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Irak Krieg - Diskussionsthread
#53
So hart es klingt, aber in gewissem Maße finde ich das gefallene Bagdad nicht gut...klingt paradox und sogar grausam...doch für mich ist es nur die Befürchtung, dass es Bush in seinem Terror nur bekräftigt!

Btw: von Millionen auf den Straßen in Bagdad kann man wohl kaum sprechen
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#54
Mit einem gefallenen Bagdad hat man sein Ziel allerdings nur teilweise erreicht, denn Hussein hat man noch nicht.
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#55
Ich bezweifel dass man ihn je in die Finger bekommt, das wird wie mit Bin Laden enden. Ungewissheit ob er tot ist oder noch lebt und zur Not irgendwelche Tonbänder!
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#56
Dass Bush "nur" noch ein Jahr im Amt ist, beruhigt mich keineswegs. Es bleibt noch genug Zeit um genügend Dummheiten anzustellen.
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#57
Noch etwas zum Nachdenken:

Spax - Kriegstagebuch

Chorus:
Es ist Krieg – Menschen leiden und sterben voll Schmerz,
keiner siegt – ein Leben ist nichts mehr wert.
Im Krieg sind die Köpfe der Krisenherd,
die Macht macht Krieg – die Menschen vieles verkehrt.

1.
Der letzte Eintrag – Kriegstagebuch – mentaler Winter,
ein grauer Schleier bedeckt wie ein Leichentuch den Himmel.
Die Stille ist unfassbar laut – zerreißt mein Gehör.
Ich hör' nichts mehr, doch ich gehör’ hierher,
gehör' in dieses Kriegsgebiet, in dem es keinen Frieden gibt,
bin kein Feigling, der klein beigibt – bei jeder Krise flieht,
auch wenn mich manchmal schon der Mut verlässt, die Wut – sie lässt
mich an Tagen das Leid ertragen – das Blut, den Stress ...
Es lagen Stacheldrahtspiralen in meinem Vorgarten,
wusste nicht, was sie vorhatten, wusste nicht, was sie planten, doch
durch Überlebenswillen – so weit die Füße mich tragen ...
Es hilft kein Beten, wenn Teufel und Realität vereint zuschlagen.
Sie haben massenhaft Waffen – pures Gift in den Adern,
Herzen, die taktlos schlagen, Nerven aus stahlharten Fasern.
Doch ich wollte nicht kampflos weichen, ich wollte nicht schweigen,
scheiß' auf Orden für’s Morden – man zwang mich, mich zu verteidigen.

2.
Ich bin ein denkender Kämpfer – sie sind zu lenkende Henker,
sie brachten ihren Krieg zu mir – brennende Felder – rennende Männer.
Sie brachten Tod, Gewalt, Not, Leid, Verderben,
verminten uns unsere Erde, nahmen uns Eltern und Erben.
Anfangs kamen sie nachts im Schutz der Schatten – der Stille,
strategische Landungen in Gruppen, unter dem Deckmantel der Hilfe.
Jetzt läuft ihr Wahnsinn live im Fernsehen, Propaganda in jeder Silbe,
sie verzerren die Wahrheit nur durch wenige Bilder.
Denn auch sie bringen Bomben und scheißen auf unsere Kultur.
Zerstören unsere Häuser, spucken uns auf die Schuhe,
wollen uns sagen, was Recht und was Unrecht ist,
was gut, was schlecht ist. Waffen machen klar, wer hier jetzt Chef ist.
Trotzdem leiste ich Widerstand, bleib’ ich – schieße dann,
wenn es heißt "Achtung, Achtung – Feind und Fliegeralarm",
denn ich will was meins ist behalten und diese Krieger haben
keinen Respekt vor unserem Leben, deshalb lieg’ ich im Schützengraben.

