16.04.2003, 08:30
New York - Als Reaktion auf die US-Vorwürfe an Syrien wollen arabische Staaten einen Resolutionsentwurf im UNO-Sicherheitsrat einbringen. Darin soll die Nahost-Region zur Massenvernichtungswaffen-freien Zone erklärt werden.
Der syrische UNO-Botschafter Faissal Mekdad sagte nach einer nicht-öffentlichen Sitzung in New York, die Staaten der Arabischen Liga wollen einen entsprechenden Entwurf vorlegen. Israel sei das einzige Land in der Region, das Massenvernichtungswaffen besitze.
Deshalb verstehe man die Vorwürfe der USA an die Regierung in Damaskus nicht. Der Botschafter der Arabischen Liga bei den Vereinten Nationen, Jahja Mahmassani, nannte die US-Vorwürfe an die Adresse Syriens unannehmbar und haltlos.
US-Verdächtigungen
US-Aussenminister Colin Powell hatte Syrien unter anderem mit wirtschaftlichen Sanktionen gedroht und von der dortigen Regierung ein Umdenken gefordert.
Die USA verdächtigen Syrien unter anderem, Mitgliedern der vor den US-Streitkräften geflüchteten irakischen Führung Unterschlupf zu gewähren. So vermuten die USA, dass sich der frühere irakische Geheimdienstchef Faruk Hidschasi in Syrien versteckt.
Irakischer Geheimdienstchef
Aus Regierungskreisen in Washington verlautete, Hidschasi sei Leiter der Auslandsaufklärung des irakischen Geheimdienstes Muchabarat gewesen, der angeblich hinter dem gescheiterten Attentat auf den früheren US-Präsidenten George Bush in Kuwait stecke.
Israels Ministerpräsident Ariel Scharon forderte seinerseits die USA auf, Syrien massiv unter Druck zu setzen, damit die Lager der antiisraelischen Hisbollah-Milizen in dem Land aufgelöst würden. Scharon rief jedoch nicht zu einem Militärschlag gegen Syrien auf. Der Druck sollte diplomatisch oder wirtschaftlich ausgeübt werden.
Die USA verstärkten ihren Druck gegen Syrien aber auch von Irak aus. So schlossen die US-Truppen nach Angaben von Verteidigungsminister Donald Rumsfeld eine Pipeline, über die angeblich illegal Öl aus Irak nach Syrien transportiert worden ist.
bsk (Quelle: sda)
