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UFC 90 - Silva Vs. Cote Card Thread
#21
-Lightweight Fight:
Sean Sherk (32-3-0) vs. Tyson Griffin (12-1-0)


Kommen wir nun zum ersten Fight auf der Main Card. Mit Sherk gegen Griffin wird man hier das Aufeinandertreffen zweier sehr starker Wrestler zu sehen bekommen. Für Sean Sherk ist dies der erste Fight nach dem verlorenen Titelkampf gegen BJ Penn, zuvor konnte er gegen Kenny Florian den vakanten Titel gewinnen und gegen Hermes Franca verteidigen, bevor beide Fighter aufgrund von Doping gesperrt wurden. Und sollte Sherk noch einmal mit der selben Strategie in den Käfig gehen wie gegen Penn, dann dürfte auch der Kampf gegen Griffin mit einer Niederlage für ihn enden. Statt auf sein unterdurchschnittliches Striking zu setzen, sollte Sherk zurück zu seinen Wurzeln gehen und seine Gegner durch seine Kraft, seine Ausdauer und sein Wrestling am Boden kontrollieren. Auf einen vorzeitigen Sieg durch Sherk sollte man allerdings nicht setzen, der letzte liegt schon drei Jahre zurück.
Ob das alles so klappt, hängt natürlich davon ab, ob Sherk Griffin seinen Gameplan aufzwingen kann oder nicht. Letzterer ist ebenso ein guter Wrestler, auch wenn er nicht an die Klasse eines Sean Sherk herankommt. Und auch Griffin versuchte zuletzt, die Fights über sein Striking zu bestimmen, was ihm in den letzten Fights gegen Gleison Tibau und Marcus Aurelio gelang. Im Stand ist er Sean Sherk überlegen und mit seinem Wrestling könnte er Sherks Takedowns neutralisieren. Wenn es doch auf den Boden geht, dann hat Griffin auch die ein oder andere Submission in petto. Alelrdings trifft er hier zum ersten mal seit seinem Kampf gegen Frankie Edgar wieder auf einen sehr stärkeren Wrestler. Wie das ausging, werden die meisten noch wissen, denn Edgar war für die erste und einzige Niederlage in Griffins Karriere verantwortlich.
Auch wenn ich Griffin einen Sieg wirklich gönne, weil mir der Muscle Shark mittlerweile einfach unsympathisch geworden ist, so glaube ich, dass Sherk hier den Takedown schaffen und Griffin am Boden halten können wird, sodass am Ende die Decision für ihn herausspringen wird.

Tipp: Sean Sherk durch Unanimous Decision


-Heavyweight Fight:
Fabricio Werdum (11-3-0) (W4E HW #5) vs. Junior Dos Santos (6-1-0)


Kommen wir zum ersten und einzigen Heavyweight-Kampf des Abends. Hierbei trifft Fabricio Werdum auf den UFC-Debutanten Junior dos Santos. Junior dos Santos, der unter Big Nog und Anderson Silva im Team Black House trainiert und einen schwarzen Gürtel im BJJ trägt, soll hierbei dem eigentlichen Herausforderer auf den Heavyweight-Titel einen schnellen Erfolg und die Rückkehr ins Rampenlicht der Fans bescheren, bevor Werdum dann nach dem Heavyweight-Vereinigungskampf zwischen Heavyweight- und Interim-Heavyweight-Titel auch wieder ins Titelrennen einsteigen kann.
Zuvor muss aber noch Junior dos Santos besiegt werden und ich sehe da momentan nicht allzu viel Probleme. Werdum muss nur schleunigst den Takedown schaffen, dann stehen ihm alle Wege offen, um den Fight zu beenden. Sollte dos Santos den Fight im Stand halten können, dann könnte er den Upset schaffen, aber ich glaube, dass sich am Ende die Erfahrung von Werdum durchsetzt und er den Fight, wie von UFC-Seite gewünscht, früh beenden kann.