3.
Ich war nie sonderlich politisch ambitioniert,
ich hab' nie öffentlich gegen irgendwas demonstriert,
bin kein Fanatiker, kein Attentäter, kein Terrorist,
bin eins von den zivilen Opfern, die man leider oft vergisst.
Gewalt erzeugt Gegengewalt – ich bin gegen Gewalt,
doch um meine Liebe zu schützen habe ich keine andere Wahl.
Wo sollt’ ich hin? Meine Familie und Freunde sind alle hier,
durch das, was gerade passiert, könnte ich alle verlieren.
Also bleibe ich hier – verzweifle hier,
und wenn mein Schicksal es verlangt von mir, dann fall' ich hier.
Jetzt muss ich zusehen, wie sie uns unser Leben nehmen,
unsere Werte, Wünsche, Visionen verstümmeln, mit Füßen treten.
Lobbyisten und Wirtschaftsbosse wollen nicht stoppen,
wir zahlen den Preis – färben die Erde mit roten Tropfen.
Was mir nicht in den Kopf will: Wofür gibt’s Diplomatie?
Wofür bezahl ich? Gehe ich wählen? Was ist Politik?
Kein Ziel rechtfertigt einen Krieg!
Habt ihr kapiert, dass mir Frieden am Herzen liegt?
Doch unser Handel wird boykottiert – jetzt hungern wir.
Das nennt die Welt zivilisiert – wie arm seid ihr?
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#58
Der Songtext ist nicht spezifisch auf den Irak Krieg gemünzt, eher auf Krieg allgemein. Es geht halt darum sich vor Augen zu führen, was Krieg bedeutet und was für Auswirkungen es haben kann wenn man plötzlich als eigentlich unschuldiger von einem Krieg überrant wird, wie es eben für die irakische Zivilbevölkerung der Fall war.

Und wenn du dir mal genau die letzten Zeilen der letzten Strophe durchliest, wirst du auch einen sehr aktuellen Bezug feststellen. Soviel dazu!
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#59
Und dann noch soviel zum Thema, dass Bush "nur" noch ein Jahr im Amt ist (wenn er sich nicht noch eine Amtsperiode ermogelt/einklagt) und somit keine Gefahr mehr von ihm ausgeht:

USA warnen Iran, Syrien und Nordkorea

Der Sturz des Saddam-Regimes soll ihnen eine Lehre sein: den von den USA der Herstellung Massenvernichtungswaffen verdächtigten Ländern Iran, Syrien und Nordkorea. Die USA haben deshalb jetzt eine eindeutige Warnung an die Adresse der drei Staaten gesandt.

Rom - "Im Hinblick auf die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen (...) hoffen wir, dass eine Reihe von Regimes die richtigen Lehren aus dem Irak zieht", sagte der US-Abrüstungsbeauftragte John Bolton in Rom und fuhr fort, "nämlich, dass das Streben nach Massenvernichtungswaffen nicht in ihrem nationalen Interesse ist". In diesem Zusammenhang nannte er ausdrücklich Syrien, den Iran und Nordkorea, die drei Staaten, die die USA gemeinsam mit Irak wegen der Rüstungsvorwürfe als Teil einer "Achse des Bösen" bezeichnet hatten.
US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld warf Syrien am vor, Anhänger Saddams bei der Flucht aus Irak zu unterstützen. "Uns liegen teilweise Geheimdienstinformationen vor, nach denen Syrien dabei geholfen hat, die Flucht von Leuten aus dem Irak und nach Syrien zu ermöglichen", sagte er in Washington. Seit Kriegsbeginn hatte die US-Regierung Syrien wiederholt eine militärische Unterstützung Saddams vorgeworfen. Syrien wies die Vorwürfe zurück.

42 Prozent der US-Bevölkerung sind jüngsten Umfragen zufolge für einen Einsatz gegen Syrien, sollte der westliche Nachbar des Irak Saddam unterstützen. Die Hälfte der Befragten befürwortete zudem einen Militärschlag gegen den Iran, wenn das östliche Nachbarland des Irak seine Entwicklung von Nuklearwaffen weiter vorantreibe.

"Syrien ist ein gutes Beispiel", sagte Bolton. "Ich hoffe, es wird zu dem Schluss kommen, dass es seine Programme an chemischen und biologischen Waffen, die es betreibt, aufgeben sollte." Priorität der USA sei "eine friedliche Beseitigung dieser Programme", sagte Bolton weiter und fügte hinzu, dass dies das leitende Prinzip im Umgang der USA mit Nordkorea und dem Iran sei. Der Iran hat erklärt, sein Nuklearprogramm sei auf zivilen Nutzen ausgelegt. Nordkorea löste in den vergangenen Monaten eine internationale Krise mit der Ankündigung aus, sein Atomprogramm wieder aufzunehmen

Quelle: spiegel.de
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#60
Zu der Kurdensache:
Ich will die Kurdenverfolgung nicht abstreiten, da diese einfach stattgefunden hat. Aber macht das den Angriff auf den Irak besser? Dieser Krieg war nie legitimiert und macht Bush und Blair genauso zu Verbrechern wie Saddam ein Verbrecher ist.

