Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Urteil im Eislingen-Prozess
#1
Vor dem Landgericht Ulm endete gestern einer der größten Prozesse seit mehreren Jahren, der besonders 2009 für Schlagzeilen sorgte. Die Jugendkammer verurteilte die beiden Täter Andreas H. und Frederik B. zu Höchststrafen. H. muss wahrscheinlich lebenslang hinter Gittern mit anschließender Sicherungsverwahrung. B. wurde zur Höchststrafe von 10 Jahren verurteilt, dass das Jugendstrafrecht vorsieht.

[Bild: http://d2.stern.de/bilder/stern_5/panora...80_120.jpg]

In der Nacht zu Karfreitag 2009 erschossen sie die gesamte Familie von H. mit insgesamt 30 Schüssen. Im Oktober 2008 entwendeten sie aus dem Schützenhaus in Eislingen 20 Waffen und rund 1700 Schuss Munition. Die Waffen wurden dann auf dem Dachboden in B.'s Haus versteckt. Am 09. April 2009 feierte die Familie von H. noch in einer Gaststätte. Als die Eltern bei dem Fest waren, erschossen H. und B. zunächst die beiden Schwestern von H.. Danach gingen sie zur Feier und taten so, als wenn nichts geschehen wäre. Sie machten sich vor dem Verlassen der Eltern wieder auf den Heimweg. Als Hansjürgen und Else H. gegen Mitternacht ihre Wohnung betraten, feuerte B. zunächst auf den Vater und dann auf die Mutter. Hansjürgen H. starb im Flur.

Am Morgen des 10. April 2009 meldete sich H. bei der Polizei und gab an, vier Leichen gefunden zu haben. Im Verlauf des Tages verstrickten sich aber beide Täter in Widersprüche, die dann zur Festnahme führten. Das Motiv konnte in dem Prozess nicht restlos geklärt werden. Die Staatsanwaltschaft warf H. vor, seine Familie wegen des Vermögens aus Habgier getötet zu haben. Er konnte B., seinen besten Freund, zu dieser Tat überreden. Ferner beurteilte ein Psychologe vor Gericht, dass B. an einer Form des Autismus leide. Die enge Beziehung zu H. war so stark, dass sich B. letztlich die Waffe griff und auf Drängen von H. schoss. Der Verteidiger von H. will beim BGH in Revision gehen, um eine Jugendstrafe zu erreichen. Sollte der BGH dies ablehnen, wird H. nach 15 Jahren keinen Antrag auf Entlassung stellen können, da bei ihm die Sicherungsverwahrung angeordnet wurde.

http://www.youtube.com/watch?v=SHaTdfF5z...re=related
http://www.youtube.com/watch?v=oLrAfuBa1...re=related
Zitieren
#2
Habe schon viel über den Fall gelesen und solange die Motive nicht klar sind bleibt vieles Spekulation. Im Gegensatz zu den anderen Straftaten mit Jugendlichen die in der Öffentlichkeiten für Furore sorgen handelten diese beiden sehr geplant und abgeklärt.
Die Schwestern zu töten, ins Lokal zu den Eletern zu gehen und so zu tun als obs nichts wäre, und diese danach ebenfalls zu töten ist schon heftig.
Das H. kein Jugendstrafrecht erscheint von seiner geistigen Reife durchaus gerecht zu sein, bei B. macht es auf jeden Fall Sinn, denn er ist wohl geistig nicht auf der Höhe, außerdem war er lediglich das "Werkzeug" des H.
Es wurde ja auch spekuliert bzw gibt Anzeichen dass die beiden zueinander eine Beziehung haben, sprich B. hat es aus Liebe zu H. für ihre gemeinsame Zukunft getan.
Zitieren
#3
Die Tat als solche ist ja nachvollziehbar, gab es immer und wird es immer wieder geben. Soviel zum Rudelverhalten. ;)