Tipp: Fabricio Werdum durch Submission in Runde 1


-Lightweight Fight:
Gray Maynard (5-0-0) (1 NC) vs. Rich Clementi (31-12-1)


Kommen wir nun zum letzten Lightweight-Fight auf der heutigen Card. Und in Sachen Erfahrung sollte es wohl keine größere Diskrepanz auf dieser Card geben als zwischen Gray Maynard und Rich Clementi. Nach Siegen über Joe Veres und Dennis Siver trat Gray Maynard vor allem durch den Erfolg gegen Frank Edgar ins Rampenlicht. Gegen Edgar konnte Maynard seine physischen Vorteile ausnutzen und Edgar drei Runden lang kontrollieren, um anschließend die Decision einzufahren. Ähnliches erhofft sich der Xtreme Couture-Fighter auch von seinem Kampf gegen Rich Clementi.
Clementi dürfte mittlerweile sein Dasein als Wandervogel abgelegt haben, da er scheinbar nun endlich in der UFC angekommen ist und zuletzt dreimal in Folge als Sieger den Käfig verlassen konnte. Clementi ist ein Allrounder, der sich in allen Disziplinen ordentlich präsentieren kann, dafür aber in keine Bereich überdurchschnittlich viele Stärken oder Schwächen aufweist. Gegen Maynard sollte er auf sein besseres Striking und seine Submissions großen Wert legen. Kombiniert mit seiner jahrelangen Erfahrung könnte ihn das vielleicht doch noch in Richtung Titel katapultieren, allerdings glaube ich, dass Gray Maynard alleine aufgrund seiner Physis momentan zu stark für Clementi sein wird. Sollte er den Takedown schaffen, ohne sich in einer Guillotine wieder zufinden, dürfte es ein langer Kampf für Clementi werden.

Tipp: Gray Maynard durch Unanimous Decision

-Welterweight Fight:
Josh Koscheck (13-2-0) (W4E WW #5) vs. Thiago Alves (15-3-0) (W4E WW #2)


Kommen wir nun zum vorletzten Fights des Abends und zur Frage: Wer darf als nächstes um den UFC Welterweight-Titel antreten, nachdem Joe Silva erst einmal Lightweight-Champion BJ Penn gegen Georges St. Pierre antreten lässt und damit die komplette Division auf den Kopf stellt? Auf der einen Seite haben wir mit Josh Koscheck den kurzfristig einspringenden Ersatzfighter für Diego Sanchez, auf der anderen Seite den Pitbull Thiago Alves, dessen letzte Knockouts wohl jedem im Gedächtnis geblieben sind.
Koscheck kam vor vielen Jahren über die erste The Ultimate Fighter-Staffel in die UFC und konnte schon dort mit seinem herausragenden Wrestling punkten. In der Folge entwickelte er sich vor allem im Stand immer weiter, ohne aber seine Wurzeln zu vernachlässigen. Seine Karriere musste einen leichten Knick hinnehmen, als er sich Georges St. Pierre über Decision geschlagen geben musste. Seitdem konnte er sich mit Siegen über Dustin Hazelett und Chris Lytle wieder in Richtung Spitze kämpfen.
Sein Gegenüber dürfte wohl der Aufsteiger des Jahres sein. Wer weiß, wo Thiago Alves heute stehen würde, hätte er sich nicht auf das Doping eingelassen, was ihm eine längere Sperre einbrachte. Seit der Striker wieder da ist, lässt er alle wissen, dass er auch ohne leistungsfördernde Mittel erfolgreich sein kann und zuletzt mussten das der armenische Judoka Karo Parisyan und der langjährige Welterweight-Champion Matt Hughes zu spüren bekommen, die beide mit einem Kniestoß ausgeknockt wurden. Alves fühlt sich auf den Beinen am wohlsten und kann dort mit Schlägen, Kicks und wie oben erwähnt, Kniestößen gefährlich werden. Allerdings darf man nicht den Fehler machen, und Alves auf sein Muay Thai beschränken, denn der American Top Team-Fighter verfügt auch über genügend Qualitäten am Boden, um einen Mann wie Koscheck dort zumindest zu neutralisieren, wenn Koscheck es überhaupt schafft, Alves zu Boden zu bringen, denn Alves Sprawl ist nicht von schlechten Eltern.
Für Koscheck lieferte der Hughes-Alves-Kampf eine Blaupause, wie man es nicht machen sollte. Alves konnte durch Hughes zu keinem Zeitpunkt in Bedrängnis gebracht werden und das lag bestimmt nicht an den Gewichtsvorteilen. Egal, wo sich der Fight abspielte, Alves wusste zu jedem Zeitpunkt, wie er Kapital aus der Situation schlagen konnte, bevor er Matt Hughes mit einem sehr harten Kniestoß die Lampen ausknipste. Allerdings sind die Takedowns und das Ground and Pound die einzigen Waffen, die Koscheck im Inventar hat, denn auf einen Boxkampf sollte sich Koscheck, Verbesserungen hin oder her, mit Sicherheit nicht einlassen, wenn er eine Chance auf den Sieg haben möchte. Stattdessen muss er sich seine Gelegenheiten zum Shoot sehr genau aussuchen, sonst wird ihn Alves dafür bestrafen. Ich denke, dass Alves gegen Matt Hughes gezeigt hat, dass er es mit einem starken Wrestler aufnehmen kann, auch wenn Matt Hughes ebenso nur ein kurzfristiger Ersatz war. Für Alves spricht einfach die Vielseitigkeit und so schwer es mir als kleinem Koscheck-Fan auch fällt, so gebe ich den Kampf hier an Alves.