UNd wenn man wirklich Massenvernichtungswaffen finden würde, so würde die US Regierung wenigstens nicht ganz so blöde dastehen. Den Krieg würde und die Vorgehensweise würde ich nach wie verurteilen, da man zuerst Beweise vorlegt und dann losschlägt und nicht erst losschlägt in der Hoffnung das man Beweise findet.

Und das Fehlen von Massenvernichtungswaffen nimmt der Us Regierung die einzige mögliche Kriegsbegründung. Denn nochmal: Ein Land anzugreifen, um die Regierung zu stürzen, verstößt gegen internationales Recht, wenn man kein UN Mandat hat. und eben dieses hatte die US Regierung nicht. Und das macht sie zu Verbrechern, die kein Deut besser sind als Saddam Hussein. Denn auch bei dieser "humanitären" Befreiungsaktion starben unschuldige Menschen. Da spielt es keine Rolle ob 1, 10 oder 100000 Menschen starben. Denn durch den Krieg und die angewendeten Waffen muss die Bevölkerung des Iraks weiter leiden!

Und langsam drehen wir uns im Kreis!
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#61
Das ist nichts anderes als US Propaganda. Hier ein Artikel aus der Financial Times, der das "Jubeln" der "Massen" einmal in deutlich andere Relationen setzt:


Von Charles Clover (Financial Times)

Najaf

Iraq

Ich sehe Al-Jazeera live. Bagdad. Luftaufnahme. Ich sehe Panzer, aber ich sehe keine jubelnden Menschenmassen. Im Gegenteil: Ich sehe keine einzige Menschenmenge, egal welcher Art. Nur kleine Gruppen. Einge haben ein Transparent, auf dem steht: "Weg mit den human shields". Andere schmeißen eine Saddam-Statue um. Bekanntlich die erste Sorge der Bewohner einer gemarterten Stadt! Kollaborateure? Die Exil-Iraqis am Sold der Amerikaner, die neuen von den USA bezahlten Milizianer, die man uns als "das Volk von Bagdad" verkaufen wird?

Quelle: Financial Times


UNd nochmal zu den Kurden. Die Kurdenverfolgung ist absolut zu verurteilen. Doch was den Giftgasanschlag auf Halajba angeht, übrigens der einzige Giftgasanschlag auf die Kurden: Bei diesem kamen 5000 Menschen ums Leben und weitere 10000 Tausend wurden verletzt. Alle anderen Giftgaseinsätze fanden im Rahmen des Irak-Iran Krieges statt und zwar von beiden Seiten.

Aber das ist auch nur Haarspalterei. Denn es ist vollkommen egal wieviele Menschen sterben. Und auch Bush und Blair haben nun durch den Angriff auf den Irak sehr viele Zivile Opfer auf dem Gewissen. Wieviele es wirklich sein werden, werden wir wohl dank US Propaganda nie erfahren. Und das stellt diese beiden auf eine Stufe mit Saddam Hussein. Alle drei gehören vor ein Gericht und verurteilt.
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#62
Hier ein Artikel, der die These des gezielten Anschlags doch recht deutlich untermauert:

Spanische Presseberichte nähren die Vermutung, dass das vornehmlich von Journalisten bewohnte Hotel "Palestine" in Bagdad am Dienstag von US-Truppen bewusst beschossen wurde. Die Antwort des US-Hauptkommandos in Katar auf eine Anfrage der spanischen Regierung lasse erkennen, dass das Hotel 48 Stunden vor dem Beschuss zu einem potenziellen militärischen Ziel erklärt wurde, hieß es in den Berichten.

In der Antwort des US-Militärs sei keine Rede davon, dass US-Soldaten aus dem Hotel heraus von Irakern beschossen worden seien. Stattdessen werde als Begründung für den Angriff auf das "Palestine" angegeben, die irakische Seite habe das Hotel für Versammlungen genutzt. Den Journalisten sei mitgeteilt worden, dass die Unterkunft ein mögliches militärisches Ziel sei. Die dort untergebrachten spanischen Journalisten bestritten dies jedoch.

El Dschasira zieht ab

Am Dienstag waren in Bagdad insgesamt drei Journalisten ums Leben gekommen. Zwei von ihnen - darunter ein spanischer Kameramann - starben bei dem Beschuss des "Palestine", beim dritten handelte es sich um einen Kameramann des arabischen Fernsehsenders El Dschasira, dessen Redaktionsbüro in Bagdad ebenfalls von den US-Truppen bombardiert wurde.