Nebenbei...wie gut gesichert ist ein Schützenverein aus dem ca. 17 Waffen und über 1000 Schuss Munition entwendet werden kann? Wo ist die Strafe für die dafür Verantwortlichen? Was ist überhaupt in diese Richtung ermittelt worden? Kann dazu nichts finden, eventuell hat jemanden einen Link wo darauf eingegangen wird?
Zitieren
#4
Zitat:Original von DarkSavier
Nebenbei...wie gut gesichert ist ein Schützenverein aus dem ca. 17 Waffen und über 1000 Schuss Munition entwendet werden kann? Wo ist die Strafe für die dafür Verantwortlichen? Was ist überhaupt in diese Richtung ermittelt worden? Kann dazu nichts finden, eventuell hat jemanden einen Link wo darauf eingegangen wird?

Ein Schützenverein ist auch nur ein normales Haus und kein Fort Knox. Die Dinger werden schon sicher weggeschlossen gewesen sein, inwiefern sind die Leute dann verantwortlich? Ich bin doch auch nicht verantwortlich, wenn jemand aus meinem Haus ein Hackebeil klaut und dann damit jemanden umlegt.

Für mich ist das nur ein weiterer Beweis, dass Waffen zu Hause vielleicht doch nicht ganz so doof sind. Dann kann man zumindest nicht gleich eine halbe Armee bewaffnen.
Zitieren
#5
Zitat:Original von Geeps
Ein Schützenverein ist auch nur ein normales Haus und kein Fort Knox. Die Dinger werden schon sicher weggeschlossen gewesen sein, inwiefern sind die Leute dann verantwortlich? Ich bin doch auch nicht verantwortlich, wenn jemand aus meinem Haus ein Hackebeil klaut und dann damit jemanden umlegt.

Für mich ist das nur ein weiterer Beweis, dass Waffen zu Hause vielleicht doch nicht ganz so doof sind. Dann kann man zumindest nicht gleich eine halbe Armee bewaffnen.

Nun, der gesunde Menschenverstand sollte eben schon zum Ausdruck bringen das ein zentrales Lager (oder auch dezentral wie du es ansprichst) gut geschützt sein sollte. Insofern ich das beurteilen kann ist die Quelle jederzeit offen. Wie kommt nun jemand auf den Gedanken das die USA so leichtfertig im Punkt Waffenbesitz/beschaffung ist? Zudem sind es meist junge Erwachsene oder Jugendliche die nachrichtenreife Taten begehen. Ist nur ein Grundgedanke - aber ist es nicht interessant wie sich alles ausgleicht wenn sich auch die Grundbedindungen annähern? Na egal, so oder so sollten Waffenlager immer mehr geschützt sein als ein Kaugummiautomat.
Zitieren
#6
Zitat:Original von Geeps
Zitat:Original von DarkSavier
Nebenbei...wie gut gesichert ist ein Schützenverein aus dem ca. 17 Waffen und über 1000 Schuss Munition entwendet werden kann? Wo ist die Strafe für die dafür Verantwortlichen? Was ist überhaupt in diese Richtung ermittelt worden? Kann dazu nichts finden, eventuell hat jemanden einen Link wo darauf eingegangen wird?

Ein Schützenverein ist auch nur ein normales Haus und kein Fort Knox. Die Dinger werden schon sicher weggeschlossen gewesen sein, inwiefern sind die Leute dann verantwortlich? Ich bin doch auch nicht verantwortlich, wenn jemand aus meinem Haus ein Hackebeil klaut und dann damit jemanden umlegt.

Für mich ist das nur ein weiterer Beweis, dass Waffen zu Hause vielleicht doch nicht ganz so doof sind. Dann kann man zumindest nicht gleich eine halbe Armee bewaffnen.

1.) Hackebeil ungleich Schusswaffe
2.) Stimme ich Savier zu, da wurden schwere Fehler begangen und die Müssen konsequenzen nach sich ziehen

3.) In eigener Sache: Wo bleiben die Killerspiele?
Zitieren
#7
Ich weiß, ich reagiere gerade über, aber:

Sich über die pauschale Kriminalisierung von "Killerspielern" aufregen, aber im gleichen Post an der Hetzjagd gegen Schützenvereine beteiligen? Sehr cool, wirklich.