Tipp: Thiago Alves durch KO in Runde 3


-Middleweight Title Fight:
Anderson Silva (22-4-0) © (W4E MW #1) vs. Patrick Cote (13-4-0)
(4th defense)

Kommen wir nun also zum Main Event der Show. Patrick Cote, neben Georgess St. Pierre wohl der bekannteste kanadische UFC-Fighter soll also nun dafür sorgen, dass wieder etwas Spannung in die UFC Middleweight-Division kommt. Dafür vorgesehen war eigentlich ein anderer, aber Yushin Okami verletzte sich im Vorfeld der Veranstaltung, sodass Cote urplötzlich als Herausforderer auf den Titel da stand. Wer ihm das nach drei anfänglichen Niederlagen in der UFC und einer weiteren im TUF 4-Finale gegen Travis Lutter zugetraut hätte, möge jetzt bitte die Hand heben. Vier Siege gegen Scott Smith, Kendall Grove, Drew McFedries und zuletzt Ricardo Almeida sorgten für einen rasanten Aufstieg des Kanadiers.
Über seinen Gegenüber muss man wohl nur wenige Worte verlieren, die Taten Anderson Silvas sprechen schon eine eigene Sprache. Egal, wen man ihm vorsetzt, Anderson Silva geht durch seine Gegner wie ein Messer durch warme Butter und dabei ist es egal, ob man ihm einen Grappler (Travis Lutter), einen Striker (James Irvin), einen Ringer (Dan Henderson) oder Allrounder vorsetzt (Nate Marquardt und zweimal Rich Franklin), keiner konnte Anderson Silva an den Rand einer Niederlage bringen, zu gut ist sein Arsenal im Stand bestehen aus präzisen Punches, harten Kicks und dem gefürchteten Thai Clinch. Und selbst, wenn es mal auf den Boden gehen sollte, so hat Anderson Silva auch dort noch genügend Erfahrung, um den Kampf zu beenden. Der 33jährige wird daher nicht von wenigen als bester MMA-Kämpfer weltweit eingestuft. So stellt sich die Frage, wie ein Patrick Cote diesem Mann überhaupt gefährlich werden kann. Nun, das sei gesagt, der Spielraum für Fehler ist sehr schmal. Wenn Anderson Silva in der Vergangenheit etwas deutlich gemacht hat, dann dass er sehr schnell aus Fehlern anderer Kapital schlagen kann. Cote muss also abwartend agieren und dafür sorgen, dass Silva den Fehler macht und sich in die Reichweite von Cote begibt, wo dieser dann seinen Knockout Punch landen kann. Am Boden ist Silva zu stark, sodass sich Cote nicht dieser Gefahr aussetzen sollte und wenn es über die Distanz geht, wird Silva keine Zweifel aufkommen lassen und vor allem durch seine Kicks immer wieder Punkte auf den Scorecards sammeln können.
Abschließend muss man aber sagen, dass wohl kein Gegner so zu Anderson Silva passt, wie Patrick Cote, der es in Ermangelung eines effektiven Groundgames leider auf das Striking ankommen lassen muss und auch dort ist ihm Anderson Silva weit überlegen, sodass wir am Ende der Veranstaltung den selben Champion wie am Anfang der Veranstaltung haben werden.

Tipp: Anderson Silva durch KO in Runde 2


Fazit:

Das letzte mal, als es einen so hoch favorisierten Champion bei einer UFC-Titelverteidigung gab, da verlor ein Kanadier, nur war der damals Champion und wurde von einem TUF-Champion ausgeknockt. Das waren allerdings auch schon die Parallelen zum vielleicht größten Upset der UFC-Geschichte. Ich bezweifle, dass wir bei diesem Event viele Überraschungen erleben werden, allerdings bietet der Event mit dem Welterweight-Fight der Main Card ein echtes Schmankerl für die Fans, denn man kann fest davon ausgehen, dass der Gewinner auf St. Pierre/Penn um den Welterweight-Titel treffen wird.
Zu schade, dass die ganze Geschichte um Marcus Aurelio und Hermes Franca nun in der Undercard gelandet ist und wir dafür Gray Maynard gegen Clementi zu sehen bekommen, aber ich kann die UFC dahingehend verstehen, da Maynard als ungeschlagener TUF-Fighter weiter promotet werden soll. Allerdings hätte man den Aurelio-Franca-Fight, ähnlich wie vor einem Jahr die Auseinandersetzung zwischen Clementi und Guillard besser bewerben können. Nun gut, es ist anders gekommen und ich kann nur hoffen, dass ich trotzdem irgendwie in den Genuss des Fights kommen werde.
Meiner Meinung nach fehlt diesem Event ein wenig die Star Power auf der Main Card, dafür ist der Pay-Per-View im Vergleich zu UFC 89 gespickt mit ausgewogenen Fights oder auch interessanten Geschichten abseits des Käfiges.
Es bleibt nur zu hoffen, dass die Fights da die Erwartungen bestätigen können, dann werden die Fans hier in den Genuss eines guten Events kommen.
Wie immer gibt es während des Events die Live Results und den Live Chat des Forums sowie natürlich noch das Tippspiel. Ansonstsn bedanken sich Christian und Can Shamrock für die Aufmerksamkeit und wir beenden die Preview mit einem donnernden „LET’S GET IT ON!“


Nachrichten in diesem Thema
[Kein Betreff] - von TheRaven666 - 14.08.2008, 12:22
[Kein Betreff] - von Souljacker - 15.08.2008, 16:06
[Kein Betreff] - von TheRaven666 - 15.08.2008, 17:05
[Kein Betreff] - von Souljacker - 15.08.2008, 17:19
[Kein Betreff] - von TheRaven666 - 14.10.2008, 08:43
[Kein Betreff] - von Souljacker - 14.10.2008, 09:59
[Kein Betreff] - von TheRaven666 - 14.10.2008, 12:23
[Kein Betreff] - von escobar - 14.10.2008, 15:52
[Kein Betreff] - von Can Shamrock - 22.10.2008, 14:03
Weigh-in Results - von Christian - 24.10.2008, 23:25
RE: Weigh-in Results - von Can Shamrock - 24.10.2008, 23:29
RE: Weigh-in Results - von Can Shamrock - 24.10.2008, 23:30
UFC 90: Silva Vs. Cote Preview Teil 2 - von Can Shamrock - 25.10.2008, 00:32
[Kein Betreff] - von Can Shamrock - 25.10.2008, 15:14
[Kein Betreff] - von escobar - 26.10.2008, 00:09
[Kein Betreff] - von TheRaven666 - 26.10.2008, 00:25
[Kein Betreff] - von escobar - 26.10.2008, 00:49
[Kein Betreff] - von Can Shamrock - 26.10.2008, 01:29
[Kein Betreff] - von TheRaven666 - 26.10.2008, 01:32

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