El Dschasira hat inzwischen den Abzug aller seiner Reporter aus dem Irak angekündigt. "Ich kann niemandes Sicherheit garantieren", begründete der Nachrichtenchef von El Dschasira die Entscheidung.

"Absichtlicher Akt"

Die USA hatten den Beschuss des "Palestine" in der Öffentlichkeit zuletzt als Akt der Selbstverteidigung gerechtfertigt. Der amerikanische Militärsprecher General Vincent Brooks sagte, es gebe Berichte, dass Heckenschützen aus der Lobby des Hotels geschossen hätten. Daraufhin hätten die Amerikaner das Feuer erwidert. Journalisten vor Ort nannten diese Erklärung unglaubwürdig, da sich das beschossene Reuters-Büro im 15. Stock befunden habe.

Journalistenverbände und Redaktionen erhoben schwere Vorwürfe gegen die US-Armee. Der Beschuss "erscheint wie ein absichtlicher Akt der US-Armee", heißt es in einem in Paris veröffentlichten Protestschreiben der Organisation "Reporter ohne Grenzen" an US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld. Brooks schloss aus, dass die amerikanischen Streitkräfte gezielt gegen Journalisten vorgingen.

Auch das Vorstandsmitglied des Deutschen Journalistenverbands, Gustl Glattfelder, warf den USA vor, die Berichterstatter absichtlich angegriffen zu haben. Es liege im Interesse der USA, dass die Journalisten nur dass berichteten, was die Amerikaner vorgeben, sagte er dem DeutschlandRadio Berlin. Die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Kerstin Müller (Grüne), forderte eine Untersuchung der Attacke auf das "Palestine".

"Ein finsteres Muster"

Reuters-Chefredakteur Geert Linnebank sagte, der Vorfall werfe Fragen über das Urteilsvermögen der vorrückenden US-Truppen auf. Der internationale Journalistenverband warf den USA und dem Irak Kriegsverbrechen vor. Die Angriffe müssten von unabhängiger Seite untersucht werden. Bereits im Afghanistan-Krieg war das El-Dschasira-Büro in Kabul von US-Truppen beschossen worden. "Es ist unmöglich, dahinter kein finsteres Muster zu erkennen", sagte Aidan White, Generalsekretär der Internationalen Journalisten-Föderation.

Die US-Armee rief Journalisten auf, weiße Tücher aus dem Hotelfenster zu hängen. Später teilten die amerikanischen Truppen mit, für das Gebäude sei eine Waffenruhe erklärt worden. Am Abend gedachten die aus Bagdad berichtenden Journalisten auf dem Rasen vor dem Hotel der getöteten Kollegen.

Seit Beginn des Krieges am 20. März sind damit zehn Journalisten ums Leben gekommen und zwei verletzt worden. Zwei Kriegsberichterstatter gelten nach Angaben der Organisation Reporter ohne Grenzen als vermisst.

Quelle: ntv.de
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#63

Türkei: USA werden Kurden aus Kirkuk vertreiben

Die Türkei hat umgehend auf den kurdischen Vormarsch reagiert und sich mit den USA darauf geeinigt, Militärbeobachter in den Nordirak zu ensenden. Diese sollen die kurdischen Kämpfer in Kirkuk beobachten, sagte der türkische Außenminister Abdullah Gül. Zuvor hatte Gül bereits betont, die USA hätten zugesichert, Kirkuk mit eigenen Truppen zu besetzen. Sein US-Kollege Colin Powell habe in einem Telefonat versprochen, die kurdischen Kämpfer von dort zu vertreiben.

Ankara will kurdische Verbände nicht dulden

Die Türkei will laut einem Vertreter des Außenministeriums in Ankara eine "dauerhafte" Besetzung von Kirkuk durch kurdische Einheiten nicht hinnehmen. Sollten sie in die Stadt einmarschiert sein, um dort die Kontrolle auszuüben, wäre dies für die Türkei "unannehmbar".

Quelle: http://www.t-online.de

Was wird also nun passiere? Werden die US Truppen die Kurden aus Kirkuk vertreiben? Lassen sich die Kurden vertreiben? Werden die US Streitkräfte auch Gewalt anwenden? Oder werden das die Türken übernehmen? Und wie verhalten sich dann die Amerikaner? Würden diese dann sogar gegen die Türken vorgehen?

Eine äusserst beängstigende Situation, die sich da zusammenbraut. und dies dürfte erst der Beginn sein.
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#64

Nach Rückkehr aus Londoner Exil in Moschee erstochen

London/Dubai - Ein moderater irakischer Schiiten-Führer ist in der südirakischen Stadt Najaf ermordet worden. Abdel Majid el Khoi sei mit Messerstichen getötet worden, teilte ein Sprecher seiner Wohltätigkeitsstiftung "El Khoi" in London mit. Er sei gerade erst aus dem Londoner Exil zurückgekehrt, wo seine Organisation ihren Hauptsitz hat. Khoi war der Sohn des Ayatollahs Khoi, eines der wichtigsten Schiiten-Führer im Irak, der 1992 im Hausarrest starb.

Najaf ist eine der heiligen Stätten des schiitischen Islam, der zweiten großen Strömung innerhalb der Religion neben der Gruppe der Sunniten. In der etwa 150 Kilometer südlich von Bagdad gelegenen Stadt liegt das Grab des ermordeten Kalifen Ali, dem Cousin und Schwiegersohn des Propheten Mohammed, der als Begründer der schiitischen Glaubensrichtung verehrt wird.

Die USA und Großbritannien haben bei ihrem Militärschlag gegen die Regierung unter Saddam Hussein auf die Zusammenarbeit mit den Schiiten gesetzt, die die Mehrheit im Irak bilden, von Saddam aber unterdrückt wurden.

Auch Berater ermordet

Neben dem Schiitenführer el Khoei wurde auch sein Berater offenbar von einer aufgebrachten Menschenmenge getötet. Der Geistliche war ein enger Mitarbeiter des Groß-Ayatollah Ali el Sistani, der die Iraker in der vergangenen Woche aufgerufen hatte, sich der amerikanisch-britischen Invasion nicht in den Weg zu stellen. Es wird befürchtet, dass das Attentat die Spannungen innerhalb der schiitischen Bevölkerung des Irak verstärkt.

Präsident Saddam Hussein und die Machteliten sind zumeist Sunniten. Die USA und Großbritannien haben bei ihrem Militärschlag gegen die Regierung unter Saddam auf die Zusammenarbeit mit den Schiiten gesetzt, die die Mehrheit im Irak bilden, von Saddam aber unterdrückt wurden.

(APA/dpa)

Quelle
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#65
George W. Bush hat den Krieg nun für beendet erklärt, doch Massenvernichtungswaffen hat man bisher noch nicht gefunden. Darauf basierte jedoch der Angriffskrieg der US-Regierung. Einen interessanten Artikel zu den Massenvernichtungswffen, gab es in der Rheinischen Post, der doch zum Nachdenken anregt:

Von RP-Korrespondent THOMAS SPANG

WASHINGTON. Einer der häufigsten Witze, die sich Amerikaner dieser Tage in Washington zuraunen geht ungefähr so: Frage: Glaubst Du wirklich, die werden im Irak Massenvernichtungswaffen finden? Antwort: Mit Sicherheit. Aber das muss nicht heißen, dass sie auch vorher schon da waren! Das Weiße Haus kann über solche Scherze nicht lachen.

Denn ohne den Beweis, dass Saddam Hussein große Bestände an biologischen und chemischen Waffen versteckt hat, steht die Glaubwürdigkeit der US-Regierung auf dem Spiel. Schließlich haben US-Präsident Bush und andere prominente Regierungsvertreter dies über Wochen als Rechtfertigung für den ersten Präventivkrieg in der Geschichte der USA angegeben. Unvergessen der Vortrag Colin Powells im Februar vor den Vereinten Nationen, bei dem der Außenminister mit Satellitenaufnahmen und einer Fülle an Details die irakische Gefahr beschwor.

Was nun Skeptiker und Unterstützer des Irak-Krieges gleichermaßen irritiert, ist der Umstand, dass sich nach der Inspektion von rund zwei Drittel der 150 als heiß eingestuften Orte bisher keiner der behaupteten Beweise auffinden ließ: Kein Anthrax, kein Giftgas, keine Atomwaffen, keine Scud-Raketen. Obwohl das Regime nichts mehr zu verlieren hatte, feuerten die Iraker während des Krieges nicht eine einzige Gasgranate ab. Schließlich gibt zu denken, dass Saddams Wissenschaftler, die sich nun in US-Gewahrsam befinden, bei der Version bleiben, wonach es keine geheimen Waffenbestände mehr gibt.