Ich frage es noch einmal: Was können die dafür wenn jemand bei ihnen einbricht? Es gibt bestimmte gesetzliche Sicherheitsvorkehrungen. (Die übrigens größtenteils völliger Schwachsinn sind, aber darüber will ich mich nicht auch noch aufregen.) Niemand weiß, ob diese eingehalten wurde. Aber in Deutschland ist es immernoch im Zweifel für den Angeklagten und solange man da nichts genaueres weiß, finde ich dieses spontane Schreien nach Bestrafung einfach absolut hirnrissig.
Zitieren
#8
Zitat:Original von Geeps
Ich frage es noch einmal: Was können die dafür wenn jemand bei ihnen einbricht? Es gibt bestimmte gesetzliche Sicherheitsvorkehrungen. Niemand weiß, ob diese eingehalten wurde.


Auch wenn das manche falsch verstehen werden, genau dasselbe gilt auch für den Vater von dem Amokläufer. Damals kam auch schon ein Waffenverbot in Privathaushalten/Schützenvereinen auf. Solange jemand die Waffe ordnungsgemäß besitzt mit Waffenschein und die sie für andere unzugänglich verwahrt hat er seine Pflicht getan.
Es wird auch kein Autobesitzer bestraft, wenn er seinen PKW in die garage stellt, absperrt und ihn dann einer stiehlt um Leute zu überfahren ...
Zitieren
#9
Also ganz simpel wäre eine Trennung von Muntion und Waffen. Munition in einem Safe (gibbet recht billig für viel Sicherheit) und verschlossene Waffenschränke für eben die Waffen. Beides wohl nicht vorhanden. Aber es stimmt...sicher kann kein Verein vorhersagen das Missbrauch in der Zukunft liegt. Nach allem ist es unvorstellbar das Waffen für niedere Zwecke genutzt werden.

Eben deshalb ist es interessant zu wissen wie leichtfertig mit dem Sportgerät umgegangen wurde.
Zitieren
#10
Zitat:Original von Geeps
Ich weiß, ich reagiere gerade über, aber:

Sich über die pauschale Kriminalisierung von "Killerspielern" aufregen, aber im gleichen Post an der Hetzjagd gegen Schützenvereine beteiligen? Sehr cool, wirklich.

Whä? Jetzt mal ernst, wann wurden Waffenbesitzer wirklich aufgrund von Amokläufen aufs Korn genommen? (Aufgrund der späten Uhrzeit müsst ihr mir diesen billigen Wortwitz verzeihen)
Und damit meine ich nicht diese "mini"-veränderungen (Ja, ich weiß, deswegen ja auch mini in Anführungsstrichen)
Dagegen die Killerspiele: In (nahezu) jedem Amoklauf heißt es immer das Killerspiele schuld seien. Und soweit ich das mitbekommen habe hieß es noch nie "Joa, da sind die Waffenbesitzer alleine Schuld, die haben schließlich die Waffen da einigermaßen frei liegen lassen"

Insbesondere meine Pazifistische einstellung gegenüber Schusswaffen trägt natürlich erheblich zu meinem Standpunkt bei und verringert natürlich auch meine Aufnahmebereitschaft gegenüber Argumenten der Waffenbesitzer (So, genug gejammert ;) )
Zitieren


Möglicherweise verwandte Themen…
Thema Verfasser Antworten Ansichten Letzter Beitrag
  Urteil im Axt-Prozess The Crusher 9 2.161 27.03.2010, 08:32
Letzter Beitrag: GreatOne
  Urteil im Sauerland-Prozess The Crusher 4 1.198 04.03.2010, 23:02
Letzter Beitrag: Souljacker
  Prozess gegen U-Bahn-Schläger von München beginnt DiViNo 56 10.262 16.07.2008, 13:51
Letzter Beitrag: Pauleta

Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste