert sich, Hogan nahm nach der Niederlage mal wieder das Spotlight an sich, ueberreichte dem Warrior den Belt, feierte mit und dann verlies er den Ring und 60,000 Fans schauten zu wie Hogan den Ring und die Halle verlaesst (auch die Kamera`s) waehrend der Warrior im Ring feierte und niemand sich dafuer interessierte. Zudem die Dauerpraesenz von Hulk Hogan als TOP Star weiterhin. Hogan bekam den Nickname “Immortal“, und als Unsterblicher wurde also groesser wie der WWF Champion. Es war fast so das man Hogan zwar den Title abnahm, aber ihn ein goettliches Gimmick gab der ihn ueber alles stellte. Hogan stand weiterhin in den Main Events waehrend der Warrior als Champion nur die Semi Main Events bestritt. Soll heissen, man setzte nicht wirklich auf den Ultimate Warrior sondern weiterhin auf Hulk Hogan.
Aber das soll auch nicht alles sein, der Warrior war einfach mies, im Ring und am Mic, und als Champion grausam. Der Warrior sprach von den Sternen, den Zielen der Planeten und all den Irrsinn, das klang cool…fuer einen 5 jaehrigen, aber sonst verstand niemand was er sagte.
-Schwache Main Event Szene/Verbrauchte Heels
Da spielt der Warrior sicherlich eine Rolle, aber was noch? Dusty Rhodes spielte ein Cartoon Charackter und war lange ueber seinen Zenit hinaus. Randy Savage wurde 1989/1990 total fallen gelassen. Rick Rude stand 1990 in Main Events gegen den Warrior, aber verlor davor schon gegen Hogan und den Warrior. Hennig genauso, regelmaessig Niederlagen. Piper war nur Standby dabei, Andre the Giant war am Ende, Ted DiBiase wurde schon lange nicht mehr gepusht zu dem Zeitpunkt. Weitere Stars? Fehlanzeige. 1990 hatte Hulk Hogan Programme mit Earthquake und Typhoon! Das sagt schon alles aus. Von Roddy Piper und Paul Orndorff Mitte der 80er Jahre bis Earthquake und Typhoon im Main Event 1990. Deutlicher kann man einen Qualitaetsschwund nicht machen in einem Satz.
Hier spielt ganz entscheidend mit das die WWF es versaeumt hat bereits 1988,1989 neue Leute aufzubauen neben dem Ultimate Warrior. 1990 war jeder Heel schon verbraucht, weil der Warrior oder Hogan sie bereits zuvor besiegten. Dadurch gab es schwache Main Event Programme. Entscheidend dabei, es gab genuegend Leute die man gehabt haette, ist ja nicht so das es sie nicht gegeben haette. Rick Martel, Randy Savage, Ted DiBiase, Tito Santana, Jake Roberts, Rick Rude, doch keiner von ihnen wurde langfristig aufgebaut sondern ganz fallen gelassen oder ignoriert. Stattdessen setzt man auf Typhoon, Earthquake sowie alternde Teilzeit Wrestler wie Dusty Rhodes, Roddy Piper und Sgt. Slaughter.
-Hulk Hogan
Zwar war Hulk Hogan 1989 noch erfolgreich, aber seine Beliebtheit war nach seiner Pause 1988 rasant am Schwinden. Schon 1990 wurde er haeufig ausgebuht, das lag daran das sein Act nach 6 Jahren WWF die Fans langweilte. Hogan machte nichts Neues mehr, es gab keine Entwicklung bei ihm, keine Veraenderung was sein Charackter betrifft. Die Fans hatten es satt. Sicherlich spielt dabei auch eine Rolle das Hulk Hogan`s Programme 1990 wie oben erwaehnt lausig waren, haette er 1990 noch Top Gegner gehabt wie noch bis 1989 mit Randy Savage, der Erfolg waere sicherlich einiges hoeher gewesen. Aber fehlt die Qualitaet werden auch Schwaechen um einiges Sichtbarer.
-Schwacher Gesamtroster
Als die WWF noch auf der Erfolgswelle schwamm wurde auch schon verdeckt das der Gesamtroster nicht so stark ist, aber als dann der Roster auch noch schwaecher wurde bis 1990 und der Erfolg ploetzlich nicht mehr da war wurde offen gelegt das man Jahrelang keinen Wert auf die Undercard gelegt hat und wie schlecht das In-Ring Produkt war. Man kompensierte das in den 80er Jahren dadurch das man von den Territories immer viele Wrestler verpflichtete die sofort in der Uppercard begannen. Als aber 1990 kein starkes Territory mehr uebrig war, konnte man auch keine Stars anderer Territories verpflichten. Da man selbst auch keine Stars aufbaute (ausser den Warrior), gab es ploetzlich 1990 eine Luecke im gesamten Roster. Man hatte in den 80er Jahren nicht genug Wert auf die Undercard und Midcard gelegt. Zu Erfolgszeiten sieht man immer wieder das automatisch die Midcard mitgetragen wird, in den 80er Jahren waren etwa Brutus Beefcake und Honky Tonk Man erfolgreich (in den 90 Jahren uebernahmen The Godfather und Too Cool die Rollen). Doch ihre Acts blieben Jahrelang gleich, bis sie keiner mehr sehen konnte 1990.
-Ende der Cartoon Era
Als 1990 die Cartoon Era zu Ende ging versuchte man 1991 die Ausrichtung zu aendern und wurde erheblich provokanter und weniger Kindgerecht. 1990 versuchte man jedoch die Cartoon Era zu ueberwinden mit NOCH MEHR Cartoon, oder anders gesagt man versuchte die Cartoon Era noch zu uebertrumpfen. Der Ultimate Warrior ist ein gutes Beispiel fuer Hulk Hogan 2.0, Dusty Rhodes wurde in gelben Klamotten mit pinkfarbenen Punkten gesteckt und Vince McMahon selbst wettete mit Dusty Rhodes das er damit nicht Erfolg haben werde. Roddy Piper hatte 1990 NULL von dem was ihn 1985 noch ausmachte, er war Jahrelang weichgespuelt worden. So zog sich das durch den ganzen Roster. Sicherlich wurden in den 90er Jahren dann die Gimmicks immer schlimmer, doch die Ausrichtung wurde gleichzeitig immer haerter das war 1990 noch anders. Man war ganz klar noch auf Kinder und Familien ausgelegt.
-Fehlende Langfristige Planung
Alle Gruende haengen sicherlich hiermit zusammen. 1990 war kein roter Faden erkennbar, keine Ueberzeugung. Man mag von Vince McMahon halten was man will, aber sein Aufstieg in den 80er Jahren war brilliant und er war deswegen brilliant weil Vince McMahon ein Ziel hatte (Nationale Expansion) und dieses Ziel klar verfolgte mit einem Plan (Hulk Hogan als Champion, Rock`N Wrestling Ausrichtung, Roddy Piper als Lead Heel, Hogan vs Andre als langfristiger Aufbau, Wrestlemania Extravaganza etc). Es war eine klare Linie erkennbar in den 80er Jahren. Die fehlte aber 1990, und selbst 1989 schon. Ach der Warrior funktioniert nicht? Versuchen wir es wieder mit Hogan. Iraq Krieg gerade? Hey turnen wie Slaughter zum Saddam Hussein Sympathisanten. Es war kein klares Ziel erkennbar und es wurde zu viel nur halbherzig probiert weil man wahrscheinlich selbst nicht ueberzeugt war oder man kein kalkulierbares Risiko eingehen wollte, beides was McMahon in den 80er Jahren noch auszeichnete.