Auch die US-Regierung schraubt plötzlich ihre Erwartungen zurück. Die eben noch so eindeutige Beweislage gegen das gefährliche Regime das die Sicherheit der Amerikaner bedroht, erscheint auf einmal als gar nicht mehr so klar. Es mangelt nicht an kreativen Erklärungsversuchen. Präsident Bush etwa deutete die Möglichkeit an, die ABC-Waffen könnten in letzter Minute zerstört worden sein. Staatssekretär Douglas Feith, einer der lautesten Kriegstrommler, macht die systematische Vernichtung von Akten durch Plünderer für die Schwierigkeiten verantwortlich. Verteidigungsminister Rumsfeld sagt, die Massenvernichtungswaffen seien wohl nur zu finden, wenn Leute den Amerikanern genau sagen, wo diese Dinge aufbewahrt werden.

Gestern nahmen die US-Streitkräfte neben zwei weiteren Mitgliedern der gestürzten Regierung auch den irakischen Minister für militärische Industrialisierung in Gewahrsam. Abdul Tawab Mullah Hwaisch, steht als Nummer 16 auf der Liste der meistgesuchten Regierungsmitglieder. Sein Ministerium war in den 80er Jahren zur Entwicklung von Waffen eingerichtet worden. Hwaisch könnte den USA beim Aufspüren von Massenvernichtungswaffen helfen.

Um die Zunge potentieller Informanten zu lockern, versprechen die Amerikaner bei Sicherstellung von ABC-Waffen eine Prämie von bis zu 200 000 US-Dollar. Armee-Kommandeure vor Ort dürfen sich bei Irakern auf eigene Faust mit bis zu 2500 US-Dollar für sachdienliche Hinweise erkenntlich zeigen. Der Reiz der Prämie mag einer der Gründe sein, warum bereits mehrfach Fehlalarm gegeben wurde. Zuletzt vergangene Woche als die US-Fernsehkanäle prominent den Fund von 55 Fässern mit Chemikalien und zwei mobilen Laboren verkündeten. Die gleichen Fernsehsender, die ihre Zuschauer mit Nachrichten-Alarmen und Expertenrunden verrückt machten, erwähnten später in einem Nebensatz, dass es sich nur um harmlose Pestizide handelte - ein Muster, das sich aus Vorkriegstagen wiederholt.

Der frühere UN-Waffeninspektor David Kay, der heute am Potomac Institute für Politische Studien in Washington forscht, fürchtet, dass mit jedem Tag an dem keine ABC-Waffen gefunden werden, die Gefahr von deren Verbreitung wächst. Im Chaos nach dem Zusammenbruch des Regimes könnten Massenvernichtungswaffen, Waffenteile, Baupläne oder Chemikalien an Terroristen weitergegeben worden sein.

Das vermutet auch Terence Taylor, der im Washingtoner Büro der britischen Denkfabrik "International Institute for Strategic Studies" arbeitet. Die Experten kritisieren, bisher sei nicht mit der notwendigen Ernsthaftigkeit nach den Waffen gesucht worden. "Die haben nicht die richtigen Leute vor Ort", sagt Taylor und Kay wundert sich über die geringe Priorität, die das Central Command in Doha der Aufgabe beigemessen habe.

Von den ursprünglich 20 geplanten US-Inspektorenteams mit jeweils 30 Experten sind ganze vier vor Ort. Und von diesen vier Teams haben zwei nichts mit der Fahndung nach Massenvernichtungswaffen zu tun.

Obwohl die Bush-Regierung eine deutliche Aufstockung versprochen hatte, gehen Militärs vor Ort davon aus, dass die Verstärkung erst in 60 bis 90 Tage voll einsatzfähig sein wird. Außenminister Powell, dessen eigene Reputation auf dem Spiel steht, warnte gegenüber der BBC vor zuviel Ungeduld in der Öffentlichkeit. Im Laufe der Zeit werden die Beweise schon zu Tage treten.

Joseph Cirincone von der Carnegie Stiftung beschreibt das Dilemma der Regierung. Sollte es tatsächlich hunderte Tonnen an Chemie- und Biowaffen gegeben haben, vor denen der Präsident gewarnt hat, fehlt nun jede Kontrolle über deren Verbleib. Falls sich umgekehrt herausstellt, dass die Regierung die Gefahr maßlos übertrieben hat, bedeutet das eine Peinlichkeit für den Präsidenten und einen enormen Glaubwürdigkeitsverlust für die USA.

Quelle: http://www.rheinische-post.de
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